Abweichendes Verhalten an Schulen bedeutet somit, dass sich Schüler oder Lehrer nicht normgerecht Verhalten und somit den festgelegten Normen der Gesellschaft widersprechen. Erscheinungsformen abweichenden Verhaltens an Schulen können gegen Mitschüler, Lehrer, Sachen, durch Lehrer, sexuelle Gewalt und Autoaggression sein. Legen wir das Augenmerk zuerst auf das Abweichende Verhalten von Schülern gegen Mitschüler so kann das in Form von ängstigen, bedrohen, hänseln, provozieren, anrempeln und Sachen wegnehmen, ausgeübt werden. Hierbei handelt es sich bereits um „kleine Gewalt“, das jedoch in dramatischer Weise ausarten kann. Nehmen wir als veranschaulichtes Beispiel an, ein Schüler der aufgrund von Gewichtsproblemen ein sehr geringes Selbstbewusstsein besitzt wird über einen längeren Zeitraum gehänselt, aufgrund seiner Gewichtsprobleme und sein Äußeres. Dieses abweichende Verhalten des Schülers ist zwar kein Gesetzesverstoß, kann jedoch für die betroffene Person sehr große Folge haben. An diesem Beispiel kann man sehr gut zeigen, dass abweichendes Verhalten im Auge des Betrachters und an der jeweiligen Situation liegt. Für die meisten Jugendlichen ist eine „Hänselei“ sehr banal, jedoch kann sie schwerwiegende Folgen haben und dies muss man sich einfach bewusst machen. Es gibt einfach viel zu viele Fälle bei denen es als harmlos empfunden und weg geschaut wird. Deshalb ist es umso wichtiger das der Lehrer ein Augenmerk auch auf geringfügiges abweichendes Verhalten legt. Wie bereits oben erwähnt wird abweichendes Verhalten auch oft als Gewalt angesehen. Indem Falle wird „Hänseln“ als Form von „kleiner Gewalt“ angesehen. Man spricht von schwerwiegender Gewalt wenn Mitschüler gequält, erpresst, geschlagen, oder mit Waffen angegriffen oder beraubt werden. Der Schüler würde bei diesem abweichenden Verhalten gegen das Gesetzt verstoßen und seinen Mitschülern erheblichen psychischen und physischen Schaden zufügen. Nimmt man als sehr dramatisches Beispiel den Amoklauf des Schülers in Erfurt, der seine Mitschüler und auch seine Lehrer mit einer Waffe angegriffen hat, kann man sehr gut den Extremfall eines solchen abweichenden Verhaltens ansehen. Bei diesem Beispiel muss man natürlich berücksichtigen, dass bei diesem Schüler noch viele andere Gründe mitgewirkt haben, dass er diese Tat begangen hat und wie bereits erwähnt ist es ein sehr spezielles und extremes Fallbeispiel. In diesem Fall würde man von „Großer Gewalt“ sprechen. Betrachtet man abweichendes Verhalten von Schülern gegenüber Lehrern so kann dies zum einen in Form von „fertigmachen“, provozieren, Kleidung beschädigen und Unterricht sabotieren zum einen oder im schlimmeren Fall kann es durch, schlagen, verletzten, mit dem Messer bedrohen, auflauern, Telefonterror oder Drohbriefe, ausgeübt werden. Auch
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hier wird sehr schnell klar, dass das abweichende Verhalten verschiedene Formen anehmen kann und den Lehrer als Respektperson stark schädigen kann. Vergleicht man das Verhalten der Schüler den Lehrern gegenüber der Vergangenheit und Gegenwart wird einem sehr schnell bewusst, das der Respekt gegenüber Lehrern sehr stark abgenommen hat. Früher ging die Gewalt innerhalb der Klasse vom Lehrer aus, der durch die Prügelstrafe und hoher Disziplin eine Respektperson für die Schüler war, jedoch zum größten Teil aus Angst. Blickt man in die heutigen Schulen fällt auf, das der Umgang zwischen Schülern und Lehrern sehr viel lockerer geworden ist. Dies kann auf der einen Seite als positiv angesehen werden, solang die Schüler den Respekt vor dem Lehrer waren und kein abweichendes Verhalten gegenüber diesem ausüben. Das deviante Verhalten gegenüber der Lehrperson hat im Gegensatz zur Vergangenheit zugenommen. Dies kann fatale bis zu lebensbedrohliche Folgen für den Lehrer haben. An diesem Punkt muss man sich Fragen, warum Schüler deviantes Verhalten gegenüber Lehrern zeigen. Ein Auslöser hierfür kann zum einen das Verhalten des Lehrers gegenüber dem Schüler sein. Wird ein Schüler mit hohem Gewaltpotential von dem Lehrer über längere Zeit ungerecht behandelt oder bewertet kann dies schon zu deviantem Verhalten des Schülers führen. Ein weiterer Grund ist, dass Schüler oft ihre Wut über schlechte Zensuren auf den Lehrer projizieren und somit ihn zum Beispiel provozieren. Allgemein kann man sagen, dass am dem Lehrer - Schüler Verhältnis etwas nicht richtig laufen kann, wenn es zu solchen Vorfällen kommt. Es gibt auch etliche Schüler die sich innerhalb ihrer Peer-Group profilieren wollen und somit versuchen den Lehrer zu provozieren. Meistens trifft es Lehrpersonen, die eher unsicher in der Lehrerrolle sind oder zu streng mit den Schülern sind. Deviantes Verhalten von Schülern kann sich auch gegenüber Sachen äußern. Dabei werden Gegenstände und somit auch Eigentum der Schule auf verschiedene Art und Weise mutwillig beschädigt. Dies kann in Form von sprayen, „bekritzeln“, Flaschen werfen, Türen zertreten, Inventar beschädigen bis hin zu Feuer legen oder Autos der Lehrer zerstören ausgeübt werden. In diesem Fall müssen sich die Schüler bewusst werden, dass diese Art von Verhalten strafbar ist und die Schüler oder ihre Eltern zumindest dazu verpflichtet sind für den Schaden finanziell aufzukommen. Im schlimmsten Fall, wenn ein Schüler öfters starken Vandalismus gegenüber Schuleigentum gezeigt hat, kann ihm ein Schulwechsel angedroht werden. Solche Schüler haben oft ein Problem mit ihrer eigenen Aggression umzugehen. Solchen Jugendlichen ist es zu empfehlen ihre Aggressionen in Form von Sport oder im
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schlimmsten Fall durch eine Therapie in den Griff zu bekommen. Man muss noch hinzufügen, dass Jugendlichen des männlichen Geschlechts viel häufiger solch ein Verhalten zeigen als weibliche Jugendliche, die eher verbale Gewalt verwenden. Sexuelle Gewalt und Autoaggressionen werde ich bewusst nicht soweit ausführen, weil sie nicht unbedingt ein Problem in der Schule sind, sondern eher des individuellen Schülers. Es gibt Jugendliche die Suizid gefährdet sind oder sich selbst verstümmeln aufgrund von privaten Problemen. Andere Schüler haben vielleicht eine sexuelle Vergewaltigung erlitten und haben deshalb möglicherweise eine gestörte Persönlichkeit. Es ist für den betroffenen Lehrer wichtig, falls er bereits informiert wurde, speziell auf diesen Schüler einzugehen und zu versuchen ihnen wieder zu einem normalen Schulalltag zu verhelfen. Der Lehrer ist ebenfalls verpflichtet, wenn er erkennt das ein Schüler solche Probleme hat, die Eltern zu informieren. Diese Form von abweichendem Verhalten ist jedoch zu individuell, um es konkret auf die Schule auszuweiten. Andererseits ist jedoch auch auffallend, dass Gewalt die von Lehrern ausgeht, in Diskussionen kaum eine Rolle spielt, sie jedoch fast täglich ausgeübt wird. Gewalt in Form von abweichendem Verhalten durch Lehrer kann sich durch, beleidigen, verspotten, für dumm befinden, ständig nicht beachten, ungerecht beurteilen, bloßstellen, beschimpfen oder am Ohr ziehen bis hin zu schlagen oder in das Klassenzimmer sperren, gegenüber Schülern äußern. Gewalt, vor allem in physischer Form, gehört zum täglichen Unterricht vieler Lehrer. Bestätigt wird diese Aussage von der Studie zum Gewaltverhalten im Klassenverband die berichtet von „bizarren Unterrichtsmethoden, strafbaren Disziplinierungstechniken, eisiger Herablassung oder vollkommener Distanzlosigkeit im Verhältnis zu Schülern und Verbreitung von allgemeinen Zynismus“(Schwarz und Prange 1997) Als häufigstes Druckmittel und
Machtdemonstration setzten Lehrer die Notengebung ein. Dies kann sehr problematisch sein, weil sich das sehr schnell als „Boomerang-Effekt“ auf den Lehrer auswirken kann. Der betroffene Schüler kann nämlich durch das ungerechte Verhalten des Lehrers sehr verärgert sein und drückt dies nun aus, indem er den Unterricht des Lehrers sabotiert oder in über einen längeren Zeitraum verspottet und versucht bloß zu stellen. Der Lehrer provoziert somit ,mit seinem Fehlverhalten, automatisch deviantes Verhalten von den Schülern. Ein erfolgreicher Unterricht wird in diesem Fall kaum mehr möglich sein, weil der Lehrer zunächst den Schülern mit Respekt und Toleranz entgegenkommen sollte, um das Verhalten der Schüler im Unterricht auf die „richtige Bahn“ zu lenken.
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Arbeit zitieren:
Derya Özdemir, 2008, Abweichendes Verhalten in der Schule, München, GRIN Verlag GmbH
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