1 Einleitung 3
2 Grundlagen 4
2.1 El Nino 4
2.2 Southern Oscillation 4
2.3 Regionale Auswirkungen 5
3 Telekonnektionen 6
3.1 Subsysteme der Telekonnektionen 7
3.2 Nord-Atlantische Oszillation 10
4 Historischer Rückblick 12
4.1 Süd-Amerika 12
4.2 Besiedlung der Südsee Inseln 14
5 Fazit 15
Quellen 17
2
1 Einleitung
Die El Nino-Forschung begann schon Mitte des 19. Jahrhunderts. Damals beschränkte sie sich jedoch nur auf regionale Auswirkungen. Die schweren Niederschläge, Zerstörungen ganzer Dörfer sowie die Reduktion des Fischreichtums im kalten, nährstoffreichen Humboldt-Strom an der Westküste Südamerikas wurden dokumentiert und Anfang des 20. Jahrhunderts durch die Anomalie der Walkerschen Southern Oscillation beschrieben. Erst etwas später kam in der Forschung der Begriff so genannter „teleconnections“ auf, die die Fernwirkungen verschiedener Klimaanomalien (untereinander) beschreiben. Die deutschen Wissenschaftler Flohn und Fleen 1 verknüpften erstmals das ENSO (El Nino Southern Oscillation) Phänomen mit anderen Anomalien in verschiedenen Teilen der Erde. Sie korrelierten statistische Datenreihen über Dürren in Australien und das Ausbleiben des indischen Monsuns mit den Southern Oscillation Indizes. Ihre Untersuchungen ergaben eine zusammenhängende Kette von Telekonnektionen rund um den Äquator. So wurden Dürren in Indien, Süd-Ost Asien und Afrika gleich wie Überschwemmungen in Mittelamerika und Ostafrika mit El Nino in Verbindung gebracht. Genaue Beobachtungen und Messungen seit Mitte des 20. Jahrhunderts führten die Wissenschaft jedoch zu alternativen Sichtweisen dieser komplizierten Zusammenhänge. Das Konzept der Telekonnektionen des El Nino soll in der vorliegenden Arbeit genauer betrachtet und der aktuelle Forschungstand aufzeigt werden. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Nord-Atlantischen Oszillation, die auf das Wettergeschehen in Europa den größten Einfluss gelegt. Im letzten Abschnitt dieser Arbeit wird El Nino von dem historischen Standpunkt aus betrachtet. Dabei basieren die Ausführungen auf der Sichtweise des amerikanischen Geographen Cesar Caviedes, der in seinem Buch „El Nino. Klima macht Geschichte“ 2 historische Ereignisse des Phänomens El Nino darlegt.
1 Glantz, Michael H.: Impacts of El Nino and La Nina on Climate and Society: S. 134
2 Caviedes, Cesar N. : “El Nino“ Klima macht Geschichte“
3
2 Grundlagen
Um die Zusammenhänge zwischen dem ENSO-Phänomen und seinen Fernwirkungen zu verstehen, wird zum Einstieg ein kurzer Überblick zu den wichtigsten Ursachen und Auswirkungen gegeben. Die ozeanischen Merkmale, im Allgemeinen als El Nino bezeichnet, sowie die klimatologischen Kennzeichen der Walkerschen Southern Oscillation bilden zusammen die als ENSO bezeichnete Wetteranomalie.
2.1 El Nino
Die ozeanischen Grundlagen der für El Nino relevanten Gebiete des Pazifiks bilden die dort vorherrschenden Meeresströmungen. Es ist zunächst der kalte Humboldt Strom, der von Süden nach Norden entlang der chilenischen und peruanischen Küste Süd-Amerikas fließt und am Äquator sich in den Süd-Äquatorialstrom verwandelt. 3 Die Sea Surface temperature (SST) steigen von 18°-22°C an der peruanischen Küste auf 25°-29°C an der Nord-Australischen und philippinischen Küste kontinuierlich an. Die als Thermokline 4 bezeichnete obere Wasserschicht reicht von 40m (Osten) bis 120m (Westen). 5 Die oben beschriebenen Verhältnisse bilden die Situation in den normalen, nicht von El Nino betroffenen Jahren, ab. Während eines El Nino Ereignisses dringt jedoch warmes Oberflächenwasser über den äquatorialen Gegenstrom aus dem westlichen in den östlichen Pazifik ein, so dass dort die SST auf 25-29°C ansteigt. Diese als Kelvinwellen bezeichnete großräumige Wellen beginnen etwa in den Monaten Mai-Oktober das kältere Wasser des östlichen Pazifiks zu erwärmen, sodass es dann etwa zu der Weihnachtszeit im Dezember die peruanische Küste erreicht 6 und dort zu Extremereignissen führt.
2.2 Southern Oscillation
Die Southern Oscillation (SO) bezeichnet eine von Gilbert Walker entdeckte Luftdruckanomalie, die die Umkehrung der normalerweise vorherrschenden Luftdruckverhältnisse im südlichen pazifischen Raum beschreibt. 7 Die normalen Luftdruckverhältnisse sind in Abbildung 1 dargestellt.
3 Vgl. Strahler, Alan und Arthur N.: „Physische Geographie“; S.116
4 Temperatursprengschicht zwischen dem kalten Tiefenwasser und der wärmeren oberen Wasserschicht
5 Vgl. Caviedes, Cesar N. : “El Nino“ Klima macht Geschichte ; S. 11
6 Ebd. S. 12
7 Vgl. Strahler, Alan und Arthur N.: S.174
4
Abb.1 Walkersche Zirkulation (Quelle: Bader: El Nino. Das Jahrhundertereignis) Dabei bilden die beiden Hochdruckgebiete eines über der Osterinsel und eines über Hawaii den Rahmen für die Passatwinde, die in Richtung der Innertropischen Konvergenzzone (ITZ) als Ostwinde wehen (Äquatoriale Ostwinde). Das ausgeprägte Tiefdruckgebiet im indonesisch-australischen Raum ist eine weitere wichtige Komponente der SO. Walkers Beobachtungen haben ergeben, dass sich die oben beschriebenen Verhältnisse in bestimmten Zeitintervallen ändern. Das Hoch über der Osterinsel verliert an Intensität was zu einer starken Abschwächung oder dem Aussetzen der Süd-Ost Passate führt. Die äquatorialen Ostwinde werden zu Westwinden. 8 Gleichzeitig verwandelt sich das süd-asiatische Tief in ein Hochdruckgebiet. 9
Der SO-Index zeigt die Intensität der SO an, indem er die Korrelationswerte der beiden Luftdruckmessstationen in Darwin und Tahiti vergleicht. Sind die Werte stark im negativen Bereich, so ist dies ein Anzeichen für ein kommendes El Nino Ereignis. 10
2.3 Regionale Auswirkungen
Zu den direkten regionalen Auswirkungen rund um den südlichen und äquatorialen Pazifik zählen 11 :
1. starke Regenfälle an der Küste von Chile, Peru und Kolumbien 2. Dürre in Nord-Australien und auf den Philippinen 3. strenge Winter
8 Caviedes, Cesar N.: S. 12
9 Strahler, Alan und Arthur N.: S.174
10 Caviedes, Cesar N.: S. 12
11 ebd. S.21
5
Arbeit zitieren:
Paulina Holbreich, 2007, Fernwirkungen des El Nino, München, GRIN Verlag GmbH
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