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La Movida - Zeit des Aufbruchs, am Beispiel der Entwicklung des spanischen Kinos zwischen Diktatur und Demokratie

Title: La Movida - Zeit des Aufbruchs, am Beispiel der Entwicklung des spanischen Kinos zwischen Diktatur und Demokratie

Seminar Paper , 1999 , 16 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Ulrike Decker (Author)

Romance Studies - Spanish Studies
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Schlägt man den Begriff la movida im Spanien-Lexikon der Beck’schen Reihe nach, so findet man den Ursprung des Wortes in ‘mover’ = bewegen. Weiterhin definiert das Lexikon ‘la movida’ als ”Ende der 70er Jahre aufkommender Begriff für das moderne, pulsierende Leben in Madrid. Die movida madrilena wurde der Inbegriff alles Neuen, Avantgardistischen, der neuen Trends in Mode, Musik, Kunst und Film. Auch Rock und Drogen gehörten dazu, sowie das nächtliche Herumziehen der Jugendlichen von einem Lokal zum anderen...”
Diese Definition herrscht gemeinhin in der ausländischen Presse vor, die die politischen Veränderungen in Spanien mit einem kulturellen Aufschwung gleichsetzen, der sämtliche Genres künstlerischer Produktion betrifft. Oftmals wird der Eindruck erzeugt, daß mit Francos Tod im Jahre 1975 eine schlagartige und plötzliche Veränderung einsetzte, die besonders in Madrid zu einer Renaissance auf verschiedensten Ebenen führte.
Bei näherer Betrachtung der Umstände wird jedoch klar, daß das Thema der movida nicht so einfach betrachtet werden kann, da es sich hierbei nicht um eine monolithische Entwicklung, einen unhinterfragbaren Aufschwung handelte, dessen Anfang und Ende genau bestimmbar wären, sondern vielmehr um ein komplexes Netz an Strömungen, die aus der Nähe betrachtet weitaus weniger einheitlich wirken, als sie zusammengefaßt unter dem Begriff ‘la movida’ zunächst erscheinen. Dies bestätigt Bernard Bessiere in seiner Analyse des Postfranquismus:
”La Movida ne s’est pas generée en un jour. Cet élan créatif qui, des la fin des annees soixante-dix, a saisi la capitale espagnole, est de caractere pluriforme car il affecte divers champs de la création.”
Schon die zeitliche Einordnung bereitet Kopfzerbrechen. Unterschiedlichen Theorien zufolge, wird der Beginn der movida meist nach dem Jahr 1975 angesetzt. Während sich viele Historiker darüber einig sind, daß es sich bei der movida weniger um einen plötzlichen Bruch bzw. Ausbruch handelte, sondern um eine evolutorische Bewegung, die sich bereits vor dem Tod Francos vorbereitet hatte, sehen andere ihren Beginn erst Anfang der 80er Jahre. Und während der Landläufige Eindruck entstand, es mit einer durch und durch optimistischen kulturellen Bewegung zu tun zu haben, lassen sich große Unterschiede zwischen unterschiedlichen Genres festmachen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2.

2.1 Kultur und Politik: ‚El alcalde de la movida‘

2.2 ‚La movida‘ – Kultur der Straße

3. Zwischen Diktatur und Demokratie – Spanisches Kino auf neuen Wegen

3.1 Unter dem Joch der Zensur: Spanischer Film während der Diktatur

3.2 La transición

3.3 Spanisches Kino nach 1975

3.4 Das Ende der Zensur

3.5 Neue Wege

4. Synthese

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Diese Seminararbeit untersucht die kulturelle und gesellschaftliche Umbruchsphase in Spanien nach dem Tod Francos, mit einem spezifischen Fokus auf die Entwicklung der Filmindustrie als Spiegelbild dieser Transformation. Die Arbeit analysiert, wie politische Veränderungen, der gesellschaftliche Wandel und das Phänomen der „Movida“ das spanische Kino beeinflussten und wie Filmschaffende mit dem Erbe der Diktatur und der staatlichen Zensur umgingen.

  • Der politische und soziokulturelle Kontext des Post-Franquismus in Madrid.
  • Die Rolle der „Movida“ als ästhetische und ethische Bewegung.
  • Die Entwicklung des spanischen Kinos: Von der Zensur zur internationalen Anerkennung.
  • Die filmische Auseinandersetzung mit Identität, Repression und der „verlorenen Zeit“.
  • Der Einfluss ökonomischer Faktoren und neuer Marktmechanismen auf die Filmproduktion nach 1975.

Auszug aus dem Buch

3.1 Unter dem Joch der Zensur: Spanischer Film während der Diktatur

Zwischen 1939 und dem Ende der Diktatur hatte sich Spanien von einem reinen Agrarstaat zu einem Industrieland entwickelt. Der Prozentsatz der urbanen Bevölkerung war stetig gestiegen und die Beschäftigungsstruktur hatte sich unter anderem auch durch das Aufkommen des Tourismus extrem verändert. Der Zeitgeist der nationalen Entwicklung wurde in den mainstream-Produktionen des spanischen Kinos aufgegriffen. Fast durchgehend regimeunkritische Filme, beschränkten sie sich vorwiegend darauf, Mythen zu reproduzieren und diese unhinterfragt auf die Leinwand zu bannen. Die folklóricas, Kommödien oder Melodramen, die mit volkstümlichen Melodien unterlegt waren und ein idealisiertes Bild spanischer Urtümlichkeit boten, erfreuten sich in den 50er Jahren größter Beliebtheit.

Durch strenge Zensurmaßnahmen stark eingeschränkt, suchten regimekritische Filmschaffende nach subtil verschlüsselten Ausdrucksformen, über die sie auf indirektem Weg die vom etablierten System kreierten Mythen untergraben konnten. Ein Beispiel hierfür ist der 1952 von Luis Berlanga unter Mitwirkung von Juan Antonio Bardem gedrehte Film Bienvenido Mr Marshall, der mit den Mitteln von Parodie und Satire die spanische Obsession mit Folklore und traditionellen Werten auf die Schippe nimmt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert den Begriff der „Movida“ und hinterfragt das pauschale Bild einer plötzlichen kulturellen Zäsur nach 1975 durch die Betrachtung komplexerer Strömungen.

2.: Dieses Kapitel widmet sich dem soziokulturellen Umfeld und der Verbindung zwischen städtischer Politik (Tierno Galván) und dem Aufstieg der Madrider Gegenkultur.

2.1 Kultur und Politik: ‚El alcalde de la movida‘: Fokus auf die Rolle des Bürgermeisters Enrique Tierno Galván als Brückenbauer zwischen sozialistischer Politik und junger Kulturszene.

2.2 ‚La movida‘ – Kultur der Straße: Analyse der Vielseitigkeit der Movida, die sich jeder Kategorisierung entzieht und als gemeinschaftliche, universelle Ausdrucksform der Subkultur fungiert.

3. Zwischen Diktatur und Demokratie – Spanisches Kino auf neuen Wegen: Einleitung in die Bedeutung des Kinos als innovativstes Medium der Transformationsphase.

3.1 Unter dem Joch der Zensur: Spanischer Film während der Diktatur: Untersuchung, wie Filmschaffende trotz staatlicher Gängelung durch Metaphern und Genre-Mischungen gesellschaftskritische Themen transportierten.

3.2 La transición: Betrachtung der staatlichen Reformbemühungen ab 1962 und der unterschiedlichen Strategien der Regisseure im Umgang mit der Zensur.

3.3 Spanisches Kino nach 1975: Analyse der Schwierigkeiten der Industrie, sich nach Francos Tod von verkrusteten Strukturen zu lösen und auf neue Themen zu reagieren.

3.4 Das Ende der Zensur: Diskussion der Auswirkungen der Gesetzesänderungen von 1977 und der Versuche, durch Quotenregelungen die nationale Produktion zu stärken.

3.5 Neue Wege: Darstellung der Anpassung an den internationalen Markt und der Aufbruchsstimmung durch eine neue Generation von Filmemachern wie Almodóvar.

4. Synthese: Zusammenfassende Reflexion über die Komplexität des Wandels und die anhaltende Bedeutung des spanischen Kinos.

Schlüsselwörter

La Movida, Spanisches Kino, Diktatur, Demokratie, Post-Franquismus, Zensur, Transición, Pedro Almodóvar, Enrique Tierno Galván, Kulturpolitik, Identität, Gesellschaftswandel, 1975, Subkultur, Filmindustrie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht den kulturellen und filmischen Aufbruch in Spanien während der Übergangsphase vom Franquismus zur Demokratie, beispielhaft dargestellt an der Entwicklung des spanischen Kinos.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die politische Transformation Spaniens, die Entstehung der „Movida“, die restriktive Zensurpolitik unter Franco und die filmische Neuerfindung nach 1975.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, das komplexe Netz der kulturellen Strömungen aufzuzeigen, die oft fälschlicherweise als monolithischer Bruch interpretiert werden, und den Beitrag des Kinos zu dieser Entwicklung zu beleuchten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine kulturfachliche Analyse, die historische Kontexte mit einer filmwissenschaftlichen Betrachtung verbindet und durch Quellenarbeit untermauert wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert chronologisch und thematisch die Entwicklung des spanischen Films von der Zeit der Diktatur bis hin zu den innovativen Ansätzen der jungen Regisseure in den 80er Jahren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Movida, Transición, Zensur, Post-Franquismus und die Auseinandersetzung mit der eigenen Vergangenheit charakterisiert.

Welche Rolle spielt Enrique Tierno Galván?

Er fungierte als Vermittler zwischen den politischen Idealen der sozialistischen Partei und den kulturellen Bedürfnissen einer jungen, aufstrebenden Generation von Künstlern in Madrid.

Warum wird Pedro Almodóvar als Beispiel angeführt?

Er steht exemplarisch für eine neue Generation von Regisseuren, die den Bruch mit der konservativen Vergangenheit vollzogen und durch eine moderne, internationale Bildsprache das spanische Kino weltweit erfolgreich machten.

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Details

Title
La Movida - Zeit des Aufbruchs, am Beispiel der Entwicklung des spanischen Kinos zwischen Diktatur und Demokratie
College
Humboldt-University of Berlin  (Romanistik)
Grade
1,7
Author
Ulrike Decker (Author)
Publication Year
1999
Pages
16
Catalog Number
V14198
ISBN (eBook)
9783638196666
Language
German
Tags
Movida Zeit Aufbruchs Beispiel Entwicklung Kinos Diktatur Demokratie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Ulrike Decker (Author), 1999, La Movida - Zeit des Aufbruchs, am Beispiel der Entwicklung des spanischen Kinos zwischen Diktatur und Demokratie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14198
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