Sex Sells - Das Geschäft mit der Online-Erotik
Inhalt
1. Einleitung 3
2. Gegensätzliche Meinungen. 3
2.1. Das Surf-Verhalten der Deutschen 3
2.2. Suchmaschine Excite 4
3. Sex im Internet und die Möglichkeit viel Geld zu verdienen 4
3.1. Venus 5
3.2. Der Handel mit Domains. 6
4. Aufstieg und Niedergang einer Sex-Seite 7
5. Unternehmen 9
5.1. Beate Uhse. 9
5.2. Adultshop. 10
5.3. Playboy Enterprises. 10
5.4. Private Media Group. 11
5.5. Orion. 12
5.6. Arcor 13
5.7. T-Online. 13
5.8. Naked News 14
6. Die Entwicklung kennt keine Grenzen. 14
6.1. Cybersex mit Laura. 14
6.2. Mobile Sex. 15
7. Was erwartet die Cybersex-Branche in der Zukunft? 16
8. Fazit 17
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Sex Sells - Das Geschäft mit der Online-Erotik
1. Einleitung
Die Sex-Industrie ist die umsatzstärkste Branche des Internets - das ist längst kein Geheimnis mehr. Schon seit Jahren ist kaum ein Online-Businessmodell derart erfolgreich wie das Geschäft mit der virtuellen Erotik. Groben Schätzungen zufolge liegen die Umsätze bei über einer Milliarde US$, einige andere Quellen sprechen sogar von mehreren Milliarden. Sites wie Penthouse.com zählen Monat für Monat rund 2,5 Mio. Besucher.
Solide Zahlen und seriöse Berichte zum Thema Web-Sex-Business sind äußerst rar, was die Recherche zum Thema erschwerte.
Die Erotik-Branche meidet in der Regel die Medien und verlässliche Zahlen sind demnach auch nur von den an den Börsen notierten Unternehmen zu erhalten. Selbst Marktforschungsunternehmen wie Emnid erstellen nur sehr zögerlich Studien zum Web-Porno-Genre.
An allen Ecken des Netzes lauern virtuelle Table-Dance-Bars, erotische Chat-Angebote, Cyber-Striplokale, Videotheken, Bildarchive und Sexshops auf ihre Kundschaft.
Doch derzeit klagt auch das erfolgsverwöhnte Boom-Business über rückläufige Umsätze. Branchenriesen wie adultmoneymaker.com verzeichnen längst keine Zuwachsrekorde mehr.
Noch vor wenigen Monaten abonnierte jeder hundertste Besucher einen gebührenpflichtigen Premium-Sex-Dienst. Inzwischen liegt die Quote bei jedem Vierhundertsten.
2. Gegensätzliche Meinungen
»Glaube keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast«, soll Churchill einmal gesagt haben. So gehen auch die Meinungen bezüglich des Surf-Verhaltens der Internetuser weit auseinander.
Natürlich gibt es seriöse Anbieter von Meinungsumfragen, da sei nur das Marktforschungsinstitut Emnid genannt. Aber wie repräsentativ sind diese Umfragen wirklich? Wie kann man das Surfverhalten wirklich in realen Zahlen messen? Willkürlich 5.000 Menschen aus der mittlerweile breiten Masse der Internetnutzer als Durchschnitt heraus zu picken ist wahrlich nicht repräsentativ. Dennoch werden wir immer wieder mit neuen Zahlen konfrontiert. Zwei Umfragen, die lediglich im Abstand von acht Monaten durchgeführt wurden, werden nachfolgend die starke Gegensätzlichkeit dieser vorgelegten Zahlen belegen.
2.1. Das Surf-Verhalten der Deutschen
Lange Zeit war das Wort »Sex« der meistgesuchte Begriff im Internet. Eine Studie des Marktforschungsinstitutes Emnid im Auftrag der Internetzeitschrift gold.de im Oktober 2000 ergab jedoch, dass die Mehrheit der deutschen Nutzer sich jedoch nie eine Seite dieser Art angesehen zu haben.
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Sex Sells - Das Geschäft mit der Online-Erotik
Demnach bekannten sich nur 34,6 Prozent der Befragten dazu, schon eine solche Seite besucht zu haben. 52,6 Prozent aller befragten Männer gaben an, sich noch nie auf einer Erotik-Seite umgesehen zu haben. Von den befragten Frauen erklärten das 78 Prozent. 1
Dagegen bescheinigt ein Artikel des Sterns aus dem Jahre 2001 den »Teutonen«, keine Scheu zu kennen, sobald sie einmal »drin« wären - im Internet. Denn einer Studie von netnalue.com zufolge seien die Deutschen Europameister im Abrufen von Pornosites: Im Juni besuchten demnach 5,3 Mio. Deutsche ein pornografisches Webangebot, verglichen mit 3,8 Mio. Briten, 2,7 Mio. Franzosen und 2,3 Mio. Italienern.
Auch die Dauer des Aufenthaltes wurde ausgewertet. Mit durchschnittlich einer Stunde gönnen sich Surfer hier zu Lande deutlich mehr Zeit in den Rotlichtbezirken des World Wide Web als Surfer anderer Nationen. 2
2.2. Suchmaschine Excite
Repräsentativer sind da schon die Zahlen einer Suchmaschine, die bekanntermaßen direkt mit dem Surfer verbunden ist.
Die Anfragen an die Suchmaschine Excite werden seit 1997 von der Pennsylvania State University ausgewertet.
Suchten im Jahre 1997 noch 16,8% aller User Sex-Seiten im Netz, so waren es 2001 nur noch halb so viele, nämlich 8,5%. Hingegen konnten interessanterweise seriöse Bereiche wie Reise-, Job- und Business-Seiten im selben Zeitraum, die Anfragen um 11,4% auf 24,7% steigern. 3
Die Studie der Universität hat jedoch auch Kritiker auf den Plan gerufen. So seien die Statistiken einer Suchmaschine wie Excite nicht aussagekräftig, denn wer Sex im Internet wolle, klicke mittlerweile gleich auf die wie Pilze aus dem Boden geschossenen einschlägigen Suchmaschinen für pornografische Inhalte. »Andere Experten sehen den Grund für den Rückgang der Porno-Suche darin, dass man die entsprechenden Seiten nicht mehr suchen müsse. Spam-Mails haben nach deren Ansicht die Rolle der Suchmaschinen längst übernommen.« 4
3. Sex im Internet und die Möglichkeit viel Geld zu verdienen
Die Umsätze mancher Erotikanbieter im Internet lassen angeblich andere vor Neid erblassen. Jedoch ist es ziemlich schwierig sich greifbare Daten zu beschaffen, an dem man diesen Neidfaktor festmachen könnte.
Dennoch, im Online-Sex-Business Geld zu verdienen, scheint nicht so schwer, und die jährlich generierten Gesamtumsätze der Branche sind so hoch, dass viele hoffen, sich ein Stück vom Kuchen abschneiden zu können. Wie so etwas funktionieren
1 http://www.heise.de/newsticker/data/wst - 12.10.00
2 http://www.stern.de/computer-netze/news/topnews/artikel/?id=197664
3 http://www.stern.de/computer-netze/news/topnews/artikel/?id=147740
4 http://www.spiegel.de/netzwelt/netzkultur/0,1518,190010,00.html - 03.04.2002
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Sex Sells - Das Geschäft mit der Online-Erotik
kann , möchte ich nachfolgend am Beispiel von Partnerprogrammen festmachen. Das
Prinzip ist eigentlich ganz einfach:
Der Betreiber einer Pay-Site stellt einem dritten Webmaster verschiedensten Content
aus seinem Repertoire zur Verfügung, seien es nun Bilder, Filme, Stories oder
Spiele. Der Webmaster kann diesen Content auf seiner Website einbinden,
allerdings unter der Vorraussetzung, dass diese für den Surfer kostenlos zugänglich
ist.
Dar über hinaus verpflichtet sich der Webmaster die Banner des Pay-Site-Betreibers,
mit entsprechender Verknüpfung zur Pay-Site, auf seiner Seite zu platzieren.
Genau über diese Banner wird nun der Umsatz generiert: Unterschieden wird
zwischen zwei Systemen. Beim pay-per-click-System bekommt der Webmaster je
nach Anbieter verschiedene Beträge, die zwischen 0,01 und 0,03 pro Klick auf
das Banner liegen. Im pay-per-join-System wird der Webmaster mit einem variablen
Prozentsatz an den Einnahmen des Pay-Site-Betreibers beteiligt, sobald ein neuer
Kunde gewonnen werden konnte.
Dieses Konzept ist deshalb so clever, da sich die Pay-Site-Betreiber nicht selbst um
ihre Werbung kümmern müssen, sondern die Bekanntnmachung ihrer Website ihren
Partnern überlassen. Der Partner-Webmaster muss dafür sorgen, dass seine
gut besucht wird, denn nur dann kann er Geld damit verdienen. Je besser diese
Partner -Website besucht ist, desto mehr lohnt es sich natürlich auch für die Pay-Site.
Ein weiterer Pluspunkt für den Betreiber der Pay-Site ist es, dass nahezu alle
g ängigen Internet-Suchmaschinen die Häufigkeit eines Verweises auf eine
auswerten. Kooperiert der Pay-Site-Betreiber nun mit vielen Partner-Webmastern,
verweisen auch viele Links auf seine Seite und er rutscht automatisch im Ranking
der Suchmaschinen nach oben.
Die Pornobranche führte als Erste dieses Konzept der Partnerprogramme im Internet
ein und verdiente sich daran eine goldene Nase.
Nach genauerer Durchleuchtung dieses Themas entpuppt sich das Business mit
dem vituellen Sex mehr und mehr zu einer gigantischen Marketingmaschine. Die
Marketingmethoden scheinen zunächst recht seltsam und erinnern an Praktiken des
Guerilla - oder Virusmarketings. Dennoch, die Betreiber der Pornoseiten sind
einfallsreich und viele Praktiken lassen sich auch auf seriöse Businessbereiche
adaptieren.
3.1. Venus
Den Höhepunkt eines jeden Jahres stellen sogenannte Webmaster-Conventions
oder die im Volksmund etwas lapidar genannten Sex-Messen dar, die nicht nur
den Endnutzer bedienen, sondern eine Plattform für einen informativen Austausch
bieten.
In Berlin findet jedes Jahr die Sex-Messe Venus statt. Dort präsentieren sich die
Hersteller von Erotic Content der Öffentlichkeit und dem Fachpublikum. Da der
Begriff Sex-Messe jedoch zu anrüchig für einen Event dieser Art war,
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Arbeit zitieren:
Matthias Melzer, 2003, Sex Sells - Das Geschäft mit der Online-Erotik, München, GRIN Verlag GmbH
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Zu: Stefan Jensens ´Im Kerngehäuse´ und Peter Weirs ´Truman Show´
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