Inhaltsverzeichnis
1 E i n l e i t u n g S e i t e 3
2. Entwicklung und Situation der Regionalen Geographie Seite 3
3. Ansatz von Annsi Paasi (1986) zur „New Regional Geography“ Seite 6
4. Verschiedene Ansätze nach Wood (1996) Seite 7
5. Forschungsprojekt „Locality Studies“ Seite 9
6 F a z i t S e i t e 1
7. Literaturverzeichnis Seite 12
2
1. Einleitung
Betrachtet man zwei Aussagen aus den Jahren 1929 und 1933, so weckte es den Anschein, dass die Regionale Geographie sich endgültig als Kerngebiet der Geographie etabliert hatte. (vgl. BLOTEVOGEL 1996) Die erste Aussage aus dem Jahr 1929 von dem österreichischen Wissenschaftstheoretiker Viktor Kraft beinhaltet, dass, wenn man alle Zweige der allgemeinen Geographie zu selbständigen Disziplinen erklären würde, nur die Länderkunde als eigentliche Geographie übrig bleiben würde. (vgl. KRAFT 1929) Der deutsche Geograph Hermann Lautensbach tätigte 1933 die Aussage, dass die Geographen sich größtenteils darüber einig seien, dass die Länderkunde das Kerngebiet der Geographie darstelle. (vgl. LAUTENSACH 1933) Verdeutlicht wurden diese Aussagen von Ernst PLEWE 1952, in dem er die Geographie als „Raumwissenschaft“ und die Regionale Geographie als deren Kern definierte. Allerdings gerieten diese Auffassungen und Aussagen in den folgenden Jahrzehnten in Kritik und eine große Debatte folgte.
Diese Diskussion um die Regionale Geographie, die auch als Landes- und Länderkunde bezeichnet wird, möchte ich in der folgenden Hausarbeit näher erläutern. Im ersten Teil meiner Hausarbeit werde ich auf die Entwicklung und die aktuelle Situation der Regionalen Geographie eingehen. Im Weiteren werde ich den Ansatz von Annsi PAASI näher erläutern. Anschließend werde ich auf drei verschiedene Ansätze zur „New Regional Geography“, die von dem Geographen Gerald WOOD zusammengefasst wurden, näher eingehen. Weiter werde ich die Studien „Locality Studies“, die aus einem englischen Forschungsprojekt entstanden, vorstellen. Zum Ende meiner Hausarbeit werde ich ein Fazit ziehen.
2. Entwicklung und Situation der Regionalen Geographie
Wie bereits in der Einleitung erwähnt, geriet die Auffassung, die Regionale Geographie als Kern der Geographie zu sehen, in den sechziger und siebziger Jahren in starke Kritik. Im angloamerikanischen Raum wurde die Debatte über die allgemeine Konzeption der Geographie bereits in den fünfziger Jahren entzündet und Mitte der sechziger Jahre zum Nachteil der Regionalen Geographie entschieden. Durch den Kieler Geographentag im Jahr 1969 wurde im westlichen Deutschland die Landes- und Länderkunde kritisch reflektiert und hinterfragt. In der damaligen Deutschen Demokratischen Republik (DDR) unterblieb allerdings damals diese Begutachtung und Hinterfragung der Regionalen Geographie, da
3
bereits in den fünfziger Jahren die Länderkunde zu einer veralteten und hinfälligen bürgerlichen Wissenschaft erklärt wurde. (vgl. BLOTEVOGEL 1996) Die Kritik betraf vier Punkte:
Die Aufgabe einer Wissenschaft sei es, Theorien zu bilden, um damit empirisch gehaltvolle Erklärungen zu liefern. Einige Wissenschaftler sind der Ansicht, die Landes- und Länderkunde sei unwissenschaftlich, da sie lediglich Fakten sammele und beschreibe und nur die Individualität von Ländern, Regionen und Landschaften zu erfassen versuche. Dieses wissenschaftstheoretische Argument wurde in den sechziger und siebziger Jahren von Vertretern des logischen Empirismus und des kritischen Rationalismus hervorgebracht. Zudem sei die Landes- und Länderkunde gesellschaftlich irrelevant, da sie Fragen der gesellschaftlichen Praxis ausklammere und Wissen weitergäbe, dass für die Gesellschaft von geringem Interesse sei. Betrachtet man dieses Argument allerdings
wissenschaftsgeschichtlich, so ist es nicht voll zutreffend oder sogar falsch. Gerade zwischen den Jahren 1890 und 1930 hatte die Landes- und Länderkunde eine gewichtige gesellschaftliche Funktion in Politik und Bildung. Diese gewichtige Funktion ist allerdings in der Nachkriegszeit und in der Reformperiode zwischen 1967 und 1974 verloren gegangen. Darüber hinaus wurde der geographischen Landes- und Länderkunde Geodeterminismus vorgeworfen. Dieses geschah insbesondere von außergeographischen Kritikern. „Geodeterminismus, häufig auch synonym für Umwelt- oder Naturdeterminismus verwendet, ist ein Sammelbegriff für Ansätze geographischer Forschung, welche die kausale (Vor)Bestimmtheit menschlichen Handelns durch den Raum beziehungsweise die Natur postulieren. Gemäß der Grundthesen des Geodeterminismus sind alle menschlichen Kulturen und Gesellschaften als Ausdrucksformen natürlicher Bedingungen anzusehen und ursächlich auf diese zurückzuführen.“ (WERLEN 2000, S. 383) Und genau so betrachtet die Regionale Geographie nicht nur die Fakten im Raum als Individuum, sondern versucht die kausalen beziehungsweise funktionalen Beziehungen im Raum aufzuzeigen. Schließlich entzündete sich die Kritik an dem verdeckten normativen Gehalt einer der Regionalen Geographie impliziten parochialen Weltsicht (parochial = zur Pfarrei gehörend). Die traditionelle Landes- und Länderkunde ging von einem wohlgeordneten Weltbild aus, in dem die natürlichen und gesellschaftlichen Einheiten räumlich segmentiert sind. Dieses Bild galt für vormoderne Gesellschaften und ist für unser Zeitalter nicht anwendbar, da es die immer wichtiger werdenden räumlichen Verflechtungszusammenhänge wie auch die Konflikthaftigkeit von Raumbildungen überhaupt nicht beinhaltet. (vgl. BLOTEVOGEL 1996)
4
Arbeit zitieren:
Jörn Rickert, 2008, Diskussion um eine 'Neue Regionale Geographie', München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Formatvorlage (Microsoft Word) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Ha...
Für MS Word 2003 - Update 2010
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Formatvorlage (OpenOffice) für eine Diplomarbeit, Masterarbeit, Hausar...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 35 Seiten
Formatvorlage / Vorlage zur Erstellung einer Diplomarbeit, Bachelorarb...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 15 Seiten
Formatvorlage / Vorlage für eine Diplomarbeit / Hausarbeit
Für MS Word 2007 - dotx
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 25 Seiten
Anleitung zum Erstellen schriftlicher Arbeiten: Der Aufbau einer wisse...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 20 Seiten
Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Hausarbeit, 14 Seiten
Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens
Bibliografieren - Reden - Schr...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Skript, 46 Seiten
Ratgeber zur Erstellung wissenschaftlicher Arbeiten. Diplomarbeiten - ...
Vorlagen, Muster, Formulare, Infobroschüren
Ausarbeitung, 39 Seiten
Jörn Rickert's Text Diskussion um eine 'Neue Regionale Geographie' ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Jörn Rickert hat den Text Diskussion um eine 'Neue Regionale Geographie' veröffentlicht
Jörn Rickert hat einen neuen Text hochgeladen
Hochschule und Schule in der internationalen Diskussion
Chancen und Risiken neuer Entw...
Olga Graumann, Mikhail Pevzner, Margitta Rudolph, Irena Diel
Abschlussprüfung Englisch. English G 21. 10. Schuljahr. Regionale Schu...
Arbeitsheft mit Lösungsheft un...
David Christie, Chris Caridia
Regionale Schule 2012 Englisch. Mittlere Reife. Mecklenburg-Vorpommern
Abschluss-Prüfungsaufgaben mit...
Unterrichtspraxis S II Geographie 1. Regionale Disparitäten
Arno Kreus, Norbert von der Ruhren, Ulrich Brameier, Hanns-Joachim Kolb
0 Kommentare