Inhaltsverzeichnis
Abk ürzungsverzeichnis III
1. Einleitung 1
1.1 Problemstellung und Zielsetzung. 1
1.2 Vorgehensweise 1
2. Islamische Wirtschaftsethik 3
2.1 Das islamische Rechtssystem 3
2.2 Wettbewerb 5
2.3 Privateigentum 6
2.4 Das islamische Steuersystem 7
2.4.1 Besteuerung von Nichtmuslimen 7
2.4.1.1 Djisya 7
2.4.1.2 Kharadj 8
2.4.2 Besteuerung von Muslimen 8
2.4.2.1 Zekat 8
2.4.2.2 Besteuerung von Bergbau und Bodenschätzen 10
2.4.2.3 Zollabgaben, Verbraucher- und Verkehrssteuer 11
2.5 Zinsverbot 11
2.5.1 Volkswirtschaftliche Zinstheorien 11
2.5.2 Zinsverständis des Islams 13
2.5.3 Das Zinsverbot (Riba) 14
2.5.3.1 Definition des Riba 17
2.5.3.2 Die Arten des Riba 17
2.5.4 Wirtschaftliche Begründung des Zinsverbotes 18
2.6 Modell eines islamisch-ökonomischen Systems 19
I
3. Stand und Entwicklungstendenzen 21
3.1 Stand der islamischen Welt 21
3.2 Entwicklungstendenzen in der islamischen Welt 23
4. Die islamische Bank 26
4.1 Die Entwicklungsgeschichte der islamischen Banken 26
4.2 Theoretische Überlegungen zur Geschäftstätigkeit islamischer
Banken 28
4.2.1 Die Beschaffung des Risikokapitals 29
4.2.2 Die Geschäftstätigkeiten islamischer Banken 30
4.2.2.1 Murabaha-Geschäfte 30
4.2.2.2 Musharaka-Geschäfte 31
4.2.2.3 Mudaraba-Geschäfte 32
4.2.3 Probleme einer Erfolgsbeteiligungswirtschaft 33
5. Kritische Würdigung 34
Literaturverzeichnis IV
II
Abkürzungsverzeichnis
Aufl. Auflage Bd. Band d.h. das heißt e.V. eingetragener Verein Hrsg. Herausgeber Jg. Jahrgang S. Seite u.a. unter anderem vgl. vergleiche z.B. zum Beispiel
III
1. Einleitung
1.1. Problemstellung und Zielsetzung
Islamische Ethik ist keine Thematik, die nur religionswissenschaftliche Aspekte tangiert, sondern sie ist - insbesondere bezogen auf die westliche Welt - eine Thematik, die wesentliche Aspekte des täglichen Lebens eines Muslims in der Gesellschaft regelt und somit auch Einflüsse auf nichtmuslimische Gesellschaften bewirkt, bzw. sie zu einer kontroversen Diskussion zwingt. 1
Die Hausarbeit soll islamische Ethik aus Sicht der Wirtschaft thematisieren (islamische Wirtschaftethik). Dabei soll gezeigt werden, dass die islamische Wirtschaftethik nicht nur aus dem Zinsverbot und dem Zekat besteht, sondern dass eine Reihe von Prinzipien das Wirtschaften regelt. Wesentlicher Schwerpunkt der Hausarbeit liegt dabei auf Stand und Entwicklungstendenzen des Islams. In diesem Zusammenhang soll eine Antwort auf die Frage gegeben werden, warum die zum Teil Ressourcenreichen muslimischen Länder wirtschaftlich rückständig sind und es sollen Entwicklungstendenzen aufgezeigt werden, insbesondere in punkto Islamic Banking.
1.2. Vorgehensweise
Der Hauptteil der Hausarbeit verteilt sich auf drei Kapitel. Kapitel 2 ist als Grundlagenkapitel zu betrachten. Hier sollen dem Leser Einblicke in die islamische Wirtschaftsethik gewährt und aufgezeigt werden, dass nämlich islamische Wirtschaftethik insbesondere islamisches Wirtschaftsrecht bedeutet. Kapitel 3 befasst sich mit dem Stand und Entwicklungstendenzen der muslimischen Welt und soll die Frage der wirtschaftlichen Rückständigkeit beantworten. Kapitel 4 thematisiert explizit die
1 Vgl. Zager (2002), S. 69
1
Entwicklungstendenz in Bezug auf die Finanzdienstleistungsbranche -Islamic Banking. In Kapitel 5 wird schließlich die Thematik kritisch gewürdigt.
2
2. Islamische Wirtschaftsethik
Anders als im Christentum sieht der Islam keine Trennung zwischen Staat und Religion vor. Diese Situation legt für jeden Gläubigen Richtlinien und Normen fest. Als Konsequenz dieses dualistischen Charakters wird die Ethik aus dem islamischen Rechtssystem abgeleitet. 2
Das islamische Recht trennt auch nicht zwischen Recht und Ethik. In diesem Zusammenhang bedeutet islamische Wirtschaftsethik und insbesondere das islamische Wirtschaftsrecht, das zum einem, die gesamte wirtschaftliche Aktivität eines Muslims regelt, und zum anderem, aber auch die Gerichtsbarkeit beinhaltet. 3 In diesem Zusammenhang beinhaltet islamische Wirtschaftsethik eine Regelung jeder wirtschaftlichen Aktivität eines Muslims und gleichzeitig auch einen Einfluss auf die Gerichtsbarkeit
2.1. Das islamische Rechtssystem
Das islamische Rechtssystem basiert auf die Scharia. Unter der Scharia versteht man Regeln über das islamische Recht (Gesetz), aber auch die Religion selbst sowie gottesdienstliche Handlungen. 4 Sie umfasst u.a. das Glaubensrecht, die liturgische Praxis, die Pflichtenlehre und das gesellschaftliche sowie öffentliche Recht. Sie regelt alle Handlungen eines Muslims und zum Teil auch von Nichtmuslimen nach Geboten (Halal) und Verboten (Haram) und kategorisiert sie nach folgendem Muster:
2 Vgl. Winterberg (1994), S. 166-167
3 Vgl. Kalisch (2003), S. 105-106
4 Vgl. Arikan (2002), S. 13
3
Zur Regelung und Einordnung von Sachverhalten sieht das islamische Recht vier Rechtsquellen vor:
1. Kitab: Koran. 2. Sunna: Handlungen, Billigungen, Aussagen und Aussprüche des Propheten. 3. Idschma: Übereinstimmung der islamischen
4. Qijas: Analoge Übertragung eines Rechtsprinzips auf
Auf der Basis dieser Rechtsquellen entwickelten sich vier anerkannte Rechtsschulen (Hanefiten, Malikiten, Schafi´iten, Hanbeliten). Jeder Muslim ist frei in der Wahl seiner Rechtsschule. Eine Mischung der einzelnen Rechtssprechungen der Rechschulen untereinander ist nicht erlaubt. Sie müssen als ganzes akzeptiert werden. Jede Rechtsschule akzeptiert dabei die Richtigkeit des anderen als ganzes an. Sie sind als verschiedene Lösungswege zu verstehen: Während 2 + 2 vier ergibt, ergibt 10 - 6 auch vier. 7
5 Vgl. Arikan (2002), S. 37, S. 44
6 Vgl. Arikan (2002), S. 39
7 Vgl. Ucum (1998), S. 117-119
4
2.2. Wettbewerb
Im Islam ist der Wettbewerb ein freier, in welchen der Staat nur unter bestimmten Voraussetzungen eingreifen kann. Monopolstellungen, Hortungen und Preismanipulationen sind nicht erlaubt. In diesen Zusammenhang ist das Erstbesetzungsrecht auf den Basaren zu sehen, womit jedem Händler die Möglichkeit auf bessere Plätze und somit bessere Geschäftsbedingungen ermöglicht sowie einer Monopolisierung entgegen gewirkt werden sollte. 8
Diese Wettbewerbsauffassung wird durch folgende Hadise (Aussprüche des Propheten) untermauert, aus dem Hintergrund heraus, dass die Gefährten des Propheten aufgrund von Preissteigerungen die Einführung eines Preisregelungssystems empfahlen:
"Es gibt keinen Zweifel, das Preisbestimmungen, Engpässe und Lebensunterhalt von Allah sind." 9
Dieser Grundsatz wurde während der Zeit des Propheten und der rechtsgeleiteten Kalifen eingehalten, da eine ethische Grundhaltung der Händler vorhanden war. Im Laufe der Zeit ging diese Grundhaltung verloren, so dass künstliche Preissteigerungen sowie Absprachen die Regel wurden. Die Tabi´in (Gefährten der Gefährten) sahen sich zum Wohle der Gemeinschaft veranlasst, einen bestimmten Mechanismus zur Regelung von Preisen einzuführen. 10
Dieser Mechanismus legt einen Preiskorridor fest, in welchem sich die Preise der betroffenen Güter sich aufhalten müssen. Dieser Mechanismus dient dem Schutz der Verbraucher sowie der Verkäufer voreinander. Der Verbraucher wurde durch die Obergrenze vor künstlichen Steigerungen bewahrt. Verkäufer sollten durch die Untergrenze vor unlauterem
8 Vgl. Döndüren (2001), S. 642
9 Vgl. Döndüren (2001), S. 646
10 Vgl. Döndüren (2001), S. 647
5
Arbeit zitieren:
Philipp Tuna, 2006, Islamische Wirtschaftsethik, München, GRIN Verlag GmbH
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