1 Einleitung 3
2 Organisationsformen der Wirtschaft 3
2.1 Arbeitsstandards 4
2.2 Industrialisierung durch Importsubstitution 5
2.3 Export-Orientiertes Wirtschaften 6
3 Verflechtungen innerhalb der Sektoren. 7
3.1 Informal Marketing Chain 7
3.2 Input Supply Chain. 8
3.3 Vertical Poduction Chain 8
3.4 Multiple Production and Marketing Chain 8
4 Konjunkturhypothese 9
5 Fazit. 10
Quellenangaben
Anhang
2
1 Einleitung
In der vorliegenden Arbeit soll der Zusammenhang zwischen den unterschiedlichen Arten informeller Arbeit und der wirtschaftlichen Entwicklung eines Landes untersucht werden. Es stellt sich also die Frage, ob Informalität mit einer Entwicklung einhergehen kann, oder, ob sie die Länder der Dritten Welt daran hindert eine stabile und funktionierende Wirtschaft aufzubauen. A. Portes, ein Vertreter des strukturalistischen Ansatzes, ist der Ansicht die Verlagerung der Produktion aus den Industrieländern sei mit der Informalität eng verknüpft. Diese würden nun eine neue Strategie verfolgen, die im Allgemeinen als Post-Fordismus 1 bezeichnet wird und eine flexible Produktion bedeutet und als eine Neuregelung der Arbeitsorganisation verstanden wird. 2
Im Abschnitt 2. werde ich unter der Überschrift „Organisationsformen der Wirtschaft“ auf die Arbeitsstandards und auf die Bedeutung der In-und Exportorientierung lateinamerikanischer Länder in Zeitverlauf eingehen.
Die sich daraus ergebenden komplizierten Verflechtungen innerhalb des informellen und formellen Sektor, die auch bereits in den vorhergehenden Hausarbeiten angesprochen wurden, möchte ich mit einigen Modellen von Portes und Sassen-Koob verdeutlichen. In meinem mündlichen Vortrag zeige ich dann ein Beispiel aus dem Bereich des Tourismus. Abschließend stelle ich die Theorie von Maloney dar, der den informellen Sektor als einen „Dämpfer“ im Wirtschaftskreislauf sieht.
Diese Hausarbeit unternimmt also einen Versuch die heterogenen Aspekte und Zusammenhänge einer wirtschaftlichen Entwicklung lateinamerikanischer Länder dem Leser näher zu bringen und verschiedene Denkansätze vorzustellen.
2 Organisationsformen der Wirtschaft
Im Vorfeld sollten einige wirtschaftswissenschaftliche Begrifflichkeiten geklärt werden. Denn ohne zu wissen was Entwicklung eigentlich heißt, können wir nicht klären, ob sie im Zusammenhang mit dem informellen Sektor steht.
1 Das Massenproduktionsprinzip wird aufgegeben, es werden verstärkt neue Technologien genutzt, es entstehen Cluster kleinerer selbstständiger Betriebe, die untereinander verflochten sind und so eine höhere Flexibilität erreichen lassen. Aus: Leser, Hartmut (2001): Wörterbuch der Geographie. München.
2 Vgl. Komslosy, A./Parnreiter, C./Stacher, I./Zimmermann, S. (1997):S. 23
3
Wirtschaftliche Entwicklung hängt unmittelbar mit Wachstum zusammen, der als „der stetige Anstieg der Produktion im Zeitverlauf“ 3 definiert wird. Wachstum bedeutet nicht nur technischen Fortschritt, der für eine gewinnmaximierende Wirtschaft nötig ist, sondern setzt eine Kapitalakkumulation voraus, um Investitionen zu tätigen. Wenn man sich nun die Lage vieler Dritte Welt Länder ansieht, wo bereits eine überwältigende Mehrzahl von Menschen im informellen Sektor tätig ist, stellt man fest, dass der informelle Sektor eher „dem Versorgungsprinzip als dem der Gewinnmaximierung“ 4 folgt.
Weitere wesentliche Merkmale informeller Wirtschaft nach der Definition der ILO sind unter anderem die wenig produktive Technologie, die extensive Produktionsweise, einheimisches Kapital, sowie die geringe Betriebsgröße. 5 All diese Faktoren scheinen nicht in das Konzept einer modernen freien Marktwirtschaft hineinzupassen. In Folgenden soll dieser Gegenstand näher betrachtet werden.
2.1 Arbeitsstandards
Viele Länder Lateinamerikas haben Arbeitschutzgesetze, die, zumindest auf dem Papier, in nichts denen der Industrienationen nachstehen. Die Arbeiter im formellen Sektor genießen rechtlichen Schutz bei Betriebsunfällen, Kündigung und im Alter. 6 Jedoch reflektieren diese Standards die Ideen und Werte westlicher Industriegesellschaften, die von den Dritte Welt Ländern einfach übernommen wurden. 7
Da es in diesen Ländern einen Überschuss an Arbeitskraft gibt, die im formellen Sektor beschäftigt werden können, hat sich neben dem formellen, arbeitsrechtlich abgesicherten Sektor, ein informeller oft schlechter bezahlter Sektor gebildet. Organisationen wie die ILO (International Labor Organisation) und PREALC (Programa Regional de Empleo para América Latina y el Caribe) sehen also unter anderem die ungenügende Arbeitsplatzkapazität des modernen Sektors als Grund für die vielfältigen Arbeitsmöglichkeiten im informellen Sektor. 8 Schlussendlich ist es für viele formelle Unternehmen viel teurer und umständlicher einen „legalen“ Arbeiter einzustellen als mit informellen Kleinbetrieben zusammen zu
3 Blanchard, Oliver/Illing,Gerhard (2004):S. 857
4 Gans, Paul (1990):S. 52
5 Vgl. Komslosy, A./Parnreiter, C./Stacher, I./Zimmermann, S. (1997): S.12
6 Vgl. Portes, Alejandro (1994): S.115
7 Vgl. ebd. :S. 116
8 Vgl. ebd. :S. 119
4
Arbeit zitieren:
Paulina Holbreich, 2006, Informalität und Entwicklung, München, GRIN Verlag GmbH
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