Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. D e f i n i t i o n 1
3. G e s c h i c h t e 1
4. Heutiger Stand 2
5. Teilkomponenten, die das selbstbestimmte Lernen beeinflussen 2
6. Selbstbestimmtes Lernen in der Schule 3
6.1 Selbstbestimmtes Lernen vs. Fremdbestimmung in der Schule 3
6.2 Methoden in der Schule 3
7. Selbstbestimmtes Lernen jenseits der Institutionen 4
8 S c h l u s s 5
9 R e s ü m e e 5
10. Literaturverzeichnis 8
II
Selbstbestimmtes Lernen
1. Einleitung
In der letzten Zeit wird die Kritik an den Schulen immer lauter. Die Menschen beschweren sich darüber, dass an den Schulen zu wenig gelernt wird. Weiterhin würden sich die Schüler und Schülerinnen nicht bzw. kaum für den vermittelten Stoff interessieren, ihre Aufgaben nur oberflächlich bearbeiten, sehr viel schummeln, um gute Noten zu bekommen und schließlich das meiste gleich wieder vergessen. Diese Kritik wurde vor allem durch die PISA-Ergebnisse bestätigt, weshalb seit dieser Studie das selbstbestimmte Lernen immer wieder stärker betont wird. 1 Durch die Interpretation der Ergebnisse dieser PISA-Studie wurde deutlich gemacht, dass das „Ausmaß selbstbestimmten Lernens“ 2 relevant für den Lernerfolg ist. 3
2. Definition
Unter selbstbestimmtem Lernen versteht man die Entscheidungsfreiheit des Lernenden „über die Ziele und Inhalte, die Formen und Wege, Ergebnisse und Zeiten“ sowie über die Orte, an denen er lernen möchte. 4
3. Geschichte
Der Gedanke des selbstbestimmten Lernens ist nicht neu, er kam bereits im 19. Jahrhundert auf. Hier äußerte Diesterweg einen sehr wichtigen Gedanken: „Was der Mensch sich nicht selbstthätig angeeignet hat, hat er gar nicht; wozu er sich selbst nicht gebildet hat, ist gar nicht in, sondern ganz außer ihm“ 5
Doch die eigentlichen Wurzeln des selbstbestimmten Lernens liegen in der Humanistischen Pädagogik und in der Reformpädagogik. So hat z.B. Maria Montessori sehr großen Wert auf selbstbestimmtes Lernen bzw. die Freiarbeit gelegt.
Auch bei Gaudig war die freie Geistestätigkeit sehr wichtig, da sich die Schüler auf diese Weise entfalten konnten und auch ihre Persönlichkeiten entwickelten. Hierfür muss man den
1 Rüegsegger, Ruedi: „Lernen“ (30.05.2006) (www.ph-heidelberg.de/org/Suschu/ruegsegger.htm)
2 Wikipedia Foundation Inc.: „Selbstbestimmtes Lernen“ (30.05.2006) (www.wikipedia.de)
3 Ebd.
4 Ebd.
5 Diesterweg, Adolph (1873): Diesterweg`s Wegweiser zur Bildung für deutsche Lehrer. Band I: Das
Allgemeine. Essen. S. 202
1
Schülern, nach Gaudig, aber genügend Freiraum zur Selbstbetätigung geben. Sein Ziel war es immer, den Schüler zur Selbstständigkeit zu bringen.
Der eigentliche Begriff des selbstbestimmten Lernens kam jedoch erst in den siebziger Jahren des 19. Jahrhunderts auf. Es wurde damals von dem amerikanischen Wort „self-directed learning“ abgeleitet, dessen Begründer Knowles war. 6
4. Heutiger Stand
In den deutschen Schulen spielt das selbstbestimmte Lernen noch keine große Rolle, weshalb hier ein großer Nachholbedarf von Bedeutung wäre. Die Schüler werden nämlich nur auf Grund der Leistungsbewertungen und der Lernziele, die man innerhalb eines Schuljahres benötigt, zum selbstbestimmten Lernen gezwungen bzw. dazu veranlasst. 7
5. Teilkomponenten, die das selbstbestimmte Lernen beeinflussen
Es gibt gewisse Komponenten, die ein Lerner mitbringen sollte, damit ein selbstbestimmter Prozess möglich ist und dann auch aufrechterhalten wird. Zunächst einmal muss der Lernende genügend Motivation zeigen, den Lernprozess von sich aus überhaupt aufnehmen zu wollen, denn selbstbestimmtes Lernen ist nur dann möglich, wenn der Lerner motiviert ist, sein Wissen zu einem bestimmten Thema zu erweitern. Wichtig ist auch, dass der Lernende bezüglich eines selbstbestimmten Lernprozesses, ein Bedürfnis bzw. auch eine Notwendigkeit zur Aufnahme des Prozesses spüren muss. Weiterhin muss sich der Lernende einen Maßstab zur Kontrolle und Bewertung seines Lernprozesses setzen. Darüber hinaus muss er genügend Volition mitbringen, die ihn dann immer wieder auffängt, wenn seine Motivation nachlässt, denn auch ein sehr hoch motivierter Lerner wird seine Motivation während des Lernprozesses nicht kontinuierlich beibehalten. Deshalb muss zu den Zeitpunkten, in denen die Motivation allmählich nachlässt, ein „volitionaler Prozess in Gang kommen“, der die Fortführung des Prozesses und somit auch ein Erreichen des zuvor gesetzten Lernzieles ermöglicht. Jedoch ist auch ein starker Wille des Lerners von großer Bedeutung, um das Ziel zu verwirklichen. Außerdem muss er eine gewisses Grad an Neugier gegenüber dem Lernstoff mitbringen und über Strategien verfügen, damit es zu einem Erfolgserlebnis und auch zu effektivem Lernen kommt. Viele Menschen zeigen nämlich die Bereitschaft zum Lernen dadurch, dass sie Neues entdecken wollen und auch Erkenntnis anstreben. Zu den Strategien, die nötig sind, gehören dann kognitive und metakognitive Strategien. Kognitive Strategien meinen, dass man die
6 Pieter, Andrea (2004): Selbstbestimmtes Lernen in der Schule. Frankfurt am Main. Europäischer Verlag der
Wissenschaften. S.19.
7 Wikipedia Foundation Inc., a.a.O.
2
Arbeit zitieren:
Christine Sitter, 2006, Selbstbestimmtes Lernen, München, GRIN Verlag GmbH
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