I
Inhaltsverzeichnis
Abbildungsverzeichnis III
Tabellenverzeichnis IV
Abk ürzungsverzeichnis V
Symbolverzeichnis VI
1 Markenallianzen als strategische Option 1
2 Theoretische Grundlagen von Markenallianzen 2
2.1 Definition und Erscheinungsformen 2
2.2 Motivation zur Bildung von Markenallianzen 5
3 Theoretische Erklärungsmuster der Beurteilung und Wahrnehmung
von Markenallianzen 7
3.1 Informationsintegrationstheorie 8
3.2 Signaling Theorie 11
3.3 Konsistenztheorien 13
3.4 Associative Network Memory Model 14
3.5 Schema - und Kategorisierungstheorie 16
3.6 Einstellungszugänglichkeitstheorie 18
3.7 Semantische Generalisierung 20
3.8 Elaboration-Likelihood-Model 21
3.9 Heuristic Systematic Model 23
3.10 Kontexteffekte 23
3.11 Anchoring-and-Adjustment-Theorie 25
3.12 Selbstkongruenz Ansatz 26
4 Auf Basis der Theorien empirisch belegte Erfolgsfaktoren 28
4.1 Fit 28
4.2 Markenkomplementarität 29
4.3 Markenwert 30
4.4 Wahrgenommene Qualität 31
4.5 Marken- und Produktvertrautheit 32
4.6 Persönlichkeitsvariablen 33
4.7 Umsetzung der Markenallianz 34
5 Zusammenfassung und Implikationen 34
Anhang VII
Verzeichnis VII
Literaturverzeichnis XXIII
III
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Erscheinungsformen der Markenallianz
Abbildung 2: Wirkung von Markenallianzen.
Abbildung 3: Integrationsprozesse von Einzelurteilen zum Gesamturteil der
Markenallianz
Abbildung 4: Assoziationsnetzwerk.
Abbildung 5: Attitude-to-Behavior-Process
Abbildung 6: Elaboration-Likelihood-Model
Abbildung 7: Assimilations- und Kontrasteffekte
Tabellenverzeichnis
Tabelle 1: Marken- und Produktfit als Erfolgsfaktoren .…………………29
Tabelle 2: Markenkomplementarität als Erfolgsfaktor…………………...29
Tabelle 3: Markenwert als Erfolgsfaktor………………………………...30
Tabelle 4 Qualität als moderierender Erfolgsfaktor…..…………………31
Tabelle 5: Markenvertrautheit als moderierender Erfolgsfaktor………....32
Abkürzungsverzeichnis
AMA American Marketing Association
AMOS Analysis of Moment Structure
Associative Network Memory Model ANMM
Aufl. Auflage
et al. et alli (und andere)
EZT Einstellungszugänglichkeitstheorie
f. und folgende Seite
ff. und folgende Seiten
F&E Forschung - und Entwicklung
H Hypothese
Hrsg. Herausgeber
i.d.R. in der Regel
i.e.S. im engeren Sinne
IIT Informationsintegrationstheorie
i.w.S. im weiteren Sinne
Jg. Jahrgang
k. A. keine Angabe
LISREL Linear Structural Relationships
NfC Need for Cognition
PLS Partial Least Square
Tab. Tabelle
u.a. unter anderem
Vgl. Vergleiche
WWF World Wide Found of Nature
Symbolverzeichnis
E: Einstellung
w: Bedeutung
b: Beurteilung
i: Person
j: Markenallianz
k: Eigenschaft
n: Anzahl der Beobachtungen
1 ________________________________________________________________
1 Markenallianzen als strategische Option
Zunehmende Marktsegmentierungen, Substituierbarkeit, Verkürzung der Produktlebenszyklen und Globalisierungstendenzen verschärfen den Wettbewerb auf gesättigten Märkten und lösen in den letzten Jahren eine regelrechte Pro-
dukt- und Markeninflation aus. 1 Diese überfordert die beschränkte Informationsverarbeitungskapazität der Konsumenten, die weniger als 2 % der kom-
merziellen Reize bewusst wahrnehmen können. 2 In diesem Kontext sichern Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit, indem sie sich durch den Aufbau und
den Erhalt starker Marken differenzieren und wahrnehmbar machen. 3
Aus der subjektiven Perspektive der Konsumenten sind Marken „Vorstellungsbilder in den Köpfen der Anspruchsgruppen, die eine Identifikations- und Dif-
ferenzierungsfunktion übernehmen und das Wahlverhalten prägen“. 4 Diese Vorstellungen repräsentieren als semantische Netzwerke die vielfältigen assoziierten Eigenschaften der Marken und determinieren aus Konsumentensicht
den Markenwert. 5 Dieser basiert auf der Einzigartigkeit, Stärke und Vorteilhaftigkeit der subjektiven Markenassoziationen (Markenimage), deren Bildung die
Markenerkennung und -erinnerung (Markenbekanntheit) voraussetzt. 6
Unternehmen scheitern zunehmend bei der Einführung neuer starker Marken
oder wagen immer risikoreichere Markendehnungen. 7 Marken können innerhalb der bisherigen (Line Extension) oder in eine neue Produktkategorie (Brand Extension) gedehnt werden und reduzieren durch den Transfer positiver
Imagekomponenten Akzeptanzprobleme und Einführungskosten. 8 Als schnellere, sichere und erfolgreichere Wachstumsalternative 9 , gewinnt die auf den Mechanismen der Markendehnung aufbauende Markenallianz-Strategie zuneh-mend an Bedeutung. 10 Eine Markenallianz bezeichnet die Integration und
1 Vgl. Esch, 2008, S. 25 ff.; Shocker, Srivastava und Ruekert, 1994, S. 149 ff.
2 Vgl. Trommsdorff, 2004, S. 177; Helm und Gehrer, 2006, S. 2; Kroeber-Riel, 1987, S. 257 ff.
3 Vgl. Esch, Wicke und Rempel, 2005, S. 13 f.; Sattler, 2001, S. 22; Linnell, 1999, S. 48.
4 Vgl. Esch, 2008, S. 22; ähnlich: Bruhn, 2001, S. 18.
5 Vgl. Esch, Herrmann und Sattler, 2008, S. 194; Keller, 2008, S. 51; Andres, 2003, S. 16 f.
6 Vgl. Keller, 2008, S. 53 ff.; Kamakura und Russell, 1993, S. 10; Keller, 2005, S. 1310.
7 Vgl. Völckner und Sattler, 2006, S. 18; Leuthesser; Kohli und Suri, 2003, S. 35.
8 Vgl. Aaker und Keller, 1990, S. 27; Simon, 1985, S. 15 ff. und 196; Tauber, 1988, S. 27.
9 Vgl. Blackett et al., 1999, S. 121 f.; Leuthesser, Kohli und Suri, 2003, S. 36.
10 Vgl. Baumgarth und Vetter, 2003, S. 27; Decker und Schlifter, 2001, S. 40 f.; Spethmann
und Benezra, 1994, S. 20; Blackett et al., 1999, S. 114.
2 ________________________________________________________________
gleichzeitige Darbietung von zwei oder mehr Marken unterschiedlicher Eigen-
tümer gegenüber dem Konsumenten. 11 Der von der externen Marke ausgehende Bekanntheits- und Imagetransfer wirkt sich nicht nur auf den Erfolg der Markenallianz aus, sondern verändert auch die konsumentenseitige Wahrneh-mung der Partnermarke, die diese alleine nicht effizient erreichen könnte. 12
Damit Unternehmen Chancen realisieren und Risiken vermeiden können, müssen sie die in den Köpfen der Konsumenten vorborgen ablaufenden Beurteilungs- und Wahrnehmungsprozesse gegenüber Markenallianzen verstehen. Die Verhaltensforschung offeriert vielfältige Erklärungsmuster, die Anhaltspunkte einer präferenzprägenden Gestaltung der Markenallianz aus Sicht der Konsumenten aufzeigen. Allerdings existiert bislang kein Ansatz, der diese komple-xen Prozesse in ihrer Gesamtheit abbildet. 13
Ziel dieser Arbeit ist es, zum Verständnis der zur Erklärung der konsumentenseitigen Wahrnehmung und Beurteilung von Markenallianzen herangezogenen Theorien beizutragen. In einem ersten Schritt, werden die dieser Arbeit zu-grunde gelegten Definitionen der Erscheinungsformen von Markenallianzen erläutert und strukturiert, um anschließend deren Chancen und Risiken gegenüberzustellen. In einem zweiten Schritt erfolgt eine vergleichende Darstellung der Theorien, die modellieren, wie Konsumenten auf Mehrfachmarkierungen reagieren und wie Markenallianzen die konsumentenseitige Wahrnehmung der Ursprungsmarken beeinflussen. Danach werden Abweichungen zwischen den Theorien und empirischen Ergebnissen geprüft, um die einzelnen Erklärungsbeiträge der Ansätze zu ermitteln. Abschließend werden die Erkenntnisse zusammengefasst und Implikationen für Praxis und Wissenschaft abgeleitet.
2 Theoretische Grundlagen von Markenallianzen
2.1 Definition und Erscheinungsformen
Zu den strategischen Optionen der Markenführung zählen die Markenkombinationsstrategien, bei denen mehrere Marken eines Eigentümers (interne Markenkombination) oder unterschiedlicher Anbieter (externe Markenkombinati-
11 Vgl.Esch und Redler, 2005, S. 79; ähnlich: Simonin und Ruth, 1998, S. 30.
12 Vgl. Baumgarth, 2003, S. 1; Binder,1996, S. 57;Helming, Huber und Leeflang, 2008, S. 362.
13 Vgl. Redler, 2005, S. 6; Koncz, 2003, S. 17; Swaminathan, 2006, S. 43.
4 ________________________________________________________________ werden. 20 Außerdem bilden Unternehmen wie Ericsson, Nokia, Motorola und Psion das Joint Venture Symbian, um langfristig von ihren ergänzenden Kom-petenzen bei der Entwicklung eines Datentransferstandards zu profitieren. 21
Während sich die erläuterten Erscheinungsformen auf die langfristige Markierung einer gemeinsamen Leistung beziehen, agieren einige Allianzen im Rahmen einer Vertriebs- oder kurzfristigen Kommunikationskooperation. So schließen sich bei einer Mega-Brand mehrere Marken wie z.B. Lufthansa, Air Canada und United zu einer Supermarke wie der Star-Alliance zusammen, um
Marketing- und Vertriebssynergien zu erzielen. 22 Indessen charakterisiert das Co-Advertising gemeinsame, zeitlich befristete, werbliche Maßnahmen mehrerer Marken, die die Aufmerksamkeit der Konsumenten steigern sollen (z.B.
Werbespot von Shell und Ferrari). 23 Hingegen werden kooperative und zielgerichtete Verkaufsförderungsaktionen von bspw. McDonald`s und Disney, die auf eine bestimmte Dauer oder Menge festgelegt sind, als Co-Promotions be-
zeichnet. 24 Beim Co-Sponsoring versuchen Marken durch die finanzielle Unterstützung einer Aktion, Organisation oder sportlichen Veranstaltung, dessen
Publikum zu erschließen. 25 Kooperiert eine Marke mit einem wohltätigem Zweck oder einer karitativen Organisation wie dem WWF, strebt sie eine Imageaufwertung an, während der gemeinnützige Partner von der Aufmerksamkeit
und den Spenden profitiert. 26 Weiterhin sind Markenallianzen mit dem Product Bundling verwandt, bei dem mehrere Produkte oder Dienstleistungen als Paket
zu einem festen Grundpreis angeboten werden. 27
Die Ausführungen zeigen, dass die Erscheinungsformen sich nur annähernd systematisieren lassen. Überschneidungen ergeben sich bspw. im Rahmen eines Co-Brandings, das i.d.R. durch Co-Advertising auch gemeinsam beworben wird.
20 Vgl. Esch, Redler und Winter, 2005, S. 488; Saunders und Guoqun, 1997, S. 41 ff.; Schar-
nowski, 2006, S. 40.
21 Vgl. Blackett und Russell, 1999, S. 16 f.; Bluemelhuber, Carter und Lambe, 2007, S. 428.
22 Vgl. Esch, 2008, S. 442; Blackett und Russell, 1999, S. 17 f.
23 Vgl. Young und Greyser, 1983, S. 3; Himmel, 2002, S. 28.
24 Vgl. Blackett und Russell, 1999, S. 8; ähnlich: Palupski und Bohmann, 1994, S. 259.
25 Vgl. Fill, 2001, S. 456 ff.; Blackett und Russell, 1999, S. 16; Gwinner, 1997, S. 145.
26 Vgl. Dickinson und Barker, 2007, S. 76; Varadarajan und Menon, 1988, S. 60.
27 Vgl. Priemer, 2000, S. 31; Gaeth et al, 1990, S. 47; Stremersch und Tellis, 2002, S. 56 ff.
6 ________________________________________________________________
sich die Markenallianz vom Wettbewerb und steigert neben der Aufmerksam-
keit die Akzeptanz potentieller Konsumenten. 35 So reduziert eine Markenallianz nicht nur das Floprisiko neuer Produkte, sondern generiert durch den schwer zu imitierenden Imagetransfer Markteintrittsbarrieren für potentielle
Konkurrenten. 36 Durch komplementäre Kompetenzen kann dem Konsumenten ein Zusatznutzen für geringe zusätzliche Kosten angeboten werden, für den
dieser eine zusätzliche Preis- oder Kaufbreitschaft aufweist. 37 Dies bestätigt eine Befragung der AMA, bei der 80 % der Befragten ein digitales Bildverarbeitungsprodukt kaufen würden, welches gleichzeitig von Sony und Kodak
markiert ist, jedoch nur 20% bei einer Einfachmarkierung. 38 Marken genügen i.d.R. konstant hohen Qualitätsanforderungen. 39 Diese Reputation setzt die etabliertere Marke als „Pfand“ ein, um nicht beobachtbare Qua-
lität einer z.B. unbekannteren Marke zu signalisieren. 40 Durch dieses Qualitätssignal reduzieren viele Marken z.B. das Risiko des Eintritts in ausländische Märkte, wenn sie eine Allianz mit einer im Zielmarkt etablierten Marke einge-hen. 41 Außerdem erleichtert die in Markenallianzen gebündelte Verhandlungsstärke die Erschließung strategisch wichtiger Absatzmittler- und kanäle. 42 Zusätzlich reduzieren Skalen- und Synergieeffekte die F&E-, Vertriebs- und Kommunikationskosten der Markenallianz und beschleunigen finanzielle
Rückflüsse. 43 Zudem können die Kosten aufgeteilt werden und durch Lizenzeinnahmen sowie positive Verbundeffekte kompensiert werden. 44 Ausstrahlungseffekte der Markenallianz und der Partnermarke (b) können die konsumentenseitige Wahrnehmung und Beurteilung der Ursprungsmarke verändern. Durch den Transfer positiver Imagekomponenten der Partnermarke
kann das Markenimage verbessert und so z.B. verjüngt werden. 45 Des Weiteren verstärkt die Übertragung ähnlicher Imagekomponenten der Partnermarke die
35 Vgl. Aaker und Joachimsthaler, 2001, S. 141; Huber, 2005, S. 29; Boad, 1999a, S. 23 ff.
36 Vgl. Boad, 1999a, S. 27; Kumar, 2005, S. 16; Sattler und Völckner, 2007, S. 133.
37 Vgl. Ohlwein und Schiele, 1994, S. 577; Binder, 1996, S. 60; Keller, 2008, S. 291.
38 Vgl. AMA, zitiert nach Blackett und Russel, 1999, S. 19.
39 Vgl. Huber, 2005, S. 13.
40 Vgl. Rao, Qu und Rueckert, 1999, S. 258 ff.; Binder, 1996, S. 58.
41 Vgl. Abratt und Motlana, 2002, S. 43 ff.; Scharnowski, 2006, S. 44.
42 Vgl. Boad, 1999a, S. 26 und 34; Varadarajan, 1985, S. 47; Sattler, 2001, S. 106.
43 Vgl. Keller, 2008, S. 290; Varadarajan, 1986, S. 68; Boad, 1999a, S. 27.
44 Vgl. Boad, 1999a, S. 34; Frey, 1996, S. 119; Vogel und Huber, 2007, S. 23.
45 Vgl. Baumgarth, 2001, S. 26.
7 ________________________________________________________________ Profilierung der Ursprungsmarke. 46 Insbesondere Ingredient Brands können durch den aus der Profilierung resultierenden Nachfragesog (Pull-Effekt), die
Abhängigkeit von nachgelagerten Wertschöpfungsstufen verringern. 47 Zusätzlich kann der Image- und Bekanntheitstransfer das Markenassoziationsfeld erweitern und mit der einhergehenden Glaubwürdigkeit Kunden- und Umsatz-
potentiale erschließen. 48 Bspw. eignete sich Hugo Boss durch Sponsoring die mit der Marke Porsche und dem Rennsport verbundenen Assoziationen an und
verzehnfachte so den Umsatz. 49
Allerdings ergeben sich vielfältige Probleme durch die Kooperation mit einem externen Partner, die einen erhöhten Koordinationsaufwand erfordern und die
individuelle Handlungsflexibilität einschränken. 50 Potentielle Konfliktquellen, wie die Umpositionierung oder finanzielle Schwierigkeiten der Partnermarke, Besitzänderungen, Skandale und einseitiges Kurzfristdenken können negative
oder unbeabsichtigte Markenallianz- und Spillover-Effekte hervorrufen. 51 Die Ausweitung des Assoziationsfeldes der Ursprungsmarken kann die Exklusivität
der Markeneigenschaften reduzieren und so das Markenimage „verwässern“. 52 Bei großer Ähnlichkeit der Markenallianz mit den Ursprungsmarken kann ein Konkurrenzverhältnis zwischen den Produkten entstehen (Kannibalisierungs-Effekte). 53 Da langfristig kein eigener Markenwert aufgebaut wird, ist die Nachhaltigkeit der Markenallianz- und Spillover-Effekte durch Gewöhnung
der Konsumenten eingeschränkt. 54
3 Theoretische Erklärungsmuster der Beurteilung und Wahrnehmung von Markenallianzen
Die Erklärungsmuster zur Beurteilung und Wahrnehmung von Markenallianzen unterscheiden sich in ihren Abstraktionsniveaus. Zunächst werden Modelle der Einstellungsbildung (Informationsintegrationstheorie, Signaling Theorie)
46 Vgl. Redler, 2005, S. 25.
47 Vgl. Simon und Sebastian, 1995, S. 42 ff.; Norris, 1992, S. 20; Smit, 1999, S. 67 ff.
48 Vgl. Voss und Tansuhaj, 1999, S. 39; Hill und Lederer, 2001, S. 103; Punch, 2001, S. 44.
49 Vgl. Joachimsthaler und Aaker, 2005, S. 655 f.; Boad, 1999a, S. 22 ff.
50 Vgl. Aaker und Joachimsthaler, 2001, S. 142; Sattler, 2001, S. 107.
51 Vgl. Boad, 1999b, S. 39 ff.; Hadjicharalambous, 2006, S. 372; v. d. Oelsnitz, 1995, S. 761.
52 Vgl. Keller, 2008, S. 292; Baumgarth, Freter und Schmidt, 1996, S. 47.
53 Vgl. Cegarra und Michel, 2001, S. 63; Meffert, 2004, S. 4.
54 Vgl. Palupski und Bohmann, 1994, S. 262; Desai und Keller, 2002, S. 91.
8 ________________________________________________________________
und -änderung (Konsistenztheorie) dargestellt, die die Basis für weniger abstrakte Theorien bilden. Anschließend werden Strukturansätze (Associative Network Memory Model, Schema- und Kategorisierungstheorie), die sich mit der Speicherung des Markenwissens auseinander setzten und aufbauende Ansätze des Einstellungstransfers (Semantische Generalisierung, Einstellungszu-gänglichkeitstheorie) vorgestellt. Danach werden die auf dualen Informationsverarbeitungsmodellen (Elaboration-Likelihood-Model, Heuristic Systematic Model) basierenden Ankertheorien (Kontexteffekte, Anchoring-and-Adjustment) erklärt. Abschließend werden mit dem Selbstkonzept-Ansatz jüngste Forschungen berücksichtigt.
3.1 Informationsintegrationstheorie
Als attributbasiertes Einstellungsmodell erklärt die Informationsintegrations-theorie (IIT) wie die verschiedenen Stimuli-Eigenschaften zu Einstellungen
kombiniert werden. 55 Die IIT postuliert, dass Individuen ihre Einstellungen bilden und modifizieren, indem sie Stimuli aufnehmen, interpretieren und be-
werten, um sie anschließend in bestehende Einstellungen zu integrieren. 56 So bilden Konsumenten ihre Einstellungen gegenüber Markenallianzen, indem sie die Markenallianz-Information mit den Eigenschaften der Ursprungsmarken
(mathematisch) zu einem Gesamturteil über die Markenallianz verknüpfen. 57 Dieser dynamische Beurteilungsprozess durchläuft die Valuations- und Inte-
grationsphase. 58 In der ersten Phase (Valuation) identifizieren Individuen die relevanten Eigenschaften der Stimuli und bewerten diese unabhängig vonei-
nander. 59 Bei der Bewertung wird den einzelnen Eigenschaften ein Wert auf einer Skala ihrer potentiellen Eigenschaftsausprägungen zugewiesen. 60 Dieser Eigenschaftswert wird mit seiner Bedeutung für das Individuum gewichtet, die sich aus seiner wahrgenommenen Relevanz, Auffälligkeit, Glaubwürdigkeit
55 Vgl. Baumgarth, 2003, S. 192.
56 Vgl. Eagle und Chaiken, 1993, S. 241.
57 Vgl. Baumgarth, 2003, S. 192 ff.; Huber et al., 2007, S. 7 f.; Priemer, 2000, S. 198.
58 Andersons ursprünglicher Ansatz identifizierte eine dritte Phase: Response-Function, vgl.
Anderson, 1981, S. 4 ff., die jedoch von neueren Studien aufgrund ihrer begrenzten Urteilsre-
levanz vernachlässigt wird, vgl. Baumgarth, 2003, S. 196; Simonin und Ruth, 1998, S. 32.
59 Vgl. Anderson, 1981, S. 5.
60 Vgl. Anderson, 1981, S. 5; Eagle und Chaiken, 1993, S. 109.
9 ________________________________________________________________ und Menge ergibt. 61 Die Valuation erfolgt in Abhängigkeit von dem Beurtei-lungsobjekt und individuellen Faktoren, wie Markenwissen und Motivation, 62 entweder als kognitiv aufwendige attributbasierte oder als triviale schemaba-sierte Beurteilung. Bei geringer Motivation werden die zu integrierenden Ein-zelinformationen, durch die in Markenschemata gespeicherten und abgerufenen
Einstellungen gebildet (schemabasierte Beurteilung). 63 Bei hoher Motivation werden Marken bereits auf der individuellen Assoziationsebene, also vor Zusammenführung der Attributurteile, miteinander verknüpft (attributbasierte
Beurteilung) (vgl. Abb. 3). 64
In der zweiten Phase (Integration) werden die Einzelurteile zu einem Gesamt-urteil verknüpft. 65 Reale Beurteilungsprozesse können durch zahlreiche Integrationsregeln abgebildet werden, wobei das „Adding“- und das „Averaging“-
Modell die bedeutendsten Regeln sind. 66 Beim Adding-Modell werden die Bewertungen der Valuation zu einer Gesamtbeurteilung eines Objektes aufsum-miert. 67 Daraus ergibt sich folgende formale Darstellung:
∑ (1.1).
In diesem Kontext bezeichnet die Einstellung der Person i zur Markenallianz j, die Bedeutung der Eigenschaft k für die Markenallianz j für das
61 Vgl. Anderson, 1981, S. 5 f. und 272 f.
62 Vgl. Baumgarth, 2003, S. 196; Anderson, 1981, S. 6.
63 Vgl. Baumgarth, 2003, S. 197 und 237; ausführlicher: 3.4 Schematheorie.
64 Vgl. Baumgarth, 2003, S. 197 und 237; ähnlich Priemer, 2000, S. 199.
65 Vgl. Anderson, 1981, S. 2.
66 Vgl. Anderson, 1981, S. 12 ff.; Baumgarth, 2003, S. 197.
67 Vgl. Anderson, 1981, S. 15.
Arbeit zitieren:
Julia Elbrecht, 2009, Erklärungsmuster zur Beurteilung von Markenallianzen, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Diplomarbeit, 64 Seiten
Lebensmittelskandale: Eine experimentelle Studie zur Wirkung auf das V...
BWL - Marketing, Unternehmenskommunikation, CRM, Marktforschung
Diplomarbeit, 102 Seiten
Julia Elbrecht hat den Text Erklärungsmuster zur Beurteilung von Markenallianzen veröffentlicht
Julia Elbrecht hat einen neuen Text hochgeladen
Handbook of Research on Teaching the English Language Arts: Co-Sponsor...
Diane Lapp, Douglas Fisher
Handbook of Research on Teaching the English Language Arts: Co-Sponsor...
Diane Lapp, Douglas Fisher
on Reactor Safety/Severe Accid...
Directorate-General for Research and Innovation, European Commission
Network Performance Modeling and Simulation Sium, Japan
Kallol Gabchi, Jean Walrand, Kallol Bagchi
Mobile Broadband Multimedia Networks: Techniques, Models and Tools for...
Techniques, Models and Tools f...
Luis M. Correia
0 Kommentare