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Kriminalisierung psychischer Krankheiten im Film: James Mangolds Identität (2003)

Title: Kriminalisierung psychischer Krankheiten im Film: James Mangolds Identität (2003)

Presentation (Elaboration) , 2009 , 15 Pages , Grade: 1.0

Autor:in: Hildegard Schnell (Author)

German Studies - Miscellaneous
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Da James Mangolds Identität die cineastischen Elemente, wie psychische Traumata, rätselhafte spannungsgeladene Handlung und ein abruptes Ende einsetzt, gehört Identität zum Genre des Psychothrillers, der sich fließend zwischen den Subgenres des Mystery-, Krimi- oder Horror-Genres bewegt und den Zuschauer bis kurz vor dem Filmende im Ungewissen lässt. Diese Ungewissheit über die tatsächlichen Geschehnisse in Identität erzeugt die für das Thriller-Genre bzw. Psychothriller-Genre charakteristische Spannung und vermittelt, wie den Lesern der Schauerliteratur des 18. Jahrhunderts, ein Gefühl des Unheimlichen, das mit filmischen Mitteln den Nervenkitzel für den Zuschauer des 21. Jahrhunderts intensiviert. Die Intensität von James Mangolds Identität resultiert nicht zuletzt daraus, dass der Film zwei Handlungsstränge verfolgt, die parallel verlaufen. Diese parallel verlaufenden Handlungsstränge setzen sich aus der Rahmenhandlung des Films und dem „Kopfkino“ des psychisch kranken Protagonisten Malcolm Rivers, also der Binnenhandlung, zusammen. Rätselhaft wird die Handlung dadurch, dass Rahmen- und Binnenhandlung immer wieder durch Rückblenden entweder auf die Rahmen- oder die Binnenhandlung unterbrochen werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Zum Genre des Psychothrillers

3. James Mangolds Identität

4. Interpretation

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Kriminalisierung psychischer Krankheiten am Beispiel des Films "Identität" (2003) von James Mangold. Dabei wird der Frage nachgegangen, inwiefern die psychiatrische Diagnostik und forensische Entlastungsstrategien bei dissoziativen Identitätsstörungen versagen und wie der Film das Konzept der psychischen Störung als kriminelles Potenzial thematisiert.

  • Kritische Analyse des Anti-Psychiatrie-Diskurses im modernen Film
  • Untersuchung der dissoziativen Identitätsstörung als Verdrängungsmechanismus
  • Die Problematik forensischer Behandlungsmethoden bei kriminellen Patienten
  • Intertextuelle Bezüge zu existenzphilosophischen Werken und Schauerliteratur
  • Die dualistische Perspektive von Rahmen- und Binnenhandlung im Psychothriller

Auszug aus dem Buch

3. James Mangolds Identität

„Verurteilt man den Körper oder den Geist?“10 Dies ist eine existenzialistische Frage, denn der Geist ist, aufgrund des freien Willens, fähig den Körper in seinem Handeln zu steuern. Für die Thematik des Films ist diese Frage des forensischen Psychiaters in James Mangolds Identität zentral, jedoch ist die Antwort im Verlauf des Films nicht so eindeutig wie sie scheint, da Rahmen- und Binnenhandlung den Film spalten und so eine dualistische Perspektive des Zuschauers erzeugen. In Identität unterscheiden sich die Rahmen- und Binnenhandlung nicht so sehr in Ort, Zeit und Handlung als in ihren Figuren, dennoch ist es wichtig auf diese drei dramaturgischen Kategorien einzugehen, womit gleichzeitig auch die rahmen- und binnenhandlungsspezifischen Figurenkonstellationen näher erläutert werden.

Der Ort der Rahmen- und Binnenhandlung ist der US-Bundesstaat Nevada, allerdings finden sich die Figuren der Rahmenhandlung in einem Richterzimmer und die Figuren der Binnenhandlung in einem Motel ein. Der zeitliche Rahmen beider parallel laufender Handlungsstränge ist ungefähr kurz gegen Mitternacht zu verorten und bei beiden ist es eine regnerische stürmische Nacht. In der Rahmenhandlung ist es die Nacht vor der Vollstreckung des Todesurteils gegen den Massenmörder Malcolm Rivers, in der Malcolms Anwalt, aufgrund der Diagnose des forensischen Psychiaters, noch eine letzte richterliche Anhörung erwirken konnte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der dissoziativen Identitätsstörung im Kino ein und beleuchtet den historischen Wandel des Anti-Psychiatrie-Diskurses von den 70er Jahren bis heute.

2. Zum Genre des Psychothrillers: Das Kapitel definiert den Psychothriller durch seine spezifische Spannungskurve und die Fokussierung auf psychische Traumata, die den Protagonisten in Extremsituationen führen.

3. James Mangolds Identität: Hier wird der Inhalt des Films detailliert analysiert, insbesondere die Dualität zwischen der Rahmenhandlung (Gericht) und der Binnenhandlung (Motel) sowie die Rolle der zehn Teilidentitäten.

4. Interpretation: Dieser Abschnitt interpretiert die psycho-pathologische Variante der Identität unter Einbeziehung philosophischer Konzepte von Sartre, Descartes und Mead.

5. Fazit: Das Fazit resümiert, dass der Film forensische Behandlungsmethoden kritisiert und die Unmöglichkeit aufzeigt, das kriminelle Potenzial bei dissoziativen Identitätsstörungen rein therapeutisch zu eliminieren.

Schlüsselwörter

Identität, James Mangold, dissoziative Identitätsstörung, Psychothriller, Forensik, Psychiatrie, Anti-Psychiatrie-Diskurs, Malcolm Rivers, Teilidentitäten, Kriminalisierung, Existenzphilosophie, Selbsttäuschung, Traumatologie, Massenmörder, Filmwissenschaft.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Darstellung und Kriminalisierung psychischer Störungen im Film, speziell anhand des Werks "Identität" von James Mangold.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen das Genre des Psychothrillers, die forensische Psychiatrie, dissoziative Identitätsstörungen und die ethische Problematik von Entlastungsstrategien bei kriminellen Tätern.

Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, den Anti-Psychiatrie-Diskurs des Films zu verdeutlichen und aufzuzeigen, wie Mangold die Unwirksamkeit aktueller psychiatrischer Heilungsmethoden bei Schwerstkriminellen kritisiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin wendet eine filmwissenschaftliche Analyse an, die durch intertextuelle Verweise auf Literatur, Philosophie (Sartre, Mead) und forensische Diskurse gestützt wird.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Definition des Psychothriller-Genres, eine detaillierte Inhaltsangabe des Films und eine philosophisch-psychologische Interpretation der dargestellten Identitätsspaltung.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Neben dem Filmtitel und dem Regisseur sind "dissoziative Identitätsstörung", "Forensik" und "Kriminalisierung" zentrale Begriffe für das Verständnis der Arbeit.

Warum spielt die Figur des "Timothy" eine entscheidende Rolle in der Argumentation?

Timothy repräsentiert die vom Psychiater übersehene, kriminelle Kernidentität des Protagonisten, wodurch der therapeutische Diagnosefehler des Psychiaters erst offengelegt wird.

Welche Bedeutung hat das "offene Ende" des Films für die Interpretation?

Das Ende erzwingt eine aktive Auseinandersetzung des Zuschauers mit der Frage, ob Malcolm als Täter Monster oder Mensch ist, und verdeutlicht das Scheitern einer simplen therapeutischen Lösung.

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Details

Title
Kriminalisierung psychischer Krankheiten im Film: James Mangolds Identität (2003)
College
University of Duisburg-Essen
Course
Blockseminar: Identität
Grade
1.0
Author
Hildegard Schnell (Author)
Publication Year
2009
Pages
15
Catalog Number
V142940
ISBN (eBook)
9783640540877
ISBN (Book)
9783640540662
Language
German
Tags
Kriminalisierung Krankheiten Film James Mangolds Identität
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Hildegard Schnell (Author), 2009, Kriminalisierung psychischer Krankheiten im Film: James Mangolds Identität (2003), Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/142940
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