Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Kommunikative Medien im Vergleich 2
3. Neue Medien und E-Mails im Unterricht 4
4. E-Mailing: Lerninhalte und Basiswissen 8
4.1 Der Aufbau einer E-Mailadresse 8
4.2 Das Schreiben einer E-Mail 10
4.3 Das Versenden der E-Mail 11
5. Allgemeine Lernziele und Erweiterung der Schreibkompetenz 12
6. Schluss 15
7. Literaturangaben 16
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1. Einleitung
Der gekonnte Umgang mit dem Computer wird in der heutigen Gesellschaft zunehmend wichtiger und auch in der Schule kommt die Arbeit mit dem Computer immer häufiger vor. In vielen Fällen sendet man eine Nachricht nicht mehr als Brief, sondern schreibt eine E-Mail via Internet - privat wie im Geschäftsleben. Es gibt mittlerweile Lern- und Arbeitsplattformen, die auf das Lernen in der Schule zugeschnitten sind, sowie zahlreiche Lernprogramme, die den Unterricht abwechslungsreicher gestalten. Lehrer sollen den Kindern nicht nur zu den älteren, sondern auch zu den neuen Medien einen bewussten Umgang vermitteln.
Im Rahmen dieser Hausarbeit möchte ich mich jedoch nur auf einen kleinen Teil der Nutzung dieses digitalen Mediums beschränken ± das E-Mail-Schreiben im Deutschunterricht.
Bislang wird das Thema E-Mail im Deutschunterricht durch die didaktische Literatur kaum beachtet. Es gibt viele Texte, in denen die linguistischen Aspekte digitaler Kommunikationsmittel diskutiert und auch die Besonderheiten der E-Mails herausgearbeitet werden. Zu dem didaktisch und methodisch überlegten Einsatz von E-Mail im Unterricht findet man allerdings nicht sehr viele Quellen. In einem ersten Schritt möchte ich mit einem Vergleich kommunikativer Medien beginnen und auf die Besonderheiten des E-Mailschreibens eingehen. Nach einem Blick auf die quantitative Verwendung des Mediums E-Mail von Grundschülern und ihrer Beziehung zu den neuen Medien, insbesondere dem Computer zum Unterricht, gehe ich konkret auf die Lerninhalte ein. Unter dem Punkt ÄLerninhalte³ wird konkret auf die einzelnen Schritte des E- 0DLOYHUVHQGHQVHLQJHJDQJHQ )UDJHQ ZLH Ä:HOFKH 9RUDXVVHW]XQJHQ HUP|JOichen den Schülern das E-0DLOVFKUHLEHQ"³ werden erörtert.
In einem gesonderten Kapitel möchte ich direkt auf den Inhalt des Seminars Ä6FKUHLENRPSHWHQ]HQXQG6FKUHLEGHIL]LWH³HLQJHKHQXQGGHU)UDJHQDFKJHKHQZHOFKHXQG inwieweit hier Schreibkompetenzen entwickelt werden können.
2. Kommunikative Medien im Vergleich
In einem kurzen Exkurs möchte ich eingangs darauf eingehen, was die neuen digitalen Kommunikationsmittel von den alten unterscheidet und warum sie vielleicht deshalb für jüngere Kommunikationsteilnehmer besonders interessant sind.
Auf den ersten Blick bietet die E-Mail als Kommunikationsmittel im Vergleich zum Brief viele Vorteile:
Erst durch die Benutzung neuer Medien wie SMS, Chat oder E-Mail gelingt es den Menschen, schriftsprachliche Kommunikation in Sekunden zu ermöglichen. Die Übermittlung einer Nachricht in die gesamte Welt erfolgt in sehr kurzer Zeit, während das Versenden eines Briefes bis zu einigen Tagen dauern kann. Grundsätzlich ist das Versenden einer E-Mail auch wesentlich günstiger als die Kommunikation per Post. Des Weiteren kann man eine Nachricht an mehrere Rezipienten verschicken, wobei man trotzdem nur einen einzigen Text verfassen muss. Eine empfangene E-Mail lässt sich schnell weiterleiten oder bearbeiten und beantworten und es können Bilder, Ton- und Videodateien als Anhang versendet werden. Schreibt man eine E-Mail, dann ist es möglich, dem Empfänger damit eine direkte Verlinkung mit einer Internetseite zu senden, indem man deren Adresse in den E-Mailtext einfügt. Zuletzt sei gesagt, dass man E-Mails an jede Person schicken kann, die Zugang zum Internet findet ± oder man kann eine E-Mail auch an ein Handy verschicken. 1
Wie auch beim Versenden eines Briefes beruht auch die Kommunikation mit dem Mittel E-Mail auf der Struktur ProduzentIn ± Text ± RezipientIn.
Das Schreiben der E-Mail ist, anders als das Schreiben eines herkömmlichen Briefes, an die Verfügung über einen Computer gebunden. Durch das Benutzen eines Laptops und vielerlei anderer Möglichkeiten, an verschiedenen Orten auf Computer zuzugreifen, zum Beispiel in Internetcafes, wird auch hier die Flexibilität immer größer. Aus linguistischer Sicht ist es besonders interessant, dass sich mit der E-Mail ganz verschiedene Textsorten, wie private oder geschäftliche Briefe, Rundschreiben oder
1 Vgl.: Schoblinski, Peter/ Runkehl, Jens/ Siever, Thorsten: Sprache und Kommunikation im Internet. Überblick und Analysen. Wiesbaden 1998, S. 28.
Elemente von mündlichen oder telefonischen Gesprächen verbinden lassen. Form, Struktur und Produktionsbedingungen haben sich im Wesentlichen verändert. 2 Anders als bei der Face-to-face-Kommunikation, bei der sich Sender und Empfänger zur gleichen Zeit an einem Ort befinden, sind die Kommunikationspartner bei der medial vermittelten Kommunikation voneinander getrennt. Bei der Kommunikation durch E-Mails wie auch durch Briefe besteht eine räumliche und zeitliche Distanz. 3 Weiter kann das Schreiben einer E-Mail oder eines Briefes im Gegensatz zur Nutzung eines öffentlichen Chats als private Kommunikation angesehen werden. Es wird genau festgelegt, an wen die E-Mail gesendet wird, wobei hier auch mehrere Empfänger in Frage kommen können. Schon einige Minuten oder Stunden später kann mit einer schriftlichen Antwort gerechnet werden, wobei bei einer E-Mail der zeitliche Rahmen für ein Feedback nicht so duetlich eingeschränkt ist, wie zum Beispiel beim Chat. Das ist einer der Gründe dafür, dass immer mehr mündliche Formen der Kommunikation in die Schriftlichkeit Einzug erhalten. 4 Übrigens ist mein erstes Mail bereits missglückt, da ich es aus Versehen gelöscht habe, gerade eben, ... es ist so schrecklich erniedrigend, weiß Du? Aber wir sind ja jung und geduldig und schreiben Die alle 1000 Zeilen von 1HXHPJUUU³ C 5
Dieses Beispiel einer E-Mail zeigt, dass umgangssprachliche Formulierungen, Schreibfehler, Spiele und Experimente mit schriftsprachlichen Mitteln in E-Mails keine Seltenheit sind. Vor allem in privaten E-Mails werden Smileys, Comicsprache, Zeichen als phraseologische Ausdrücke, Akrynome und Sonderzeichen zum Ausdruck verwendet, wie sie vor allem in der Kommunikation in Chatrooms zu finden sind. Des Weiteren lassen sich auch häufig Flüchtigkeitsfehler (Orthographie, Interpunktion, Syntax), wie sie im traditionellen Briefverkehr selten zu finden sind, ausmachen. Die kommunikative
2 Vgl.: Günther, Ulla/ Wyss, Eva Lia: E-mail-Briefe ± eine neue Textsorte zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit. In: Holly, Werner/ Püschel, Ulrich/ Hess-Lüttich, Ernest W.B. (Hrsg.): Textstrukturen im Medienwandel. Frankfurt am Main 1996, S. 61 ± 86.
3 Vgl.: Wöckel, Stephan: Internet in der Grundschule. Medienpädagogische und- didaktische Grundlagen. Leipzig 2002, S. 30.
4 Vgl.: Volmert, Johannes: Kommunikation durch neue Medien im semiotischen Vergleich. E-mail, Chat-talk und SMS als Wegbereiter neuer Text- und Kommunikationsformen. In: Kramorenko, Galina (Hg.): Aktuelle Probleme der Germanistik und Romanistik. Smolensk 2005, S. 22 ± 32.
5 Schmitz, Ulrich: E-Mails kommen in die Jahre. Telefonbriefe auf dem Weg zu sprachlicher Normalität. In: Ziegler, Arne/ Dürscheid, Christa (Hrsg.): Kommunikationsform E-mail. Tübingen 2002, S. 49.
Schreibhaltung wird durch das E-Mail-Schreiben besonders gefördert. Reale Kontakte werden per E-Mail und Web möglich. 6
Die graphische Gestaltung einer E-Mail wird meist von einer sehr einfach gehaltenen Software der E-Mailanbieter bestimmt. Sie bietet den Schülern jedoch im Vergleich zu der Gestaltung eines Briefumschlags und des Briefpapiers wenig Möglichkeiten.
3. Neue Medien und E-Mails im Unterricht
Die neuen Medien haben sich in den vergangenen Jahren in kurzer Zeit in allen Lebensbereichen etabliert. Nun ist es interessant zu fragen, wie oft Kinder das Kommunikationsmittel E-Mail benutzen und im Vergleich dazu, wie der Umgang mit diesem Mittel in der Schule aussieht.
Immer häufiger passiert es, dass im Unterricht ein Handy klingelt; der Computerspielmarkt boomt, und insgesamt bekommen die digitalen Medien im Kontext von Lernen und Schule häufig negative Schlagzeilen.
Quantitative Daten zur Internetnutzung von Kindern und Jugendlichen zeigen, dass in den letzten Jahren immer mehr junge Menschen das Internet nutzen. Eine besondere Bedeutung sollte hier den Zahlen zukommen, die sich mit der Häufigkeit des Gebrauchs von Schülern im Grundschulalter auseinandersetzen.
Für Schülerinnen und Schüler in einem Alter von sechs bis dreizehn Jahren hat der Computer eine sehr große Bedeutung: Sie beschäftigen sich immer häufiger und länger mit dem Computer. Eine Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest zeigt, dass bereits 10 % der Kinder im Alter von sechs bis sieben Jahren eine eigene E-Mailadresse besitzen und mit steigendem Alter immer mehr Kinder über einen eigenen elektronischen Posteingang verfügen.
6 Vgl.: Schmitz, Ulrich: E-Mails kommen in die Jahre. Telefonbriefe auf dem Weg zu sprachlicher Normalität. In: Ziegler, Arne/ Dürscheid, Christa (Hrsg.): Kommunikationsform E-mail. Tübingen 2002, S. 48f.
Arbeit zitieren:
Julia Mrosek, 2008, E-Mailschreiben in der Grundschule, München, GRIN Verlag GmbH
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