Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 3
2 Anleitung zur Interpretation: Kunstgeschichtliche Hermeneutik nach Oskar
B ätschmann und die Anwendung der Interpretation Oskar Bätschmanns auf Marcel
Duchamp : Fountain (1917) 4
2.1 Einstieg. 4
2.2 Feststellung der Unverständlichkeit des Werks 6
2.3 Analyse, kreative Abduktion und Validierung. 7
2.3.1 Die kunstgeschichtliche Einordnung und Biografie Duchamps 8
2.3.2 Die Auswahl. 9
2.3.3 Zur Signatur R. Mutt. 11
2.3.4 Zur Benennung des Kunstwerks als Fountain 12
2.3.5 Der Zettel. 13
2.3.6 Ausstellungen des Fountain 13
2.3.7 Und das soll Kunst sein? 15
3 Fazit und Kritik. 15
4 Literaturnachweis 17
5 Abbildungsverzeichnis 18
2
1 Einleitung
Oskar Bätschmann vereinte die Ansätze verschiedener Methoden integrativ in einer Theorie, die mit Hilfe einer schrittweisen Herangehensweise die Interpretation eines Kunstwerks ermöglicht. Sein hermeneutischer Ansatz ist kein werkimmanenter, jedoch werden hierbei Erkenntnisse immer wieder auf das Werk zurückbezogen. Ein methodisch korrektes Vorgehen soll dazu führen, dass Vorwürfe nach Subjektivität verdrängt werden. Ich werde in dieser Seminararbeit diesen Ansatz Bätschmanns auf ein Kunstwerk von Duchamp „Fountain“ anwenden und mich dabei kritisch mit ihm auseinandersetzen. Dabei gehe ich erst auf die theoretische Idee des Auslegungsprozesses ein, bevor ich beginne, mit Hilfe dessen das ausgewählte Kunstwerk zu interpretieren. Die theoretischen Inhalte entnehme ich seinem Aufsatz Anleitung zur Interpretation: Kunstgeschichtliche Hermeneutik., welcher in Kunstgeschichte. Eine Einführung. Von Martin Warnke veröffentlicht wurde.
Ich werde auf der einen Seite herausstellen, welche Möglichkeiten sich hierbei in Bezug auf die Interpretation eröffnen, aber auf der anderen Seite jedoch auch, an welche Grenzen ich bei der Anwendung der Theorie stoße. Bätschmann selbst schreibt nicht, dass eine Anwendung auf bestimmte Kunstgattungen unmöglich ist, er schreibt nur: „Die Übertragung auf andere Kunstgattungen (Architektur, Skulptur, Kunstgewerbe, Design) würde einen größeren Aufwand erfordern.“ 1
Der Kunsthistoriker Dieter Daniels behauptete 1992 sogar,
„dass bei Duchamp viele der traditionellen kunstgeschichtlichen Methoden nicht mehr angewendet werden können. Die Verfahren der Stilanalyse und der Ikonographie, die von Cézanne über den
Kubismus bis zur Abstraktion noch funktionieren, greifen bei Duchamp nicht.“ 2
1 Bätschmann, Oskar: Anleitung zur Interpretation: Kunstgeschichtliche Hermeneutik. In: Belting, Hans/ Dilly,
Heinrich/ Kemp, Wolfgang/ Sauerländer, Willibald/Warnke, Martin (Hrsg.): Kunstgeschichte. Eine Einführung.
Bonn 2003, S. 202.
2 Daniels, Dieter: Duchamp und die anderen. Der Modellfall einer künstlerischen Wirkungsgeschichte in der
Moderne. Köln 1992, S. 236.
3
2 Anleitung zur Interpretation: Kunstgeschichtliche Hermeneutik nach Oskar Bätschmann und die Anwendung der Interpretation Oskar Bätschmanns auf Marcel Duchamp: Fountain (1917)
2.1 Einstieg
Erste Informationen über das Kunstwerk entnehme ich einem Ausstellungskatalog Duchamp. Eine Ausstellung im Museum Ludwig, Köln. 27. 6. - 19. 8. 1984:
Marcel Duchamp, Fountain: durchsichtiges Urinierbecken, 60 cm hoch. Original ist verloren. Inschrift: R. Mutt/1917. 1. Replika: Sidney Janis, New York, 1951. 2. Replika: Galleria Schwarz, Mailand, 1964. Auflage von 8 Stück, nummeriert und signiert. Privatsammlung, Paris.
In einem Einstieg wird die Voraussetzung zum Verständnis eines Werkes geschaffen. Jeder Interpretation liegen Fragen an die Unverständlichkeit des Werkes und nicht etwa die wissenschaftliche Lektüre zugrunde. „Wir können das Verstehen von Werken der bildenden Kunst allgemein als jene Tätigkeit umschreiben, durch die wir unser Unverständnis beseitigen wollen.“ 3 , so Bätschmann.
Viele verschiedene Fragestellungen führen dazu, dass das Kunstwerk später aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet und hinterfragt wird. So werden neben Fragen an die Biografie des Künstlers auch etwa die sozialen Zustände berücksichtigt oder aber der Vergleiche zu anderen, zur gleichen Zeit entstandenen Werke angeleitet. Bätschmann unterstreicht, dass hier trainiertes und gelerntes Sehen gefordert wird. Eine Beschreibung, die jedoch nicht mit in die Interpretation integriert werden soll, kann die distanzierte Sicht auf das Werk unterstützen.
Die erste Schwierigkeit besteht hierbei darin, dass es sich bei dem Kunstwerk um eine Skulptur handelt, die von allen Seiten in ihrer Dreidimensionalität wahrgenommen werden sollte, um das gesamte Kunstwerk zu erfassen. Das originale Kunstwerk ist leider verschwunden; also gehe ich zunächst von einer Fotografie aus.
3 Bätschmann, Oskar: Anleitung zur Interpretation: Kunstgeschichtliche Hermeneutik. In: Belting, Hans/ Dilly,
Heinrich/ Kemp, Wolfgang/ Sauerländer, Willibald/Warnke, Martin (Hrsg.): Kunstgeschichte. Eine Einführung.
Bonn 2003, S. 199.
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Arbeit zitieren:
Julia Mrosek, 2007, Anleitung zur Interpretation nach Oskar Bätschmann anhand einer Interpretation des Werkes Fountain (1917) von Marcel Duchamp, München, GRIN Verlag GmbH
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