Die UNO Millenniums-Entwicklungsziele, Wasser und Frieden
1. Inhaltsverzeichnis
2. Vorwort 3
3. Einleitung. 3
4. Die UNO Millennium Development Goals (MDGs) 4
4.1 Überblick. 4
4.2 Das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung 6
5. Die MDGs - soft oder hard law? 7
5.1 Zur Theorie von soft und hard law 7
5.2 Was heisst das für die MDGs? 9
6. Zur Theorie der Implementierung 10
7. Die Wasserproblematik im Nahen Osten 11
7.1 Überblick. 11
7.2 Wasserquellen. 12
7.2.1 Jordanbecken, Golanhöhen, See Genezareth 12
7.2.2 Aquifere im Westjordanland und Gaza. 12
7.2.3 Wasserabkommen Israel-Türkei 13
7.3 Wassernutzung. 13
7.4 Verteilung 14
7.5 Infrastruktur und Organisation 15
7.6 Mögliche Lösungsansätze 16
8. Die israelische Wasserpolitik im Lichte der MDGs 16
8.1 Geschichtlicher Überblick 16
8.2 Aktuelle Gesetze 17
8.3 Der Implementierungsprozess. 17
9. Zusammenfassung 18
10. Ergebnis 19
11. Literatur- und Quellenverzeichnis 20
2
Die UNO Millenniums-Entwicklungsziele, Wasser und Frieden
2. Vorwort
Es vergeht fast kein Tag, ohne dass wir vom Nahostkonflikt hören. Im Hintergrund dieser Streitigkeiten wird das Thema Wasser immer brisanter. Die Wasserfrage wird im Laufe dieser Jahre auch global noch bedeutungsvoller, denn das "blaue Gold" wird knapp. Darum habe ich mich entschieden, diesem Thema meine Aufmerksamkeit zu widmen. Dabei wurde ich von verschiedenen Menschen unterstützt. An dieser Stelle will ich meinen Eltern und dem Dozenten des Proseminars für ihre Arbeit im Hintergrund danken.
3. Einleitung
Täglich sterben ca. 6000 Menschen - die meisten davon Kinder unter 5 Jahren -, weil ihr Trinkwasser verschmutzt ist. „[… eine unbedingt notwendige Verbesserung] im Wasserbereich ist nicht allein Selbstzweck, sondern Voraussetzung für zahlreiche Entwicklungsziele. Ernährungssicherheit, Gesundheit, grundlegende Bildung, Gender, wirtschaftliche und soziale Entwicklung sowie unsere Ökosysteme - alle sind von einer funktionierenden Wasserversorgung und -entsorgung abhängig. Wasser ist die Grundlage allen Lebens und kann durch nichts substituiert werden.“ 1 Im Jahre 2006 waren „noch 1,1 Milliarden Menschen von einer angemessenen Wasserversorgung abgeschnitten“ 2 , Tendenz steigend. Der Bedarf ist aufgrund des Bevölkerungswachstums ebenfalls im Anwachsen begriffen. Wasser wird deshalb mit gutem Grund als eine der wichtigsten Ressourcen - wenn nicht sogar die wichtigste - des 21. Jahrhunderts angesehen. Es überrascht daher nicht, dass in vielen Konflikten das Wasser zu einem entscheidenden Aspekt und Faktor geworden ist. Wasser und Frieden bedingen einander gegenseitig. Kurz auf den Punkt gebracht: Ohne Wasser kein Frieden - ohne Frieden kein Wasser! Die vorliegende Arbeit möchte diese Problematik anhand des Nahostkonflikts aufzeigen und vertiefen. Wie sich herausstellen wird, ist dieser Konflikt nämlich auch ein Krieg um Wasser. Als Richtlinien des Völkerrechts stehen vor allem die so genannten „UNO Millennium Development Goals“ (MDGs) im Zentrum. Zunächst werden diese rechtlichen Grundlagen erläutert und in einem weiteren Schritt eingegrenzt auf die Wasserproblematik. Dann wird geklärt, um welche Art von internationalem Recht es sich bei den MDGs handelt. Zudem erläutere ich die
1 Rechkemmer & Schmidt, 2006, S. 55
2 ebd.
3
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theoretischen Überlegungen zum Vorgang der Implementierung. Vor diesem theoretischen Hintergrund werde ich dann zunächst den Wasserkonflikt aufzeigen, um schliesslich der Frage nachzugehen, ob die israelische Wasserpolitik in den besetzten Gebieten im Einklang mit den Vorgaben der MDGs ist. Ich werde also versuchen, einen Zusammenhang zwischen den MDGs und innenpolitischen Bemühungen des Staates Israel herzustellen. Es lassen sich demnach folgende Variablen definieren: abhängige Variable = Implementierung; unabhängige Variable = das MDGs-Regime. Schliesslich folgen eine Zusammenfassung und das Ergebnis.
4. Die UNO Millennium Development Goals (MDGs)
4.1 Überblick
Ganz im Sinne des umfassenden Friedensverständnisses der Vereinten Nationen werden in der Charta „Gerechtigkeit“ und der wirtschaftliche und soziale Fortschritt aller Völker zu grundlegenden Bestandteilen des Zielkatalogs der Organisation erhoben. Deren Verwirklichung soll, wie es in Artikel 55 heisst, dazu dienen, jenen Zustand der Stabilität und Wohlfahrt herbeizuführen, der erforderlich ist, damit zwischen den Nationen friedliche und freundschaftliche Beziehungen herrschen. Das entwicklungspolitische Aufgabenspektrum der Vereinten Nationen ist im Zuge einer immer ganzheitlicheren Herangehensweise komplexer geworden. Das heute zugrunde gelegte Verständnis von Entwicklung umfasst die Dimensionen Frieden, Wirtschaft, Umwelt, Gerechtigkeit und Demokratie und wird vom Leitbild der nachhaltigen Entwicklung 3 am vollständigsten verkörpert. Somit geht es darum, sowohl auf der internationalen als auch auf der nationalen Ebene die politischen, gesellschaftlichen und ökonomischen Rahmenbedingungen für das Wohlergehen des einzelnen Menschen zu schaffen. 4 Aus diesen Überlegungen verabschiedeten am 18. September 2000 189 Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen mit der Millenniumserklärung einen Katalog grundsätzlicher Zielsetzungen für alle UN-Mitgliedstaaten. Armutsbekämpfung, Friedenserhaltung und Umweltschutz wurden als die wichtigsten Ziele der internationalen Gemeinschaft bestätigt. Das Hauptaugenmerk lag hier beim Kampf gegen die extreme Armut: Armut wurde nicht mehr nur allein als Einkommensarmut verstanden, sondern umfassender als Mangel an Chancen und Möglichkeiten.
3 Siehe Kapitel 4.2
4 Wolf, 2005, S. 90f
4
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Im Vergleich zu früheren Entwicklungsdekaden und -konferenzen sind die Ziele umfassender, konkreter und mehrheitlich mit eindeutigem Zeithorizont versehen. Ausserdem ist zu erwähnen, dass sich nie zuvor neben Regierungen auch Unternehmen, internationale Organisationen, aber auch die Zivilgesellschaft so einstimmig zu einem Ziel bekannt haben und sich einig sind, dass der Ausbreitung der Armut Einhalt geboten werden muss. 5
Die acht Millenniums-Entwicklungsziele im Überblick: 6
1. Hunger und extreme Armut sollen reduziert werden, und zwar so, dass bis 2015 der Anteil der Menschen, die weniger als einen Dollar pro Tag haben, halbiert und der Anteil der Menschen, die Hunger leiden, ebenfalls halbiert wird.
2. Alle Kinder sollen bis 2015 eine Grundschule abschliessen können. 3. Die Gleichstellung und stärkere Beteiligung der Frauen soll gefördert werden, indem bis 2005 der Anteil der Mädchen an Grund- und Mittelschulen gleich hoch ist wie derjenige der Knaben und es bis 2015 auf allen Bildungsstufen keine Diskriminierung mehr gibt.
4. Die Kindersterblichkeit soll verringert werden, und zwar so, dass bis 2015 die Sterblichkeitsrate von Kindern unter fünf Jahren um zwei Drittel verringert wird.
5. Die Gesundheit der Mütter soll verbessert werden, und zwar so, dass bis 2015 die Sterblichkeitsrate von Müttern um drei Viertel gesenkt wird. 6. Aids, Malaria und andere Krankheiten sollen bekämpft werden, und zwar so, dass bis 2015 die Zahl der Neuinfektionen nicht mehr weiter anwächst, sondern zu sinken beginnt.
7. Ein nachhaltiger Umgang mit der Umwelt soll gesichert werden, indem bis 2015 der Anteil der Menschen (gegenüber 1990) 7 , die kein sauberes Trinkwasser haben, halbiert wird, die Lebensbedingungen von 100 Millionen SlumbewohnerInnen erheblich verbessert werden, Böden, Wald und Küstengewässer nachhaltiger bewirtschaftet werden und die Grundsätze von nachhaltiger Entwicklung in die Politik der Länder aufgenommen werden. 8. Eine weltweite Partnerschaft für Entwicklung soll aufgebaut werden, indem bis 2015 ein geregeltes, voraussehbares, nicht diskriminierendes internationales Handels- und Finanzsystem aufgebaut wird, armen Ländern vermehrt Schulden erlassen und die Budgets für
Entwicklungszusammenarbeit erhöht werden.
„Nach Einschätzung des Sachs-Reports (2005, 2) sind die MDGs die am breitesten unterstützten, umfassendsten und konkretesten Vorgaben zur Verringerung der Armut, die die Welt je aufgestellt hat'.“ 8 Die MDGs überschreiten den
5 http://de.wikipedia.org/wiki/Millenniumsziele, Stand: 24.06.08
6 Niggli, 2008, S. 47
7 Rechkemmer & Schmidt, 2006, S.71
8 Nuscheler, 2006, S. 17
5
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deklaratorischen bzw. normativen Charakter vieler Vorgängerbemühungen. 9 Nicht alle sind mit dieser Ansicht einverstanden - es gibt auch viel Kritik. Auf diese Debatte wird aber in dieser Arbeit nicht näher eingegangen. Zudem ist bei diesem Katalog zu bemerken, dass die Verantwortung für die Problematik nicht mehr internationalen und der nationalstaatlichen Ebene hin und her geschoben, sondern dass eine Integration gemeinsamer Anstrengungen von Entwicklungs- und Industrieländer erreicht wird. Einerseits müssen die Entwicklungsländer Pläne zur Armutsbekämpfung ausarbeiten, andererseits „sollen ihnen die Geberländer und die internationalen Finanzinstitutionen Schuldenerlasse und Kredite gewähren, den Umfang der Entwicklungshilfe verdoppeln und sich um eine faire Welthandelspolitik bemühen“. 10
4.2 Das Leitbild der nachhaltigen Entwicklung
Bei der Entwicklungsthematik kommt man heutzutage um den Begriff der „nachhaltigen Entwicklung“ (sustainable development) nicht mehr herum. Bei der Sicht der Vereinten Nationen auf dieses Konzept wurde eine Entwicklung definiert, „die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren Lebensstil zu wählen“. 11 Dabei soll dieses Leitbild nicht nur für die internationale Umweltpolitik massgeblich sein. Vielmehr verlangt es eine Integration sozialer, wirtschaftlicher und ökologischer Politikziele. Bei den MDGs handelt Ziel 7 von der Sicherung der ökologischen Nachhaltigkeit. Dabei gibt es verschiedene Unterziele. 12 Wie schon gesagt, wird in dieser Arbeit das Augenmerk auf die Wasserthematik gerichtet. Welche Herausforderung dabei auf die UNO und ihre Mitgliedsstaaten zukommt, soll folgendes Zitat verdeutlichen: „Rechnet man das Bevölkerungswachstum mit ein, dann müssen für [die von den MGDs angestrebte] Halbierung der Anzahl der Menschen, die keinen Zugang zu sauberem Wasser haben, bis 2015 […] für 1,5 Milliarden Menschen neue Zugänge geschaffen werden - also jeden Tag für circa 275.000 Menschen.“ 13
Es gibt zahlreiche Akteure (NGOs, Think Tanks, z.B. der World Water Council, etc.) und vergangene Konferenzen (z.B. die „Internationale Süsswasserkonferenz“ 2001 in
9 Rechkemmer & Schmidt, 2006, S.71
10 Wolf, 2005, S. 94f
11 Wolf, 2005, S. 96
12 Vgl. S. 5
13 Rechkemmer & Schmidt, 2006, S. 55
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Arbeit zitieren:
Samuel Schmid , 2008, Die Uno-Milleniumsentwicklungsziele: Wasser und Frieden, München, GRIN Verlag GmbH
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