Vorwort
Meine Vordiplomsarbeit zum Thema „Gesellschaftlich reproduzierte Feindbilder als Hindernis europäischer Integrationspolitik am Beispiel Großbritanniens“ ist in vier Teilbereiche gegliedert, von denen der erste die Funktion einer die Thematik näherbringenden Einleitung inne hat.
Teilbereich II ist der Untersuchung der bisherigen Rolle Großbritanniens in der Entwicklung der Europäischen Union, sowie den ihr vorangegangenen Projekten europäischer Integration der Nachkriegszeit verschrieben. Teilbereich III befaßt sich mit der Untersuchung anti-europäischer Feindbilder in Großbritannien, unter Zuhilfenahme von Sigmund Freuds Instanzentheorie. Teilbereich IV stellt die erarbeiteten Erkenntnisse, wie auch die aus den selbigen gewonnenen Schlußfolgerungen in einer abschließenden produktiven Schrift dar.
Inhaltsverzeichnis
Teilbereich I :
Einleitung S.1-2
Teilbereich II:
Gro ßbritanniens Rolle in der Integration Europas
im 20. und 21. Jahrhundert S.3-15
Gro ßbritanniens Politik nach dem
Zweiten Weltkrieg S.3-4
Britischer Widerstand von der Montanunion bis zur
Europ äischen Wirtschaftsgemeinschaft S.4-5
Gro ßbritanniens Hürden auf dem Kurswechsel zum Beitritt
zur Europäischen (Wirtschafts-)Gemeinschaft S.6-7
Konsequenzen des Beitritts
zur Europäischen Gemeinschaft S.7-10
Die Entwicklung der Europäischen Union
unter britischem Einfluß S.10-13
Einflu ß der Presse auf die britische Öffentlichkeit
im europäischen Kontext S.14-15
Gro ßbritanniens Öffentlichkeit
gegen über der europäischen Integration S 15
Teilbereich III:
Die menschliche Psyche als Hort
des Feindbildes …………………………………….………………… S.16-18
Die drei psychischen Instanzen:
Das Ich, das Es und das Über-Ich ……………………………….… S.16-17
Reproduktion von Feindbildern
innerhalb der britischen Gesellschaft ……………………………… S.17-18
Teilbereich IV:
Die Rolle des Feindbildes als Fundament
der anti-europäischen Politik Großbritanniens ……………..…….. S.19-20
Anhang
Zitierte Literatur, Zeitschriften,
Internetadressen ………………………………………………………….... P.I
Frankfurter Allgemeine Zeitung:
Ein Fundament für die Union …………...……………………………….. P.II
Frankfurter Allgemeine Zeitung:
EU-Bürger kennen Verfassung nicht ……………..……………………. P.III
Y., Magazin der Bundeswehr:
Blick von Außen ……………………………………………………… P.IV-VII
Frankfurter Allgemeine Zeitung: Rote Linie ………………………………………………………………... P.VIII
The European Commission,
Representation in the United Kingdom. Press Watch: Drei exemplarische Artikel aus der britischen Presse ……..………… P.IX
Einleitung
Das europäische Integrationsbestreben ist nicht zuletzt als Konsequenz der Zerstörungen, mit welchen die beiden Weltkriege Europa überzogen haben, zu verstehen. In einem Europa, das politisch wie wirtschaftlich miteinander und nicht gegeneinander zu arbeiten vermag, sind Sicherheit und Wohlstand von höherer Erreichbarkeit, so die Lehre aus der nationalistisch wie imperialistisch geprägten europäischen Geschichte.
Bis zur heutigen Europäischen Union mit ihren beständig weiterentwickelten supranationalen Charakteristika, hat die Integration in Europa diverse Etappen absolviert. Die am 1.Mai 2004 abgeschlossene Erweiterung der Europäischen Union von 15 auf 25 Mitgliedsstaaten wird zweifelsfrei von Einfluß auf die Geschwindigkeit wie auch die Ausrichtung der zukünftigen Entwicklung der Union sein. Die heutige Europäische Union mit ihren 25 Mitgliedsstaaten beherbergt rund 453 Millionen Einwohner, 74 Millionen derselben leben in den zehn neuen EU-Mitgliedsländern. Der Großteil der Bevölkerung der EU-25 wird jedoch von den vier großen Ländern Frankreich, Italien, Deutschland und Großbritannien gestellt, sie machen zusammen 57% der Gesamtbevölkerung aus. Dabei entfällt auf Deutschland mit rund 18% der größte Anteil, circa 82,5 Millionen Einwohner. Italien, Frankreich und Großbritannien besitzen mit jeweils circa 13% ähnlich große Bevölkerungen und stellen nach Deutschland somit die meisten Einwohner. Die Bevölkerung von Großbritannien ist mit ihren 59,3 Millionen Einwohnern nur etwas kleiner als die Frankreichs mit 59,6 Millionen, jedoch größer als die italienische mit 57,3 Millionen. 1
Der unter Federführung von Valéry Giscard d’ Estaing erarbeitete Verfassungsentwurf, der die römischen Gründungs- und andere Vertragswerke ersetzen soll, ist dabei ein entscheidender Schritt für die Fortentwicklung der Europäischen Union. Nach der Unterzeichnung des Verfassungsvertrages durch die Regierungschefs der 25 Mitgliedsstaaten Ende Oktober 2004, wird die Verfassung Anfang 2007 in Kraft treten, vorrausgesetzt sie wird von allen Mitgliedsstaaten ratifiziert. Die Verfassung für die nun 453 Millionen Menschen zählende Bevölkerung der EU-25 wird schon heute von Manchem als historisches Fundament für die Union
1 Amt für amtliche Veröffentlichungen der Europäischen Gemeinschaft: Eurostat Jahrbuch 2004.
Ausgabe 2004. Luxemburg 2004, S.39-44
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gepriesen, obgleich ihre endgültige Ratifizierung noch nicht erreicht ist. 2 In einigen Mitgliedsstaaten, darunter Großbritannien, wird per Referendum diese Entscheidung dem Volke überlassen werden. Dabei hat eine im Auftrage der Europäischen Kommission durchgeführte Umfrage unter 25 000 Bürgern aller 25 EU-Mitgliedsstaaten ergeben, daß jeder Dritte nichts von der Existenz der Verfassung weiß. In Großbritannien ist es jeder Zweite. Darüber hinaus ist Großbritannien das einzige Land, in welchem sich eine Ablehnung der Verfassung im Falle der Volksabstimmung abzeichnet. 3
„Wenn die Briten Europa sagen, dann meinen sie meist den Kontinent. Ihre Insel zählen sie nicht dazu. Somit gehört Skepsis gegenüber der EU fast zur kulturellen Grundausstattung des Landes. Bei Teilen der konservativen Opposition ist daraus im Laufe der Jahre eine offene Feindschaft gegen den vermeintlichen „Brüsseler Superstaat“ geworden.“ 4
Diese Entwicklung entspricht der Position, welche Großbritannien schon in der Vergangenheit im Wesentlichen dem Fortschreiten der europäischen Integrationspolitik gegenüber eingenommen hat. Es soll nun im Folgenden die europaskeptische bis -feindliche Haltung der britischen Bevölkerung, und die Wechselwirkung ebendieser in Bezug auf die Politik des Staates gegenüber den europäischen Partnern, beleuchtet werden. Das Bestehen alter wie neuer Feindbilder auf der Insel vermag dem Bestreben nach Integration seitens der anderen EU-Mitgliedsstaaten über den Arm der britischen Politik zu schaden, es gilt daher auch, eben jene gesellschaftlichen Instanzen zu beforschen, welche zur Produktion und Reproduktion ebensolcher Antipathien zur Verantwortung gezogen werden können, um Verfahren zu entwickeln, welche möglicherweise der schädlichen Entwicklung einer anti-europäischen britischen Gesellschaft entgegen zu wirken vermögen.
2 Ein Fundament für die Union. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. Nr.144. Donnerstag, 24. Juni 2004, S.4
(der entsprechende Artikel ist dem Anhang beigefügt)
3 EU-Bürger kennen Verfassung nicht. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. Freitag, 28. Januar 2005
(der entsprechende Artikel ist dem Anhang beigefügt)
4 Rote Linie. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. Nr.289. Freitag, 12.Dezember 2003, S.3
(der entsprechende Artikel ist dem Anhang beigefügt)
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Arbeit zitieren:
Dipl.-Sozialwiss. Merlin Holthoff, 2005, Gesellschaftlich reproduzierte Feindbilder als Hindernis europäischer Integrationspolitik am Beispiel Großbritanniens, München, GRIN Verlag GmbH
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