Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 2
2 Der Begriff der Professionalisierung in Verbindung mit Pädagogik 3
3 Eine historische Sicht auf das Thema. 4
4 Das professionelle Selbst, professionelles Handeln 7
5 Geschlecht und Professionalität. 10
6 Konsequenzen für die Lehrerausbildung. 10
7 Fazit 12
8 Literaturverzeichnis. 13
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1 Einleitung
„Die Bildung für den menschlich so anspruchsvollen Berufs des Lehrers stellt [...] noch weitere Forderungen, die über die Wissenschaftlichkeit der Ausbildung hinausgreifen [...]. Weit mehr als in manchen anderen akademischen Berufen hängt das Wirksamwerden der fachlichen Qualifikationen von menschlichen Fähigkeiten und Eigenschaften ab, die sich nicht in der wissenschaftlichen Arbeit allein, sondern erst im mitmenschlichen Umgang und in einer geistig bestimmten, auch
musischen Aktivität einbegreifenden Geselligkeit erwerben lassen.“ 1
Das oben genannte Zitat des Deutschen Ausschusses für Erziehungs- und Bildungswesen unterstreicht die umfassende Arbeit und Verantwortung, die ein Lehrerberuf mit sich bringt. Die Lehrerarbeit und Lehrerbildung ist in letzter Zeit ein häufig diskutiertes Thema in der Öffentlichkeit. Ich selbst erlebe eine Zeit an der Universität, an der drei verschiedene Studienordnungen des Lehramtsstudiums und Bachelorstudiengängen zu einer Ausbildung der angehenden Lehrer angeboten werden. Ein neuer Studiengang, um zukünftige Lehrer auszubilden, ist in Bearbeitung.
Diese Seminararbeit befasst sich mit der Professionalisierung des Lehrerberufs. Was man unter dem Begriff Professionalisierung in Verbindung mit dem Lehrerberuf genau versteht und was mit dem Begriff der pädagogischer Professionalität gemeint ist, werde ich in einem ersten Kapitel zur Begriffserklärung erläutern.
Anschließend und in Anlehnung an die Inhalte des Seminars werde ich auf den historischen Verlauf des Lehrerberufs seit dem 19. Jahrhundert eingehen. Ab wann kann man genau von einer Professionalisierung des Lehrerberufs sprechen?
Auch beleuchte ich die pädagogische Professionalität, die sich im konkreten Handeln der Lehrer zeigen sollte. Im Mittelpunkt steht hierbei das professionelle Selbst, welches jeder Lehrer ausbilden sollte. Weiter mache ich eine kurze Exkursion in bestehende Aussagen über Geschlecht in Verbindung mit Professionalität.
Zuletzt möchte ich auf die Konsequenzen der Erkenntnisse für die Lehrerausbildung eingehen.
1 Bohnenkamp, W. (Hrsg.): Empfehlungen und Gutachten des deutschen Ausschusses für das Erziehungs- und Bildungswesen.1953-1965. Klett. Stuttgart 1966, S. 768.
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2 Der Begriff der Professionalisierung in Verbindung mit Pädagogik
Mit dem Begriff Profession bezeichnet man in den Sozialwissenschaften eine Reihe von Berufen, die ein relativ hohes Niveau der Ausbildung und der Berufsausübung aufweisen und dementsprechend einen hohen gesellschaftlichen Status erreichen. Die Professionalisierung ist demnach ein Vorgang, der den historisch- gesellschaftlichen Prozess, in dem sich ein Beruf diesem Niveau annährt, beschreibt. 2 Des Weiteren spricht man von Professionalisierung, wenn ein Beruf nicht ohne eine wissenschaftliche Fundierung auskommt.
Nach Hesse kann man mit dem Begriff der Professionalisierung zum Beispiel eine lang andauernde und theoretisch fundierte Spezialausübung bezeichnen. Historisch gesehen werden die Berufe Arzt, Pfarrer oder Jurist als professionalisiert bezeichnet. Die Menschen, die diesen Beruf ausüben, verfügen über ein Berufswissen, das ihnen verhilft, Probleme zu lösen. Der Numerus Clausus, eine lang theoretisch fundierte Spezialausbildung und berufsbegleitende Fortbildungen sind Voraussetzungen, um diese Berufe auszuüben. Nun wollen wir jedoch den Lehrerberuf unter diesen Gesichtspunkten betrachten. Ein Jurist studiert Rechtswissenschaft, ein Arzt studiert Medizin, und was studiert ein Lehrer? Die Frage nach den genauen Wissensinhalten und Schwerpunkten im Studium eines Lehrers ist nicht geklärt. Die in Universitäten und pädagogischen Hochschulen vermittelten Kompetenzen werden von Seminar und Schule als unangemessen beurteilt. Auch auf anderen Gebieten zeigt sich, dass der Beruf des Lehrers sich von denen, die als Professionen gelten, unterscheidet. So ist das Verhältnis vom Arzt zu seinem Patienten freiwillig. Der Schüler hat gezwungenermaßen etwas mit dem Lehrer zu tun. 3
Müller und Tenorth fassen elf Kriterien unter dem Stichwort der Professionalisierung zusammen:
1. Verwissenschaftlichung und Spezialisierung der Ausbildung für den Beruf
2. Einrichtung von Fachschulen samt Prüfungsordnungen
3. Spezifikation der Zugangskriterien 4. Fachprüfungen 5. Filter von Zugangsmechanismen 6. Immunisierung gegen inkompetente Kritik 7. Hoher gesellschaftlicher Status 8. Titel und Statussymbole 9. Zusammenfassung in Berufsverbänden 10. Kodifizierung berufsethischer Normen 11. Erprobungszeiten zwischen Ausbildung und Zulassung zum Beruf
2 Vgl.: Beiner, Friedhelm: Zur Konfliktstruktur der Lehrerrolle. Praxisschock. Rollenkonflikte. Professionalisierung im Lehrerberuf. Dieck. Heinsberg 1982, S. 64-74.
3 Vgl.: ebd.: S. 64-74.
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Hierbei wird deutlich, dass sich besonders viele Kriterien auf die Ausbildung des Berufes beziehen. Die unterstreicht die Wichtigkeit des letzten Kapitels meiner Arbeit, in der ich auf die Konsequenzen für die Lehrerbildung näher eingehen werde.
Für die pädagogischen Berufe allgemein gilt, dass sie nicht als professionalisiert gelten, obwohl deutlich wird, das doch einige der oben genannten Kriterien auf den Lehrerberuf zu übertragen sind. Auf dieser Grundlage wurde für die Bezeichnung unter anderem der Lehrer der Begriff Semi-professionals eingeführt. 4 Forscher, wie Tenorth allerdings, halten an ihrer Meinung, Lehrer unterliegen einer Profession, fest, weil der Lehrer „in der Organisation gesellschaftlich erwünschter Lernprozesse - zu denjenigen, in der Bundesrepublik Deutschland zumeist akademischen Berufen, gehört, die gesamtgesellschaftliche Strukturprobleme bearbeiten. Innerhalb dieser Berufsgruppe gehören die Lehrer, wie Ärzte oder Juristen, zu den personenzentrierten Berufen, die sich von sachorientierten Berufen, wie etwa Ingenieuren abgrenzen lassen. Auch für die Profession des Lehrers ist es kennzeichnend, dass er
einer besonderen, wissenschaftsnahen Qualifizierung bedarf.“ 5
3 Eine historische Sicht auf das Thema
Im folgenden werde ich untersuchen, welche Voraussetzungen für die Entwicklung von Professionalität im Zusammenhang mit dem Lehrerberuf in der Geschichte entstanden. Dabei stehen die Anforderungen an die Lehrerrolle und die Lehrerausbildung im Vordergrund. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts arbeitete der Schulmann, ohne von dem damit verdienten Geld seine Familie ernähren zu können. Seinen Beruf erlernte er teils durch Informationen von seinem Vorgänger, teils durch das Lehrerdasein an sich. Die Öffentlichkeit sah Lehrer als ungepflegte und oft betrunkene Sonderlinge an. Mit der Zeit änderte sich diese Sichtweise. Man sprach von Schulmeistern und sogar auch von Doktoren und Professoren im expandierenden Gymnasium. Aus dem Nebenamt wurde ein Hauptamt, der Beruf wurde sehr bald an Zertifikate gebunden.
Für den Gymnasialprofessor war der Hochschulbesuch Voraussetzung. Die Industrialisierung und Modernisierungsprozesse schließlich forderte gut ausgebildete Lehrer, die Weltlichkeit und Staatlichkeit vermitteln sollten. Der Beruf wurde gesellschaftsfähig. Die Schulen unterlagen derweil der staatlichen, hauptsächlich jedoch kirchlichen Aufsicht. Es ist festzuhalten, dass neben Weltlichkeit und Fachlichkeit, Wissenschaftlichkeit Bedingungen der
4 Vgl.: Gehrmann, Axel: Der professionelle Lehrer. Muster der Begründung - Empirische Rekonstruktion. Leske + Budrich. Opladen 2003, S. 28-30.
5 Müller, S. F./ Tenorth, H: Professionalisierung der Lehrertätigkeit. In: Lenzen, D. (Hrsg.): Enzyklopädie Erziehungswissenschaft. Klett. Stuttgart 1984, S. 153-171.
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Arbeit zitieren:
Julia Mrosek, 2008, Zur Professionalisierung des Lehrerberufs, München, GRIN Verlag GmbH
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