II
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis VI
Tabellenverzeichnis. VIII
Abk ürzungsverzeichnis. IX
1 Einleitung 1
1.1 Problemstellung und Motivation. 2
1.2 Zielsetzung 2
1.3 Aufbau der Arbeit. 3
2 Einsatz des E-Learning in der universitären Lehre. 4
2.1 Begriff des E-Learning. 4
2.2 Formen und Methoden 4
2.3 Bedeutung, Nutzen und Probleme des E-Learning 8
3 Auktionstheorie 10
3.1 Auktionen als Lösungsverfahren zur Verhandlung bei beidseitig-fixiertem
Gebotsverhalten 10
3.2 Begriff der Auktion 12
3.3 Auktionen vs. Lizitationen 13
3.4 Teilnehmer einer Auktion und ihre möglichen Rollen. 14
3.5 Statische und dynamische Bayes-Spiele 15
3.6 Auktionsmodelle 16
3.6.1 Privatwert-Modell 16
3.6.2 Gemeinwert-Modell 17
3.6.3 Milgrom-Weber-Modell. 17
4 Klassische Auktionsverfahren. 20
4.1 Teilnehmer, zugehörige Rollen und der Auktionsgegenstand in klassischen
Auktionsverfahren 20
4.2 First-Price Auktionen 20
4.2.1 Holländische Auktion. 21
4.2.1.1 Charakteristische Merkmale der Auktionsart. 21
4.2.1.1.1 Verhandlungsgegenstand und -variablen 21
4.2.1.1.2 Verhandlungsprotokoll und Ablauf. 21
4.2.1.2 Stärken und Schwächen der Holländischen Auktion 23
4.2.1.3 Realisierbarkeit der Holländischen Auktion über elektronische Netze 23
III
4.2.1.4 Lernpotenziale und deren Umsetzung. 24
4.2.2 Einschreibung (First-Price Sealed-Bid) 24
4.2.2.1 Charakteristische Merkmale der Auktionsart. 24
4.2.2.1.1 Verhandlungsgegenstand und -variablen 24
4.2.2.1.2 Verhandlungsprotokoll und Ablauf. 25
4.2.2.2 Stärken und Schwächen der Einschreibung 26
4.2.2.3 Realisierbarkeit der Einschreibung über elektronische Netze. 27
4.2.2.4 Lernpotenziale und deren Umsetzung. 28
4.3 Second-Price Auktionen. 28
4.3.1 Englische Auktion 29
4.3.1.1 Charakteristische Merkmale der Auktionsart. 29
4.3.1.1.1 Verhandlungsgegenstand und -variablen 29
4.3.1.1.2 Verhandlungsprotokoll und Ablauf. 29
4.3.1.2 Stärken und Schwächen der Englischen Auktion 31
4.3.1.3 Realisierbarkeit der Englischen Auktion über elektronische Netze. 32
4.3.1.4 Lernpotenziale und deren Umsetzung. 33
4.3.2 Vickrey-Auktionen (Second-Price Sealed-Bid) 33
4.3.2.1 Charakteristische Merkmale der Auktionsart. 33
4.3.2.1.1 Verhandlungsgegenstand und -variablen 34
4.3.2.1.2 Verhandlungsprotokoll und Ablauf. 34
4.3.2.2 Stärken und Schwächen der Vickrey-Auktion 34
4.3.2.3 Realisierbarkeit der Vickrey-Auktion über elektronische Netze 35
4.3.2.4 Lernpotenziale und deren Umsetzung. 35
4.4 Auftreten des „Winner’s Curse“ im Bereich der klassischen Auktionsverfahren 35
4.4.1 Ursachen und Konsequenzen 36
4.4.2 Lernpotenziale und deren Umsetzung. 37
5 Weitere Auktionsverfahren. 38
5.1 Simultane und sequentielle Mehreinheitenauktionen 38
5.1.1 Charakteristische Merkmale der Auktionsart. 38
5.1.1.1 Verhandlungsgegenstand und -variablen 38
5.1.1.2 Verhandlungsprotokoll und Ablauf. 39
5.1.2 Stärken und Schwächen der Mehreinheitenauktion 40
5.1.3 Realisierbarkeit der Mehreinheitenauktion über elektronische Netze 40
5.1.4 Lernpotenziale und deren Umsetzung 41
IV
5.2 Offene und verdeckte Doppelauktionen. 41
5.2.1 Charakteristische Merkmale der Auktionsart. 42
5.2.1.1 Teilnehmer und Rollen. 42
5.2.1.2 Verhandlungsgegenstand und -variablen. 42
5.2.1.3 Verhandlungsprotokoll und Ablauf. 43
5.2.2 Stärken und Schwächen der Doppelauktion. 44
5.2.3 Realisierbarkeit der Doppelauktion über elektronische Netze 45
5.2.4 Lernpotenziale und deren Umsetzung. 46
6 Zusammenfassung und Vergleich der behandelten Auktionsverfahren. 47
7 Simulation von Auktionen 52
7.1 Simulation der Versteigerungsmechanismen 53
7.2 Maschinelle Gegenspieler als Teilnehmer einer Auktion 57
7.3 Restriktionen des zugrunde gelegten Simulationsmodells und zugehörige
L ösungsansätze. 57
8 Fachkonzeptentwurf der Simulationsumgebung 61
8.1 Prototypische Entwicklung und ihre ergebnisorientierte Darstellung. 61
8.2 Anforderungsanalyse und -definition 63
8.2.1 Unterstützte Funktionen und ihr Beitrag für den Nutzer. 63
8.2.2 Voraussetzungen der Verfahrensumgebung. 66
8.2.3 Anforderung an die Systemumgebung und eingesetzte Basismaschinen 67
8.2.4 Eingesetzte Entwicklungsumgebung. 68
8.3 Darstellung des objektorientierten Fachkonzeptentwurfs 69
9 Softwaretechnische Ebene der Entwicklung der Simulationsumgebung. 77
9.1 Eingesetzte Entwicklungsplattform. 77
9.2 Architektur der Simulationssoftware 78
9.2.1 Komponenten, Klassen und Packages. 79
9.2.1.1 Grafische Darstellung und Präsentation. 79
9.2.1.2 Anwendungslogik. 80
9.2.1.3 Logikschicht im Bereich des computerisierten Anwenders 86
9.2.2 Definierte Schnittstellen. 89
9.2.3 Speicherstrukturen und Datenhaltung zur Sicherung der Persistenz 97
9.3 Realisierung und Implementierung der spezifizierten Komponenten und ihre
Integration zum Gesamtsystem 99
9.4 Dokumentation 101
V
9.4.1 Informationen und Hilfestellung zum Gebrauch der Simulationsumgebung. 101
9.4.2 Integration der zu vermittelnden Auktionstheorie 102
10 Abschließende Praxistests und Evaluation der Nutzerakzeptanz 104
11 Zusammenfassung, Resümee und Ausblick. 106
Literaturverzeichnis. 107
Anhang A: Beschreibung aller Klassen und ihrer Funktionen. 114
Anhang B: Feinspezifikation des Datenbankschemas 120
Anhang C: Installationsanleitung und Start der Simulationsumgebung 123
VI
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Entwicklung von Festpreisverfahren und dynamischen Verfahren im Vergleich
BiWe00
Abbildung 2: Analyseeigenschaften von E-Learning-Formen (nach Küpp05, S.38 )
Abbildung 3: Marktorganisationstypen und Preisbildungsmechanismen auf elektronischen
M ärkten Voi 03, S.42
Abbildung 4: Der Auktionsmechanismus als Lösungsverfahren zur Ressourcenallokation und
Preisbestimmung (vgl. FeSi01, S.89f )
Abbildung 5: Verhandlungssituation der Auktion
Abbildung 6: Verhandlungssituation der Lizitation.
Abbildung 7: Verhandlungsprotokoll der Holländischen Auktion
Abbildung 8: Verhandlungsprotokoll der Einschreibung (First-Price-Sealed-Bid)
Abbildung 9: Verhandlungsprotokoll der Englischen Auktion.
Abbildung 10: Matching innerhalb einer offenen Doppelauktion
Abbildung 11: Treppenfunktion zur Ermittlung der umgesetzten Menge
Abbildung 12: Schematische Darstellung des modellgestützten Problemlösens Fers79,
Abbildung 13: Modell FeSi01, S.121
Abbildung 14: Spezifikation einer Verhandlungsvariablen bei Sealed-Bid Auktionen
Abbildung 15: Gewichtung einzelner Verhandlungsvariablen bei einer Sealed-Bid Auktion
Abbildung 16: Ermittlung der aktuellen Zeit eines Zeit-Servers vgl. TaSt03, S.284f
Abbildung 17: Phasen und Lebenszyklus des Prototyping (vgl. PoBl96, S. 25 )
Abbildung 18: Konzept der mehrstufigen Nutzer-/Basismaschine.
Abbildung 19: Aktivitätsdiagramm der grundlegenden Nutzerfunktionen.
Abbildung 20: Aktivitätsdiagramm des Erstellens von Auktionen.
Abbildung 21: Aktivitätsdiagramm zur Suche nach Auktionen
Abbildung 22:Wichtige Objektklassen der Simulationsumgebung
Abbildung 23: Nutzung von Stubs und Skeletons zur Kommunikation in verteilten Systemen
Abbildung 24: Schichtenarchitektur der Simulationsumgebung
Abbildung 25: Einteilung der Simulationsumgebung in Pakete
Abbildung 26: Screenshot der graphischen Nutzeroberfläche.
Abbildung 27: Strukturhierachie der Darstellung mit Panels
VII
Abbildung 28: Sequenzdiagramm des Szenarios "Auktion einstellen"
Abbildung 29: Ermittlung der umgesetzten Menge und des Preises in einer verdeckten
Doppelauktion
Abbildung 30: Graphische Darstellung des Erfolges und der Wirtschaftlichkeit.
Abbildung 31: Schwellenwertfunktion eines Agenten zur Bestimmung der Gebotsabgabe im
Rahmen einer Englischen Auktion.
Abbildung 32: Schwellenwertfunktion eines Agenten zur Bestimmung der Gebotsabgabe im
Rahmen einer Holländischen Auktion
Abbildung 33: Der Einsatz von Agenten im Bereich der Englischen Auktion.
Abbildung 34: Login-Methoden zur Nutzerauthentifizierung
Abbildung 35: Nutzerauthentifizierung und -autorisierung mit ClearCampus.
Abbildung 36: Nutzerauthentifizierung und -autorisierung mit Moodle
Abbildung 37: Client- und serverseitige Kommunikationskomponenten.
Abbildung 38: Einsatz des Observer-Patterns zur Aktualisierung von Auktionen.
Abbildung 39: Einlesen von Standardfällen mittels XML-Dokumenten.
Abbildung 40: Grobstruktur des relationalen Datenbankschemas der Simulationsumgebung
Abbildung 41: Die Hilfeanwendung der Simulationsumgebung
Abbildung 42: Ablauf von Fehlertests Somm01, S 449
VIII
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Charakterisierende Eigenschaften der behandelten Auktionsarten im Vergleich... 51 Tabelle 2: Angebotene Verhandlungsparameter je Auktionsart .............................................. 71 Tabelle 3: Die Kennzahl "Erfolg" im Kontext unterschiedlicher Auktionsarten..................... 84 Tabelle 4: Die Kennzahl "Wirtschaftlichkeit" im Kontext unterschiedlicher Auktionsarten .. 86
IX
Abkürzungsverzeichnis
AVM Affiliated Values Model AwS Anwendungssystem B2B Business-to-Business B2C Business-to-Consumer B2G Business-to-Government C2C Consumer-to-Consumer CBT Computer Based Training CVM Common Value Model DA Dutch Auction EA English Auction FPSB First-Price Sealed-Bid G2B Government-to-Business GPL General Public License JDBC Java Database Connectivity LCMS Learning Content Management System LMS Learning Management System MVC Model-View-Controller-Pattern PVM Private Value Model RMI Remote Method Invocating SPSB Second-Price Sealed-Bid UML Unified Modelling Language WBT Web Based Training
Einleitung 1
1 Einleitung
Die ständige und zunehmende Weiterentwicklung der Informations- und Kommunikationstechnologie verändert eine Gesellschaft in all ihren Bereichen von Grund auf. War es vor Jahren oftmals schwierig und aufwändig Verhandlungen im öffentlichen, privaten oder geschäftlichen Bereich zu führen, um ein für alle Parteien zufrieden stellendes Ergebnis zu erreichen, kann heutzutage auch bei bestehender Orts- oder Zeitasynchronität der Verhandlungspartner ein Abstimmungsprozess vereinfacht und übersichtlich gestaltet werden. Steigende Verarbeitungs- und Übermittlungsgeschwindigkeiten bzw. -durchsätze für Daten und Informationen ermöglichen eine detailliertere Abstimmung quasi in Echtzeit. Galt es früher notwendige Informationen den Beteiligten per Brief oder Fax zur Verfügung zu stellen, genügt mittlerweile für den weltweiten Versand von Nachrichten ein einziger Mausklick. Durch diese Möglichkeiten wurden bestehende Verhandlungsformen neu entdeckt und erhielten eine völlig andere Gewichtung. Insbesondere im Bereich des E-Commerce, der elektronisch unterstützten Verhandlungsformen über private und öffentliche Computernetzwerke [HeSa01, S.16], erfreuen sich dynamische Preisbildungsverfahren, zu denen auch Auktionen gehören, großer Beliebtheit und gewinnen neben sogenannten Festpreisverfahren immer mehr an Bedeutung (siehe Abbildung 1).
Es darf jedoch nicht übersehen werden, dass sich die Popularität von Auktionen nicht ausschließlich auf den Business-to-Consumer (B2C) - oder Consumer-to-Consumer (C2C) - Bereich erstreckt.
Einleitung 2
1.1 Problemstellung und Motivation
Der Begriff „Auktion“ wird von vielen Personen nur mit Online-Marktplätzen wie beispielsweise eBay assoziiert. Dabei werden allerdings wichtige Business-to-Business (B2B) - Marktplätze wie SupplyOn, dem europäischen Handelsplatz für Automobilzulieferer, auf dem hunderttausende Transaktionen zwischen Unternehmen pro Monat abgewickelt werden [SupplyOn1], vergessen. Im Börsenwesen werden seit jeher Aktien und Wertpapiere im Auktionsverfahren versteigert, aber auch Verhandlungen mit bzw. zwischen staatlichen Institutionen werden in Zukunft sicherlich verstärkt elektronisch durchgeführt werden. Auktionen besitzen unterschiedlichste Facetten und Varianten und sind theoretisch nur schwer zu vermitteln. In der universitären Lehre bleibt auch oftmals zu wenig Zeit, um Lehrstoff in dem Umfang aufzubereiten, der für die Beschreibung und Erklärung aller Details notwendig wäre. Da ein grundlegendes Verständnis des theoretischen Stoffes nur dann entsteht, wenn dieser einmal praktisch vollzogen wird, bedient man sich nach Möglichkeit entsprechender Software. Im Bereich der Auktionstheorie ist momentan aber leider keine Software verfügbar, die alle Auktionsarten umfassend abbildet und dem Benutzer einen ganzheitlichen Einblick in diese Materie verschaffen kann.
1.2 Zielsetzung
Ziel dieser Arbeit soll einerseits der Entwurf einer Simulationssoftware sein, welche diese Lücke (teilweise) schließt und die theoretischen Erkenntnisse dem Nutzer praktisch und plastisch näher bringt. So gilt es den in der Lehre vermittelten Stoff vertiefend darzustellen und dem Lernenden interaktiv und multimedial zu präsentieren. Die wichtigsten Eigenschaften der simulierten Auktionsarten müssen hierbei herausgearbeitet werden und sollen miteinander vergleichbar sein.
Bei der Realisierung gilt es vor allem zu beachten, dass Anwendungssoftware, welche im Bereich der universitären oder schulischen Lehre eingesetzt wird, das sie einschließende Umfeld nicht außen vorlassen darf. Insbesondere im E-Learning wird sie in der Regel im Kontext eines E-Learning-Management-Systems eingesetzt und sollte dessen Grundfunktionen, wie z.B. Nutzerauthenfizierung oder Kommunikationsmöglichkeiten, verwenden. Die zu entwickelnde Simulationsumgebung soll eine Interaktion zwischen den beteiligten Anwendern ermöglichen, weshalb potenzielle technische Lösungen untereinander und mit dem im Einsatz befindlichen E-Learning-Management-System abzugleichen und hinsichtlich ihrer Realisationsmöglichkeiten zu bewerten sind.
Einleitung 3
1.3 Aufbau der Arbeit
Nach einem anfänglichen Überblick über das Thema E-Learning mit all seinen Ausprägungen, werden diese Formen kurz gegenüber gestellt. Da abzusehen ist, dass E-Learning in den folgenden Jahren mit den sich stetig weiterentwickelnden Technologien einen weitere Verbreitung zu verzeichnen haben wird, stellt sich die Frage, worin der zugehörige Nutzen liegen kann und welche Bedeutung das elektronisch unterstützte Lernen sowohl in Schul- als auch Berufswelt hat und zukünftig haben wird.
Für den Entwurf und die Konzeption einer Simulationssoftware ist es unabdingbar die darin abgebildete Theorie bis ins Detail zu erfassen und in die Simulation einfließen zu lassen. Nach einer Einordnung der Auktionstheorie in die allgemeine Verhandlungsthematik soll aus diesem Grund in einem nächsten Schritt ein Überblick sowohl über die klassischen als auch weitere spezielle Auktionstypen gegeben werden. Sämtliche Arten werden hierbei anhand der Ausprägungen ihrer charakteristischen Eigenschaften verglichen, um zum einen Gemeinsamkeiten, zum anderen auch Unterschiede herauszuarbeiten. Im Bereich der Auktionstheorie ist meist das Verhalten der beteiligten Personen von großem Interesse. Einige beobachtbare Verhaltensreaktionen bei den verschiedenen Auktionsarten sollen in dieser Arbeit ebenso kurz untersucht werden.
Simulationsverfahren verwenden zur Darstellung der Realität ein ausgewähltes Modellsystem, dessen Restriktionen aufgezeigt und zugehörige Lösungsansätze zur Beseitigung dieser Nachteile dargelegt werden sollen. Bei der Realisierung der Simulationsumgebung werden nicht nur menschliche Spieler, sondern auch Softwareagenten zur Verwendung kommen, was neben der Simulation eines Auktionsverfahrens auch die Nachbildung menschlichen Verhaltens aus dem Bereich der Agententheorie erfordert.
Daneben existieren weitere Anforderungen und Vorgaben, die es bei der Konzeption zu beachten galt. Es handelt sich einerseits um zu unterstützende Funktionen auf Seiten des Nutzers bzw. des Administrators, andererseits um einzusetzende Programmiersprachen und die technische Einsatzumgebung. Die Entwicklung der Simulationsumgebung ist in einer prototypischen Vorgehensweise vollzogen worden, weshalb die Darstellung des finalen Prototyps hier lediglich in einer ergebnisorientierten Art erfolgen wird. Vor dem Übergang der einsatzbereiten Anwendungssoftware in den Wirkbetrieb sind durchzuführende Praxistests wichtig. Diese sollen Schwachstellen und Fehler aufdecken, die im späteren Einsatz vermieden werden können. Auch werden dabei Kritikpunkte angesprochen, die es in einer eventuell folgenden Überarbeitung der Software zu beseitigen gilt.
Einsatz des E-Learning in der universitären Lehre 4
2 Einsatz des E-Learning in der universitären Lehre
Nicht nur im E-Commerce, ebenfalls in der traditionellen Aus- und Weiterbildung von Schülern, Studenten und sonstigen Lernenden hat die Entwicklung leistungsfähigerer Technologien, insbesondere des Internets, in den letzten Jahren und Jahrzehnten zu einem Umbruch bei den angewandten Lernmethoden geführt. Hatte sich der Fernunterricht für Sprachen und bestimmte Berufsfelder in der Vergangenheit bereits etabliert, lassen sich mit schnellen, durchsatzstarken und zuverlässigen Weitverkehrsnetzwerken und
Kommunikationstechniken neue Lernformen realisieren.
2.1 Begriff des E-Learning
Eine dieser Lernformen ist das E-Learning, welches zunächst in allgemeiner Definition als „Unterstützung von Lernprozessen mittels elektronischer Medien“ [HäZi04, S. 6] verstanden werden kann. Der Unterricht erfolgt hierbei zum einen durch die Distribution digitaler Lernmaterialien, zum anderen über die Kommunikation zwischen den Lernenden und/oder Lehrenden mittels elektronischer Nachrichtenkanäle.
Der Rolle des Lernenden kommt eine ganz neue Bedeutung hinzu. Ist dieser in früherer Zeit nur eine passive Komponente gewesen, welcher der zu vermittelnde Stoff präsentiert worden ist, kann der Lernende heutzutage interaktiv am Lernprozess teilnehmen und diesen eigenverantwortlich steuern sowie aktiv gestalten [Ehle04, S. 34].
2.2 Formen und Methoden
E-Learning tritt in mehreren Varianten auf. Eine Unterscheidung der verschiedenen Formen ergibt sich grundsätzlich auf Basis des verwendeten Mediums bzw. der in Anspruch genommenen Kommunikationstechnologie. Anschließend lassen sich die so differenzierten Ausformungen anhand mehrerer Eigenschaften vergleichen. Darunter befinden sich zum einen der Kommunikationszeitbezug (synchron, asynchron), die Kommunikationsbeziehung zwischen Lehrern und Lernenden (1:1, 1:n, m:n), die unterstützten Lernebenen und das Ausmaß der Interaktivität [Küpp05, S. 37].
Folgende Abbildung zeigt die grundlegenden Eigenschaften möglicher E-Learning-Varianten, aufgrund derer sich unterschiedlichste Formen des elektronischen Lernens einordnen lassen.
Abbildung 2: Analyseeigenschaften von E-Learning-Formen (nach [Küpp05, S.38])
Computer Based Training
Computer Based Training (CBT) basiert auf Lernprogrammen, welche meist auf CD-Rom / DVD gespeichert sind, auf den Rechnern der Lernenden ausgeführt werden [Bac+01, S. 289] und von diesen „zeitlich und räumlich flexibel“ [Coen01, S. 42] genutzt werden können. Die bereitgestellte Software vermittelt den Lernenden in der Regel instruktiv den Lehrstoff mittels multimedialer Inhalte (Dokumente, Videos, Animationen) und vertieft ihn. Eine direkte Kommunikation zwischen Nutzer und Lehrer kommt hierbei nicht zustande. Der Lernende bleibt für sich und besitzt nur über Umwege die Möglichkeit den Lehrer zu kontaktieren. CBT ist damit ein deutliches Beispiel einer asynchronen 1:n - Kommunikation und erweist sich vor allem für ein Selbststudium des zu erlernenden Stoff als geeignet.
Web Based Training (Internet-based Training, Online Training)
Eine Weiterentwicklung des CBT stellt das Web Based Training (WBT) dar. Durch Vernetzung der einzelnen Rechner über das Internet, ein Intra- oder Extranet, bietet es dem einzelnen Nutzer die Möglichkeit Lerninhalte von Servern zeitnah abzurufen und über Chat, Foren oder Mail in direktem Kontakt zu einem Lehrer oder anderen Lernern zu treten [Coen01, S. 45f]. Des weiteren können Lehrer dem Nutzer bei Problemen oder Fragen interaktiv Hilfestellung leisten und Lerninhalte jederzeit aktualisiert bereitstellen. Im Vergleich zu CBTs besitzt WBT den Vorteil, dass es in der Regel eine weltweite Verfügbarkeit und hohe Kompatibilität besitzt [Bac+01, S. 302].
Einsatz des E-Learning in der universitären Lehre 6
Virtual Classroom
Lehrer sind bis zur Einführung des E-Learnings gezwungen gewesen den zu vermittelnden Stoff in Form von Präsenzveranstaltungen in Hörsälen oder Klassenräumen dem Lernenden näher zu bringen. Mit Hilfe neuer technischer Möglichkeiten, insbesondere Video- und Audio-Konferenzsystemen, lässt sich dieser Unterricht zeitlich und örtlich trennen. Lernende können sich Unterrichtsstunden per Video- und Audio-Streaming entweder zeitnah oder im Nachhinein anschauen oder per Konferenz live daran teilnehmen [Bac+01, S. 301]. Durch das serverseitige Speichern der erzeugten Video- bzw. Audio-Files kann der Unterricht wiederholt betrachtet und auch schwieriger Stoff repetitiv vom Lerner aufgenommen werden.
Learning Management Systeme
Bei einem Learning Management System (LMS) handelt es sich um eine meist serverseitig angelegte Applikation, welche die Verwaltung und Durchführung von Lernangeboten unterstützt [Ullr05, S. 184] bzw. die Administration und Steuerung des Lernprozesses übernimmt [Bau+04, S. 68]. Statt des Begriffes LMS wird auch häufig die synonyme Bezeichnung „Lernplattform“ verwendet. Neben der Hauptaufgabe, der Bereitstellung des eigentlichen Lernstoffes, bietet ein LMS weitere Zusatzfunktionalitäten an. Diese setzen sich zum einen aus der Nutzer-, Lernangebots- und Rechteverwaltung zusammen, des weiteren hilft ein LMS beim Content Mangement anfallender Dokumente und sonstiger Daten [Ullr05, S. 185f].
In der Literatur erfolgt oftmals eine Trennung zwischen LMS und sog. Learning Content Management Systemen (LCMS) [Zi04, S. 57f]. Die zentralen Funktionen von Content Management Systemen, d.h. die Beschaffung, Erstellung, Publikation und Verwaltung von Inhalten [Bau+04, S. 15], sind fester Bestandteil vieler LMS, so dass ein LMS häufig auch integrierte Autorenwerkzeuge zur Erstellung von Lehrinhalten bzw. -objekten und Metadaten bereitstellt [Bau+04, S. 70f] und sich zu einem LCMS weiterentwickelt. Über die angesprochene Dokumenten- und Inhaltsverwaltung hinaus übernimmt ein LMS die Gestaltung und Steuerung des Workflows des eigentlichen Lernvorganges. Hierzu gehören bspw. eine Termin-, Aufgaben- und Projektplanung für jeden Lerner bzw. Kurs [Ullr05, S. 187f]. Erstere verwaltet sämtliche kursspezifischen, kursübergreifenden oder auch persönlichen Termine eines Nutzers. Die Aufgabenplanung erinnert den Nutzer an noch zu erledigende Aufgaben und Arbeiten, wohingegen die Projektplanung sowohl die Vorbereitung als auch die Durchführung von Projekten beinhaltet. Eine weitere Aufgabe eines LMS besteht in der Überwachung des Lernfortschrittes des einzelnen Nutzers und der Bereitstellung von
Einsatz des E-Learning in der universitären Lehre 7
Möglichkeiten zur Individualisierung der graphischen Oberfläche [Ullr05, S.189]. Die Überprüfung des Lernfortschrittes soll dem Lehrenden einen Einblick in den Kenntnisstand des Lerners geben und dessen Schwachstellen bzw. Ansatzpunkte für Handlungsbedarf aufdecken. Wie bereits erwähnt zeichnet sich E-Learning durch mannigfaltige Kommunikationsformen zwischen den beteiligten Personen aus. Ein LMS besitzt dabei die Aufgabe den Nutzern die für ihre Lernzwecke erforderlichen Kommunikationsarten (E-Mail, Chat, Foren) bereitzustellen und insbesondere als Ansprechpartner für die jeweiligen Kurse zu agieren. Dies bezieht die Kommunikation zwischen Lehrer und Lerner, falls gewünscht natürlich auch die Kommunikation unter den Lernenden mit ein. Zusätzlich zu den bisherigen Bestandteilen enthält jedes LMS Basisfunktionen [Ullr05, S.190f.]. Dazu zählt der Up- und Download von Daten, bspw. Unterrichtsmaterialien und Software. Eine wichtige Basisfunktion stellt die Navigation dar. Durch sie wird dem Nutzer die Struktur der Lerninhalte aufgezeigt, das Durchforsten des Leistungsspektrums des LMS ermöglicht und der Zugriff auf einzelne Leistungseinheiten garantiert.
Simulationssoftware
Meist existieren für die praktische Anwendung und Einübung des vermittelten Wissens keinerlei Gelegenheiten oder der dafür nötige Aufwand wäre zu groß. Simulationssoftware kann als Teil des CBT oder WBT eingesetzt werden, um dem Lerner die Chance zu bieten in Form von modellgestützten Experimenten das Verhalten und die Struktur von Originalsystemen nachzubilden [Nie04, S. 136]. Dabei entstehen ihm nur geringe oder überhaupt keine Kosten und auch der Zeitaufwand wird durch eine geraffte, komprimierte Nachbildung minimiert [Simo06, S. 110]. Der Nutzer kann sein Entscheidungsverhalten und seine strategischen Ausrichtungen trainieren ohne dass er in realen Situationen agieren muss. Bestünde in der Wirklichkeit eine Interaktion mit menschlichen Gegen- oder Mitspielern lässt sich diese in der Simulation durch Softwareagenten nachahmen und somit annähernd realitätsnahe Abläufe erzielen. Bekanntes Szenario für die Verwendung von Simulationsmethoden im Bereich des E-Learning ist der Einsatz von Flugsimulatoren für Trainingszwecke in der Pilotenausbildung [Bra+83, S. 3].
Sonstige Formen
Neben den bereits erwähnten Methoden existieren weitere Formen des E-Learnings. So wurde in früherer Zeit der Versuch unternommen das in den USA erfolgreiche Business TV auch in
Einsatz des E-Learning in der universitären Lehre 8
Deutschland zu etablieren. Bis auf wenige Ausnahmen ist dies jedoch gescheitert und das Geschäftsfernsehen besitzt in der heutigen Zeit wenig bis keinerlei Bedeutung mehr. Zukunftsträchtige Technologien, wie Virtual Reality oder Augmented Reality, verfügen auch im Bereich des E-Learning über große Potenziale. Selbst wenn sie aktuell erst am Anfang ihrer Entwicklung stehen und eine flächendeckende Einführung zumindest noch einige Zeit auf sich warten lassen wird, sollten sie Beachtung finden und ihre Einsatzmöglichkeiten insbesondere für das E-Learning überdacht werden.
2.3 Bedeutung, Nutzen und Probleme des E-Learning
Nicht ohne Grund wurden dem E-Learning in seiner Entstehungsphase große Chancen beigemessen. Im Vergleich zu herkömmlichen traditionellen Lehrmitteln und Unterrichtsverfahren bereichert es diese mit einem zusätzlichen Mehrwert und hat teilweise vollkommen neue Unterrichtsverfahren und -formen entstehen lassen. So erlaubt E-Learning ausgewählten Lehrstoff, der eventuell nur schwer mündlich zu erklären ist, visuell darzustellen und interaktiv zu vermitteln. Komplexe und vielschichtige Sachverhalte können dem Nutzer auf leichtverständliche Weise aufgezeigt und näher gebracht werden [Coen01, S. 66f].
Verfahren und Methoden zum Einüben und Anwenden des Wissens lassen sich durch entsprechende Software einbinden und gestatten dem Nutzer die praktische Anwendung des theoretisch vermittelten, möglicherweise abstrakten Stoffes. Hier lassen sich bspw. Simulations- und Experimentierumgebungen verwenden, die es dem Lerner überlassen eingeübtes Wissen selbständig anzuwenden und eigene Erfahrungen zu sammeln [Laur04, S. 20].
Ferner kann dieser Lernstoff bis zur endgültigen Einverleibung des damit verbundenen Wissens beliebig oft wiederholt werden. Entstehen hierbei Fragen, kann durch die zweiseitige Kommunikation (m:n) zwischen Lehrer und Lerner jeder Nutzer persönlich und individuell unterstützt werden, was bei einer einseitigen Kommunikation (1:n) vom Lehrer zum Lerner nur über Umwege zu verwirklichen wäre. Die Lernenden erhalten die Gelegenheit mit anderen Lernenden innerhalb eines Kurses zu kommunizieren, wodurch sich neuartige Unterrichtsformen, z.B. Gruppenlernen, realisieren lassen.
War Unterricht in seiner frühen Form nur orts- und zeitsynchron möglich, lassen sich mittels E-Learning Ort und Zeit entzerren [Enc+02, S. 24]. Der Lerner kann zu jeder Zeit und wo immer er will den Unterrichtsstoff bearbeiten und das damit verbundene Wissen vermittelt
Einsatz des E-Learning in der universitären Lehre 9
bekommen. Asynchrone Kommunikationsformen wie E-Mail und Foren begünstigen diese Steigerung der Lerntransparenz.
Über Fortschritt und Kenntnisstand des Lerners kann der Lehrende informiert werden, da sämtliche Vorgänge und Aufrufe des Lerners protokolliert und für den Lernenden zur Übersicht aufbereitet werden, sodass auf die Lernentwicklung und den Kenntnisstand des Lerners bei Bedarf individuell reagiert werden kann. Lerner können zudem bei Neuaufruf des E-Learning-Systems beim zuletzt betrachteten Lernschritt ansetzen und weiterarbeiten. Dadurch wird unnötiges Wiederholen des Stoffes verhindert und die Aufmerksamkeit des Nutzers bleibt erhalten.
Im Laufe der Zeit hat sich die anfänglich aufgekommene Euphorie um das E-Learning etwas gelegt [Nie+04, S. 16], dennoch wird es ein fester Bestandteil des universitären Umfeldes und der Berufswelt sein und in den kommenden Jahren durch technische Weiterentwicklungen und eine breitere Nutzerakzeptanz noch an Bedeutung gewinnen. Bis dies jedoch geschehen wird, gilt es vorhandene Probleme und Unzulänglichkeiten auszumerzen bzw. zu minimieren. Es hat sich bis zur heutigen Zeit kein Standard durchsetzen können, vielmehr existieren eine Vielzahl von E-Learning-Systemen nebeneinander [HäZi04, S. 9]. Oftmals unterliegen diese der GNU General Public License (GPL) und sind OpenSource-Software, die kostenlos zur Verfügung gestellt wird und von jedermann weiterentwickelt werden kann [Hil+05, S. 10]. Momentan erweist sich unter anderem das LMS „Moodle“ 1 als populär und erfreut sich zunehmender Beliebtheit.
Viele Lernende besitzen allerdings eine gewisse Hemmschwelle was die Benutzung der für sie neuartigen E-Learning-Software angeht. Eine Unmenge verwendeter Medien und zahlreiche unterschiedliche Formate und technische Anforderungen überfordern vornehmlich Menschen, die über keine oder nur wenig Erfahrung im EDV-Bereich verfügen [Coen01, S. 70]. Hier ist es wichtig nicht ausschließlich die angebotenen Funktionen und Werkzeuge innerhalb des LMS zu erläutern, vielmehr sollte auch eine effektive und effiziente Nutzung derselben gezeigt werden.
1 http://www.moodle.org
Auktionstheorie 10
3 Auktionstheorie
Menschen vollziehen Verhandlungen um gegensätzliche Positionen zu einem für beide Seiten befriedigenden Ergebnis zu bringen. In traditioneller Hinsicht versteht man unter einer Verhandlung eine spezielle Methode der wechselseitigen Kommunikation und sozialen Interaktion, welche sich von anderen Kommunikationsformen durch ihre Ziele, Beziehungen und normativen Verfahren unterscheidet [PuRo92]. Ihr vorrangiges Ziel ist es, eine Übereinkunft zu erreichen, wenn man mit der anderen Seite sowohl gemeinsame als auch gegensätzliche Interessen hat [Schw03, S. 33]. Ausgehend von unterschiedlichen Betrachtungsweisen einer Verhandlung kann sie unter einem prozessualen, ergebnisbezogenen oder situationsbezogenen Blickwinkel beschrieben werden. Die prozessuale Sicht verdeutlicht die zwischen den Parteien stattfindenden „Austauschprozesse von Informationen und im Falle einer Einigung auch von Wirtschaftsgütern und finanziellen Leistungen“ [Voi03, S. 53]. Im Rahmen einer Transaktion und damit der Vereinbarung und Durchführung eines Leistungstransfers bildet die Verhandlung den Hauptteil der Vereinbarungsphase und kann im Ergebnis eine Vereinbarung zwischen den beteiligten Verhandlungspartnern zum Leistungstausch hervorbringen, welcher sich beide verpflichten [Merz02, S. 30]. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass beide Parteien eine Übereinkunft erzielen, die innerhalb ihrer Kontraktzone liegt. Diese spannt den Einigungsbereich auf, welcher sämtliche Verhandlungsergebnisse enthält, die für die beiden Beteiligten akzeptabel erscheinen [Sane97, S. 40f].
Zur Beschreibung eines schrittweisen Verhandlungsablaufes werden häufig sog. Verhandlungsprotokolle eingesetzt. Ein Protokoll als Regelwerk definiert alle möglichen Nachrichten zwischen den Beteiligten, legt die semantische Bedeutung der Mitteilungen fest und spezifiziert die mögliche Nachrichtenabfolge [Tane00, S. 44]. Verhandlungsprotokolle können somit die einzelnen Schritte eines Verhandlungsprozesses grafisch und/oder in Textform darstellen und deren Reihenfolge abbilden.
3.1 Auktionen als Lösungsverfahren zur Verhandlung bei beidseitig-fixiertem Gebotsverhalten
Unterhandlungen bestehen im Allgemeinen aus mehreren Phasen bzw. Teilschritten. Einer anfänglichen Interessensbekundung, in welcher die Parteien ihre Aufmerksamkeit für die Leistung ihres Gegenübers anmelden, folgt in der Regel eine Phase der Güterabwägung und des gegenseitigen Abtastens. Für eine schrittweise Annäherung der beiden Verhandlungspart- ner muss von mindestens einer Partei dabei ein Gebot abgegeben werden. Hier lassen sich
Auktionstheorie 11
verschiedene Formen und Varianten der abgegebenen Gebote erkennen. Grundsätzlich differenziert man zwischen nicht-fixiertem, einseitig-fixiertem und beidseitig-fixiertem Gebotsverhalten [Voi+03, S. 42].
Bei einem unfixierten Gebotsverhalten tritt keine der beteiligten Parteien mit einem verbindlichen Gebot in den Verhandlungsprozess ein. Vielmehr ist in einem iterativen Prozess des Aushandelns dem anderen Partner einen Kompromissvorschlag anzubieten, welchen der andere annehmen, ablehnen oder durch einen weiteren Gegenvorschlag verändern kann. Solche Gebote bilden damit lediglich ein unverbindliches Angebot, das im zeitlichen Verlauf dieser bilateralen Verhandlung verändert oder zurückgezogen werden kann. Tritt einer der beiden Partner aber mit einem festem Gesamtgebot in die Verhandlungsphase ein, übernimmt er die Rolle des Optionsfixierers. Sein Gegenüber, der Optionsnehmer, kann diese Offerte lediglich annehmen oder ablehnen. Es erfolgt kein sich wiederholender Prozess der Verhandlung, so dass bereits nach kurzer Zeit ein Verhandlungsergebnis in Gestalt einer Vereinbarung oder eines Nichtzustandekommens der Vereinbarung vorliegt. Verschiedene Varianten, bspw. durch die teilweise Fixierung einer oder mehrerer Verhandlungsvariablen, finden sich in der Realität.
Für den Fall, dass beide Parteien mit einem festen (Gesamt-) Gebot in die Verhandlungsphase eintreten, unterstellt man ein beidseitig-fixiertes Gebotsverhalten. Alle nachfolgend genannten Auktionsarten sind hier einzuordnen [MeMo05, S. 9].
Ausgehend vom Kriterium des festgestellten Gebotverhaltens lassen sich ebenfalls unterschiedliche Märkte differenzieren. Wird auf diesen Märkten mindestens eine der Transaktionsphasen Anbahnung, Vereinbarung oder Durchführung von Systemen der Telematik unterstützt oder übernommen, kann von einem elektronischen Markt gesprochen werden [Voi+03, S. 189]. Abbildung 3 zeigt eine Übersicht über die Einteilungen elektronischer Märkte und existierende Verhandlungssysteme.
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3.2 Begriff der Auktion
Auktionen stellen seit jeher ein probates Mittel dar, um Leistungen zu veräußern. Sie werden vor allem dann für einen Versteigerer interessant, wenn er die Zahlungsbereitschaft der potentiellen Käufer für den Auktionsgegenstand nicht kennt [Ber+06, S. 227]. Der Begriff „Auktion“ leitet sich vom lateinischen Verb „augere“ ab, was zu deutsch vermehren oder vergrößern bedeutet und somit den Fokus auf den pro Gebotsschritt steigenden Preis richtet. Ein Auktionsverfahren im eigentlichen Sinne ist nach allgemeiner Ansicht „a market institution with an explicit set of rules determining resource allocation and prices on the basis of bids from the market participants“ [McMc87, S. 701]. Es begründet daher einen Mechanismus zur Auswahl des Verhandlungspartners und Ermittlung des Kaufpreises auf Basis der abgegebenen Gebote aller Kaufinteressenten. Verschiedenste Auktionsverfahren besitzen jeweils einen eigenen Mechanismus, um Gewinner und Preis festzulegen. Im Vergleich zu regulären Verhandlungen bilden die klassischen Auktionsarten einen Spezialfall, da bei klassischen Auktionen in ihrer simpelsten Ausprägung nur eine einzige Verhandlungsvariable, der Preis, betrachtet wird und sich der Einigungsprozess im Vergleich zu einer regulären Verhandlung dadurch einfacher gestalten lässt [Schw03, S. 38]. Abbildung 4 verdeutlicht die Aufgabe der Ressourcenallokation und Preisbestimmung und den Auktionsmechanismus als zugehöriges Lösungsverfahren.
Verpflichtung zur Teilnahme Verpflichtung zur Teilnahme
am Auktionsprozess und am Auktionsprozess und
Akzeptanz der Auktionsregeln Akzeptanz der Auktionsregeln
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Aufgabenobjekt ist eine bestimmte Verhandlungssituation, die sich aus den konkreten Teilnehmern einer Auktion und ihren zugehörigen Geboten zusammen setzt und in der nach dem passenden Partner und dem zu zahlenden Preis gesucht wird. Sachziele hierbei sind somit in erster Linie die Ressourcenallokation und die Preisfindung [Merz02, S. 790]. Eine Maximierung des zu erwartenden Erlöses für den Verkäufer und die Nutzenmaximerung für den Käufer sind ebenso Formalziele wie der Zuschlag demjenigen Bieter zu erteilen, welcher dem Auktionsgegenstand den höchsten Wert beimisst (Allokationseffizienz). Als Nachereignis oder Endergebnis einer Auktion erfolgt die Leistungsdurchführung mit dem gefundenen Verhandlungspartner zum erzielten Preis. Mit der stetigen Weiterentwicklung des Internets und anderer elektronischer Kommunikationskanäle ist es gelungen die mit der Durchführung einer Transaktion einhergehenden Kosten zu reduzieren. Während klassische Versteigerungen vormalig in einer physischen Präsenzveranstaltung vollzogen wurden, lässt sich mit dem Einsatz elektronischer Auktionsplattformen dieser Zeit- und Ressourcenaufwand vermeiden oder zumindest minimieren [Schw03, S. 27f] [Merz02, S. 773]. Stand in früheren Auktionsumgebungen nur ein begrenzter Bieterkreis zur Verfügung, kann durch das Internet eine relative große Gruppe an Interessenten erreicht werden [Bich01, S. 131]. Dies führte dazu, dass Auktionen als Verhandlungsmechanismus neben dem B2C- und C2C-Bereich auch häufig zwischen Unternehmen (B2B) als Beschaffungsinstrument zur Verwendung kommen. Die Unterstützung des Auktionsprozesses durch Anwendungssysteme (AwS) bot zudem die Möglichkeit völlig neue Auktionsarten zu etablieren und dort neben dem Preis auch weitere Verhandlungsvariablen zu spezifizieren.
3.3 Auktionen vs. Lizitationen
Im Bereich der Verhandlungen mit beidseitig-fixiertem Gebotsverhalten lassen sich die dort auftretenden Auktionsarten in Verkaufsauktionen (Auktionen im engeren Sinne) und Einkaufsauktionen (Lizitationen) trennen. Maßgeblich für diese Aufspaltung ist die unterschiedliche Anzahl der Anbieter (Server) und Nachfrager (Clients) in der betrachteten Verhandlungssituation [Heyd01, S. 552f]. Auktionen haben den Verkauf einer Leistung eines Servers an einen oder mehrere Clients zum Ziel, Lizitationen hingegen den Kauf einer Leistung durch einen Client. In letzterer Situation möchte ein Nachfrager eine bestimmte Leistung zu den für ihn günstigsten Bedingungen von einem Server erwerben. Lizitationen werden in der Literatur daher auch häufig mit dem Begriff „Inverse Auktionen“ (reverse auctions) versehen [Merz02, S. 775].
Auktionstheorie 14
Hinsichtlich des Auktionsgegenstands kann ebenfalls eine Differenzierung erfolgen. Während Auktionen im engeren Sinne vornehmlich für knappe Güter, Überschussware oder verderbliche Gegenstände eingesetzt werden, stellen Lizitationen ein probates Mittel für die Beschaffung von Spezialanfertigungen, den Abschluss von Rahmenverträgen oder die Suche eines Einkäufers nach Anbietern von horizontalen, branchenübergreifenden Produkten dar [Heyd01, S. 552].
Eine Untersuchung der auktionstheoretisch interessanten Eigenschaften wird im vorliegenden Fall lediglich für den Bereich der Auktionen durchgeführt, da Lizitationen über die gleichen Eigenschaften wie Auktionen verfügen, nur auf eine andere Teilnehmersituation angewandt.
... ...
Abbildung 5: Verhandlungssituation der Auktion Abbildung 6: Verhandlungssituation der Lizitation
3.4 Teilnehmer einer Auktion und ihre möglichen Rollen
Teilnehmer einer Auktion können Menschen oder Softwareagenten sein, die in der Lage sind je nach Auktionsart unterschiedliche Rolle einzunehmen.
Jede Auktion besitzt einen Auktionator, sei es Mensch oder Anwendungssystem, welcher/s den Auktionsprozess durchführt und somit auch die Einhaltung des Mechanismus zur Ermittlung des Gewinners bzw. der Gewinner überwacht. Hat der Initiator der Auktion diesen Mechanismus einmal festgelegt, ist er daran gebunden und darf ihn nicht im Nachhinein verändern. Abhängig von der gewählten Auktionsart kann der Auktionator gleichzeitig Verkäufer (bei der Auktion) oder Einkäufer (bei der Lizitation) sein. Ist dies der Fall, darf er dann in bestimmten Fällen allerdings keine Gebote auf die eigens erstellte Auktion abgeben. Derjenige Auktionsteilnehmer, welcher eine Leistung anbietet, übernimmt die Rolle des Verkäufers oder Servers. Tritt ein Auktionsbeteiligter bereits als Verkäufer auf, darf er bis auf die Ausnahme der weiter unten behandelten Doppelauktion nicht gleichzeitig die Rolle des Käufers übernehmen, um Preisspekulationen zu unterbinden und den Wert eines Gutes oder einer Leistung nicht künstlich in die Höhe zu treiben.
Auktionstheorie 15
Dem Server gegenüber steht der Käufer oder Client. Er interessiert sich für die Leistung eines oder mehrerer Server und gibt in einer Auktion nur dann ein Gebot ab, wenn die Gebotshöhe innerhalb seines Verhandlungsraumes liegt. Dazu muss er sich ebenfalls eine Wertvorstellung über den Auktionsgegenstand bilden und dessen Nutzen für ihn einordnen. Erfüllt der Auktionsgegenstand bzw. die aktuelle Gebotshöhe nicht die Vorstellungen des Clients wird er nicht aktiv in den Auktionsprozess eingreifen und lediglich als Interessent auftreten.
3.5 Statische und dynamische Bayes-Spiele
Wie bereits erwähnt, spielen die dem Bieter zur Verfügung gestellten Informationen eine große Rolle. Würden alle Beteiligten vollständig über den veräußerten Auktionsgegenstand informiert sein, wäre ein Auktionsverfahren unangebracht, da jeder automatisch den Wert bieten würde, welchen er dieser Sache zuweist. Solch eine Informationssymmetrie zwischen Verkäufer und Käufer liegt in der Realität normalerweise nie vor, da sogar bei größtenteils objektiv bewertbaren Leistungen bei der Wertschätzung eines Interessenten immer ein Teil subjektiver Einschätzung involviert ist. Kein Käufer besitzt in der Regel sämtliche Informationen, die auch ein Verkäufer als Eigentümer oder Besitzer einer Sache sein eigen nennt [McMc87, S. 705]. Somit herrscht zwischen den Verhandlungsparteien üblicherweise eine asymmetrische Informationsverteilung.
Derartige Situationen wurden als sog. Bayes-Spiele (Bayesian Games), d.h. Verhandlungen unter unvollständiger Information, bekannt. Jeder Teilnehmer kennt dabei zu Beginn einer Verhandlung nur einen Teil aller relevanten Informationen. Dieser individuelle Informationsteil wird als „Typ“ T i eines Teilnehmers i bezeichnet. Des Weiteren wird zwischen dynamischen und statischen Bayes-Spielen differenziert, wobei erstere sich dadurch auszeichnen, dass jeder Spieler durch eine von ihm getätigte Aktion, einen Zug, Informationen offenbart. Seine Gegenspieler wählen abhängig von dieser Information ihren nächsten Zug und ändern damit ihr Verhalten. Im Gegensatz dazu wird bei statischen Bayes-Spielen keinerlei Information preisgegeben, so dass Verhaltensänderungen nicht durch die Kenntnis neuer Information begründet sind [Bayes]. Dennoch besitzt jeder Spieler i zu jedem Zeitpunkt des Spiels zahlreiche verschiedener Handlungsalternativen A i , woraus er eine aufgrund der vorliegenden Situation aussuchen wird. Über die vorhandenen Informationen bzw. Typen anderer Gegenspieler kann er nur Mutmaßungen anstellen und abhängig von seinem Typ deren Auftrittswahrscheinlichkeit schätzen p i ( t -i / t i ). Andererseits kennt jeder Spieler seinen eigenen Typ und die möglichen Aktionen der anderen Spieler a i , ..., a n , weshalb er in der Lage ist, die Auswirkung einer eigenen konkreten Aktion zu bewerten und ihr einen persönlichen Nutzen u i ( a 1 , ..., a n ; t i ), t i ∈ T i zuzuweisen. Die gesamte Verhandlungssituation
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für alle Spieler lässt sich damit in der Normalform eines statischen Bayes-Spieles beschreiben [Gibb92, S. 146f]:
G = { A 1 , ..., A n ; u 1 , …, u n ; T 1 , ..., T n ; p 1 , …, p n }
Je nach Typ wählt jeder Spieler eine bestimmte Aktion aus. Solch eine Abbildung von Typ nach Aktion bezeichnet man als Strategie s eines Spielers i, also eine Funktion s i (t i ), die jedem Typ t i eine bestimmte Aktion a i aus dem Alternativenraum A i zuordnet s i : T i → A i [Gibb92,
S. 150]. Eine Strategie liefert somit eine „vollständige Beschreibung, welche Handlungen der Spieler auszuführen plant“ und zwar bei allen Entscheidungen, die er innerhalb eines Spieles zu treffen hat [HoIl06, S. 34].
Für den Fall, dass alle Spieler i eine Strategie entwickeln, welche die für sie bestmöglichste Reaktion auf alle möglichen Aktionen ihrer Gegenspieler darstellt, spricht man auch vom sog. (perfekten) Bayesschen Gleichgewicht oder dominanten Gleichgewicht. Dabei braucht kein Spieler die Aktionen oder Gebote der anderen Gegenspieler zu schätzen. Als Verallgemeinerung dieses perfekten Bayesschen Gleichgewichts ist das Bayes-Nash-Gleichgewicht anzusehen. Hier ist es dem Spieler möglich eine Strategie zu finden, bei der er nach korrekter Vorhersage der Aktionen seiner Gegenspieler ein wohldefiniertes, aus seiner Sicht optimales Gebot abgibt und er damit keinen Anreiz empfindet seine Strategie noch zu verändern [Gibb92, S. 151].
3.6 Auktionsmodelle
Auf welche Weise ein Bieter den Nutzen eines Auktionsgegenstandes ermittelt, hängt von den Informationen ab, die ihm aktuell über diesen Gegenstand oder die Leistung bekannt sind. In der Literatur zur Spieltheorie werden insbesondere 3 Modelle (Privatwert-Modell, Gemeinwert-Modell, Affiliated Values Model) diskutiert, welche sich in Umfang und Herkunft der einem Spieler zur Verfügung stehenden Informationen unterscheiden und jeweils eigene Zielsetzungen bei der Untersuchung einer Spielsituation besitzen. Generell verfolgt jedes dieser Modelle den Zweck die für den Verkäufer beste Auktionsform zu finden und ihm das zu erwartende Bieterverhalten zu deuten [Am00, S. 75f].
3.6.1 Privatwert-Modell
Beim Privatwert-Modell (Private Value Model, PVM) bzw. Modell unter Präferenzunsicherheit, ist dem Auktionsgegenstand kein objektiver, allgemein gültiger Wert zuschreibbar. Somit kann sich jeder Bieter nur auf Basis der ihm bekannten Informationen ein Urteil über
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den Nutzen des Gegenstandes bilden. Dieser individuelle Wert (Signal) ist daher unabhängig von den Wertschätzungen und Informationen anderer Bieter und gründet lediglich auf der eigenen Vermögenssituation und auf den subjektiven Präferenzen. Jedem einzelnen Bieter i wird hierbei eine Verteilungsfunktion F i des eigenen Nutzens zugeordnet, welche auf dem individuellen Signal x i des Bieters i beruht und aus der eine konkrete Bewertung v i gezogen wird [MeMo05, S. 13]. Unter allen Marktteilnehmern sind nur die Verteilungsfunktion F i und der Zusammenhang zwischen x i und F i bekannt. Das persönliche Signal x i kennt nur Bieter i selbst. [McMc87, S. 705] Die Anwendung des PVM soll dem Ersteller der Auktion eine Antwort auf die Frage nach der für seine Zwecke optimalen Auktionsform und den zu verwendenden Auktionspreisregeln geben [Amor00, S. 75].
3.6.2 Gemeinwert-Modell
Im Gegensatz zum PVM lässt sich beim Gemeinwert-Modell (Common-Value-Model, CVM) bzw. Modell unter Qualitätsunsicherheit dem Auktionsgegenstand ein objektiver Wert V zuweisen. Denkbar wäre z.B. der Marktwert des betrachteten Gutes oder jeder andere einheitliche, allgemein akzeptierter Wert, der nicht vorgegeben, aber von allen Bietern annähernd gleich hoch geschätzt wird. Damit ein Bieter i diesen Wert besser erkennen kann, berücksichtigt er bei seiner eigenen Werteinschätzung v i die Wertschätzungen der anderen Mitbieter. Formal entspricht dies einer unabhängigen Ziehung aus einer gemeinsamen Verteilung H(v i |V) [McMc87, S. 705]. Ändern sich die einem Bieter zur Verfügung stehenden Informationen, wechselt er evtl. seine Strategie und optiert eine andere Aktion. Bei Verwendung des PVM ist dies nicht der Fall.
Die Untersuchung einer Verhandlungssituation unter den Vorraussetzungen des CVM ist insbesondere dann angebracht, wenn der Auktionsgegenstand wiederverkauft werden soll oder gewerbliche Händler an einer Auktion beteiligt sind. Vorrangiges Ziel einer Untersuchung sollte dabei das zu erwartende Bieterverhalten bei fest vorgegebenen Bedingungen sein. [Amor00, S. 76]
3.6.3 Milgrom-Weber-Modell
Das PVM und das CVM können hinsichtlich des Informationsstandes eines Bieters als 2 Extreme angesehen werden. Um einiges realitätsnäher ist allerdings das von Milgrom und Weber entwickelte „Affiliated Values Model“ (AVM). Es ist wesentlich universeller gehalten und bindet die beiden o.g. Modelle als Spezialfälle mit ein [Amor00, S. 77]. Im AVM werden n Bieter betrachtet. Jeder Bieter i besitzt ein individuelles Signal x i über den Wert des Auktionsgegenstandes. Die Gesamtheit der Signale aller Bieter bildet x=(x 1 ,...,x n ). Neben
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diesem Signal über den Wert ist für jeden Bieter zusätzlich ein Signal s i über die Qualität des Auktionsgegenstandes von Bedeutung. Kein Bieter kennt die Signale s i der anderen Bieter und die wahre Qualität der zur Versteigerung anstehenden Leistung, lediglich der Verkäufer kennt 1-n dieser Signale s=(s 1 ,...,s m ). Somit formt sich der Wert eines Bieters i aus seinem Signal über den Wert x i und den Schätzungen der privaten Signale s i der anderen Bieter über die unbekannte Qualität des Auktionsgegenstandes v i (s, x) [McMc87, S. 705]. Für m = 0 lässt sich leicht erkennen, dass das AVM dem PVM entspricht, da die Bewertung eines Bieters lediglich von seinem Signal über den Wert abhängt v i = x i . Entspricht dagegen m = 1, können auch Untersuchungen, welche dem CVM entsprechen am AVM vollzogen werden. In diesem Fall ist die Qualität für alle Bieter gleich. [McMc87, S. 706]
Die Bewertungen der einzelnen Bieter basierend auf (s, x) gelten als positiv korreliert, d.h. falls eine Variable ihren Wert steigert, erhöht sich auch der Wert der anderen. Ein weiterer Bestandteil des AVM ist die Frage nach Unterschieden zwischen den einzelnen Bietern. Ist die Menge der Bieter symmetrisch, würde jeder Bieter bei gleicher privater Wertschätzung und denselben zusätzlichen Informationen ein Gebot in identischer Höhe abgeben. Ihre individuelle Bewertung würde somit aus der gleichen Verteilungsfunktion F gezogen werden. Sind zwischen den Bietern andererseits Unterschiede festzustellen, bspw. indem sich der Bieterkreis aus in- und ausländischen Bietern zusammensetzt, wird jeder Bieter i seine Bewertung v i aus seiner individuellen Verteilungsfunktion F i ziehen [McMc87, S.714].
Daneben werden des öfteren auch AVM gebildet, bei denen die Bezahlung nicht nur vom eigenen Gebot abhängt, sondern ebenfalls vom wahren Wert des Auktionsgegenstandes. Bekanntes Beispiel hierfür ist die Versteigerung von Mineralölrechten, bei der sich die Bezahlung aus dem Gebot und der tatsächlich geförderten Menge Öl zusammensetzt [McMc87, S. 716].
Für die Untersuchung konkreter Situationen im Auktionsprozess erweist sich das sog. Standardmodell oder Grundmodell des Independent Private Value - Modells am geeignetesten [McMc87, S. 706] [Ber+06, S. 235]. Hierbei wird davon ausgegangen, dass Bieter sich risikoneutral verhalten, ihre Bewertung nach dem Privatwert-Modell vollziehen und in der Summe einen symmetrischen Bieterkreis darstellen. Eine auf die Auktion folgende Bezahlung basiert ausschließlich auf den abgegebenen Geboten. Unter Annahme der Voraussetzungen des Standardmodells lässt sich zeigen, dass alle 4 klassischen Auktionsarten zum gleichen erwarteten Erlös des Versteigerers führen. Dieses unter der Namen Revenue Equivalence
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