Geographische Institute der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn
Sommersemester 2000
Seminar zur Exkursionsvorbereitung Südafrika
DIE INFRASTRUKTUR SÜDAFRIKAS
1. Einleitung 2
2. Versorgungsinfrastruktur 2
2.1. Bildung 2
2.2. Gesundheit 3
2.3. Energie 4
3. Verkehrsinfrasturktur 5
3.1. Schienennetz 5
3.2. Straßennetz 6
3.3. Schiffahrt 7
3.3.1. Richards Bay 7
3.3.2. Durban 8
3.3.3. Saldanha Bay 8
3.3.4. Kapstadt 8
3.3.5. East London 9
3.3.6. Port Elizabeth 9
3.4. Luftverkehr 10
4. zusammenfassende Schlußbemerkung 10
5. Literatur 11
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1. Einleitung
„Südafrika bietet eine hochentwickelte funktionierende Infrastruktur in allen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bereichen des Zusammenlebens.“ (INDUSTRIEFÖRDERPROGRAMM DER BFAI)
„South Africa has a well-developed transportation system, the product of more than a century of government investment“ (LIBERY OF CONGRESS)
„Südafrika verfügt über eine in Afrika einmalige Verkehrs- und Kommunikationsinfrastruktur.“ (WIESE)
Im Vergleich mit den anderen Staaten Subsahara-Afrikas wird die infrastrukturelle Ausstattung Südafrikas grundsätzlich gelobt. Eine Grundversorgung in den Bereichen Gesundheit und Bildung gilt als gewährleistet, der Energieverbrauch pro Kopf entspricht in etwa dem Großbritanniens und zwischen allen städtischen Zentren und in die Nachbarländer bestehen zuverlässige Verkehrsverbindungen, die nicht nur für Südafrika, sondern für die ganze SADC-Region von großer Bedeutung sind.
Ich werde mich im folgenden damit beschäftigen, diese Angaben im Rahmen dessen, was die Literatur bietet, etwas näher zu betrachten.
2. Versorgungsinfrastruktur
2.1. Bildung
Die Analphabetenrate beträgt nach offiziellen Angaben 18% (vgl. WELTALMANACH 2000:751). Gegenwärtig besuchen ca. 2 Millionen Kinder keine Schule, obwohl seit dem 1996 verabschiedeten South African Schools Act allgemeine Schulpflicht für Kinder im Alter von 7 bis 15 Jahren besteht (vgl. DEG 1997:44). Fast 40% aller Südafrikaner haben entweder keinerlei Schulbildung oder nur eine Grundschulbildung ohne Abschluß. Auf der anderen Seite macht der Anteil der Akademiker nur einen Anteil von 3,5% der Bevölkerung aus (vgl. STAT. BUNDESAMT 1994:56).
Bei der Nennung dieser Durchschnittszahlen werden die zwischen den
Bevölkerungsgruppen herrschenden großen Disparitäten überdeckt: Offiziell ist jegliche Form der Diskriminierung im Bildungswesen seit 1996 beseitigt; die Folgen der
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Apartheidspolitik manifestieren sich aber in kaum einem anderen Bereich so deutlich wie im Bildungswesen (vgl. STAT. BUNDESAMT 1994:53): 53% der schwarzen Bevölkerung besuchen die Schule nur bis zum Grundschulabschluß und lediglich 16% der schwarzen Schüler schließen die Standard 10-Prüfung (nach 10 Schuljahren) erfolgreich ab (vgl. STUDIENKREIS FÜR TOURISMUS UND ENTWICKLUNG 1995:19). Des weiteren lassen sich auch starke Ungleichheiten in Bezug auf die Lehrerversorgung feststellen: so hatte 1993 im Durchschnitt ein Lehrer an schwarzen Schulen fast doppelt so viele Schüler zu unterrichten wie Lehrer der anderen Volksgruppen. Dazu kommt noch, daß Lehrer an den schwarzen Schulen oft schlechter ausgebildet sind als ihre Kollegen.
Die heutige Regierung ist sehr bemüht, die Bildung für alle Bevölkerungsgruppen zu fördern und gibt bereits mehr als ein Fünftel der gesamten Haushaltsausgaben für Bildungszwecke aus (vgl. STAT. BUNDESAMT 1994:55). Die Ausgaben werden in Zukunft eventuell noch erhöht werden müssen, da die Zahl der Schulpflichtigen kontinuierlich wächst.
Das Bildungswesen in Lesotho ist im Vergleich zu Südafrika schlechter entwickelt. 1995 waren nach Wiese (ebd. 1999:339) 71,3% der Bevölkerung alphabetisiert, was auf das durch Missionstätigkeit relativ gut entwickelte Grundschulwesen zurückzuführen ist. Die Schulen sind jedoch von schlechter Qualität und die Schülerzahl pro Lehrer steigt kontinuierlich an.
2.2. Gesundheit
Die ärztliche Versorgung in Südafrika hat sich im Verlauf der 70er und 80er Jahre deutlich verbessert, ist jedoch ebenfalls von starken Disparitäten gekennzeichnet: 1996 gab es in Südafrika 650 Krankenhäuser mit insgesamt 134.694 Betten (vgl. MUNZINGER 1999:4). In den städtischen Gebieten kommt auf 700 Einwohner ein Arzt, in den ländlichen Gegenden kümmert sich ein Arzt im Durchschnitt schon um 2.000 Menschen und erschreckend ist die Situation in den ehemaligen Homelands, wo ein Arzt durchschnittlich 20.000 Menschen versorgen muß (vgl. STUDIENKREIS FÜR TOURISMUS UND ENTWICKLUNG 1995:19). Anders ausgedrückt bedeutet das, daß 80% der Ärzte in städtischen Gebieten praktizieren. Die Hälfte der Bevölkerung lebt jedoch auf dem Land! Die medizinische Versorgung der schwarzen Bevölkerung ist also wesentlich schlechter als die der weißen, die mehrheitlich in Städten lebt. Munzinger bringt diese unausgewogene Situation wie folgt zum Ausdruck: „Dem in Städten gut entwickelten Gesundheitswesen stehen noch immer eine höchst unzureichende medizinische Versorgung sowie teilweise katastrophale sanitäre und
Arbeit zitieren:
2000, Die Infrastruktur Südafrikas, München, GRIN Verlag GmbH
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