INHALT
1. EINLEITUNG 3
2. WIRTSCHAFT UND RAUMORDNUNG IN FRANKREICH 3
2.1 Die französische Raumordnung. 3
2.2 „Planification Economique“ 4
2.2.1 Zentralismus und Planification 4
2.2.2 Dezentralisierungspolitik 4
2.3 Die französische Wirtschaftsstruktur 5
2.3.1 Sektorale Struktur 5
2.3.2 Räumliche Struktur 6
3. ÎLE-DE-FRANCE - INSEL IN DER FRANZÖSISCHEN WÜSTE 7
3.1 Räumliche Abgrenzung und historische Entwicklung. 7
3.2 Heutige sozioökonomische Struktur 8
3.2.1 Nationale Bedeutung der Île-de-France. 8
3.2.2 Unternehmensstruktur 8
3.2.3 Beschäftigtenstruktur. 9
3.3 Theoretische Überlegungen zur zukünftigen Entwicklung. 9
4. SOPHIA ANTIPOLIS - DIE TECHNOPOLE 10
4.1 Räumliche Abgrenzung und Entstehungsgeschichte 10
4.1.1 Das Konzept der „Technopole“ 10
4.1.2 Entstehung. 11
4.2 Heutige Wirtschaftsstruktur. 11
4.2.1 Unternehmensstruktur 11
4.2.2 Beschäftigtenstruktur. 12
4.3 Regionalwirtschaftliche Bedeutung 13
4.4 Theoretische Überlegungen zur zukünftigen Entwicklung. 14
5. VERGLEICH DER REGIONEN. 16
5.1 Struktur und sozioökonomische Lage. 16
5.2 Identifizierung relevanter Wachstumsfaktoren 17
6. FAZIT 18
7. LITERATUR. 18
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1. Einleitung
Im Rahmen des Seminars über den europäischen Wirtschaftsraum beschäftigt sich die vorliegende Hausarbeit mit der Entwicklung, Struktur, Zukunft und nationaler Bedeutung zweier bedeutender wirtschaftlicher Aktivräume in Frankreich. Auf der einen Seite wird die Region Île-de-France als historisches Zentrum Frankreichs betrachtet, auf der anderen Seite steht die Untersuchung der ältesten geplanten Technopôle des Landes Sophia Antipolis. Der erste Teil der Arbeit wird sich mit der französischen Raumordnungs- und Wirtschaftspolitik und ihrem Einfluss auf die heutigen Strukturen befassen. Dabei spielt die Frage nach der Bedeutung des Zentralismus eine wichtige Rolle. Die folgenden Kapitel beleuchten die Entwicklungsgeschichte und heutige Situation der zwei Standorte. Dabei interessieren vor allem die Fragen nach Unterschieden in der Entwicklung und sozioökonomischen Strukturen der Standorte sowie eine (theoretische) Einschätzung ihrer Zukunftsaussichten. Abschließend werden die in den vorhergehenden Kapiteln erarbeiteten Ergebnisse im Vergleich dargestellt.
2. Wirtschaft und Raumordnung in Frankreich
2.1 Die französische Raumordnung
Die französische Raumordnung zeichnet sich durch eine starke Zersplitterung und hierarchische Gliederung aus. Es existieren Gebietkörperschaften auf 3 Ebenen: Das Land ist in 21 Regionen (ohne Überseegebiete) unterteilt, denen sich 96 Departements zuordnen, die wiederum in 36.553 Gemeinden unterteilt sind (vgl. KISTENMACHER, MARCOU & CLEV 1994, S.53). Nach dem Zweiten Weltkrieg ergab sich eine Situation starker inländischer Disparitäten, die vor allem durch das Wirtschaftsgefälle zwischen Paris als Wirtschaftszentrum, dem durch seine industrielle Entwicklung städtisch geprägten wohlhabenden Nordosten und dem zurückgebliebenen, ländlich geprägten Südwesten des Landes ausdrückte. In Angesicht dieses starken Entwicklungsgefälles betreibt der Staat seit Mitte der 1960er Jahre eine aktive Raumordnungspolitik, die einen Ausgleich, bzw. eine Annäherung der Bevölkerungsverteilung und Wirtschaftstätigkeit zum Ziel hat.
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2.2 „Planification Economique“
2.2.1 Zentralismus und Planification
BRÜCHER bezeichnet den Zentralismus als „staatsorganisatorisches Leitprinzip“, das grundsätzlich definiert ist in bezug auf das politisch-administrative System Frankreichs, in dem bis 1982 eine starke hierarchische Stufung mit einer „fast totalen Abhängigkeit von Paris“ bestand (ebd. 1987, S.668). Zu charakteristischen Merkmalen des Zentralismus gehört eine
Überdimensionierung der Hauptstadt durch das politische System, die sich auch auf die nichtstaatlichen Bereiche wie Wirtschaft, Transport, Kultur, Bevölkerungsbewegungen usw. auswirkt.
Der politische Zentralismus äußert sich dabei auf nationalökonomischer Ebene durch eine dirigistische Wirtschaftsplanung, die „planification économique“ (vgl. HAENSCH & TUEMMERS 1998, S.355). Sie wurde 1946 mit der Schaffung des Commissariat général au Plan eingeführt und wurde zum wichtigsten Instrument der Wirtschaftspolitik Frankreichs. In der Literatur wird sie auch oft als der „dritte Weg“ zwischen sozialistischer Wirtschaftsplanung und Wirtschaftsliberalismus bezeichnet. Im Gegensatz zur rein sozialistischen Wirtschaftsplanung hat die Planification jedoch lediglich indikativen Charakter und gilt als Orientierungsrahmen für private Investitionen. Für verstaatlichte Betriebe und den Staat sind die Vorgaben hingegen bindend. Wichtigstes Instrument der Planification sind die sogenannten Fünfjahrespläne, in denen die nationalen Entwicklungsziele alle fünf Jahre definiert werden. Kritisiert wird in diesem Zusammenhang häufig die Inkonsistenz der Planinhalte, aufgrund der die Effektivität der Planification von verschiedenen Autoren angezweifelt wird. Die Blütezeit der Planification lag in den 60er Jahren, in denen die nationale Ökonomie Frankreich ein überdurchschnittliches Wachstum zu verzeichnen hatte (vgl. HAENSCH & TUEMMERS 1998, S.381). Sie wurde dann zunächst abgebaut und erst unter der sozialistischen Regierung Mitterands wiederbelebt. Die heutige Regierung unter Chirac versteht die Planification als „Beratungs- und Konzertierungsinstanz“ (UTERWEDDE 1999, S. 209).
2.2.2 Dezentralisierungspolitik
Die Dezentralisierungspolitik in Frankreich findet auf zwei Ebenen statt: zum einen auf der Verwaltungsebene und zum anderen im Rahmen einer industriellen Dezentralisierung. Die raumordnerische Dezentralisierung wurde 1964 mit der Schaffung der DATAR (Délégué à
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l’aménagement du territoire) eingeleitet, die zur Aufgabe hat, die raumordnungsrelevanten Maßnahmen des Staates zu koordinieren und ihnen neue Impulse zu verleihen (vgl. KISTENMACHER, MARCOU & CLEV 1994, S. 67f.). Die DATAR behebt das „Kommunikationsdefizit zwischen Bauministerium und Plankommissariat“ (THARUN 1987, S. 701), indem sie die sektorale Planification mit Raumordnungspolitik verbindet. Seit 1997 untersteht die DATAR direkt dem Ministerium für Raumordnung. Sie fungiert jedoch nur als planende und beratende Behörde und besitzt keine eigene Autorität zur Durchführung ihrer Vorstelllungen. Der Staat bleibt damit weiterhin die oberste Instanz aller Entscheidungen der Wirtschaftsplanung (vgl. MINISTÈRE DES AFFAIRES ÉTRANGÈRES, 2001). Der erste konkrete Angriff auf den französischen Zentralismus im Zusammenhang mit Raumordnungsfragen erfolgte 1982 durch die Neuschaffung der Regionen und eine partielle Abgabe zentraler Befugnisse an die Departements. Im Rahmen der industriellen Dezentralisierung förderte der Staat die Schaffung von Spitzenindustrien und -dienstleistungen in verschiedenen Städten und neu gegründeten Technopôles 1 , mit dem Ziel, die dominante Stellung Paris abzubauen (vgl. MINISTÈRE DES AFFAIRES ÉTRANGÈRES 1999, S.206).
2.3 Die französische Wirtschaftsstruktur
2.3.1 Sektorale Struktur
Frankreich ist die viertgrößte Wirtschaftsmacht weltweit und die zweitgrößte in Europa. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) betrug im Jahre 1999 1.261 Milliarden US-Dollar (vgl. MINISTÈRE DES AFFAIRES ÉTRANGÈRES 2001). Dabei wurden 72% im Tertiären Sektor, 25% im Sekundären und 3% im Primären Sektor erwirtschaftet (INSEE 2001). Frankreich ist das größte Agrarland der Europäischen Union und die spät einsetzende Industrialisierung konzentrierte sich zunächst auf die Realisierung prestigereicher Großprojekte und die Förderung strategisch wichtiger Industrien. Das hohe Entwicklungsniveau zum Beispiel der Luft- und Raumfahrt- sowie der Energietechnologie ist auf diese Politik zurückzuführen. Führende Branchen der französischen Industrie sind heute nach absoluten Maßstäben die Nahrungs- und Genussmittelindustrie, die Automobilindustrie, die chemische Industrie sowie die Elektroindustrie (vgl. HAENSCH & TUEMMERS 1998, S.365). Neuinvestitionen in Form von inländischem Kapital und ausländischen Direktinvestitionen
1 Der französische Begriff „Technopôle“ ist ins Deutsche zu übersetzen mit „Technologiepark“.
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Arbeit zitieren:
2001, Gewachsene und geplante Strukturen in Frankreich, München, GRIN Verlag GmbH
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