Inhaltsverzeichnis
S. 3
I. Einleitung
II. Sparta
a) politische Lage 4
b) Erziehung 4
III. Die Erziehung der Nationalsozialisten unter dem Hitlerregime
a) Hitlers Gedanken zur Erziehung 10
b) Schirachs politisch-pädagogisches Konzept für die 11
Hitlerjugend
S. 17
IV. Vergleich der beiden Erziehungsstile
S. 20
V. Fazit
S. 21
Literaturverzeichnis
2
Die Erziehung der männlichen Spartaner im Vergleich zu der
Erziehung der Jungen zur Zeit des Nationalsozialismus unter
Hitler
I. Einleitung
Ich habe mich für dieses Thema entschieden, weil ich mich seit dem Seminar „Das Menschenbild der Pädagogik“ von Hr. Dr. Jeck sehr für die Erziehung der Spartaner interessiere und mir in diesem Zusammenhang aufgefallen ist, dass die Erziehung während der NS-Zeit einige interessante Parallelen in Bezug auf den spartanischen Erziehungsstil aufweist. In dieser Hausarbeit werde ich im Folgenden mögliche Gemeinsamkeiten und Unterschiede der o. g. Erziehungsstile darstellen. Bei der Ausarbeitung dieses Themas habe ich bewusst darauf verzichtet, die Rolle der Frauen zu beschreiben, da die Arbeit sonst zu umfassend geworden wäre. Ein Schwerpunkt bei der Ausarbeitung dieses Themas war die Quellenanalyse, die aufgrund der vielfältigen reichhaltigen Informationen über Sparta als auch über die NS-Zeit notwendig war. Zunächst werde ich in Kapitel II auf die politische Lage der Spartaner eingehen um ein Verständnis für deren im Anschluss beschriebenen Erziehungsstil zu schaffen. Im darauffolgenden Kapitel III werde ich anhand einiger Zitate das von Hitler und Schirach entwickelte Erziehungskonzept der NS-Zeit darlegen. Der eigentliche abschließende Vergleich der beiden Erziehungsstile erfolgt dann im Kapitel IV.
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II. Sparta 1
a) Politische Lage
In Sparta standen zwei Könige an der Spitze des Staates, die die selbe Macht genossen, wobei diese beiden Könige immer versuchten die Macht an sich zu reißen und eine möglichst große Schar von Anhängern um sich zu scharen. Dies fing schon mit den ersten beiden Königen Prokles und Enrysten an und endete erst mit Lykurgus, der seine neuen Gesetze zusammen mit Charilaus umsetzte. Lykurgus gründete einen Senat, der mit 28 Senatoren besetzt war, um Machtmissbrauch vorzubeugen. Da der Senat aber seinen Vorteil den Königen gegenüber ausnutzte, wurden die Ephoren 2 eingeführt.
Lykurgus zweite Anordnung betraf die Neuverteilung des Landes, Lakonien wurde in 30000 Felder und der Acker um Sparta in 9000 Felder eingeteilt, um den Unterschied zwischen Arm und Reich aufzuheben. Desweiteren verbot er silberne und goldene Münzen und führte stattdessen eiserne ein, die nur in Sparta etwas wert waren, wodurch der Luxus nach und nach verschwand, da die Kaufleute und andere Geschäftsleute nicht mehr nach Sparta kamen. Außerdem durften die Bürger nur noch an öffentlichen Orten in Gemeinschaft dieselbe Kost zu sich nehmen. Aufgrund dieses Gesetzes verschwand die Üppigkeit an den Tischen und die Spartaner bekamen einen kräftigen und gesunden Körper. Somit konnten kräftige Männer gesunde Kinder für den Staat zeugen, womit der wichtigste Teil seiner Gesetzgebung folgte; die Erziehung.
b) Erziehung
In die Erziehung griff der Staat schon unmittelbar nach der Geburt ein. Das neugeborene Kind konnte im späteren Leben zwar eine Bereicherung des Staates sein, aber am Anfang war es eher eine Last. 3 So brachten die Väter ihre Knaben zu den Ältesten der Phylen 4 in die sogenannte Sprechhalle, da ihnen alleine die Entscheidung oblag, ob das Kind leben durfte oder nicht. Wenn es
1 vgl. Christ 1986, S. 72-86
2 Die Ephoren waren Vertreter des Volkes, eine Art Wächter, die das Handeln des Senates und der Könige bewachten und eingriffen, wenn es nötig war. (vgl. Clauss 1983, S. 132-133)
3 vgl. Clauss 1983, S. 142-143
4 Phyle, griech. Geschlechterverband im antiken Griechenland (Duden, 21. Aufl.)
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nicht gesund und kräftig genug war, wurde es zum Wohle des Staates zu einem Felsabgrund am Taygetos gebracht.
Die Spartaner wussten sicherlich, dass ein Junge mit sechs Zehen z.B. trotzdem gute Leistungen bringen konnte, aber sie töteten diese Kinder dennoch, da sie den Zorn der Götter verkörperten. Die Väter durften auch nur die Kinder, die sie selbst akzeptiert hatten, zu den Ältesten bringen. 5 Laut Aristoteles wurden die Spartaner dazu ermutigt viele Söhne zu bekommen: „Väter dreier Söhne wurden von der Heerespflicht zurückgestellt und Väter vierer Söhne von allen Steuerleistungen befreit.“ 6
Hatten die Ältesten den Knaben anerkannt, wurde er bis zum siebten Lebensjahr in die Obhut einer spartanischen Wärterin übergeben. 7 Danach wurden die Jungen in eine Gruppe, auch Herde genannt, eingeteilt. In diesen Herden lebten, aßen und schliefen die jungen Spartiaten zusammen. Die Gruppenleitung oblag einem jungen Mann, der zwischen 20 und 30 Jahren alt war (Eiren), er härtete die Gruppe auf allen Gebieten ab, brachte den Knaben die Grundform des Kampfes bei und ließ sie sich in Geschicklichkeitsübungen erproben. Dabei wurde er von den Peitschenträgern unterstützt, die nicht ohne Grund so genannt wurden. Überwacht wurde diese Ausbildung durch einem Knabengesetzgeber (Paidonom) im Auftrag der Ephoren. 8 9 Außerdem hatten die Eirenes die Aufgabe die geistigen Fähigkeiten der Burschen zu fördern, also die Urteilskraft und Beobachtungsgabe zu stärken. Dies taten sie, indem sie die Übungen stetig wiederholten und sie auch lehrten zu debattieren. Dadurch resultierte „die Bündigkeit im Ausdruck“, die wir heute unter lakonischer Kürze kennen. In den andauernden Übungen hatten die jungen Spartiaten Fragen zu beantworten, wie: „Wer ist ein tüchtiger Bürger?“ Wenn die Antwort des Knaben nicht den Ansprüchen des Eiren genügte, biss er ihm in den Daumen. Durch diesen Biss nahm der Eiren dem Jungen sein Mana
5 vgl. Clauss 1983, S. 143
6 vgl. Link 1994, S. 29
7 „Die spartanischen Wärterinnen wurden wegen der harten Erziehung, die sie den Kindern gaben, in ganz Griechenland berühmt und in entfernte Länder berufen.“ (Christ 1986, S. 77)
8 vgl. Clauss 1983, S. 144
9 „Die Ephoren achteten auf die Ernährung bzw. das gesunde Aussehen der jungen Männer, die alle zehn Tage nackt vor ihnen anzutreten hatten; kontrolliert wurden ferner die Kleidung und Lagerstätten der Jugend.“ (Clauss 1983, S. 132-133)
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(religiöse Kraft) um ihn dadurch zu schwächen und besser erziehen zu können. 10
Bei dieser Erziehung befanden sich die jungen Spartiaten zwischen dem siebten und zwölften Lebensjahr in einer Herde, eine altersmäßige Unterteilung erfolgte erst ab dem 13. Lebensjahr und dauerte bis zum 18. an. 11 Im Allgemeinen waren die natürlichen Altersklassen in „Kindheit, Mannesalter“ und „Greisenalter“ unterteilt. 12 So traten bei Festen stets drei Chöre auf, die Lieder entsprechend ihrer Altersklasse sangen.
Wobei die Greise von ihrer heldenhaften Jugend, die Männer von ihrer glorreichen Gegenwart und die Knaben von ihrer tapferen und heldenhaften Zukunft sangen.
Dieses Altersklassensystem diente wohl dem Zweck den Jünglingen die Bedeutung der Gerusie 13 bewusst werden zu lassen, zu der die Männer erst ab dem 60. Lebensjahr zugelassen wurden. Außerdem sollten die Jünglinge in einem engen Kontakt zu den Erwachsenen leben, da ihnen dort die traditionellen Verhaltensweisen der Spartaner nahe gebracht wurden. 14
In Sparta wurde die Päderastie 15 unter den Schutz der Gesellschaft gestellt. So waren die Liebhaber verantwortlich für das Handeln ihrer Geliebten 16 , wenn die Burschen beim Stehlen erwischt wurden, wurden nicht sie bestraft, sondern ihre Liebhaber 17 . Die Spartaner glaubten, dass die Eigenschaften und Tugenden eines Mannes durch die Knabenliebe an die Jungen weitergegeben werden konnten, da der Samen des Mannes physische Kraft überträgt. Deswegen wurde gefallenen Gegnern im Kampf das Geschlechtsteil abgeschnitten und die Knabenliebe wurde unter den besonderen Schutz der Gesellschaft gestellt. 18
Ein anderer Bestandteil der spartanischen Erziehung war die harte Lebensweise der Knaben: Sie schliefen nie in Betten, sondern nur auf Schilf, welches auf
10 vgl. Clauss 1983, S. 144
11 vgl. Clauss 1983, S. 144-145
12 Clauss 1983, S. 145
13 Gerusie = (griech.) Rat der Alten in Sparta (Duden, 21.Aufl.)
14 vgl. Clauss 1983, S. 145
15 Päderast = (griech.) Homosexueller mit besonders auf männliche Jugendliche gerichtetem Sexualempfinden (Duden, 21.Aufl.)
16 Knabenalter: ab dem 12. Lebensjahr (Clauss 1983, S. 145)
17 vgl. Clauss 1983, S. 145
18 vgl. Clauss 1983, S. 146
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Arbeit zitieren:
Tobias Ferber, 2007, Die Erziehung der männlichen Spartaner im Vergleich zu der Erziehung der Jungen zur Zeit des Nationalsozialismus unter Hitler, München, GRIN Verlag GmbH
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