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grund der Molekulardiffusion ein, bei einer Verteilung des Löschmittels, z. B. aufgrund von Hindernissen im Strömungsfeld der aus den Löschdüsen austretenden Flüssigkeit, ist dieser Verdampfungsprozess und damit das Erreichen einer Gleichförmigkeit der Verteilung wesentlich langsamer und liegt im Minutenbereich . (Tornado Stricks GmbH, Wien)
TRIGON®300 und Novec 1230 unterscheiden sich aber auch aufgrund der unterschiedlichen Molmassen M:
(Sicherheitsdatenblatt Internet-Recherche) M (TRIGON®300) = 70 g/mol
(Sicherheitsdatenblatt Internet-Recherche) M (Novec 1230) = 316 g/mol auch in den Diffusionskoeffizienten.
Das Verhältnis der Diffusionskoeffizienten von TRIGON®300 und Novec 1230 liegt bei ca. 2,1. d. h., dass TRIGON®300 ca. 2,1 mal schneller diffundiert und sich damit besser verteilen und deshalb den Brand schneller erreichen kann. (Tornado Stricks GmbH, Wien)
Bei TRIGON®300 treten deshalb aufgrund des Aggregatzustandes resultierende Verzögerungen nicht auf.
Eine langsamere Verteilung in großen Räumen (d. h. zeitweise lokale Überschreitung gesundheitlicher Konzentrationen einerseits sowie lokal zu geringe Löschmittelkonzentration andererseits), insbesondere im Fall von Hindernissen im Raum, ist daher für ein bei Anwendungstemperatur flüssiges und lediglich verdampfendes Löschmittel - wie Novec 1230 - grundsätzlich zu erwarten. Ein am Austrittspunkt der Düse verdampfendes Löschmittel bzw. unmittelbar danach - wie bei TRIGON®300 - mit Dampfdrücken, die erheblich größer sind, als der Umgebungsdruck, erreicht durch Diffusion und Konvektion in der Gasphase schneller jede Raumzelle. (Uni Karlsruhe, Forschungsstelle für Brandschutztechnik, Herrn Brein)
Die Verteilung des Löschgases im Raum ist auch anlagentechnisch zu beeinflussen, wobei hier jedoch die physikalischen Eigenschaften eine Rolle spielen. Aufgrund des hohen Dampfdruckes erfolgt bei TRIGON®300 ein Ausbringen des Löschmittels aus den Lagerbehältern durch Eigendruck, der sich aber nur wenig mit abnehmendem Füllgrad verringert. Bei den anderen Löschgasen ist der Einsatz eines zusätzlichen (Stickstoff-)Druckpolsters erforderlich, um die zwangsläufig anlagentechnisch bedingten Strömungswiderstände in den Rohrleitungen bis zu den Löschdüsen innerhalb der Raumflutungszeiten von 10 s zu überwinden.
(VdS Köln sowie Uni Karlsruhe, Forschungsstelle für Brandschutztechnik, Herr Brein)
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Wegen des hohen Eigendruckes kann sich TRIGON®300 in sehr kurzer Zeit in der Raumluft gleichmäßig verteilen.
Dies hat u. U. zur Folge, dass sich der Löscherfolg bei den anderen Löschmitteln später einstellt und somit die Löschzeit länger ist und damit die Bildung von Schadstoffen, aufgrund der längeren Kontaktzeit des Löschmittels mit den brennenden Stoffen bis zum vollständigen Löschen deutlich erhöht werden wird.
(Uni Karlsruhe sowie Tornado Stricks GmbH, Wien)
Festzuhalten ist, dass TRIGON®300 aufgrund des hohen Dampfdruckes eine schnelle und gleichmäßige Verteilung des Löschmittels im Raum gewährleistet. Die in der Literatur (NFPA, FM global ) angegebene schnellste Löschzeit für TRIGON®300 beruht auf den bei Vergleichsversuchen verwendeten Randbedingungen.
NFPA National Fireprotection agency, USA
FM-global Factory Mutual, US-Versicherer
Löschen hoher Räume
Das Molekulargewicht der vg. Löschmittel beträgt: (Sicherheitsdatenblatt Internet-Recherche) TRIGON®300 70
(Sicherheitsdatenblatt Internet-Recherche) FM-200 170
(Sicherheitsdatenblatt Internet-Recherche) Novec 1230 316
Bei gasförmigen Löschmitteln muss aufgrund der einschlägigen technischen Regeln (VdS-Regelwerk) in allen Bereichen eines Raumes die Löschmittelkonzentration mindestens über einen Zeitraum von 10 min. sicher eingehalten werden, damit eine gleichmäßige Verteilung im gesamten Raum erzielt wird (VdS Köln).
Je geringer das Molekulargewicht des Löschmittels ist, desto schneller kann die vorgegebene Haltezeit nach VdS-Regelwerk nicht erreicht werden. Da es in der Bautechnik dichte Räume ohne Leckraten nicht gibt, sind diese ebenfalls bei der Bemessung des Löschmittelvorrates bei Gaslöschanlagen zu berücksichtigen.
Bei einem Raum, der mit einem Gasgemisch gefüllt ist, das eine andere Dichte aufweist, als die Luft im Raum, so steigt die Leckrate mit der Dichtedifferenz (das Gemisch mit der höheren mittleren Dichte strömt aus dem Raum).
Ausgehend von den durch das allgemein anerkannte Prüfinstitut der UK (LPCB) festgelegten Konstruktionskonzentrationen von 6,8% für Novec 1230 bzw. 16,5% für TRIGON®300 für "Class A fires" (glutbil- dende Stoffe) ergeben sich:
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* LPCB = Loss Prevention Certification Board Guide Line (UK)
Die Gemischdichte ist für Novec 1230 67,3% höher als die Dichte von Luft. Die Gemischdichte bei TRIGON®300 hat nur eine um 23,3% höhere Dichte als Luft. Bei gleichen Bedingungen wird daher eine längere Haltezeit für TRIGON®300 erwartet, wobei die Haltezeit der durch die Dichteverhältnisse und die Raumhöhe maßgeblich gebildeten Druckdifferenz, insbesondere im Bereich von Leckagen, auch für höhere Räume eine besondere Bedeutung hat (Quelle: Tornado Stricks GmbH, Wien)
Es sind Brandszenarien bekannt, bei denen eine lange Haltezeit und damit eine geringere Verdünnung der Löschmittelkonzentration durch die eingemischte Luft Vorteile bietet. Aufgrund des Unterschiedes der genannten Verhältniszahlen ist zu erkennen, dass TRIGON®300 im Vergleich zu anderen Löschmitteln auch hier die besseren Voraussetzungen hat. (Uni Karlsruhe, Forschungsstelle für Brandschutztechnik, Herr Brein)
In hohen Räumen kann sich für Löschmittel mit hoher Dampfdichte und niedrigem Dampfdruck eine zusätzliche Fragestellung ergeben, nämlich dann, wenn das in flüssiger Form verteilte Löschmittel erst im unteren Bereich des Raumes verdampft (bedingt durch die Schwerkraft fallen die Tröpfchen nach unten, bzw. das Löschmittel wird durch Hindernisse behindert, bevor es verdampfen kann). Deshalb ist TRIGON®300 auch für den Einsatz in hohen Räumen geeignet. (Uni Karlsruhe, Forschungsstelle für Brandschutztechnik, Herr Brein)
Löschwirkung im Bereich des oberen Raumabschlusses von Räumen
Aufgrund der Feststellungen über den Einfluss des Dichteverhältnisses auf das Abströmen von Löschmittel/Luft-Gemisch aus einem gefluteten Raum, im Bereich der Leckagen, ergibt sich bei einem höheren Anfangsdichteverhältnis eine schnellere Verdünnung der Löschmittelkonzentration in den Räumen. (Uni Karlsruhe, Forschungsstelle für Brandschutztechnik, Herr Brein)
Bei TRIGON®300 kann man in Bezug auf das vergleichsweise niedrigere Molekulargewicht von 70 davon ausgehen, dass bei Vergleich der Löschmittel bei gleichen Brandszenarien und bei "relativ dichten" Räumen ein sicherer Löscherfolg auch im oberen Bereich von Räumen erzielt wird. Dies kann von Vorteil sein, wenn z. B. im oberen Bereich von Räumen verlaufende und in das Brandgeschehen einbezogene Brandlasten (z. B. Installationen) zu löschen sind, da hier ohnehin Schwierigkeiten bestehen, diese mit den vorgegebenen Löschmittelkonzentrationen für Feststoffe zu beherrschen. (Uni Karlsruhe, Forschungsstelle für Brandschutztechnik, Herrn Brein)
Arbeit zitieren:
Rainer Jaspers, 2009, Neuere chemische Löschmittel und deren physikalische Eigenschaften, München, GRIN Verlag GmbH
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