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Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis 1
1. Einleitung 2
1.1. Abstrakt. 2
1.2. Themenmotivation. 2
1.3. Aufbau der Studienarbeit. 3
2. Hintergrund 4
2.1. Theorien des soziologischen Wandels 4
2.2. Systemtheorie 6
3. Habermas Theorie der Gesellschaft. 9
3.1. Grundlagen und Annahmen 9
3.2. Wandel in Habermas Theorie. 10
4. Luhmanns Systemtheorie. 11
4.1. Grundlagen und Annahmen 11
4.2. Wandel in Luhmanns Systemtheorie 13
5. Kritischer Diskurs 15
6. Zusammenfassung. 18
7. Literaturverzeichnis 19
1. Einleitung
Ein Kernpunkt der Soziologie ist die Analyse des sozialen Wandels. Verschiedene aktuelle Sozial- und Gesellschaftstheorien versuchen dabei die Ursachen und Wirkungszusammenhänge dieser Veränderungen zu modellieren. Verschiedene Theorien unterscheiden sich dabei signifikant in Methodik und Aussage der Modelle.
Diese Modelle helfen nicht nur aktuelles Geschehen besser zu verstehen (indem sie Wirkungszusammenhänge illustrieren). In vielen Fällen geben sie auch langfristig einen Eindruck, welche Faktoren diesen Wandel verstärken oder abschwächen.
1.1. Abstrakt
Der Ansatz der Studienarbeit im Kontext des sozialen Wandels umfasst die exemplarische Gegenüberstellung von zwei ausgewählten Theorien: Luhmanns Systemtheorie [Luhmann, 1987] und Habermas Theorie [Habermas, 1981] der Gesellschaft. Da beide Theorien auf der klassischen soziologischen Systemtheorie (basierend auf Parsons) aufbauen gibt die Studienarbeit dafür zunächst einen Überblick über verschiedene Theorieansätze des soziologischen Wandels. Um die Zusammenhänge der Systemtheorie besser zu verstehen wird dann die allgemeine und im Speziellen auch die soziologische Systemtheorie vorgestellt. Ausgehend von dieser Einleitung werden die beiden Theorien von Habermas und Luhmann im Detail dargestellt. Diese Darstellung beinhaltet die Grundlage der Theorien sowie deren Erklärung von soziologischem Wandel. Jener Wandel ist Kernpunkt des darauf folgenden kritischen Diskurses, bei dem die modellhaften Wirkungsweisen gegenübergestellt werden.
1.2. Themenmotivation
Die Theorien des sozialen Wandels sind darauf ausgelegt, Neuerungen und Wandlungsprozesse zu erklären. Als solches verfolgen sie das anspruchsvolle Ziel auch über lange Zeiträume hinweg durch ihre Modellierung präzise, reale Sachverhalte wiederzuspiegeln. Im Zuge der Modellierung erhebt keine der Theorien den Anspruch allein gültig zu sein. So ist Wandel immer multi-kausal bedingt. Dennoch hilft
eine modellhafte Illustration von Wandlungsprozessen, um Ursache und Wirkungsmechanismen zu simplifizieren und infolgedessen besser zu verstehen.
Motivation hinter einem Vergleich zweier moderner soziologischer Theorien des Wandels ist die Analyse der Fähigkeit dieser Modelle anhaltende Wandelsprozesse zu erklären. Die hintergründige Zielfrage der Arbeit ist deshalb ein Vergleich der Modellierung und der konzeptionellen Betrachtung von soziologischen Wandlung, zwischen zwei ausgewählten theoretischen Ansätzen.
1.3. Aufbau der Studienarbeit
Die Arbeit strukturiert sich wie folgt:
Kapitel 2 gibt einen Überblick über die Hintergrundinformationen. Dies bezüglich werden soziale Theorien des Wandels im Allgemeinen vorgestellt. Des weiteren wird ein kurzer, exemplarischer Blick in die Systemtheorie (zunächst allgemein, danach die speziell soziologische Systemtheorie) gegeben.
Kapitel 3 stellt Habermas Theorie der Gesellschaft vor. Dabei wird zunächst auf die formalen Eigenschaften eingegangen. Anschließend wird ein kontextueller Bezug auf Wandelsprozesse genommen. Kapitel 4 stellt danach Luhmanns Systemtheorie vor und geht dabei analog zu Kapitel 3 vor.
Kapitel 5 beinhaltet einen kritischen Diskurs, in dem die wesentlichen Punkte der beiden Theorien in Bezug auf ihre Fähigkeit, Prozesse des Wandels in der Gesellschaft akkurat zu modellieren, analysiert und gegenüber gestellt werden.
Kapitel 6 fasst die wesentlichen Argumente des kritischen Diskurses zusammen und gibt Anregungen für künftige Forschungsmöglichkeiten.
2. Hintergrund
Die Beschreibung von sozialem Wandel in der Gesellschaft ist einer der wesentlichen Forschungsinhalte der Soziologie, denn jener Wandel steht in einer engen Interdependenz mit den moralischen und ethischen Grundvorstellungen, den Handlungsmöglichkeiten und den
Interaktionsformen der Individuen einer Gesellschaft. Dementsprechend beschreibt die Wandlungstheorie ein Forschungsfeld mit interdisziplinärem Charakter. Dieses reicht von philosophischen Grundüberlegungen bezüglich des Sinns hinter den Interaktionen über psychologische Ansätze zur Handlungsintention bis hin zu naturwissenschaftlichen Modellen aus der VWL und BWL, die anhand von gegebenen Modellannahmen die Handlungsentscheidungen eines Subjekts (bis hin zu ganzen Staaten) zu simulieren versuchen. In diesem interdisziplinären Spannungsfeld kristallisiert sich seitens der Geisteswissenschaften eine rege Diskussion über die Modellierung von sozialem Wandel heraus. Dabei sind die Ansätze, ihre beschriebenen Wirkungsketten und die Aussagen deutlich disjunkt. Durch die hohe Komplexität der Wechselwirkungen in unserer Umgebung ist eine vollständige Modellierung deshalb ausgeschlossen. Eine Verdeutlichung dieser Grenze der Modellierung gibt die Heisenberg’sche Unschärferelation (Heisenberg, 1930): „Je genauer wir den Ort eines Teilchens messen, desto weniger wissen wir über seine Geschwindigkeit und umgekehrt (praktisch relevant ist das nur bei sehr, sehr kleinen Teilchen)“. Innerhalb dieses Kapitels wird deshalb eine Übersicht über die Reichweite gängiger Theorien gegeben. Anschließend wird vertiefend auf die Systemtheorie eingegangen, die den interdisziplinären Charakter deutlich reflektiert. Diese wird erst allgemein und dann spezifisch mit dem Fokus auf die soziologische Systemtheorie vorgestellt.
2.1. Theorien des soziologischen Wandels
Ein wesentlicher Inhalt der Soziologie ist die Beschreibung von Interaktionsformen zwischen den Mitgliedern einer Gesellschaft. Über den zeitlichen Verlauf bleiben diese selten konstant. Ein Beispiel für einen solchen Wandel sind technologische Entwicklungen, die das Verhalten der Gesellschaftsmitglieder nachhaltig beeinflussen. Bezogen auf den
konkreten Fall der Kommunikation bieten neue Medien komplett andere Kommunikationsformen, als sie z.B. vor 200 Jahren verfügbar waren. Die Änderungen dieser Interaktion nimmt im Evolutionsprozess einen zentralen Platz ein, denn durch Änderungen verschieben sich soziale Gefüge, Werte und Normen innerhalb einer Gesellschaft.
Um dieser Stellung auch wissenschaftlich gerecht zu werden, beschäftigt sich die Soziologie seit langem intensiv mit der Analyse der Wandlungsprozesse. Dabei unterscheiden sich die verschiedenen Theorien im Wesentlichen in den Aussagen über Ursache-Wirkungsprinzipien und Abläufe des Wandels.
Eine dieser Theorien ist in Etzioni (1975) beschrieben. Etzionis Theorie orientiert sich an einer zielgerichteten Strategie für den Wandel einer Gesellschaft. Dabei sieht er den Staat in der Lage, die Wissensgesellschaft entsprechend zu lenken.
Habermas (1981) folgt dem systemtheoretischen Aufbau bei der die Gesellschaft in Systeme (und Subsysteme) aufgeteilt werden kann, welche einander bedingen und als Resultat von bestehenden Spannungsfeldern Innovationsanreize entstehen. Dabei sind seiner Theorie nach technischer Fortschritt und soziale Lernprozesse die beiden wesentlichen Treiber. Luhmann (1987) betrachtet in seiner Modellierung ebenfalls einen systemtheoretischen Aufbau, fokussiert sich allerdings auf die Systeme (und weniger auf ihre Subsysteme). Wandel wird als epochal beschrieben, ist geschichtlich trennscharf abgrenzbar und folgt der Entweder/Oder-Logik. Übergänge zwischen den beiden Epochen sind nach Habermas trennscharf und Ereignisse können nur Mitglied einer der beiden sein. Giddens (1992) stellt den sozialen Wandel als eine vergleichende, offen zu analysierende Veränderung von Strukturprinzipien dar. Auch er benutzt die zeitliche Abgrenzung, allerdings in Form von Episoden, die weiterhin feiner in Episoden von Episoden aufgeteilt werden können. Antrieb für Wandel ist seiner These nach technologische Weiterentwicklung, die er als „neue Praktiken“ konzeptionalisiert.
Die Theorie von Baumann (1995) basiert auf Ethik und Moral der Moderne (ausgehend vom Holocaust). Baumann bezieht sich auf den Zeitraum nach dem zweiten Weltkrieg. Dabei beschreibt er Wandel durch eine Veränderung, die weniger stark modelliert als vielmehr beschrieben wird.
Arbeit zitieren:
Dr. Tobias Fritsch, 2009, Theorien des soziologischen Wandels, München, GRIN Verlag GmbH
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am Thursday, December 24, 2009-