Soziologisches Seminar der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Sommersemester 2000
Übung für Fortgeschrittene: Massenkommunikation
Schriftliche Fassung des Referats zum Thema:
Theorien zur Wirkung von Gewalt in den Medien
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung in das Thema
2. Wirkungsebenen von Mediengewalt
2.1 Wirkungen auf physiologischer Ebene
2.2 Wirkungen auf emotionaler Ebene
2.3 Wirkungen auf kognitiver Ebene
3. Triebtheorien
3.1 Katharsisthese
3.2 Inhibitionsthese
4. Erregungstheorien
4.1. Frustrations-Aggressions-These
4.2. Excitation-Transfer-Theorie
5. Lerntheorien
5.1. Lernen am Modell
5.1.1. Rechtfertigungsthese
5.2. Habitualisierungsthese
5.3. Suggestionsthese
6. Kritik an den vorgestellten Theorieansätzen
6.1. Verengung der Mediengewaltproblematik auf die Aggression
6.2. Ausblendung des sozial kontextuierten Rezipienten
6.3. Nicht-Berücksichtigung des Kontextes der Gewaltdarstellung
7. Literatur
1. Einleitung in das Thema
In der vorliegenden Ausarbeitung des Referats geht es darum, grundlegende Theorien des Zusammenhangs von Gewaltkonsum in den Medien und Gewalt in der Realität vorzustellen. Unter Gewalt wird im folgenden "die Manifestation von Macht und/oder Herrschaft, mit der Folge und/oder dem Ziel der Schädigung von einzelnen oder Gruppen von Menschen" (THEUNERT 1996:59) verstanden. Es geht dabei sowohl um personale, also dem Individuum zugefügte physische und/oder psychische Gewalt, als auch um strukturelle Gewalt, die sich in bestimmten Hierarchien oder Rollenzuweisungen in der Gesellschaft widerspiegelt. Der Begriff "Medien" wird in erster Linie den Rundfunk umfassen, da er aufgrund der doppelten Reizübertragung, visuell und akustisch eine intensivere Rezeption ermöglicht. In Teilen können die Modelle jedoch auch auf den Hörfunk und die Printmedien übertragen werden.
2. Wirkungsebenen von Mediengewalt
Um Gewalt als Folge rezipierten Programms erfassen zu können, muß zunächst die Ebene, auf der die Wirkung erfaßt werden soll, bestimmt werden. GROEBEL und GLEICH (ebd. 1993:26 ff.) unterscheiden drei psychologische Modi der Wirkungsprozesse:
2.1. Wirkungen auf physiologischer Ebene
Medien sind in der Lage, einen sofortigen Anstieg des Erregungslevels eines Rezipienten auszulösen. Dieser Erregungszustand ist meist kurzfristig und kann durch spannende Handlungen und Actionszenen herbeigeführt werden. Formale Gestaltungsmittel wie schnelle Schritte, laute Geräusche und spannende Musik spielen dabei eine große Rolle und unterstützen die erregende Wirkung. Auf physiologischer Ebene wirkt diese Erregung vor allem kurzfristig. Eine langfristige Wirkung kann indirekt festgestellt werden durch die erhöhte Bereitschaft zur Gewaltausübung, das heißt, eine höhere Wahrscheinlichkeit, daß Ärger oder Nervosität in aggressives Handeln umschlagen.
2.2. Wirkungen auf emotionaler Ebene
[...]
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2000, Theorien zur Wirkung von Gewalt in den Medien, Munich, GRIN Publishing GmbH
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