II
Inhaltsverzeichnis
ABBILDUNGSVERZEICHNIS IV
TABELLENVERZEICHNIS V
1. EINLEITUNG 1
2. DER ÖLMARKT 3
2.1 Allgemeine Darstellung der Besonderheiten des Rohölmarktes. 3
2.2 Entwicklung und Unwägbarkeiten in den letzten Jahren 5
3. HEIZÖLKONSUM UND NACHFRAGEENTWICKLUNG 6
3.1 Konsumentenstruktur. 6
3.1.1 Industrie und Großhändler. 6
3.1.2 Endverbraucher 6
3.2. Nachfrageentwicklung 7
3.2.1 Nachfrageentwicklung bundesweit 7
3.2.2.Heizölnachfrage. Regionaler Vergleich. 9
4. EINZELNE EINFLUSSFAKTOREN DER HEIZÖLNACHFRAGE 11
4.1 Bevorratungsverhalten der Verbraucher 12
4.2 Der Einfluss des Wetters auf die Nachfrage 13
4.3 Einfluss des Faktors Zeit 14
4.4 Der Einfluss der Medien 16
4.5 Der Einfluss der Innovationsfaktors/ Substituten auf die Heizölnachfrage 17
4.6 Der Einfluss der Politik auf die Nachfrage 18
4.6.1 Der Einfluss der nationalen Politik auf die Nachfrage 18
4.6.2 Einfluss der internationalen Politik auf die Nachfrage 19
4.7 Einfluss der volkswirtschaftlichen Faktoren 20
4.7.1 Preis 20
4.7.2 Preiselastizität des Marktes 21
4.7.3 Anzahl der Unternehmen auf dem Markt 23
4.7.3 Einfluss der Aktien- und Devisenmärkte 23
III
5. ABSATZPROGNOSEN. PRAKTISCHER EINSATZ. KRITISCHE
W ÜRDIGUNG. 24
5.1 Absatzprognosen in der Praxis 24
5.2. Prognosemethoden 26
5.2.1 Qualitative Prognosetechniken. 27
5.2.2 Quantitative Prognosetechniken. 29
5.2.2.1 Eindimensionale Verfahren 29
5.2.2.1.1 Exponentielle Glättung 29
5.2.2.1.1.1 Exponentielle Glättung erster Ordnung 29
5.2.2.1.1.2 Exponentielle Glättung zweiter Ordnung. 29
5.2.2.1.2 Trendprognose 30
5.2.2.1.3 Gleitende Durchschnitte. 30
5.2.2.2 Multidimensionale Verfahren. 30
5.2.2.2.1 Ökonometrische Modelle. 31
5.2.2.2.2 Regressionsanalyse 33
5.2.2.2.3 Methoden der Neuronalen Netze 33
5.2.2.2.4 Clusteranalyse. 34
5.2.3 Prognosefehler. 34
6. ZUSAMMENFASSUNG 37
LITERATURVERZEICHNIS 39
ANHANG 43
IV
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 3.2.2.1.1: Bevorratungsstandentwicklung 2000-2008.
Abbildung 4.1.1: Heizölbevorratung der privaten Haushalte
Abbildung 4.7.2.1: Preis-Absatz-Funktion und Umsatzsituation des Ölhandels.
Abbildung 5.2.2.2.1: Das Ölmarktmodell des WEO.
Abbildung 3.1: HEL-Konsum 2001 - 2008
Abbildung 4 5 1: Anteil erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch in Deutschland
V
Tabellenverzeichnis
Tabelle 3.2.1: Inlandsabsatz von Mineralölprodukten (in 1000 Tonnen) 8
Tabelle 3.2.2.1: Heizölverbrauch in der Bundesrepublik 2004 - 2006 9
Tabelle 4.3.1: Inlandsbelieferungen der Heizöl Leicht 15
Tabelle 5.2.3.1: Mittlere und absolute Abweichung 35
Tabelle 6.1: Matrix Faktorensystematik-Methodologie. 37
Tabelle 3.1: Inlandsablieferungen an Heizöl leicht. 43
Tabelle 4 3 2: Feiertage an den Börsen 2009 45
-1- Analyseder Heizölnachfrage in Deutschland
1. Einleitung
Die Lagerhaltung und das Beschaffungswesen jedes Unternehmens sind abhängig von der Nachfrage. Zu hohe Lagerkapazitäten verursachen Kosten und binden Kapital. Durch die Optimierung der Lagerhaltung ist es möglich, diese Kosten zu senken, es gilt die optimale Menge vorrätig zu halten, ohne eine Unterversorgung zu riskieren. Voraussetzung der optimalen Lagerhaltung ist, dass die benötigte Menge für einen bestimmten Zeitraum bekannt ist. Dabei ist dieser Zeitraum immer auch abhängig von der Verfügbarkeit und den Lieferzeiten der Rohstoffe.
Bezogen auf die gesamte Beschaffungsarbeit oder das einzelne Beschaffungsobjekt kann das Bemühen um Kostensenkung für die nächste Planperiode im Mittelpunkt des Handelns stehen. Dies kann durch folgende Punkte geschehen 1 : - Einkaufspreise senken - Einkaufskosten senken - Kapitalbindung senken - Lagerhaltungskosten senken
Wobei die zwei letzten Punkte für die vorliegende Arbeit von besondere Bedeutung sind. Gleichzeitig muss dabei aber bedacht werden, dass eine Kostensenkung zu einer Risikosteigerung führen kann. 2
Ziel der Beschaffung muss es sein, einen den Beschaffungsprozessen zweckdienlichen Organisationscharakter zu definieren und zu etablieren. 3 Der strategische Einkauf muss den Einsatz moderner Technologien zur Bewältigung des Massengeschäftes nutzen, um Entlastung für strategische Fragestellungen zu schaffen.
1 Vgl. Koppelmann (2003), S. 112.
2 Vgl. Koppelmann (2003), S. 112.
3 Vgl. Arnold (1997), S. 6 ff.
-2-Gerade im Bereich des Rohölmarktes ist daher von entscheidender Bedeutung, den Bedarf möglichst genau definieren zu können. Kann beispielsweise der Verbrauch der kommenden Monate mit annähernder Sicherheit vorhergesagt werden, ermöglicht dies eine optimale Beschaffungssituation. Es können gezielt die benötigten Mengen geordert werden, die zur Deckung der Nachfrage notwendig sind. Hierdurch wird weniger Kapital gebunden, indem die Lagerhaltung auf ein Minimum reduziert werden kann.
Gerade beim Rohölmarkt mit all seinen Unwägbarkeiten, den Preisschwankungen am Welt-und Devisenmarkt, den zahlreichen - auch politischen - Einflussfaktoren würde es jedoch zu kurz greifen, den kurzfristigen Verbrauch isoliert zu betrachten. Nachfolgend sollen nun zunächst die einzelnen Einflussfaktoren erörtert werden.
Es soll geprüft werden, ob es möglich ist, die Nachfrage nach Heizöl für Zeitintervalle von jeweils bis zu drei Monaten zu prognostizieren. Dabei stellt sich auch die Frage nach der Genauigkeit derartiger Analysen.
Hierzu wird zunächst festgestellt, welche Faktoren Einfluss auf die Heizölnachfrage haben und wie genau sich dieser Einfluss auf die Nachfrage auswirkt. In dem letzten Kapitel werden die unterschiedlichen Prognosetechniken dargestellt und einer kritischen Prüfung unterzogen. Das Ziel der Arbeit besteht darin festzustellen, ob eine kurzfristige Prognose der Heizölnachfrage möglich ist und wie genau solche Prognosen sind.
-3- 2.Der Ölmarkt
2.1 Allgemeine Darstellung der Besonderheiten des Rohölmarktes
Erdöl ist der weltweit wichtigste Energieträger, der teilweise aus weit entfernten Fördergebieten zu den Raffinerien transportiert werden muss. Entsprechend wichtig ist auch die genaue Planung des Transports und der Lagerhaltung, um jederzeit die Versorgung der Abnehmer zu gewährleisten.
Da eine Lagerhaltung mit Kosten, aber auch mit der Bindung von Kapital verbunden ist, sind Unternehmen bestrebt, die Lagerhaltung auf ein Minimum zu reduzieren. Dies setzt allerdings voraus, dass der Bedarf bekannt ist. Hinzu kommt, dass es sich beim Mineralölmarkt um sog. Spotgeschäfte handelt, also Geschäfte, die kurzfristig getätigt werden. 4 Bei Spotgeschäften handelt es sich um die einfachste Form des Devisenhandels. Dabei geht es darum, zum günstigsten Wechselkurs bzw. Tageskurs zu kaufen. Da sich die Kurse rasch ändern können, können kurzfristige Geschäfte vorteilhafter sein, bergen jedoch auch die Gefahr der Tagespreisschwankungen.
Bis zum Beginn der 70er Jahre wurde der Ölhandel zum sog. „Posted Price“ abgewickelt, der von den großen Mineralölgesellschaften festgelegt wurde. Als die Ölförderländer einen größeren Anteil am Gewinn verlangten und die Mineralölgesellschaften daraufhin den „Posted Price“ weiter senkten, schlossen sich die fünf größten Ölförderstaaten Iran (damals Persien), Irak, Kuwait, Saudi Arabien und Venezuela die OPEC, die mittlerweile 11 Mitgliedstaaten hat. 5 Zu den Gründungsländern traten Algerien, Libyen, Nigeria, Indonesien, Katar und die Arabischen Emirate der OPEC bei. Ziel der OPEC ist eine gemeinsame Ölpolitik, um etwa einen Preisverfall beim Rohöl zu verhindern. 6 So boykottierten die OPEC 1973 im Zusammenhang mit dem Krieg in Nahost den Westen, es kam zur ersten „Ölpreiskrise“. 7 Zu einer erneuten Krise kam es nach dem Umsturz in Iran, der Machtergreifung Chomeinis 1979 und dem Beginn des Krieges zwischen Iran und Irak. 8 Die ölimportierenden Staaten reagierten hierauf mit verstärkten Anstrengungen zur Energieeinsparung und der Entwicklung alternativer Energien, um den Ölbedarf und damit die Abhängigkeit zur OPEC zu senken. Gleichzeitig lohnte sich aufgrund des hohen Preisniveaus nun auch die Förderung auf Ölfeldern, die bislang als unrentabel galten wie etwa
4 Vgl. Schlüter (2000), S. 199
5 Vgl. Benamara u. a (1987), S.83
6 Vgl. Simmons(2007), S. 105
7 Vgl. Simmons(2007), S. 114
8 Vgl. Simmons(2007), S. 117
-4-jene in der Nordsee und in Alaska. 9 Als „Gegengewicht“ zur OPEC gründeten die Staaten der OPEC die Internationale Energieagentur (IEA), um künftige Versorgungskrisen etwa durch ein System der internationalen Ölbevorratung (Pflicht-Bevorratung in Höhe von 90 Tagesverbräuchen) und der Schaffung von Notstandsplänen und Informationssystemen zu überbrücken. Angestrebt ist eine zeitnähere, transparentere und umfassendere Berichterstattung der weltweiten Angebots- und Nachtfrageentwicklungen. 10 1978 wurde in diesem Zusammenhang in Deutschland der Erdölbevorratungsverband (EBV) gegründet, in dem alle Hersteller und Importeure Pflichtmitglieder sind. Die Kosten durch die Bevorratungspflicht werden durch einen Aufschlag auf die bevorratungspflichtigen Produkte vom Käufer bezahlt. So beinhaltet der Preis für einen Liter Kraftstoff etwa einen halben Cent Bevorratungsabgabe. 11
Eine Neustrukturierung des Ölhandels erfolgte in den 80er und 90er Jahren aufgrund des Rückgangs der Rohölnachfrage. 12 Da der Rohölpreis aufgrund fehlender Nachfrage immer mehr sank, beschlossen die OPEC-Staaten die Einführung von Förderquoten zur Preisstabilisierung.
Der Ölhandel strukturierte sich neu, es kam zunächst zu Spotgeschäften, später folgten aufgrund der Ölpreisschwankungen und zur Begrenzung der Preisrisiken dann Termingeschäfte, Optionen und Terminkontrakthandel. Dies bewirkt jedoch auf der anderen Seite, dass der Ölpreis zunehmend von den Erwartungen der Zukunft beeinflusst wird. Werden beispielsweise Versorgungsengpässe in naher Zukunft befürchtet, etwa durch die stark wachsende Nachfrage im asiatischen Raum, so steigt der Ölpreis an den Börsen. Hedger, Anleger und Broker, aber zunehmend auch Spekulanten bestimmen das Preisniveau. Es gibt jedoch auch noch den direkten Ölhandel zwischen Lieferanten und Abnehmer, der etwa 60 % des Welthandels ausmacht 13 .
9 Vgl. Simmons (2007), S. 357
10 Vgl. Mass (1993), S. 107
11 Vgl. Internet: MWV, Preisbildung am Rohölmarkt. Abrufbar unter:
http://www.mwv.de/cms/upload/pdf/faq/preisbildung.pdf., 11.10.2009, 13:42
12 Vgl. Benamara (1987) u. a., S.83
13 Vgl. Zündorf (2008), S. 257
-5- 2.2.Entwicklungund Unwägbarkeiten in den letzten Jahren
Im Jahre 2008 erreichte der Rohölpreis den höchsten Stand seit den 70er Jahren und erreichte mit rund 146 US-$ je Barrel einen Rekordstand. Gleichzeitig schwächten jedoch die veränderten Wechselkurse und die Abwertung des US-Dollars sie Auswirkungen auf die EU-Wirtschaft ab. 14 Der Grund für diesen Anstieg liegt in der großen strukturbedingten Verlagerung von Angebot und Nachfrage, doch auch Spekulationen haben ihren Anteil an der Preissteigerung. Hier machten sich die hohen Geldzuflüsse von Finanzinvestoren in den Öl-Terminmarkt und den außerbörslichen Over-the-counter-Märkten (OTC) bemerkbar. Hinzu kamen die spektakulären Prognosen der großen Finanzinstitute zum Ölpreis. 15 Auch wenn die Rohölnachfrage in den OECD-Ländern aufgrund effizienterer Energienutzung und vermehrtem Einsatz regenerativer Energien rückläufig ist, steigt der Bedarf in den Schwellenländern stetig an. Es wird befürchtet, dass die zukünftige hohe Nachfrage nicht mit dem stagnierenden oder gar rückläufigen Angebot an Rohöl Schritt halten kann. Es wird prognostiziert, dass der weltweite Energiebedarf bei Beibehaltung der gegenwärtigen Energiepolitik im Jahr 2030 um 50 % höher liegen wird als im Jahr 2007. 16 Ob ausreichende Förderkapazitäten zur Verfügung stehen, hängt von zahlreichen Zwängen und Unwägbarkeiten ab. Bestehende Ölfelder weisen eine rückläufige Förderkapazität auf, neue Ölfelder nehmen an Zahl und Größe ab. Hinzu kommt, dass die konstant niedrigen Preise der Vergangenheit und die Ungewissheit bezüglich der zukünftigen Nachfrage dazu führten, dass nicht in entsprechende Technologien investiert wurde und auch die Erschließung neuer Ölfelder vernachlässigt wurde. Um die zu erwartende Ölnachfrage bis 2030 decken zu können, sind Investitionen in Billionenhöhe erforderlich. 17
14 Vgl. Internet: BMWI, Schlaglichter der Wirtschaftspolitik, Öl-, Gas- und Kohlepreisentwicklung. Monatsbericht Oktober
2008. Abrufbar unter:
http://www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Medienraum/Magazine/schlaglichter,did=272322.html?view=renderPrint.
17.10.2009; 11:20
15 Vgl. Internet: BMWI, Schlaglichter der Wirtschaftspolitik, Öl-, Gas- und Kohlepreisentwicklung. Monatsbericht Oktober
2008. Abrufbar unter:
http://www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Medienraum/Magazine/schlaglichter,did=272322.html?view=renderPrint.
17.10.2009; 11:20
16 Vgl. Internet: BMWI, Schlaglichter der Wirtschaftspolitik, Öl-, Gas- und Kohlepreisentwicklung. Monatsbericht Oktober
2008. Abrufbar unter:
http://www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Medienraum/Magazine/schlaglichter,did=272322.html?view=renderPrint.
17.10.2009; 11:20.
17 Vgl. Internet: BMWI, Schlaglichter der Wirtschaftspolitik, Öl-, Gas- und Kohlepreisentwicklung. Monatsbericht Oktober
2008. Abrufbar unter:
http://www.bmwi.de/BMWi/Navigation/Medienraum/Magazine/schlaglichter,did=272322.html?view=renderPrint.
17.10.2009; 11:20.
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Alina Opanasenko, 2010, Analyse der Heizölnachfrage in Deutschland, München, GRIN Verlag GmbH
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