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Inhaltsverzeichnis
1 Themeneinführung 3
2 Der Forschungsstand 4
3 Allgemeine Geschichte der Pest 5
4 Das Zeitalter Justinians 7
5 Die Justinianische Pest 9
5.1 Die Zeit vor der Pest 9
5.2 Der Ausbruch und die Verbreitung der Pest 10
5.3 Folgen der Pest 12
5.3.1 Im Inneren 12
5.3.2 In der Außenpolitik 13
5.3.3 Für die Religion 14
5.4 Die Auswirkungen auf den Gedanken des Restauratio Imperii 15
6 Schlussbetrachtung 16
Literaturverzeichnis 17
3
1 Themeneinführung
Die Pest war der Schrecken der Menschheit seit deren Anbeginn. Schon die Bibel berichtet über eine Art Pest, auch wenn die Symptome der Pest nicht nachgewiesen werden konnten, da die Ursachen der Pest nicht beschrieben wurden. 1 Pest steht nicht nur für die Beulen- oder Lungenpest, die im Mittelalter als Schwarzer Tod die Welt empfindlich dezimierte, sondern auch für Seuchen und Epidemien wie das Ebola-Virus oder andere Krankheiten, die in großer Zahl Menschen sterben ließen. 2 Heute sind vor allem die Pestbeschreibungen und -darstellungen aus dem Mittelalter bekannt. Die erste nachgewiesene Pest wurde in Athen schon 430 v. Chr. von Thukydides beschrieben, der auch den Krankheitsverlauf und die Symptome darstellte. 3 Die Pest in Athen erregte nicht so viel Aufmerksamkeit wie die Pest im oströmischen Reich, die von Prokop beschrieben worden ist und auch als justinianische Pest bezeichnet wird, weil sie im justinianischen Zeitalter 542 zum ersten Mal ausbrach. 4 Diese Pest ist das Thema der Arbeit. Um sich der Pest zu nähern, wird mit einer allgemeinen Definition der Pest begonnen. Dazu ist es nötig die Erforschung der Pest bis heute anzusprechen und auf den Schwarzen Tod des Mittelalters Bezug zu nehmen. Der Geschichte der Pest folgt eine Einführung in das justinianische Zeitalter, um zu verstehen, welche Folgen die Pest für die Ziele des Kaisers und das Leben der Bevölkerung 5 hatte. Die Zeit der Pest im oströmischen Reich wird unterteilt in drei Abschnitte. Zuerst werden die Entwicklungen des Reiches vor der Pest beschrieben, dann die Ausbreitung und die Verbreitung der Pest und schließlich die Folgen der Pest im Inneren des Reiches, in der Außenpolitik und für die Religion. Die einzelnen Abschnitte sollen zur Beantwortung der Frage führen, wie sich die Pest auf das politische Ziel von Justinian, die Restauratio Imperii 6 , auswirkte.
Diese Frage ist besonders interessant, weil das Ende des justinianischen Zeitalters aus heutiger Sicht den Beginn des Mittelalters einleitete und die Zeit der römischen
1 Bibel, 2. Samuel 24; 1. Chronik 21; 1. Samuel 5, Ezechiel 7, 15
2 Grimm, Jürgen: Die literarische Darstellung der Pest in der Antike und der Romania.München 1965,
S. 9
3 Ebd., S. 31; Thukydides: Athener General und bedeutenster Historiker der Antike, „Der
peleponnesische Krieg“; 431-404 v. Chr.;
4 Veh, Otto: Prokop. Die Perserkriege. München 1960, S. 355-367. (Veh überetzte und fasste die acht
Werke in fünf Bänden zusammen: Anekdota - Die Geheimgeschichte, die Perserkriege, der
Gotenkrieg, der Vandalenkrieg, die Bauten)
5 Anstatt Bevölkerung werden im Verlauf der Arbeit auch die Begriffe Menschen und Volk gebraucht;
sie beziehen sich auf das oströmische Reich
6 Meier. Justinian, S. 65; Restauratio Imperii bedeutet die Wiederherstellung bzw. Erneuerung des
altrömischen Reiches
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Reiche endete. Natürlich spielen viele verschiedene Faktoren für bestimmte geschichtliche Entwicklungen eine Rolle. Die Pest konnte den Anfang vom Ende bedeuten, da sie die Bevölkerung in unbeschreiblichen Ausmaßen dezimierte, die wirtschaftliche Entwicklung zum Erliegen brachte, die Verwaltung arbeitsunfähig machte, den Kaiser in Frage stellte und das Reich in der Innen- und Außenpolitik enorm schwächte.
2 Der Forschungsstand
Für einen ersten Überblick über die Pest und das Zeitalter von Justinian eignen sich die Bände „Die Pest“ und „Justinian“ aus der Beckschen Reihe. 7 Wichtigste Quellen für die Arbeit sind die Pestbeschreibung von Prokop und von Johannes von Ephesos. 8 Prokop von Caesarea, der von 500 bis ca. 562 lebte, war der Assessor 9 des justinianischen Feldherren Belisar. Er verfasste acht Bände über seine Erlebnisse im justinianischen Zeitalter. Johannes von Ephesos lebte von 507 bis 586. Er war monophysitischer Bischof und Historiker. Für Justinian führte er die erfolgreiche Missionskampagne in Kleinasien durch. Beide Quellen sind von besonderer Bedeutung auf Grund ihrer genauen Beschreibung der Pestsymptome, der Erklärung der Verbreitung und der Idee der Ursachen der Pest. In der modernen Forschung wird momentan die Quelle von Johannes von Ephesos bevorzugt. Die Geschichtsschreibung des Prokop gilt nicht mehr als sehr repräsentativ, da sie zu klassizistisch, subjektiv und elitär bewertet wird.
Heute ist Mischa Maier der bedeutendste Forscher zur justinianischen Pest und zum Zeitalter Justinians. Er veröffentlichte unter anderen zwei Handbüchern. 10 Mischa Meier beschreibt detailiert die Bedeutung der Pest und die Zeit der Pest. Er belegt seine Thesen mit den Quellen aus dem justinianischen Zeitalter wie zum Beispiel von Prokop und Johannes von Ephesos. Er lässt keine Bereiche des justinianischen Zeitalters unbeleuchtet. Allerdings wiederholen sich viele Erklärungen und Beschreibungen, vor allem in seinem Buch „Das andere Zeitalter Justinians“, wie die
7 Bergdolt, Klaus: Die Pest. Geschichte des Schwarzen Todes. München 2006. /// Meier, Mischa:
Justinian. Herrschaft, Reich und Relgion. München 2004.
8 Veh, S. 355-367 /// Dewing, H.B.: Proccopius. History of wars. Cambridge-London 2001, S. 451-437.
/// Witakowsky, W.: Pseudo-Dionysios of Tel-Mahre. Chronicle Part II. Liverpool 1996.
9 Assessor bzw. Consiliarus bedeutet Amtsgehilfe, Ratgeber; Sekretär
10 Meier, Mischa (Hrsg.): Die Pest. Die Geschichte eines Menschheitstraumas. Stuttgart 2005.///
Meier, Mischa: Das andere Zeitalter Justinians. Kontigenzerfahrung und Kontingenzbewältigung im 6.
Jh. n. Chr. Göttingen 2004.
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Marienverehrung, die Kaiserkritik und die Kriegsgeschehen, was den Lesewillen hemmt. 11
Die Pest in der Literaturgeschichte wird von Jürgen Grimm dargestellt. 12 Allerdings widmet er unverständlicherweise Prokop keinen Abschnitt. Er analysiert die Pestbeschreibung in der Bibel, des Homer und des Thukydides. Interessant ist die Feststellung, welcher Autor abgeschrieben, selbst verfasst oder übertrieben bzw. gelogen hat.
Das Handbuch von Otto Mazal vertieft die Darstellung zum Zeitalter Justinians und versucht wie Mischa Meier alle Facetten der Zeit zu beleuchten. 13 Der Schwerpunkt liegt auf der Bedeutung der Epoche und deren Ende.
Auch im Internet lassen sich erste Darstellungen und Veröffentlichungen zu Prokop, der Pest und dem Zeitalter Justinians finden. Besonders interessant ist die Webseite www.imperiumromanum.com, die die Zeit des römischen Reiches darstellt. 14 Der Forschungsstand zur justinianischen Pest ist als gut einzuschätzen, obwohl nur wenige Quellen erhalten und viele Fragen ungelöst geblieben sind.
3 Allgemeine Geschichte der Pest
Der Begriff Pest stammt von dem griechischen „loimos“ und dem lateinischen „lues“ ab. Im Lateinischen bezeichnet „lues“ wiederum „pestis, pestilentia, pestilitas, pestilens“, aber auch „tabes, clades, inguineria und morbus“. Übersetzt bedeuten die aufgezählten Begriffe Krankheit und Unheil. 15 Der eigentliche Pesterreger heißt Yersinia Pestis und zählt zu den Infektionskrankheiten. Dieser war bis zur Neuzeit unbekannt. Nach heutigem Forschungsstand geht man davon aus, dass die frühen Pestbeschreibungen auch Milzbrand oder hämorrhagische Fieber wie Ebola gewesen sein könnten.
Die ersten Pestseuchen sind in der Bibel beschrieben. Gott lässt die Pest ausbrechen, tausende von Menschen sterben und verschwinden, um seine Macht zu demonstrieren. In den Bibeltexten wird nicht auf die Symptome und die Ursachen der Pest eingegangen. Sie wird zum ersten Mal als Strafe Gottes herausgestellt. Allerdings finden sich im ersten Buch Samuel Verweise auf eine Mäuseplage und
11 Meier. Das andere Zeitalter Justinians, S. 5-7 (z.B. K. 5 und 3) und S. 730-736
12 Grimm, S. 9-109
13 Mazal, Otto: Justinian I. und seine Zeit. Geschichte und Kultur des Byzantinischen Reiches im 6. Jh.
Köln 2001.
14
15 Grimm, S. 9-11
Arbeit zitieren:
Andreas Bönner, 2007, Die justinianische Pest 542, München, GRIN Verlag GmbH
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