Inhaltsverzeichnis
0. Einleitung: Habermas’ soziologisches Interesse - angewandte Aufklärung und Diskurs als
Mittel zur Veränderung der Gesellschaft. 3
1. Wahrheit durch Konsens. 5
1.1 Sprachphilosophische Grundannahmen. 5
1.1.1 Bedingungen für und Elemente der Kommunikation 5
1.1.2 Universalpragmatik. 7
1.1.3 Habermas’ Anspruch an die Sprechakte - die Unterscheidung von wah- rem und
falschen Konsens 10
1.2 Kommunikatives Handeln, Diskurs und der Sinn des Geltungsanspruchs von Normen. 11
1.2.1 Kommunikatives Handeln und Diskurs. 11
1.2.2 Der Sinn des Geltungsanspruchs von Normen 14
1.3 Die Konsensustheorie der Wahrheit. 17
1.3.1 Einleitung. 17
1.3.2 Die ideale Sprechsituation als Vorbedingung für einen wahren Konsens 18
und als potentielles Mittel für eine herrschaftsfreie Lebensform 18
1.3.3 Die Wahrheit von Aussagen und die Richtigkeit von Normen. 21
2. Diskurs als Mittel der Wahrheitsfindung? 25
2.1 Der theoretische Diskurs 25
2.2 Der praktische Diskurs. 25
2.3 Erkenntnistheoretische Probleme 26
2.3.1 Das Problem des unendlichen Regresses. 26
2.3.2 Semantische Widersprüche. 28
2.4 Probleme bei Diskursen in der Praxis. 30
2.4.1 Auch kompetente Diskursteilnehmer können das Regressproblem nicht ausräumen 30
2.4.2 Gibt es unterschiedliche Bedürfnisse - also „wahre“ und „falsche“ Be- 32
d ürfnisse? 32
2.4.3 Selbstreflexion als Mittel zum Ausgang aus der Unmündigkeit? 33
2.4.4 Der Diskurs - ein Privileg der Wissenschaftler? 36
2.4.5 Wer wählt die Themen im Diskurs und wie wählt er sie? 38
2.4.6 Zur Chancenverteilung der Argumente in realen Diskursen 40
2.5 Schlussbetrachtung zu Punkt 2. 41
Literaturverzeichnis : 44
0. Einleitung: Habermas’ soziologisches Interesse - angewandte
Aufklärung und Diskurs als Mittel zur Veränderung der
Gesellschaft
„Eines der Hauptinteressen von Jürgen Habermas war und ist die Entstehung und Weiterentwicklung der bürgerlichen Gesellschaft“ (Treibel, 2004: 159).
Habermas glaubt nicht, dass mit der Tradition der Aufklärung gebrochen worden ist, wie dies seine Kollegen Horkheimer und Adorno tun. Diese meinen nämlich, dass die deutsche Gesellschaft auch nach dem Ende des Faschismus weiterhin eine autoritäre Gesellschaft geblieben ist. Habermas nimmt dagegen an, dass nicht die Individuen grundsätzlich autoritär sind, sondern dass diese von gesellschaftlichen Strukturen, die vom Staat geschaffen werden und die autoritär und gewaltsam sind, unmündig gehalten werden (vgl. Treibel, 2004: 159). Habermas knüpft daher direkt an den politischen Idealen der Aufklärung an: Sein Interesse war und ist auf die Verwirklichung einer demokratischen, vernünftigen Gesellschaft gerichtet, die von aufgeklärten Bürgern gestaltet wird.
Habermas wollte die von ihm angestrebte Aufklärung mit Mitteln der Ideologiekritik erreichen. Zentrale interessensgeleitete Ideen der modernen Gegenwartsgesellschaft sind für ihn die Bereiche von Technik und Wissenschaft. Die Ideologiekritik soll ihm zufolge mit Hilfe einer kritischen Soziologie erfolgen. Eine solche Soziologie soll im Aufklärungsprozess aber nicht die Führerschaft inne haben, da für Habermas alle Gesellschaftsmitglieder potentiell imstande und dazu aufgerufen sind, soziale, ökonomische und politische Missstände zu erkennen. Kritische Staatsbürger und Staatsbürgerinnen sind also erforderlich, um die Ziele politischer Aufklärung nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch umzusetzen. Aufklärung ist für Habermas daher mit Reflexion und einer Veränderung von bisherigen gesellschaftlichen Strukturen verknüpft (vgl. Treibel, 2004: 159f.). 1973 erscheint von Habermas das Werk „Legitimationsprobleme im Spätkapitalismus“ bei dem ihm Claus Offe zur Seite gestanden hat. Unter Spätkapitalismus verstehen sie einen organisierten oder staatlich geregelten Kapitalismus. Spätkapitalismus ist eine Stufe hoher ökonomischer Konzentration mit weit reichendem, aber lediglich regulierendem Eingreifen des Staates. Bloß regulierend soll heißen, dass (vgl. Treibel, 2004: 160ff.) „(...) der Staat nur ein funktionales, aber kein grundsätzliches Interesse hat, im Sinne seiner Bürger zu handeln“ (Treibel, 2004: 162)
Nach Meinung von Habermas und Offe, werden die Bürger in spätkapitalistischen Systemen unmündig gehalten, damit sich das System selbst erhalten kann. Die Lebensbedingungen der arbeitenden Bürger sind nach Habermas und Offe nicht wirklich verbessert worden. Ihre Emanzipation hätte eine Zerstörung des spätkapitalistischen Systems zur Folge und eben aus diesem Grund versucht dieses Gesellschaftssystem durch autoritäre und gewaltsame Strukturen, seine Mitglieder unterdrückt zu halten (vgl. Treibel, 2004: 162). 1981 entwirft Habermas mit der „Theorie des kommunikativen Handelns“ eine neue kritische Gesellschaftstheorie. Zwar ist diese Theorie auch eine Metatheorie - Habermas rekonstruiert in dem Werk zahlreiche Klassiker der Soziologie, aber auch eine neue Gesellschaftstheorie, weil er die Erkenntnisse aus seinen Rekonstruktionen mit eigenen Ansätzen zusammenfügt (vgl. Treibel, 2004: 164f.)
Kritisch ist diese Theorie deshalb, weil sie Kritik an der gegenwärtigen Gesellschaft und deren Entwicklung nimmt. Habermas nimmt an, dass in die Lebenswelt der Menschen immer mehr systemische Imperative eindringen, die Lebenswelt also immer stärker rationalisiert wird.
Der Rationalisierungsprozess besteht nach Habermas in drei Erscheinungen (vgl. Treibel, 2004: 177)
„ - der Ausdifferenzierung der kapitalistischen Wirtschaft und des modernen Staates,
- auf der kulturellen Rationalisierung (...) und - auf Prinzipien der methodischen Lebensführung“ (Treibel, 2004: 177). Es findet eine so genannte Kolonialisierung der Lebenswelten durch die systemischen Imperative statt, die von der Wirtschaft und dem Staat vorgeben werden. Außerdem werden durch die kulturelle Rationalisierung die Weltbilder der Menschen rationalisiert. Das Leben der Menschen wird also immer mehr verdinglicht. Schließlich müssen die Menschen ihr Leben völlig an die systemischen Imperative und an ein rationales Weltbild anpassen. Ihre Lebenswelt wird vollständig kolonialisiert.
„Verdinglichung und kulturelle Verarmung, eine Zersplitterung traditionaler Wissensbestände sind für Habermas die Indikatoren einer Kolonialisierung der Lebenswelt“ (Treibel, 2004: 178, Hervorh. im Original)
Die systemischen Imperative, sind nichts anderes als Ideologien der Wirtschaft und des Staates. Die Bürger sind aber aufgrund ihrer kulturellen Verarmung und des Verlustes des
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traditionalen Wissens nicht in der Lage, diese Imperative als Ideologien zu entlarven und bleiben deshalb weiterhin unmündig.
Der Ausweg aus dieser Situation liegt für Habermas in einer Stärkung der kommunikativen Vernunft. Rationales Argumentieren ist die Basis, die es den Mitgliedern einer Gesellschaft erst ermöglicht, gemeinsam zu handeln und somit gesellschaftliche Veränderungen herbeizuführen (vgl. Treibel, 2004: 179).
1. Wahrheit durch Konsens
1.1 Sprachphilosophische Grundannahmen
1.1.1 Bedingungen für und Elemente der Kommunikation
Habermas gibt in dem Aufsatz „Vorbereitende Bemerkungen zu einer Theorie der kommunikativen Kompetenz“ unter Punkt 1 die Bedingungen und Elemente für die sprachliche Kommunikation an. Sprachliche Kommunikation setzt linguistische und kommunikative Kompetenz voraus. Linguistische Kompetenz heißt nach Noam Chomsky: „(...) die Fähigkeit eines idealen Sprechers, ein abstraktes System sprachgenerativer Regeln zu beherrschen“ (Habermas, 1975: 101). Realiter ist ein Sprecher in seiner sprachlichen Kompetenz eingeschränkt: „Der empirische Sprecher wendet diese Kompetenz stets unter einschränkenden Bedingungen an. Die faktische sprachliche Äußerung läßt sich daher psychologisch aus einem Zusammenwirken der Kompetenz und den Randbedingungen der Kompetenzanwendung erklären“ (Habermas, 1975: 101). Das tatsächliche Äußern von Sprache in einer bestimmten Situation unterscheidet Habermas in Anlehnung an Chomsky von Sprachkompetenz und beizeichnet es als Sprachperformanz. Des Weiteren unterscheidet er zwischen den Begriffen „Äußerung“ und „Satz“:
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„Sätze sind linguistische Einheiten, sie bestehen aus sprachlichen Ausdrücken. Äußerungen sind situierte Sätze, d. h. pragmatische Einheiten der Rede“ (Habermas, 1975: 102).
Es gibt nach Habermas allgemeine Bedingungen für die Situierung von Sätzen, die mit Hilfe von Sprechakten erzeugt werden. Sprechakte sind nach John Searle: „(...) die elementaren Einheiten der Rede, weil der Sprecher mit dem Akt des Aussprechens genau die Handlung vollzieht, die der in der Äußerung verwendete performatorische Ausdruck zugleich darstellt“ (Habermas, 1975: 102f.). Äußerungen sind also dann performatorisch, wenn sie mit den Handlungen, die sie ausdrücken, identisch sind. Habermas nennt ein Beispiel einer solchen Äußerung: „Indem ich äußere: ‚Ich verspreche dir, morgen zu kommen’, bringe ich nicht nur ein Versprechen zum Ausdruck, sondern gebe ein Versprechen. Diese Äußerung ist das Versprechen, das sie auch darstellt“ (Habermas, 1975: 103). Mit Hilfe der Sprechakte kann man Sätze situieren - sie werden dabei in Äußerungen transformiert. Die Strukturen einer Redesituation werden somit geschaffen. Die Strukturen sind als sprachliche Ausdrücke gleichzeitig in der Rede selbst enthalten, die Habermas als „pragmatische Universalien“ bezeichnet (vgl. Habermas, 1975: 103). Zu ihnen zählt Habermas Personalpronomina, Worte und Wendungen, die zur Redeeröffnung und Anrede verwendet werden, deiktische Ausdrücke des Raumes und der Zeit, performatorische Verben und intentionale Verben, sowie einige Modaladverbien (vgl. Habermas, 1975: 109).
Sprechakte bestehen aus einem performativen und einem davon abhängigen Satz mit propositionalen Gehalt. Mit dem performativen Teil des Sprechaktes wird die Kommunikation zwischen Sprechern/Hörern hergestellt und der pragmatische Verwendungssinn sprachlicher Ausdrücke festgelegt. In der Proposition wird ein Gegenstand ausgedrückt. Mit Hilfe des abhängigen Satzes kann man also über Gegenstände kommunizieren bezeichnet (vgl. Habermas, 1975: 103).
Kommunikation kann nur zustande kommen, wenn die Äußerungen der Sprecher/Hörer sowohl den performativen, als auch den propositionalen Satzteil beinhalten. Sprecher/Hörer müssen miteinander sprechen und zugleich über etwas sprechen, über das sie sich
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verständigen. Der performative Satz situiert dabei den propositionalen Satzgehalt und Verständigung wird dadurch möglich.
Mit kommunikativer Kompetenz meint Habermas, die Fähigkeit Sprechakte zu vollziehen, d. h. Sätze in Äußerungen zu transformieren.
1.1.2 Universalpragmatik
„Die Struktur unverzerrter umgangssprachlicher Kommunikation muß durch die Klärung der Bedingungen der Möglichkeit normaler Rede rekonstruiert werden. Eine so verstandene Universalpragmatik wäre die theoretische Grundlage zur Erklärung kommunikativer Kompetenz“ (Wilkiewicz, 1983: 37). Die Transformation von Sätzen in Äußerungen geschieht mit Hilfe der pragmatischen Universalien. Sie legen den pragmatischen Verwendungssinn von sprachlichen Ausdrücken fest, d. h., dass sie den propositionalen Satzteil einer Äußerung situieren und damit Kommunikation möglich machen:
„Tatsächlich können wir aber Sätze in Äußerungen nur verwenden, indem wir mit Hilfe der pragmatischen Universalien die Bedingungen möglicher Kommunikation und damit die Sprechsituation erst hervorbringen (...)“ (Habermas, 1975: 110; Hervorh. im Original).
Performatorische Äußerungen haben deshalb neben einem linguistischen Sinn (als Bestandteil der Rede) auch einen institutionellen Sinn (vgl. Habermas, 1975: 103). Sie bringen eine Sprechsituation überhaupt erst hervor.
Durch die pragmatischen Universalien werden außerdem die Bedingungen der Kommunikation hervorgestellt. Diese Bedingungen sind, wie unter 1.1.1 kurz angesprochen und nun ausführlicher dargestellt:
„(...) die Ebene der Intersubjektivität, auf der Personen Dialogbeziehungen eingehen und somit als sprach- und handlungsfähige Subjekte auftreten können, und die Ebene der Gegenstände, auf der Reales als Gegenstand möglicher Aussagen abgebildet werden kann. Wir können auch von dialogkonstituierenden Universalien sprechen“(Habermas, 1975: 110; Hervorh. im Original). Die pragmatischen Universalien sind Elemente des performativen Satzteiles einer Äußerung. Habermas zählt Sprechakte zu den pragmatischen Universalien, da Sprechakte nichts anderes
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sind als die Transformierung eines performativen Satzes in eine performative Äußerung. Sprechakte sind identisch mit der Äußerung performativer Sätze und deshalb pragmatische Universalien, da im performativen Teil der Rede überhaupt nur solche Ausdrücke vorkommen, die Habermas als pragmatische Universalien festlegt (die Behauptung, dass der Sprechakt identisch mit dem performativen Teil einer Rede ist, gibt Habermas an folgender Stelle implizit an:
„Wenn wir in einem dritten Schritt von den sprachlichen Ausdrücken, die den pragmatischen Verwendungssinn des Satzes bestimmen, absehen, also den Sprechakt einklammern und nur den Satz propositionalen Gehalts zurückbehalten (...)“ (Habermas, 1975: 107; Hervorhebung des Verfassers). Habermas versucht die Sprechakte zu klassifizieren: „Bisher ist es weder in der Sprachwissenschaft noch in der analytischen Philosophie gelungen, ein System der Sprechakte aufzustellen. Soweit jedoch Sprechakte zu den pragmatischen Universalien gerechnet werden dürfen, muß sich die lexikalische Mannigfaltigkeit der Sprechakte in den verschiedenen Einzelsprachen auf eine universal gültige Klassifikation zurückführen lassen. Ich möchte einen Systematisierungsvorschlag machen“ (Habermas, 1975: 110f.; Hervorh. im Original).
Er unterteilt die Sprechakte Searls „essential rule“ zufolge anhand ihres pragmatischen Sinnes:
„Searle hat die Sprechakte unter dem Gesichtspunkt der preparatory rule, die Anwendungsbedingungen eines Sprechakts festlegt, der propositional content rule, die festlegt, welche sprachlichen Ausdrücke in den vom Sprechakt abhängigen Sätzen propositionalen Gehaltes zugelassen sind, der sincerely rule, die Ernsthaftigkeitsbedingungen für den Vollzug des Sprechakts festlegt, und schließlich der essential rule, die den pragmatischen Sinn des Sprechaktes festlegt, untersucht. Ich beschränke mich auf diesen letzten Gesichtspunkt (...)“ (Habermas, 1975: 111).
Habermas bestimmt vier Klassen von Sprechakten (vgl. Habermas, 1975: 111). Die erste Klasse ist die Klasse der Kommunikativa. Sie dienen dazu den pragmatischen Sinn der Rede auszusprechen (vgl. Keuth, 1993: 102):
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„Beispiele: sagen, sich äußern, sprechen, reden; fragen, antworten, erwidern, entgegnen, zustimmen, widersprechen, einwenden, zugeben; erwähnen, wiedergeben, zitieren“ (Habermas, 1975: 111).
Die zweite Klasse ist die Klasse der Konstativa.
„[Sie; Anm. d. Verf.] (...) dient dazu, den Sinn der kognitiven Verwendung von Sätzen auszudrücken“ (Habermas, 1971b: 111ff.; zitiert nach Keuth, 1993: 102). Das typischste Wort für diese Klasse der Sprechakte ist das Wort „behaupten“. „Es vereinigt zwei Momente, zum einem die ‚assertorische Verwendung von Aussagen’ (z.B. bejahen, erklären, voraussagen), zum anderen den ‚pragmatischen Sinn speziell des Wahrheitsanspruchs von Aussagen’ (z.B. bejahen, verneinen, bezweifeln)“ (Habermas, 1971b: 111ff.; zitiert nach Keuth, 1993: 102). Die Klasse der Repräsentativa
„(...) dient dazu, den pragmatischen Sinn der Selbstdarstellung eines Sprechers vor einem Hörer auszusprechen. Sie expliziert den Sinn des zum Ausdrucksbringens von Intentionen, Einstellungen, Expressionen des Sprechers. Die abhängigen Sätze propositionalen Gehalts sind Intentionalsätze mit Verben wie wissen, denken, meinen; hoffen, fürchten, lieben, hassen; mögen, wünschen, wollen, entscheiden usw. Beispiele [für Verben in Repräsentativas; Anm. d. Verf.]: offenbaren, enthüllen, preisgeben (...); verbergen, verhüllen, (...) verschweigen, (...)“ (Habermas, 1975: 112).
Die vierte Klasse der Sprechakte, die Habermas festlegt, ist die Klasse der Regulativa. „Regulativa (z.B. auffordern, versprechen, sich verpflichten, sich weigern; Anm. d. Verf.) dienen dazu, ‚den Sinn der praktischen Verwendung von Sätzen auszudrücken. Sie explizier(en) den Sinn des Verhältnisses, das Sprecher/Hörer zu Regeln einnehmen, die sie befolgen oder verletzen können’“ (Habermas, 1971b: 111ff.; zitiert nach Keuth, 1993: 102; Hervorh. im Original). Es gibt außerdem noch eine weitere Klasse von Sprechakten, die aber keine pragmatische Universalien sind.
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Matthias Neumann, 2008, "Diskurs" als Mittel der Wahrheitsfindung?, München, GRIN Verlag GmbH
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