Inhaltsverzeichnis
1. E i n l e i t u n g 1
2. Lebenslauf der Maria Montessori 1
3. Die Montessori Pädagogik 4
4
3.1 Idee der Montessori-Pädagogik
5
3.2 Die drei sensiblen Phasen
7
3.3 „Das Kind als Baumeister seiner selbst“
7
3.4 Die Rolle des Erwachsenen
8
3.5 Arbeitsmaterialien
9
3.6 Die Montessori-Erzieher und Lehrer
4. Kritik an der Montessori-Pädagogik 10
5. S c h l u s 1
6. Quellenverzeichnis 12
II
1. Einleitung
Auf Grund der PISA-Studie, bei der das deutsche Schulsystem sehr schlecht abgeschnitten hat, erlebt der Ansatz von Maria Montessori in letzter Zeit einen enormen Aufschwung. Ihre Ansätze werden schon in vielen Kindergärten und Grundschulen angewandt. Hierbei wird das Kind und die Beobachtung dieses in den Mittelpunkt gerückt.
Im Folgenden wird nun zuerst das Leben der Maria Montessori betrachtet. Anschließend wird genauer auf die Montessori-Pädagogik eingegangen. Dabei werden die Unterpunkte Idee der Montessori-Pädagogik, die drei sensiblen Phasen, „das Kind als Baumeister seiner selbst“, die Rolle des Erwachsenen, Arbeitsmaterialien und die Montessori- Erzieher und Lehrer angesprochen.
2. Lebenslauf der Maria Montessori
Am 31. August 1870 wurde Maria Montessori in Chiaravalle geboren. Sie wuchs als Einzelkind in einem liberal-religiösen Elternhaus auf. Ihr Vater, Alessandro Montessori, arbeitete als Finanzbeamter und ihre Mutter, Renilde Stoppani, war Tochter eines Gutsbesitzers. 1 Maria besuchte ab 1875 die öffentliche Volkschule, hat dann aber später auf eine technisch, naturwissenschaftliche Schule gewechselt. Nach dem Schulabschluss im Jahre 1890 wollte sie Medizin studieren, wurde jedoch an der Universität abgewiesen. Sie studierte dann, gegen den Willen der Eltern, die ihre Tochter gern als Lehrerin gesehen hätten, Ingenieurwesen und Mathematik. Nach Ablegen der Prüfungen erlangte sie die „Berechtigung zur Aufnahme eines Medizinstudiums“ 2 . Dies war ein großer Wunsch von ihr gewesen. 1892 gelang es ihr schließlich, sich für das Medizinstudium einzuschreiben, obwohl dies damals „unerhört und auch unmöglich“ 3 war. Wie ihr dies gelungen ist, ist unbekannt. Auch für ihre Familie war es ein großer Schock. Ihr Vater verbot ihr sogar ein Medizinstudium. Maria hörte jedoch nicht auf ihn, weshalb es für einige Jahre zu einem „Bruch zwischen Vater und Tochter“ kam. 4 Von ihrer Mutter wurde sie jedoch weiterhin immer unterstützt, da diese fest an sie glaubte. 5
1 Heiland, Helmut (1993): Maria Montessori. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH. S. 9.
2 Meinhard, Gabriele: „Hilf mir es selbst zu tun“ (12.05.2006)
(http:// www.gilthserano.de/bio/weltb%C3%BCrger/montessori.html)
3 Keden, K., Schierhorn, S.: „Allgemeine Pädagogik“ (12.05.2006)
(http://www.studiserver.de/mubi/Paedagogik- Montessori.php)
4 Labbé, Micha: „Maria Montessori - Ein Leben für die Kinder“
(12.05.2006)(http://www.labbe.de/zzzebra/index.asp?themaid=324&titelid=3636&titelkatid=0&move=-1)
5 Ebd.
1
Während ihres Studiums stieß Maria Montessori auf große Schwierigkeiten. Ihre Mitstudenten reagierten „ablehnend und boshaft“ 6 und die Professoren versuchten sie zu übersehen. Maria durfte auch nicht mit den anderen Studenten im Anatomiesaal arbeiten, weshalb sie sich nachts darin einschließen ließ, um dort arbeiten zu können. 7 Trotz allem stach sie durch ausgezeichnete Leistungen hervor, weshalb sie verschiedene Stipendien bekam, durch die sie ihr Studium alleine finanzieren konnte. Kurz vor Ende ihres Studiums kam es wieder zur Versöhnung zwischen Vater und Tochter, da Maria an der Universität einen Vortrag halten sollte, zu dem ihr Vater von einem Freund überredet worden war, mitzukommen. Maria „behandelte ihr Thema ausgezeichnet, trug es brillant vor und begeisterte ihre Zuhörer mit ihrer Persönlichkeit.“ 8 Die Zuhörer beglückwünschten ihren Vater zu einer solchen Tochter, wodurch die Entfremdung zwischen ihnen gelöst war. 9 Im Jahre 1896 beendete Maria Montessori ihr Studium mit Auszeichnung. Sie war die erste „Dottoressa“ Italiens.
Maria Montessori arbeitete bereits in den letzten Jahren ihres Studiums als Assistentin an einer psychiatrischen Klinik. Ab 1897 folgte dann eine Anstellung als Assistenzärztin in der Universitätsklinik Roms in der Abteilung für Kinderpsychiatrie. Gleichzeitig eröffnete sie noch ihre eigene Praxis. Durch den Umgang mit den geistig behinderten Kindern erkannte sie den Tätigkeitsdrang und Eigentrieb, der allen Kindern zu Grunde liegt. Sie war der Überzeugung, dass die Kinder ein pädagogisches und kein medizinisches Problem hatten. Bei ihren Nachforschungen stieß sie dann auf die Werke des französischen Arztes und Taubstummenlehrers Jean Itard und des Psychiaters und Pädagogen Edouard Séguin, die beide der Überzeugung waren, dass behinderte Kinder durch besondere Förderung angeregt werden müssten. Diese Entdeckungen kombinierte sie mit ihren eigenen Erkenntnissen und entwickelte somit eine pädagogische Methode, mit der sie in ihrer Arbeit als Dozentin an der Lehrerausbildung und Direktorin eines heilpädagogischen Instituts in Rom (1898-1900) sehr viel Erfolg hatte. Ihre Schüler leisteten oft schon nach zwei Jahren genauso viel wie die gesunden Kinder, die auf eine Regelschule gingen. Deshalb überlegte sie, welche Mängel es im „normalen“ Schulsystem geben könnte, dass geistig gesunde Kinder solche schwachen Leistungen erbringen.
Maria Montessori ging dann eine Beziehung mit ihrem angesehenen Arztkollegen Dr. Giuseppe Montesano ein, von dem sie dann auch schwanger wurde. Im März 1898 wurde ihr
6 Keden,K., Schierhorn,S., a.a.O.
7 Heiland, Helmut, a.a.O., S. 23.
8 Ebd., S. 24.
9 Ebd.
2
einziges Kind, ihr Sohn Mario, geboren. Sie hielt jedoch die Geburt streng geheim und gab ihren Sohn in Pflege, da ein uneheliches Kind das Ende ihrer Karriere bedeutet hätte. Ihr Sohn erfuhr erst im Alter von 15 Jahren, wer seine leibliche Mutter war. Ihr Sohn erfuhr erst im Alter von 15 Jahren, wer seine leibliche Mutter war, worauf Maria ihn zu sich nahm. Er wich fortan nicht mehr von ihrer Seite und wurde später auch ihr Assistent. Offiziell blieb er bis zu ihrem Tod jedoch nur ein Mitarbeiter, da sie nur ihren nächsten Bekannten von ihrem Sohn erzählt hatte.
Da sie mit ihrer Forschungsarbeit vorankommen wollte, verließ sie das Institut im Jahre 1902 und studierte Psychologie und Anthropologie. 1904 ernannte man sie schließlich zur Professorin für Anthropologie an der Universität in Rom.
Marias Arbeit zeigte mit den Jahren erste Erfolge. Sie schaffte es sogar, einigen geistig behinderten Kindern das Lesen und Schreiben beizubringen, sodass diesen eine Teilnahme an den Aufnahmeprüfungen für die normalen Schulen möglich war. Von der italienischen Regierung wurde Maria Montessori 1907 beauftragt, das erste Kinderhaus in San Lorenzo mit dem Namen „Casa dei Bambini“ zu leiten und dort auch die Hygiene zu kontrollieren. Hierbei ist wichtig zu erwähnen, dass das Kinderhaus in einem Elendsviertel war und dort vor allem verwahrloste Kinder lebten. Bei dieser Arbeit nutzte sie ihre Erfahrung, die sie mit behinderten Kindern gemacht hatte. Sie benutzte Material, das sie aus der Experimentalpsychologie gekannt und weiterentwickelt hatte. Darüber hinaus war sie durch Impulse, die von seitens der Kinder kamen, angeregt worden. 10 So lernten die Kinder mit den Händen zu arbeiten, sich um ihre Umgebung und ihre Mitmenschen zu sorgen. Weiterhin durften sie sich aussuchen, mit was sie sich beschäftigten wollten, solange sie die anderen in Ruhe arbeiten ließen. Die Kinder lernten sehr schnell. Ebenso verbesserte sich ihr Selbstwertgefühl, da sie sich zum ersten Mal als etwas Wertvolles betrachteten. 11 Ihr Kinderhausmodell sprach sich in Rom sehr schnell herum, da die Kinder „nicht geahnte Fortschritte“ 12 machten, mit Erfolgen, die man ihnen, da sie aus einer sehr niedrigen sozialen Schicht kamen, nicht zugetraut hatte. Ein Schlüsselereignis während dieser Zeit war ihre „Beobachtung eines dreijährigen Mädchens, das völlig selbstversunken in seine Beschäftigung mit Einsatzzylinderklötzen“ 13 war, dass es sich auch durch ständige
10 Meinhard, Gabriele, a.a.O.
11 Labbé, Micha, a.a.O.
12 Ebd.
13 Wikipedia Foundation Inc.:„Maria Montessori“ (12.05.2006) (www.wikipedia.de)
3
Arbeit zitieren:
Christine Sitter, 2006, Maria Montessori, München, GRIN Verlag GmbH
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