Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG 3
1.1 Fragestellungen 4
1.2 Aufbau der Arbeit 4
2 SUBJEKTORIENTIERUNG 4
3 SYSTEMTHEORIE NACH LUHMANN 6
4 THEORIE DER LEBENSWELTORIENTIERUNG 7
5 FALLBESCHREIBUNG 8
6 SCHLUSSFOLGERUNGEN UND BEANTWORTUNG DER FRAGEN. 11
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1 Einleitung
Themen dieser Studienarbeit sind Grenzen und Möglichkeiten der Subjektorientierung im Bereich Sozialer Arbeit auf der Basis der wissenschaftlichen Ansätze der Lebens-weltorientierung nach Hans Thiersch und der Systemtheorie nach Niklas Luhmann. Jeder Berufsanfänger im Feld der Sozialen Arbeit sucht bei der Zusammenarbeit mit seiner Klientel nach theoretischen Anknüpfungspunkten. Praktische Fragestellungen, mit denen er sich bisher nicht auseinander gesetzt hat, erfordern von ihm theoretisch fundierte Antworten. Auf welche der von ihm bisher gedanklich durchdrungenen Theorieansätze, die im Rahmen seines Studiums zum Diplom oder Bachelor der Sozialen Arbeit gelehrt wurden, sollte er sich konzentrieren, bei der Planung von Interaktionen? Unter Zuhilfenahme welcher Handlungskriterien kann er wissenschaftliche Theorien in die Praxis überführen? Um diese Frage zu beantworten, ist eine Orientierung an vergleichbaren Kriterien für Theorieansätze möglich. Anschließend ist es möglich, verschiedene Theorieansätze gegenüberzustellen und sie über den Zugang der Subjekt-orientierung in Beziehung zu bringen.
Doch nicht nur für Berufsanfänger hat die theoriegeleitete Bezugnahme auf Adressaten eine hohe Bedeutung. So entwickelten sich etwa im Rahmen der Forumsdiskussion des 4. Jahrgangs der MAPS „Gemeindepsychiatrie“ Studierenden (15.03.09 -16.04.09) lebhafte Diskussionen um die Auswirkungen von theoriegeleitetem Handeln. Letztlich wurde hierüber gemeinschaftlich ein positives Resümee gezogen und in Beispielen benannt: bessere Überschaubarkeit des eigenen Arbeitsfeldes, mögliche Abstrahierung von Einzelfällen, Verlässlichkeit empirisch überprüften Handlungswissens (vgl. MAPS 2009).
Diese Studienarbeit hat sich nun zum Ziel gesetzt, die systemtheoretischen Überlegungen nach Luhmann und der Lebensweltorientierung nach Thiersch im Kontext der Tätigkeit mit Adressaten der Sozialen Arbeit auf ihre Subjektorientierung zu überprüfen. Erste Erschwernisse in der Erarbeitung könnten dabei an dem Punkt der Übersetzung der theoretischen Ausformulierungen in die praktische Intervention mit dem Adressaten auftauchen. Dazu bestehen zwei Herangehensweisen. Beide vorgestellten Theorien können ergänzend im Beispiel beschrieben werden. Vielversprechend ist auch die Alternative, beide vergleichend an einem Beispiel aus der Praxis auszurichten. Dabei bedarf es festgelegter Kriterien, anhand welcher beide Ansätze geprüft werden können. Dies wird im Fortlauf der Arbeit untersucht und der beste Weg gewählt.
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Der guten Lesbarkeit und Einfachheit halber, wird in dieser Arbeit die männlichgrammatikalische Form der Bezeichnung von Sozialarbeitern und Sozialarbeiterinnen und weiteren Bezeichnungen verwandt.
1.1 Fragestellungen
Zur Orientierung im Sachverhalt werden folgende Fragen aufgeworfen, die im Zuge der Studienarbeit bearbeitet und damit beantwortet werden sollen. Inwieweit sind die Systemtheorie nach Luhmann und die Lebensweltorientierung nach Thiersch am Beispiel vergleichbar?
Wo ergeben sich Grenzen und Möglichkeiten der Hilfestellung für den Adressaten im Praxisfeld der Gemeindepsychiatrie über zwei verschiedene wissenschaftliche Zugänge?
1.2 Aufbau der Arbeit
Um diese Fragen beantworten zu können, wird zunächst mit der Begriffsdefinition und Bedeutung von Subjektorientierung begonnen. Zur bildhaften Darstellung werden Beispiele eingefügt. Zudem werden die erwähnten Theorien von Luhmann und Thiersch in Kürze zur Information des Lesers benannt und erläutert. Zum besseren Verständnis beider Zugänge wird exemplarisch betrachtet, an dem sich die Abweichungen und Übereinstimmungen deutlicher skizzieren lassen, als in der reinen Beschreibung. Anschließend werden die Ergebnisse in zusammengefasster Form in einer Beantwortung der Fragen münden.
Die Recherchen zur Subjektorientierung ergaben, dass es keine wissenschaftliche Grundlagenliteratur zu diesem speziellen Thema gibt. Einzelne Anwendungsbereiche der Subjektorientierung finden sich im Bereich der Klientenzentrierten Gesprächsführung von Rogers wieder. Darauf kann nicht näher eingegangen werden, da dies den Rahmen der vorliegenden Arbeit sprengen würde.
2 Subjektorientierung
Zur Annäherung an das Gesamtthema steht die Klärung des Begriffes „Subjektorientierung“ im Vordergrund. Die Analyse des Wortes gibt zwei Begriffe vor. Orientierung ist eine Ausrichtung und Bezugnahme auf einen Sachverhalt oder Gegenstand, in diesem
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Fall das Subjekt, welches näher erläutert werden wird. Philosophisch betrachtet, bedeutet der zweite Begriff Subjekt, ein „erkennendes, mit Bewusstsein ausgestattetes, handelndes Ich“ (Duden 2000, S. 958). In der Veröffentlichung „Die Wissenschaft Soziale Arbeit“ von Engelke regt der Autor alternative Antworten auf philosophische Grundfragen an. Eine dieser Grundfragen entstammt dem menschlichen Wunsch nach Auseinandersetzung mit Subjekt und dessen Gegensatz Objekt. Im Verhältnis zuein-ander geht es um die Erkenntnisstruktur zwischen beiden. „Wie sind das Erkenntnissubjekt und das Erkenntnisobjekt aufeinander bezogen?“ (Engelke 2003, S. 159). Die Beantwortung ergibt sich bei Engelke aus der Positionierung von zwei sich gegenüber liegenden Polen: dem Subjektivismus und dem Objektivismus. Für den Erkenntnisvorgang betrachtet der Subjektivismus alles aus der Perspektive des Einzelnen (Eigenperspektive). Alles Benannte oder Bestimmte entspringt der Erkenntnis des Subjektes. Es ist die einzige Instanz, die schafft und produziert (vgl. ebd, S. 160). Um beispielhaft zu arbeiten ist der Vergleich mit einer von außen nur unzureichend nach zu vollziehenden Psychose sinnvoll. Der Fokus liegt auf dem psychotischen Menschen, der diesen Zustand für sich allein erlebt.
Der Objektivismus postuliert dem Gegenüber die Unabhängigkeit des Zu-Erkennenden. Er besagt, dass Objekte auch ohne die Erfassung oder Bearbeitung durch das Subjekt existieren. So kann sich Wirklichkeit über Erkenntnisvorgänge (zum Beispiel Erfassung über Sinne, empirische Verfahren u.a.) gemeinschaftlich begreifen lassen (vgl. ebd.). Objektive Kriterien sind auch im Bereich der Gemeindepsychiatrie etabliert, die von Fachkräften gemeinhin anerkannt werden. Zum Beispiel über die Internationale Klassifikation der Krankheiten 10 (ICD-10) werden intrapsychische Phänomene verifizierbar und objektiv zugänglich gemacht.
Mithilfe dieser Erläuterungen fällt es nicht mehr schwer den Begriff Subjektorientierung mit Inhalt zu füllen. Durch die Gegensätzlichkeit zum Objektivismus wird deutlich, dass die Bezugnahme auf das Subjekt keiner gemeinschaftlichen Interaktion unterliegt. Es wird sichtbar, dass persönliche Vorstellungen in der professionellen Beziehungsgestaltung zum Adressaten zurückgehalten werden müssen, um unabhängig, dessen Annahme und Meinung erkennen zu können.
In den letzten Abschnitten wurde beschrieben, über welche Perspektive (Weltanschauung) Erlebnisse aufgenommen werden können. Die in dieser Arbeit mit eingeflochtenen Theorieansätze von Luhmann und Thiersch werden auf ihren Zugang zur Umwelt überprüft um deutlich werden zu lassen, auf welcher Grundlage der jeweilige Theoriezugang basiert.
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Arbeit zitieren:
Anke Brückner, 2009, Grenzen und Möglichkeiten Sozialer Arbeit auf der Basis von Systemtheorie und Lebensweltorientierung, München, GRIN Verlag GmbH
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