getan haben, und wenn ich gekommen wäre,
und gebet ihn dem, der die zehn Zentner hat. Denn wer da hat, dem wird gegeben werden,
IN H ALTS V ERZ EICHN IS
1 Einleitung 1
2 Grundlegende Kritik an Corporate Social Responsibility 2
2.1 Ro"e der Eigentümer 2
2.2 Mangelnde Legitimation 3
2.3 Mangelnde Expertise und fehlende Informationen 3
3 Zu den Begriffen Corporate Social Responsibility und Corporate Citizenship 4
3.1 Definitionen und Abgrenzung 5
3.2 Kritik 7
4 Politisches System und soziale Ordnung 10
4.1 Zur Zuschreibung gese"schaftlicher Verantwortung an Unternehmen 10
4.2 Zur sozialen Ordnung im Kontext von Corporate Citizenship 12
4.3 Zum politischen System und seiner Funktion im Kontext von Corporate Citizenship 15
5 Corporate Citizenship in der politischen Realität 18
5.1 Negativbeispiel 19
5.2 Positive Beispiele 21
6 Zum politischen Umgang mit Corporate Citizenship 24
6.1 Integrativ, überprü(ar und anpassungsfähig 25
6.2 Verantwortlichkeit, Selbstbindung und Nutzen 25
6.3 Funktionswandel des politischen Systems und Legitimität 27
6.4 Zu einer dynamischen Definition von Corporate Citizenship 28
6.5 Das Problem der Freiwi"igkeit 29
7 Fazit - „Wirklichkeiten, in denen wir leben“ 30
8 Que"enverzeichnis 32
Abbildungsverzeichnis. 37
Fu ßnoten. 38
1 Einleitung
1 Einleitung
Der Begriff der sozialen Verantwortung erlebt seit einigen Jahren Hochkonjunktur.
Kennzeichnend für diese Diskussion ist neben dem abnehmenden Einfluss des Nationalstaates und der zunehmenden Professionalisierung der Zivilgesellschaft die Zuschreibung von Verantwortung an Unternehmen. 1
Ob die unmoralischen Zumwinkeleien 2 der Manager, zunehmend wortgewaltige gesellschaftliche Anspruchsgruppen wie etwa Nicht-Regierungs-Organisationen oder der Druck durch Investoren und Rating-Agenturen - Unternehmen sind in diesem Kontext im Fokus der medialen Öffentlichkeit und finden sich im Spannungsfeld zwischen Moral und Kerngeschäft wieder.
Vor diesem Hintergrund erläutere ich zunächst die Problemfelder von unternehmerischer Verantwortung gegenüber der Gesellschaft anhand von Milton Friedmans Grundsatzkritik. Anschließend erst führe ich in die aktuelle Begriffsbestimmung von Corporate Social Responsibility und Corporate Citizenship ein, um zugleich die geringe Operationalisierbarkeit der diskutierten Ansätze darzulegen.
Ziel der Arbeit ist die Umschreibung eines handlungsorientierten Umgangs der Politik mit der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen. Hierfür ist der Blick auf die politische Praxis ebenso notwendig wie die Erklärung der Zuschreibung gesellschaftlicher Verantwortung an Akteure jenseits der Politik und was dies für die soziale Ordnung und die politische Funktion bedeutet.
In meiner Arbeit beziehe ich mich auf die nationale Dimension dieser Diskussion und auf das politische System Deutschlands.
1 CORPORAT) SOCIAL R)SPONSIBILITY AuS POLITIKWISS)NSCHAFTLICH)R SICHT
2 Grundlegende Kritik an Corporate Social Responsibility
2 Grundlegende Kritik an Corporate Social Responsibility
“The only social responsibility of business is to increase its profits” 3
Im Herbst 1970 veröffentlichte Milton Friedman in der New York Times seine Doktrin, in welcher er die Idee von Corporate Social Responsibility ablehnt. Die einzige soziale Verantwortung von Unternehmen ist die Erzielung von Profiten innerhalb der „rules of the game, which is to say, engages in open and free competition without deception or fraud.” 4 Es sind im Wesentlichen drei Argumente, die Friedman gegen Corporate Social Repsonsibility anbringt und die in unterschiedlichen Fortführungen bis heute die Diskussion um soziale Verantwortung von Unternehmen bestimmen. Folgend skizziere ich diese drei Problemfelder, die das Profitkalkül der Eigentümer 5 , die mangelnde Legitimation zum Eingriff von Unternehmen in gesellschaftliche Probleme sowie die mangelnden Informationen über Wirkungen sozialen Engagements beschreiben.
2.1 Rolle der Eigentümer
Die Grundstruktur eines Unternehmens setzt sich zusammen aus Eigentümern bzw. Shareholdern (Prinzipal) und ausführendem Personal (Agent). In diesem Prinzipal/Agent Verhältnis hat der Eigentümer die Weisungsbefugnis und überträgt an das geschäftsführende Personal die Aufgabe, entsprechend der Kernkompetenz des Unternehmens mit seinem Geld gewinnbringend zu wirtschaften. Hat das Unternehmen ein ‚eleemosynary purpose“ 6 , geht es etwa um Schulen oder Krankenhäuser, ist die Social Responsibility durch den Unternehmenszweck gegeben. Das Problem entsteht, wenn ein Unternehmen Aufwendungen im Namen einer sozialen Verantwortung tätigt, deren Kernkompetenz nicht im gemeinnützigen Bereich liegt. Setzt in diesem Fall ein Manager Corporate Social Responsibility 7 auf die Unternehmensagenda, gibt er das Geld des Eigentümers für etwas aus, was den (monetären) Profit schmälert und damit nicht im Interessen der Anteilseigener ist. Grundsätzlich ist der Prinzipal einer Unternehmung ausschließlich an monetärem Profit orientiert. Für den Fall, dass der Prinzipal den Agent ausdrücklich anweist, sein Geld für soziale Zwecke auszugeben, ist das Prinzipal-Agent Problem bei CSR aus der Welt geräumt: Jedoch entsteht ein Legitimationsproblem.
2 CORPORAT) SOCIAL R)SPONSIBILITY AuS POLITIKWISS)NSCHAFTLICH)R SICHT
2 Grundlegende Kritik an Corporate Social Responsibility
2.2 Mangelnde Legitimation
Die Übernahme sozialer Verantwortung ist ein gesellschaftliches Thema für welches das System der Politik verantwortlich zeichnet. Hier herrschen Prinzipien des demokratischen Systems, vor allem jene der Gewaltenteilung und Legitimation. Daraus ergibt sich die Konsequenz, dass die Bürger die Entscheidungen der von ihnen gewählten Vertreter demokratisch mittragen.
Im System der Wirtschaft hingegen ist der Agent einzig den Geldgebern bzw. Eigentümern verantwortlich, nicht der Gesellschaft. Wird eine CSR-Agenda in einem Unternehmen eingeführt, fehlt die gesellschaftliche Legitimation, die der Geschäftsführung erlaubt, in gesellschaftliche Belange einzugreifen. Zum einen führt sie durch CSR-Maßnahmen eine Quasi-Steuer ein. Die notwendigen Ressourcen für das CSR-Projekt müssten an anderer Stelle eingenommen werden: Gewinne der Eigentümer oder Löhne der Mitarbeiter werden gekürzt oder der Preis für die Konsumenten erhöht.
Zum anderen entscheidet der Manager neben der Erhebung auch über die Verwendungsrichtung und die Durchführung dieser Steuer. So unterläuft er nicht nur die Legitimation für einen solchen gesellschaftlichen monetären Eingriff, sondern durchkreuzt auch die entsprechende Gewaltenteilung hierfür.
2.3 Mangelnde Expertise und fehlende Informationen
Schlussendlich attestiert Friedman dem CSR-affinen Manager die mangelnde Kenntnis notwendiger Information und die mangelnde Kompetenz, soziale Entscheidungen adäquat treffen zu können. Da der Manager kein Experte in sozialen, sondern explizit nur in seinen geschäftlichen Bereichen ist, kann er die Wirkungen seiner Tat nicht abschätzen und unvorhergesehene externe Kosten nicht einkalkulieren.
Vor diesem Hintergrund kommt Friedman zu dem Schluss, dass es nur eine einzige soziale Verantwortung seitens der Unternehmen gegenüber der Gesellschaft gibt: im Rahmen von moralischen und rechtlichen Sitten 8 der unternehmerischen Fähigkeit des Profit-Erzielens nachzugehen und sich der „open and free competition“ zu verschreiben. 9 Dieses ökonomisch und politisch liberale Verständnis von Friedman sieht im gesellschaftlich geteilten Wert der Eigenverantwortung das notwendige Regulativ für ein soziales Miteinander. 10 Die freie Marktwirtschaft zu leben, ist somit der einzige (und bereits ein sehr großer) Beitrag eines Unternehmens zu gesellschaftlicher Verantwortung.
3 CORPORAT) SOCIAL R)SPONSIBILITY AuS POLITIKWISS)NSCHAFTLICH)R SICHT
3 Zu den Begriffen Corporate Social Responsibility und Corporate Citizenship
3 Zu den Begriffen Corporate Social Responsibility und Corporate Citizenship
Das Thema der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen, welches sich im Spannungsfeld von Wirtschaft, (Zivil-) Gesellschaft, Kultur und Politik aufspannt, ist in der deutschen Wissenschaftslandschaft noch relativ jung. 12 Das Feld ist empirisch noch nicht durchdrungen 13 , sorgt aber nichtsdestoweniger für allerhand produktiven Output in den unterschiedlichsten Diskursen. Im Zusammenhang mit unternehmerischer Verantwortung in der Gesellschaft findet sich ein philosophischer Diskurs über (Governance-) Ethik und Verantwortung 14 sowie ein juristisch-politikwissenschaftlicher Diskurs zum Thema Korporatismus, Staatstheorie und Dritten Sektor 15 . Hinzu kommen Diskurse über Personalentwicklung, Marketing-Strategien und Unternehmenskultur 16 sowie über kulturelle Aspekte unternehmerischer Verantwortung. 17
Dabei wird das Thema uneinheitlich und größtenteils mit synonym verwendeten Begriffen bezeichnet wie Corporate Social Responsibility, Corporate Citizenship, Corporate Sustainability, Sustainable Development oder Corporate Responsibility. Diese Begriffsvielfalt offenbart nicht nur die interdisziplinären und interdependenten Bezüge zu wirtschaftlichen (corporate), soziologischen (social), politischen (citizenship) sowie philosophischen
(responsibility) Konzepten. Die fehlenden Definitionen und der Mangel an griffigen Übersetzungen für eine deutsche Variante dieser Begriffe sind Anzeichen der hohen Komplexität des Themas.
Da ich in meiner Arbeit auf die regionale politische Bedeutung gesellschaftlichen Engagements von Unternehmen in der deutschen Gesellschaft abstelle und weniger eingehe auf betriebswirtschaftliche (Strategie-) Komponenten oder weltweite Aspekte unternehmerischer Verantwortung, operiere ich im weiteren Verlauf der Arbeit mit dem Begriff Corpoate Citizenship 18 . Dies begründet sich in der Definition sowie in der Abgrenzung des Begriffs zum universell verwendeten Ausdruck Corporate Social Responsibility für gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen. Folgend führe ich in die wissenschaftliche Diskussion zur Begriffsbestimmung ein, um diese anschließend kritisch
4 CORPORAT) SOCIAL R)SPONSIBILITY AuS POLITIKWISS)NSCHAFTLICH)R SICHT
3 Zu den Begriffen Corporate Social Responsibility und Corporate Citizenship
zu hinterfragen.
3.1 Definitionen und Abgrenzung
Der Wirtschafs- und Sozialrat der United Nations Organization 19 definiert CSR als ein „werte- und normengeleitetes Management zur Lösung sozialer und ökologischer Problemlagen“. 20 Diese Problemlagen definieren sich sowohl über gesellschaftliche Standards wie vor allem die Grundrechte, als auch über die Umwelt und Stakeholder des Unternehmens und sind damit auch global verortet.
Das Management zur Lösung dieser Problemlagen, so die Europäische Kommission, ist ein freiwilliges Konzept der Unternehmen zur Integration sozialer und ökologischer Belange in ihre unternehmerische Tätigkeit und in die Wechselbeziehung zu ihren Stakeholdern. 21 Die Ausrichtung dieses Managements an Werten und Normen bedeutet für Unternehmen 22 , „über die bloße Gesetzkonformität hinaus ‚mehr‘ [zu] investieren in Humankapital, in die Umwelt und in die Beziehung zu anderen Stakeholdern.“ 23
Ein solch integratives Management der Investition in soziale und ökologische Belange ist konstitutiv für CSR 24 und führt zu einer Win-Win-Situation, in welcher sich gesellschaftliche Verantwortung und unternehmerisches Ziel gewinnbringend für Unternehmen und Gesellschaft ergänzen. 25
Für die notwendige gesellschaftliche Akzeptanz konkreter Übernahme gesellschaftlicher Verantwortung eines Unternehmens, bedarf es einer Verankerung von Werten und Normen in innerbetrieblichen Strukturen und damit in der Unternehmensstrategie. Denn die Durchsetzung dieses integrativen Managements vollzieht sich über die „Ausgestaltung betrieblicher Prozesse und Strukturen“ und umfasst damit alle Geschäftsbereiche eines Unternehmens. 26 So stellt CSR ein strategisches Dach dar, eine „übergeordnete Idee mit globalem Anspruch“ für das gesellschaftliche Unternehmens-Engagement. 27 Die Umsetzung des strategischen Konzepts CSR, also der integrativen „Beziehungen zwischen einem Unternehmen und dessen lokalem, nationalem und globalem Umfeld“ 28 , vollzieht sich als gesellschaftliches Engagement von Unternehmen. Dieses Aktiv-Werden ist die konkrete Ausgestaltung von CSR, das als gesellschaftliches Engagement mit Corporate Citizenship 29 bezeichnet wird. So wie eine natürliche Person zum ‚engagierten Bürger‘ wird, wenn sie ehrenamtliche Tätigkeiten übernimmt, erhebt gesellschaftliches Engagement das Unternehmen zum ‚unternehmerischen Bürger‘.
5 CORPORAT) SOCIAL R)SPONSIBILITY AuS POLITIKWISS)NSCHAFTLICH)R SICHT
3 Zu den Begriffen Corporate Social Responsibility und Corporate Citizenship
Die wesentlichen Merkmale der in der Literatur variierenden Definitionen von Corporate Citizenship fassen Westebbe und Logan in drei Sätzen gut zusammen. Dort heißt es erstens, dass CC „das gesamte über die eigentliche Geschäftstätigkeit hinausgehende Engagement des Unternehmens“ sei. 30 Damit stellen sie klar, dass CC mehr sein muss als nur das schlichte Einhalten von marktwirtschaftlichen Wettbewerbsregeln, die auf Konkurrenzfähigkeit abzielen statt auf Verantwortung: z.B. Kunden- und Mitarbeiter-Bindung oder das Einhalten von Gesetzen. CC sei vielmehr die Investition in das gesellschaftliche Umfeld, die konkrete Aktion mit der Intention ordnungspolitischer Mitverantwortung. 31
Überdies sei CC zweitens „der Versuch, ein Unternehmen auf möglichst vielfältige Weise positiv mit dem Gemeinwesen zu verknüpfen, in dem es tätig ist.“ 32 Damit ist neben der Innovationsfunktion 33 von Unternehmen auch verwiesen auf Kooperationsprojekte mit anderen Akteuren aus dem Gemeinwesen, von denen beide Parteien profitieren. Denn der unternehmerische Bürger interessiert sich für „maximizing private sector contributions to social development without undermining business practices.“ 34 Ein solches Positivsummenspiel ist konstitutiv für CC. 35
Und schließlich soll drittens das Unternehmen „sich wie ein guter Bürger für die Gemeinschaft engagieren“, wobei das Engagement „zur Lösung gesellschaftlicher Probleme“ beitragen soll. 36 Dieser demokratietheoretische Ansatz impliziert eine „active role for private sector entities as ‚citizens‘, having both rights and responsibilities.“ 37 Dabei ist der Begriff des Bürgers mit seinen Rechten und Pflichten weniger als rechtlicher Status zu verstehen, sondern eher metaphorisch als ein „concept of citizenship-as-a-desirable-activity“. 38 Durch das ‚Recht‘ zur Mitgestaltung am gesellschaftlichen Leben und der Partizipation am Wohlstand einer Gesellschaft erwartet die Gesellschaft von Unternehmen auch die ‚Pflicht‘ zur (Mit-) Verantwortung bei gesellschaftlichen Problemen in Form von Beiträgen „zum Erhalt und zur Förderung der Gesellschaft“. 39
Alle drei Charakteristika von CC spielen damit an auf die Erkenntnis und die Freiwilligkeit zur moralischen Selbstbindung der Unternehmen. 40
Zugleich lassen sich die drei Merkmale von CC einordnen in die obige CSR-Definition der UN und zwar als aktive Momente des Beitrags zur Lösung gesellschaftlicher Probleme, als integratives Management der Kooperation zum Nutzen für alle Beteiligten sowie als freiwillige Bindung an Werte und Normen.
6 CORPORAT) SOCIAL R)SPONSIBILITY AuS POLITIKWISS)NSCHAFTLICH)R SICHT
3 Zu den Begriffen Corporate Social Responsibility und Corporate Citizenship
Der Tenor der wissenschaftlichen Diskussion ist, dass Unternehmen über effektive und effiziente Ressourcen wie etwa Know-how, Netzwerke und Zeit zur Bewältigung gesellschaftlicher Herausforderungen verfügen. Der Einsatz dieser Ressourcen sei der gesellschaftliche Nutzen von CC, genannt ‚Social Case‘. Die meisten Beiträge zielen jedoch darauf ab, vom ‚Business Case‘ zu überzeugen, also vom Nutzen des Positivsummenspiels CC für das Unternehmen, der sich zumeist über Reputation bestimmt. 41 Dies beweist etwa der Preisträger des diesjährigen Max-Weber-Preises für Wirtschaftsethik, Guido Palazzo. Palazzo stellt in seiner Arbeit über CSR ab auf eine Selbstregulierung der Unternehmen über glaubwürdige Kontrollen und hohe Transparenz. Dabei richtet er den Fokus auf die Analyse der Nebenfolgen unternehmerischen Handelns und weitet den Verantwortungsbegriff aus auf Wertschöpfungsketten. 42
Bevor ich die politikwissenschaftliche Dimension des in der Literatur eher undifferenzierten Social Case betrachte, sei zunächst noch auf die kritischen Momente in der dargelegten Bestimmung von CC verwiesen.
3.2 Kritik
Um CC in Deutschland empirisch tiefergehend zu erforschen, wurden in den vergangenen Jahren einige Studien aufgesetzt. 43 Nach einer Studie von Maaß und Clemens engagieren sich 82,4 Prozent der deutschen Unternehmen gesellschaftlich und laut forsa gar 94 Prozent aller inhabergeführten Unternehmen mit mindestens 100 T€ Jahresumsatz. 44 Diese Zahlen verheißen eine proaktive Kultur unternehmerischer Verantwortung. Doch die Problematik des Themas CC verdeutlicht sich mit Blick auf die geringe Rücklaufquote von lediglich 6 Prozent bei Maaß und Clemens sowie die unklare bzw. nicht näher bestimmte Ausgestaltung des Engagements in der forsa-Studie. 45 Dort verorten sich 70 Prozent der engagierten Unternehmen als gesellschaftlich verantwortlich aufgrund nicht näher bestimmter „Geldspenden des Unternehmens“. 46 Die geringe Rücklaufquote mag auf diverse Gründe zurückzuführen sein, doch unbestimmte monetäre Spenden als CC auszugeben, verweist auf ein unscharfes Verständnis des Begriffs CC.
Einen entscheidenden Grund hierfür sehe ich in der oben skizzierten Diskussion über die Begrifflichkeit und Definition von CC. Diese bergen zwei Fallstricke in sich, die dafür sorgen, dass es in Deutschland bislang keine ausgeprägte bzw. eindeutige Kultur unternehmerischen Engagements gibt.
7 CORPORAT) SOCIAL R)SPONSIBILITY AuS POLITIKWISS)NSCHAFTLICH)R SICHT
Arbeit zitieren:
Bachelor of Arts Guido Hardieck, 2008, Corporate Social Responsibility aus politikwissenschaftlicher Sicht , München, GRIN Verlag GmbH
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