Genauigkeit und Wahrheitstreue der Lebensdarstellungen von Wiprecht von Groitzsch immer wieder angezweifelt werden können.
Diese Tatsachen gestalteten die Informationsrecherche ziemlich schwierig und mühsam. 2. Wiprecht von Groitzsch
Der Markgraf Wiprecht von Groitzsch, welcher Wiprecht der Ältere genannt wurde ist ca. um das Jahr 1050 geboren. Ab dem Jahr 1070 war er nachweislich Graf von Groitzsch. Im Jahre 1123 kam ein weiterer Titel als Markgraf hinzu, nämlich der Titel Markgraf von Meißen und der Lausitz. Aufgewachsen ist im Hause des Lothar Udo II., Markgraf der Nordmark in der Stadt Stade auf, nachdem sein Vater Gaugraf vom Balsamgau starb. Die Burg Groitzsch im Osterland bekam lediglich durch einen Tausch der Herrschaft Balsamgau, welche von nun an, dem Markgraf der Nordmark gehörte. Doch sein Glück über die neuerworbene Herrschaft wehrte nicht lange, denn er wollte die Grafschaft Groitzsc, welche sich im Elster- Muldeland befand, mit fränkischen Siedlern besiedeln. Dieses Vorgehen führte schnell zu kämpferischen Auseinandersetzungen mit den dort bisher angesiedelten Adligen. Daraufhin musste er fliehen und fand am Hofe Vratislav II. von Böhmen sein Heil als persönlicher Berater.
Erst ein Jahrzehnt später um ca. 1080 kehrte er auf die Burg Groitzsch zurück und heiratete die Tochter des Herzogs Vratislav II., welcher in der Zwischenzeit mit der Beihilfe Wiprechts die Königwürde erhielt. Der erste gemeinsame Nachkomme erblickte 1087 die Welt, Wiprecht III.
Schon sehr früh war Wiprecht ein bestaunender Anhänger von Heinrich IV., an dessen Seite er in der Folgezeit er auch gegen den König Rudolf von Rheinfeld kämpfte. Und im Jahre 1084 auch gegen den damaligen Papst Gregor VII. nach Rom zog. Doch 5 Jahre später sündigte Wiprecht von Groitzsch, in dem er einen Mordzug unternimmt und im Raum Zeitz die Jacobskirche samt in ihr befindlichen Flüchtlinge niederbrennt. Zur Strafe beziehungsweise Buße muss 1090 eine Pilgerreise nach Santiago de Compostela, dem noch heute bekanntesten Pilgerziel unternehmen.
Laut Legende wird im der Finger des Heiligen St. Jakobs mit auf dem Weg gegeben. Als Vollendung seiner Buße gründet er im Jahre 1091 das Kloster St. Jakob in Pegau. Auch in späteren Jahren beteiligt sich Wiprecht an mehreren Feldzügen, so auch an dem
Feldzug des späteren Kaisers Heinrich V. 4
1113 drohte im sogar die Todesstrafe, da sein Bündnis mit Ludwig von Thüringen und dem Grafen Siegfried von Orlamünde kriegerisch niedergeschlagen wurde. Doch diese Todesstrafe wurde gegen die Abtretung all seiner Güter und einer langen Einkerkerung ausgesetzt. Im nachfolgenden Verlauf seines Lebens erfuhr von vielen Ablehnung und Nichtanerkennung. Auf einem seiner Besitztümer in Halle (er erlangte zwischendurch den Titel des Burggrafen zu Magdeburg) erlitt er im Jahre 1124 schwere Verletzungen durch ein Feuer. Von diesen Verletzungen erholte er sich nicht, obwohl er in den letzten Atemzügen die Zuflucht in das St. Jakobklosters in Pegau suchte um dort seine Lebenskraft wieder zu erlangen und zu genesen. Noch heute ist seine Grabstätte in der St. Laurentius Kirche in Pegau zu besichtigen. Um mehr und detailliertere Auskünfte zum Leben Wiprecht von Groitzschs zu finden empfehle ich das Buch von Alexander Blöthner: „Wiprecht und Kaiser Heinrich IV., Plothen 2004“ und die Ausarbeitung von Thomas Vogtherr: „Wiprecht von Groitzsch und das Jakobspatrozinium des Klosters Pegau. Ein Beitrag zur Kritik der Pegauer Annalen, in: Neues Archiv für sächsische Geschichte 72, 2001, S. 35- 53“. 3. Die Gründung des Kloster St. Jakob in Pegau
Wie im vorangegangen Kapitel beschrieben brannte Wiprecht von Groitzsch die Jacobskirche in Zeitz nieder, obwohl seine Feinde als Flüchtlinge in ihr Schutz gesucht haben. Nach seinen mörderischen Taten wollte beziehungsweise musste Wiprecht Buße tun. Er holte sich den Rat der Bischöfe Hartwig von Magdeburg sowie den Rat des Bischofs Werner von Merseburg, welche ihm Raten, eine Reise nach Rom zu unternehmen. Das Oberhaupt der Kirche, der Papst verlangte von ihm eine Wallfahrt nach Santiago di Compostela zu unternehmen. (…ad patriarcham Hyspaniensium…) 5
Desweiteren soll er eine Kirche bauen, da er in Zeitz eine zerstört hat. Wiprecht von Groitzsch entscheidet sich dazu eine Kloster zu errichten, welches mit 6 Mönchen belegt werden soll. Nach seiner Rückkehr von seiner Wallfahrt überlegt er, wo ein geeigneter Platz sei für das geplante Kloster. Zu erst wollte man das Kloster in der Gegend um Groitzsch zu errichten, doch viele Faktoren sprachen dagegen, so zum Beispiel der Fakt, dass die Burg Groitzsch angegriffen werden könnte und das Kloster als Zuflucht für seine dienen könnte. Die Wahl des Platz ist in den Pegauer Annalen festgehalten:
Vgl. Thomas Vogtherr; Wiprecht von Groitzsch und das Jakobspatrozinium des Klosters Pegau. Ein Beitrag zur 4
Kritik der Pegauer Annalen, in: Neues Archiv für sächsische Geschichte 72, 2001, S. 35- 53
Vgl. Jahrbuch für die Geschichte Mittel und Ostdeutschland Band 12, Berlin 1963, S. 31 5
Arbeit zitieren:
B.A. Andreas Lilienthal, 2006, Ausarbeitung zum Thema: "Kloster Pegau", München, GRIN Verlag GmbH
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