Inhaltsverzeichnis
II Abkürzungsverzeichnis
5
III Abbildungsverzeichnis 6
IV Tabellenverzeichnis 7
1. Einleitung 8
1.1 Problemstellung und Zielsetzung 8
1.2 Aufbau 9
2. Änderungen der wirtschaftlichen Aktivität 9
2.1 Saisonale Änderungen 10
2.2 Konjunkturelle Änderungen 12
2.3 Strukturelles Wachstum 13
3. Phasen im Konjunkturzyklus 16
3.1 Gründe für die zyklische Entwicklung der
Konjunktur 18
3.2 Instrumente der Konjunktursteuerung 22
4. Konjunkturindikatoren 30
4.1 Allgemeine Indikatoren 32
4.2 Die wichtigsten deutschen
Konjunkturbarometer 36
5. Entwicklungen nach dem Boom im Jahr 2000 41
6. Ursachen und Besonderheiten der Finanzkrise 49
6.1 Ursachen für die Finanzkrise 49
6.2 Besonderheiten der Rezession in Folge der
Finanzkrise 52
7. Fazit 57
3
Literaturverzeichnis 59
Internetquellenverzeichnis 61
4
II Abkürzungsverzeichnis
Abb. Abbildung
ALQ Arbeitslosenquote
BIP Bruttoinlandsprodukt
BRD Bundesrepublik Deutschland
bzw. beziehungsweise
ca. circa
Dax deutscher Aktien Index
d.h.: das heißt
DJIA Dow Jones Industrial Average
etc. et cetera
f folgende
ff fortfolgende
Gfk Gesellschaft für Konsumforschung
G7 Gruppe der sieben
ifo Institut für Wirtschaftsforschung
Jhd. Jahrhundert
LIBOR London Interbank Offered Rate
NBER National Bureau of Economic Research
S. Seite
Tab. Tabelle
USA United States of America
US United States
UK United Kingdom
vgl. vergleiche
z.B. zum Beispiel
ZEW Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung
5
III Abbildungsverzeichnis
Abb.1 : BIP der BRD
Abb.2 : BIP und Konjunkturzyklen der BRD
Abb.3 : BIP der BRD
Abb.4 : Phasen des Konjunkturzyklus
Abb.5 : BIP und privater Konsum der BRD
Abb.6 : BIP und Ausrüstungsinvestitionen der BRD
Abb.7 : BIP und Außenhandelssaldo der BRD
Abb.8 : BIP und Leitzinssatz der USA
Abb.9 : BIP, Staatseinnahmen und Staatsausgaben der BRD
Abb.10: BIP und Haushaltsüberschuss der BRD
Abb.11: BIP und Baubeginne in den USA
Abb.12: BIP und Arbeitslosenquote der BRD
Abb.13: BIP und Verbrauchervertrauen der BRD, Eurozone und G7
Abb.14: ifo Geschäftsklimaindex
Abb.15: BIP der BRD und ifo Geschäftsklimaindex
Abb.16: BIP der BRD und ZEW Index
Abb.17: Dax, DJIA und Nikkei
Abb.18: DJIA, Finanzdienstleistungsaktien und Industrieaktien
Abb.19: Leistungsbilanzen von Japan, UK, USA und Eurozone
Abb.20: Wechselkurse von Yen, Pfund und Euro
Abb.21: BIP, Leitzinssatz und Kreditwachstum in den USA
Abb.22: Anteil notleidender Kredite in den USA
Abb.23: Baubeginne in den USA
Abb.24: BIP der USA, G7 und EU
Abb.25: Differenz LIBOR/US-Staatsanleihen
Abb.26: BIP, Kreditwachstum und Kreditvolumen in den USA
6
IV Tabellenverzeichnis
Tab.1 : Bestimmungsfaktoren des Potentialwachstums
7
1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
Die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes berührt jeden, der am Wirtschaftsleben teilnimmt. Dies trifft in Industrieländern auf fast jeden Mensch zu. Es ist wünschenswert mehr darüber in Erfahrung zu bringen. Doch was ist die „wirtschaftliche Entwicklung“ überhaupt? Die vorliegende Arbeit gewährt einen Blick auf das, was darunter verstanden wird. Ziel ist es, einen Überblick über die Gründe und Auswirkungen von Änderungen der Wirtschaftslage zu erhalten. Darüber hinaus werden Zusammenhänge zwischen verschiedenen ökonomischen Größen beleuchtet. Hierdurch kann ein besseres Verständnis über den Einfluss dieser Größen auf die Wirtschaftslage und umgekehrt über den Einfluss der Wirtschaftslage auf diese Größen erlangt werden. Im Zuge der im Jahr 2007 ausgebrochenen Finanzkrise veränderte sich das wirtschaftliche Umfeld in Deutschland und anderen Ländern stark. So erhöhte sich in Deutschland die Zahl der Beschäftigten, die kurzarbeiten, zwischen Dezember 2008 und Juni 2009 von ca. 200.000 auf über 1,4 Millionen 1 . Die Staatsschuld der BRD stieg - auch aufgrund der Konjunkturpakete und der Hilfsprogramme für Banken - im ersten Halbjahr 2009 um 5,7% auf 1,6 Billionen Euro 2 . Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen legte im ersten Quartal 2009 um 10% auf über 7700 zu 3 .
In der vorliegenden Arbeit wird untersucht, inwieweit diese außergewöhnlichen Entwicklungen nur ein Extremfall typischer zyklischer Veränderungen sind und inwieweit sie durch herkömmliche Indikatoren erfasst werden können. Darüber hinaus wird auf die Frage eingegangen, ob die Finanzkrise bereits im Vorfeld hätte vorhergesehen werden können.
Das Ergebnis der vorliegenden Arbeit ist, dass es einerseits Indikatoren gab, die darauf hindeuteten, dass die Stabilität der US-Wirtschaft seit Beginn des Jahrtausends abnahm. Hier sind der Wertverlust des US-Dollars gegenüber anderen wichtigen Währungen und die hohen Leistungsbilanzdefizite der USA zu
1 Vgl. Bundesagentur für Arbeit
2 Vgl. Statistisches Bundesamt
3 Vgl. Statistisches Bundesamt
8
nennen. Andererseits gab es Indikatoren wie das Kreditwachstum und das hohe Maß an Vertrauen der Banken untereinander, die auf eine besonders große Stabilität schließen ließen. Die Kreditschrumpfung des Jahres 2009 stellt einen qualitativen Unterschied der Finanzkrise zu anderen Krisen dar.
1.2 Aufbau
Im zweiten Abschnitt der vorliegenden Arbeit werden Muster identifiziert, die die wirtschaftliche Entwicklung von Volkswirtschaften kennzeichnen und immer wieder in ähnlicher Form auftreten.
Im dritten Abschnitt wird eines dieser wiederkehrenden Muster - der Konjunkturzyklus - näher untersucht und es werden Instrumente gefunden, die genutzt werden können, um die Schwankungen der Wirtschaftsentwicklung während des Konjunkturzyklus´ zu beeinflussen.
Im vierten Abschnitt werden ökonomische Größen im Hinblick auf ihre Eignung als Vorlaufgröße für andere Größen untersucht. Danach werden die wichtigsten Konjunkturbarometer für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland vorgestellt.
Der fünfte Teil befasst sich mit der Entwicklung von teilweise schon in den vorherigen Abschnitten untersuchten Größen seit der Rezession des Jahres 2001 in den USA bis heute.
Im sechsten Teil werden mögliche Ursachen für die Finanzkrise identifiziert und Unterschiede zwischen einer gewöhnlichen Rezession und derjenigen in Folge der Finanzkrise aufgezeigt. Im siebten Abschnitt wird das Fazit gezogen.
2. Änderungen der wirtschaftlichen Aktivität
Die wirtschaftliche Aktivität einer Volkswirtschaft kann durch viele
ökonomische Größen näher beschrieben werden. So sind die Beschäftigungshöhe,
9
Aktienkurse, die Gewinne von Unternehmen, die Auslastung der Industriekapazität etc. Variablen, die von der wirtschaftlichen Aktivität
beeinflusst werden und umgekehrt 4 . Die umfassendste Beschreibung liefert jedoch die Änderung der mengenmäßigen Produktion von Gütern und Dienstleistungen,
das reale Wachstum des BIP 5 . Die Aktivität unterliegt Schwankungen. Diese verlaufen nach bestimmten Mustern, mit deren Hilfe die Phasen der wirtschaftlichen Entwicklung gut beschrieben werden können. Die Veränderungen unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht, z.B. Intensität und eventuell vorhandenen zyklischen Eigenschaften. Häufig wird im Hinblick auf die zeitliche Ausdehnung zwischen saisonalem, konjunkturellem und strukturellem Wachstum unterschieden.
2.1 Saisonale Änderungen
Die jahreszeitlichen Schwankungen des Wirtschaftswachstums sind kurzfristige Änderungen des BIP. Sie treten zyklisch auf. Im Laufe eines Jahres erreicht die Produktion in Deutschland normalerweise im vierten Quartal ein Maximum, im ersten Quartal des folgenden Jahres geht sie spürbar zurück 6 . In Abb.1 erkennt man, dass das BIP im Jahr 2005 zwei Quartale wächst und im letzten Quartal stagniert. 2006 und 2007 wächst es jeweils drei Quartale, das erste Quartal eines Jahres ist das einzige, in dem das BIP schrumpft. Das Wachstum ist größer als die Schrumpfung, so dass die jeweiligen Quartalswerte größer sind als die entsprechenden Werte des Vorjahres. Eine Ausnahme stellt das Jahr 2008 dar: Hier schrumpft die Wirtschaftsleistung im ersten und im vierten Quartal, außerdem ist das BIP Ende 2008 geringer als ein Jahr zuvor. Dies ist eine Folge der Subprime-Krise, die Ende des dritten Quartals 2008 die Realwirtschaft voll erfasste.
4 Vgl. Schumpeter, Joseph A., Konjunkturzyklen I, Göttingen 1939, Vandenhoeck & Ruprecht,
S.21ff
5 Vgl. Mankiw, N. Gregory und Taylor, Mark P., Grundzüge der Volkswirtschaftslehre, Stuttgart
2008, Schäffer-Poeschel, S.820
6 Vgl. Mankiw, N. Gregory, Makroökonomik, Stuttgart 2000, Schäffer-Poeschel, S.34
10
Abbildung 1: Entwicklung des realen BIP in Deutschland, Originalwerte, Quelle: Statistisches Bundesamt
Eine Ursache für die gewöhnliche saisonale Änderung des Outputs sind die Witterungsbedingungen. Im Winter muss teilweise die Bautätigkeit unterbrochen werden, dadurch sinkt der Output. Auch die Lage der Betriebsferien spielt eine Rolle 7 . In Deutschland dominiert die eingeschränkte Bautätigkeit im Winter, in anderen Ländern können der Tourismus und die Gastronomie die wichtigsten Komponenten sein.
Eng mit der saisonalen Schwankung des BIP verbunden ist die saisonale Arbeitslosigkeit. Diese kann sowohl produktionsseitig, wie im Baugewerbe, als
auch nachfrageseitig, wie im Tourismus oder Weihnachtsgeschäft entstehen 8 . Um jenseits der kurzfristigen Änderungen der wirtschaftlichen Aktivität Vergleichbarkeit zwischen den Quartalsdaten zu erlangen, werden ökonomische
veröffentlicht 9 . Daten meistens saison-und kalendertagbereinigt
Kalendertagbereinigung eliminiert die Schwankung der Daten aufgrund einer unterschiedlichen Anzahl von Arbeitstagen in den Quartalen/Monaten. Es wird die kurzfristige Komponente eliminiert 10 . So kann man die Schwankungen der Wirtschaftsleistung über den Konjunkturverlauf ohne die verzerrenden Einflüsse
7 Vgl. Mankiw (2000), S.34
8 Vgl. Letzgus, Oliver, Ökonomisches Basiswissen, Wirtschaftszyklen, Geldpolitik,
Konjunkturindikatoren, Zahlungsbilanz, Stuttgart 2008, Schäffer-Poeschel, S.137
9 Vgl. Letzgus (2008), S.147f
10 Vgl. Mankiw, (2000), S.34
11
der Saison betrachten. Eine andere Möglichkeit ist der Vergleich von Monats-oder Quartalsdaten mit dem Vorjahresmonat oder Vorjahresquartal. So erfolgt automatisch eine Saisonbereinigung, aber keine Kalendertagbereinigung.
2.2 Konjunkturelle Änderungen
Der Begriff „Konjunkturzyklus“ suggeriert fälschlicherweise, dass es sich dabei um ein Phänomen handelt, das stets im gleichen Rhythmus, im gleichen zeitlichen
Abstand auftritt 11 . Das ist aber nicht der Fall. Ein Beispiel verdeutlicht dies: Seit dem Jahr 1945 gab es in den USA 10 abgeschlossene Zyklen, die durchschnittlich 67 Monate dauerten. Der kürzeste (von Januar 1980 bis Juli 1981) dauerte nur 18 Monate, der längste (von Juli 1990 bis März 2001) hingegen 128 Monate 12 . Dennoch weisen die Zyklen Parallelen auf. Es ist möglich, diese jeweils in vier Phasen einzuteilen, auf die später noch näher eingegangen wird: Im Aufschwung wächst die Wirtschaft moderat, im Boom erreicht sie die größten Wachstumsraten, im Abschwung verlangsamt sich das Wachstum und in der Rezession wächst sie nur sehr geringfügig, stagniert oder schrumpft sogar 13 . Die Änderung der konjunkturellen Lage entspricht der schwankenden Auslastung der Produktionskapazitäten, nicht dem Wachstum der Produktionskapazitäten an
sich 14 .
In Abb.2 sind zur Verdeutlichung die letzten zwei Konjunkturzyklen in Deutschland dargestellt. Man erkennt, dass die einzelnen Zyklen durchaus unterschiedlich verlaufen: Im ersten Zyklus von 1996 bis 2002 sind die Zuwachsraten des BIP schon im Aufschwung bis zu 2% groß, der Abschwung erfolgt sehr abrupt. Im zweiten Zyklus von 2003 bis 2007 ist der Aufschwung durch niedrige Wachstumsraten gekennzeichnet, im Jahr 2005 ist das BIP sogar etwas kleiner als 2004. Der Abschwung nach dem Boom erfolgt weniger drastisch, der dargestellte Zyklus ist aber noch nicht abgeschlossen. In grau
11 Vgl. Mankiw, Taylor (2008), S.820
12 Vgl. NBER
13 Vgl. von Assenmacher, Walter, Konjunkturtheorie, München 1998, R. Oldenbourg Verlag, S.10
14 Vgl. Abels, Heiner; Klemmer, Paul; Schäfer, Heinz; Teis, Wolfgang, Konjunktur und
Arbeitsmarkt, Göttingen 1975, Otto Schwartz&Co., S.12
12
eingezeichnet ist die ideale Vorstellung eines Zyklus als gleichmäßige Schwingung.
Abbildung 2, Zwei Konjunkturzyklen in Deutschland, reales BIP Wachstum, Quelle: Letzgus (2008), S.124
Wenn man den Begriff „Konjunkturzyklus“ gebraucht, muss man sich also bewusst sein, dass das zyklische Element der Konjunktur die wiederkehrenden Phasen der Entwicklung sind und nicht das Zeitintervall, in dem ein Zyklus stattfindet.
Konjunkturelle Schwächephasen werden von Seiten der Politik oft durch Nachfragepolitik bekämpft. Diese setzt meistens im Bausektor an, da man sich dort die größten Multiplikatoreffekte verspricht. Nachfragepolitik wird von der keynesianischen Wirtschaftstheorie empfohlen. Es steht die kurz- bis mittelfristige
Wirtschaftsentwicklung im Vordergrund 15 .
2.3 Strukturelles Wachstum
Der Begriff „strukturelles Wachstum“ ist eng mit dem Produktionspotential einer Volkswirtschaft verknüpft. Das Produktionspotential ist dasjenige BIP, das bei normaler Auslastung der Produktionskapazitäten erreicht werden kann. Eine
15 Vgl. Letzgus (2008), S.129
13
Arbeit zitieren:
Maximilian Höly, 2009, Konjunkturindikatoren und deren Entwicklung im Vorfeld der Finanzkrise von 2007, München, GRIN Verlag GmbH
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