JESSICA VOLKE
BIELEFELD -EINE MITTELALTERLICHE DOPPELSTADT
Stadtbaugeschichte I
Technische Universität Hamburg-Harburg
Wintersemester 2002/03
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INHALTSVERZEICHNIS
EINS EINLEITUNG
3
ZWEI DIE ALTSTADT
6
Bielefelder Vor- und Frühgeschichte 6
Deutsche Stadtgründungen im 13. Jahrhundert 7
Die Gründung der Stadt Bielefeld 7
Die Anfänge der Stadt 9
DREI DIE NEUSTADT
16
Die Bildung von Doppelstädten 16
Die Umstände der Entstehung der Neustadt 17
Eine neue Stadt entsteht 18
Die Gestalt der Neustadt 20
VIER VON DER DOPPELSTADT ZUR VEREINIGTEN STADT 23
Das Verhältnis der beiden Städte 23
Die Zusammenlegung der Städte 24
F ÜNF FAZIT
27
SECHS QUELLENANGABEN
28
Literatur 28
Abbildungen 30
SIEBEN ANHANG
32
E -Mail von Brigitte Brand 32
Stadtplan der Bielefelder Innenstadt 33
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EINS EINLEITUNG
Im nordrhein-westfälischen Bielefeld ist das Interesse am Mittelalter durch die in jüngster Zeit stattgefundenen und inzwischen auch abgeschlossenen Ausgrabungen an der Straße Welle zu mehr Leben erwacht (Im Anhang befindet sich ein aktueller Stadtplanausschnitt, in dem die Bielefelder Innenstadt abgebildet ist. Der Ausschnitt soll die räumliche Einordnung von Straßen und wichtigen Orten erleichtern.). Bielefeld ist keine Stadt, in der sich noch eine nennenswerte Zahl historischer Gebäude erhalten hat. Auch von der Stadtmauer ist nur noch ein kleiner Rest im Stadtbild zu entdecken. Nach den Zerbombungen im Zweiten Weltkrieg lag vieles offen, was schnell durch den Wiederaufbau zerstört zu werden drohte. Zwar wurde zu dem Zeitpunkt einiges gesichert, aber eben auch nicht in einem befriedigendem Umfang (Bérenger 2001, S. 5 - 10).
Nun bot sich im Jahr 2000 durch die beginnenden Bauarbeiten für ein Wohn- und
Das wird um so wichtiger, da auch schriftliche Quellen nur in begrenztem Maße vorhanden sind. So fehlt zum Beispiel von einer Gründungsurkunde für die Stadt jede Spur (Vogelsang 1980, S. 39).
Wie wichtig die Ausgrabungen an der Welle für die Stadt und ihre 325.000 Einwohner sind, wird durch den Umgang mit den Grabungsergebnissen dokumentiert. Neben der geplanten Präsentation in Museen in Bielefeld und Herne (Brand 2003, Was bleibt? (Internet)) wird auch im neu entstehenden Welle-Haus auf der ehemaligen Grabungsfläche ein 30 Meter breiter Streifen mit Stadtmauer, Gebäuden und dem früheren Sumpfgebiet vor der Stadtmauer bestehen und für die Öffentlichkeit
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zugänglich bleiben. Die frühere Parzellierung der Grundstücke soll sich in der Gestaltung des Asphalts der Welle wiederfinden (Uthmann 2003). Auch die öffentlichen Führungen, die von Zeit zu Zeit während der Ausgrabungen stattgefunden haben, waren sehr gut besucht.
Unter Einbringung der neuen, durch die Grabungen erzielten Ergebnisse soll der Schwerpunkt der Arbeit bei der strukturellen Entwicklung der Stadt im späten Mittelalter liegen. Hier liegt mit der Entstehung einer Doppelstadt mit einer relativ lang selbständig existierenden Neustadt ein besonderer Fall einer mittelalterlichen Stadterweiterung vor. Ziel der Arbeit ist das Aufzeigen der Entstehung der Stadt Bielefeld, die Entwicklung hin zur Doppelstadt sowie das Nebeneinander und die spätere Zusammenlegung von Alt- und Neustadt. Einbezogen werden soll dabei der Zeitraum vom Anfang des 13. Jahrhunderts, wo die Gründung der Altstadt stattgefunden hat, bis zum Anfang des 16. Jahrhunderts, als die beiden Städte vereint wurden. Dabei wird im zweiten Kapitel zuerst Bezug genommen auf die Zeit vor der Stadtgründung. Anschließend gibt es einige allgemeine Informationen über Ursachen und Umstände von deutschen Stadtgründungen im 13. Jahrhundert, um eine Einordnung zu erleichtern. Im Anschluss daran folgt der Abschnitt über den speziellen Fall der Stadt Bielefeld. Der letzte Teil des Kapitels beschäftigt sich mit den Anfängen der gerade gegründeten Stadt. Dabei spielen zum Beispiel die Herkunft der Bevölkerung, die Struktur der Wirtschaft oder die Verwaltung der mittelalterlichen Stadt eine Rolle.
Im dritten Kapitel konzentriert die Arbeit sich auf die Neustadt. Hier folgt zunächst ein allgemein gehaltener Teil über die Bildung von mittelalterlichen Doppelstädten. Später wird dann auf die Entstehung der Bielefelder Neustadt neben der Altstadt eingegangen. Besondere Erwähnung finden hier die Bauvorhaben von Sparrenburg und Marienstift, da sie in der Entstehungsgeschichte der Neustadt eine besondere Rolle spielen. Im letzten Abschnitt geht es um eine allgemeine Charakterisierung der Bielefelder Neustadt, die in etwa analog zu dem der Altstadt zugeordneten Teil über die Anfänge der Stadt verläuft. Dadurch soll der Leser sich ein Bild über beide Teile der Doppelstadt machen können.
Das vierte Kapitel beschäftigt sich mit dem Weg von der Doppelstadt hin zur vereinigten Stadt. Dabei wird zunächst versucht, das Verhältnis der beiden Städte zueinander so gut wie es die Quellen zulassen aufzuzeigen. Die Zusammenlegung von Alt- und Neustadt wird im darauffolgenden Abschnitt besprochen.
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Im fünften Kapitel ist das Fazit enthalten, in dem ein Resümee gezogen und eine
Antwort auf die Fragestellung gegeben wird
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ZWEI DIE ALTSTADT
Bielefelder Vor- und Frühgeschichte
Die Stadt Bielefeld liegt in der heutigen Region Ostwestfalen-Lippe am Teutoburger Wald. Bevor nördlich dieses Höhenzuges eine Stadt entstand, hat es an dieser Stelle schon vorher Siedlungen gegeben.
Spuren aus der Vor- und Frühgeschichte sind zwar nur spärlich, aber vorhanden. Ob sich Menschen hier dauerhaft niedergelassen haben, geht daraus nicht hervor. Jedoch lassen Funde von Gräbern und Münzen die Vermutung zu, dass der auch heute noch wichtige Pass im Teutoburger Wald im Südwesten der zukünftigen Stadtanlage bereits in der Jungsteinzeit als Handelsweg genutzt wurde (Bérenger 2001, S. 1). Für die vorrömische Eisenzeit lassen sich bereits Siedlungsspuren nachweisen (Bérenger 2001, S. 2).
Im Zeitraum von 12 v. Chr. bis 9 bzw. 16 n. Chr., als die Römerkriege stattfanden, lässt sich die Anwesenheit von römischen Soldaten nachweisen. Münzfunde sowie ein nicht vollendeter römischer Wachposten im Bereich der späteren Sparrenburg bezeugen das (Bérenger 2001, S. 3 - 4).
Für die Zeit des 8. und 10. Jahrhunderts lässt sich eine Siedlung unter anderem durch Scherben nachweisen, die bei den jüngsten
Ausgrabungen (2000 bis 2002) an der Welle in Bielefeld gefunden worden sind (Vogelsang 2001, S. 38). Auch ein Brunnen und der Fund von Schmiedeschlacke aus dem Hochmittelalter weisen auf eine Siedlung hin (Brand, Lammers 2001, S. 18). Gustav Engel versuchte sogar, aus dem Stadtgrundriss vier alte Höfe aus der Zeit vor der Stadtgründung herauszulesen (Engel 1952, S. 13). Verhältnismäßig
sicher sagen kann man das aber eigentlich nur am Waldhof, der auch heute noch im Stadtbild zu sehen ist.
Die erste schriftliche Erwähnung findet der Ort Bielefeld vermutlich im ersten Drittel des 11. Jahrhunderts in der Lebensbeschreibung eines Paderborner Bischofs. Dabei geht es um eine Schenkung, die die Existenz von mindestens einem Hof belegt. Auch nach dem 2. Weltkrieg zu Tage gekommene Hausfundamente, die um das Jahr 1000 herum entstanden sind, lassen auf eine kleine Siedlung mit einigen Höfen schließen (Vogelsang 1980, S. 31 - 32).
Arbeit zitieren:
Jessica Volke, 2003, Bielefeld - eine mittelalterliche Doppelstadt, München, GRIN Verlag GmbH
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