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Erasmus von Rotterdam

Das Gewalt- und Kriegsverständnis in der "Klage des Friedens"

Titel: Erasmus von Rotterdam

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2009 , 26 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Andreas Bönner (Autor:in)

Ethik
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Zusammenfassung Leseprobe Details

Themeneinführung und Forschungsstand
„Schon Erasmus von Rotterdam und einige nach ihm haben dies als die Wahrheit, die es einzusehen gilt, verkündet“, sagte Albert Schweitzer in seiner Friedensnobelpreisrede 1954. Diese Wahrheit bedeutete die Überwindung des Krieges durch den Frieden, da er unmenschlich ist. Der Augustinerchorherr Erasmus von Rotterdam verkündete diese Tatsache schon zu Beginn des 16. Jahrhunderts, zu einem Zeitpunkt, wo die bekanntesten (un-)christlichen Kriege, die Kreuzzüge, schon Geschichte waren und die unmenschlichsten Kriege in weiter Zukunft. Die Geschichte der Mensch- und der Christenheit war stets vom Krieg bestimmt, aber über die Jahrhunderte veröffentlichten immer wieder einzelne Gelehrte Schriften über den Frieden und die Überwindung des Krieges. Sie versuchten, dem Krieg eine rechtliche Grundlage zu geben. Vor Erasmus von Rotterdam waren dies zum Beispiel Cicero, Augustinus und Aristoteles; nach Erasmus vor allem die Kirche, Gelehrte wie Spinoza, Schiller, Voltaire, Tolstoi, Ghandi und die entstehende Friedensbewegung. Erasmus von Rotterdam wurde allerdings als der größte Friedensstifter bezeichnet. Er legte die Grundlage für eine Friedensethik, er begründete die Idee des Humanismus, er war das Idealbild eines Christen und er war seiner Zeit voraus.
Die Reformation wurde von ihm maßgeblich beeinflusst, doch war es nie seine Absicht, die Kirche zu spalten. Er wollte eine Reform der geistlichen und weltlichen Herrschaft, damit die Christenheit in einer friedfertigen Welt leben kann. Erasmus von Rotterdam verfasste dazu viele Schriften, die die Gelehrten und Herrscher beeinflussen sollten. Seine bekanntesten Werke sind „Vom Freien Willen“ (1524), „Das Lob der Torheit“ (1509), „Das neue Testament“ (1516) und schließlich „Die Klage des Friedens“ (1517), die die Grundlage dieser Arbeit ist. In dieser Schrift trägt die Friedensgöttin Pax ihre Klage über den Krieg in Redeform vor, und appelliert an die geistlichen und weltlichen Herrscher sowie jeden einzelnen Christen, dem Krieg abzuschwören und den Weg des Friedens einzuschlagen. Dazu zieht die Friedensgöttin Vergleiche mit der Tierwelt sowie auch vorbildliche Reiche und Herrscher als positive Beispiele heran. Die indirekte Kritik ist derart gestaltet, dass die Schrift vorerst nicht verboten wurde und sich in Europa verbreiten konnte.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Themeneinführung und Forschungsstand

2 Kurze historische Einordnung

3 „Querela Pacis“ – „Klage des Friedens“

3.1 Zusammenfassung des Inhalts

3.2 Gründe für die Entstehung der Schrift

3.3 Bedeutung der „Klage des Friedens“

3.4 Kritik und Probleme

4 Gewaltverständnis des Erasmus von Rotterdam in seiner Schrift die „Klage des Friedens“

5 Erasmus von Rotterdam und die „Klage des Friedens“ heute

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Gewaltverständnis des Humanisten Erasmus von Rotterdam, wie es in seinem 1517 publizierten Werk „Klage des Friedens“ (Querela Pacis) zum Ausdruck kommt. Ziel ist es, die zentralen Thesen zu Ursachen von Krieg und Gewalt zu analysieren und deren Bedeutung sowie Aktualität in einem historischen und gegenwartsorientierten Kontext zu beleuchten.

  • Historische Einordnung des Lebens und Wirkens von Erasmus von Rotterdam.
  • Inhaltliche Analyse der „Klage des Friedens“ und der Friedensethik des Erasmus.
  • Untersuchung der Motive von Krieg und Gewalt im 16. Jahrhundert.
  • Kritische Reflexion der Bedeutung von Erasmus' Friedensgedanken für die moderne Welt.

Auszug aus dem Buch

3.1 Zusammenfassung des Inhalts

In der Klage des Friedens richtet der Frieden in Person der Friedensgöttin Pax einen Appell an die Welt, Krieg und Gewalt zu überwinden, um in Frieden zu leben. Erasmus vereinte in ihr seine Friedenstheorie, sein Menschenbild und sein Christusbild. Dazu nutzte er ironische und metaphorische Beispiele, die er mit rhetorischen Fragen ergänzte. Dennoch wurde die „Klage des Friedens keine abstrakte Theorie, sondern sie wurde sehr verständlich geschrieben.

Die Pax spricht davon, unschuldig vertrieben worden zu sein, obwohl sie die Quelle aller guten Dinge sei. Der Mensch ist zwar das einzige vernunftbegabte Wesen, dennoch fühlt sich die Pax bei den Tieren wohler. Die Tiere leben im Gleichgewicht mit sich und den Naturelementen. Zum Beispiel würden nicht zehn Löwen gegen zehn Stiere kämpfen. Es herrscht bei den Tieren zwar auch Zwist, der aber immer wieder in Harmonie endet, in Eintracht und Freundschaft.

Die Pax macht die bösen Geister verantwortlich für die Zerstörung der Einigkeit von Gott und Menschen. Dabei zeichnen seine Fähigkeiten den Menschen besonders aus. Der Mensch ist von Natur ohne Schutzvorrichtungen und natürliche Waffen geschaffen, daher ist er zum Überleben auf andere Menschen angewiesen. Ihr stellt sich die Frage, warum der Mensch von soviel Kampfeswut ergriffen ist, und warum die christliche Lehre nicht ausreicht, um Frieden zu schaffen. Die größte Gewalt besitzt nämlich die Natur. Dennoch herrscht überall Streit, der schlimmer ist als in der Gemeinschaft der Heiden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Themeneinführung und Forschungsstand: Dieses Kapitel führt in die Thematik der Friedensethik des Erasmus von Rotterdam ein und stellt den aktuellen Stand der Forschung sowie die methodische Grundlage dar.

2 Kurze historische Einordnung: Es wird der zeitgeschichtliche Hintergrund des 15. und 16. Jahrhunderts erläutert, der durch politische Konflikte und die Reformation geprägt war.

3 „Querela Pacis“ – „Klage des Friedens“: Dieses Kapitel bietet eine inhaltliche Darstellung der zentralen Schrift, analysiert deren Entstehungsgründe sowie die Rezeptionsgeschichte und kritische Einordnung.

4 Gewaltverständnis des Erasmus von Rotterdam in seiner Schrift die „Klage des Friedens“: Hier steht die tiefgehende Analyse des Gewaltbegriffs bei Erasmus im Fokus, wobei insbesondere das Spannungsfeld zwischen christlicher Lehre und kriegerischer Realität untersucht wird.

5 Erasmus von Rotterdam und die „Klage des Friedens“ heute: Der abschließende Teil überträgt die Friedensideen des Erasmus auf die Gegenwart und reflektiert ihre Relevanz für moderne internationale Beziehungen.

Schlüsselwörter

Erasmus von Rotterdam, Klage des Friedens, Querela Pacis, Friedensethik, Humanismus, Gewaltverständnis, Krieg, Frieden, Christentum, Friedensbewegung, Reformation, Toleranz, Europa, Herrschaftskritik, Ethik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das Verständnis von Gewalt und Frieden im Werk „Klage des Friedens“ von Erasmus von Rotterdam.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Themen umfassen die Friedensethik des Humanismus, die Rolle des Christentums bei der Überwindung von Kriegen und die historische sowie moderne Relevanz friedlicher Konfliktlösungen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, Erasmus' Thesen zu den Ursachen von Krieg und Gewalt in seiner Schrift aufzuarbeiten und ihre Bedeutung kritisch zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?

Es wurde eine quellenbasierte Analyse der „Klage des Friedens“ in Kombination mit einer historisch-kontextuellen Einordnung und der Sichtung relevanter Forschungsliteratur vorgenommen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der inhaltlichen Zusammenfassung der Schrift, der historischen Einordnung sowie der expliziten Analyse des Gewaltbegriffs innerhalb des Werkes.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit ist durch Begriffe wie Friedensethik, Humanismus, Gewaltverständnis, Toleranz und christliche Nächstenliebe charakterisiert.

Wie sah Erasmus das Verhältnis von Religion und Gewalt?

Erasmus kritisierte, dass Christen und Geistliche das christliche Prinzip der Liebe durch kriegerisches Handeln verraten, und mahnte die Rückbesinnung auf den Frieden als Kern der christlichen Lehre an.

Warum wird die „Klage des Friedens“ auch heute noch als aktuell bezeichnet?

Weil das Werk grundlegende Fragen zur Überwindung von Nationalismus, zur Bedeutung des Rechtsstaates und zur Notwendigkeit einer dauerhaften Friedensordnung aufwirft, die auch in modernen Krisenzeiten Bestand haben.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Erasmus von Rotterdam
Untertitel
Das Gewalt- und Kriegsverständnis in der "Klage des Friedens"
Hochschule
Helmut-Schmidt-Universität - Universität der Bundeswehr Hamburg  (Lehrstuhl für evangelische Theologie)
Veranstaltung
Gewalttheorien
Note
2,3
Autor
Andreas Bönner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
26
Katalognummer
V142031
ISBN (eBook)
9783640497515
ISBN (Buch)
9783640497799
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Erasmus Rotterdam Gewalt- Kriegsverständnis Klage Friedens
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Andreas Bönner (Autor:in), 2009, Erasmus von Rotterdam, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/142031
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  26  Seiten
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