2
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung. 3
1.1. Finanzwirtschaftliche Interessen und Ziele. 3
1.2. Finanzwirtschaftliche Grundbegriffe 5
1.2.1. Vermögen 5
1.2.2. Kapital 5
1.2.3. Finanzierung im Unternehmen. 6
1.2.4. Finanzmanagement. 6
1.2.5. Cash Flow. 6
2. Klassische Unternehmensziele. 7
2.1. Gewinn 8
2.2. Rentabilität 10
2.3. Liquidität 11
2.4. Sicherheit. 12
2.5. Unabhängigkeit 13
2.6 Vor- und Nachteile 13
2.6.1. Unzuverlässigkeit des Gewinns als Indikator 13
2.6.2. Probleme der Rentabilität. 14
3. Shareholder Value als modernes finanzwirtschaftliches Ziel 15
3.1. Shareholder Value als Zielgröße im Unternehmen 15
3.1.1. Finanztechnische Aspekte 17
3.1.2 Strategische Umsetzung 17
3.2. Methoden zur Ermittlung des Shareholder Value 18
3.2.1. Externe Bestimmung 18
3.2.2. Interne Bestimmung 19
3.3. Vor- und Nachteile 21
3.4. Shareholder- vs. Stakeholder Value 22
4. Zusammenfassung. 23
5. Literaturverzeichnis 26
3
1. Einführung
Eine der zentralen Fragen der Betriebswirtschaft ist es, wie es möglich ist, in Unternehmen die Entscheidungen der einzelnen Organisationsmitglieder zielorientiert zu steuern und zu koordinieren. Dazu muss das Management den unterschiedlichen Aktivitäten durch langfristige Zielvorgaben und -vereinbarungen eine eindeutige Grundausrichtung geben.
Die Steuerung eines Unternehmens geschieht durch die Zuteilung von Ressourcen, um am Markt erfolgreich zu sein und eine gezielte, systematische und konsistente Auswahl zwischen den verschiedenen Investitions- und Deinvestitionsalternativen zu treffen. Für den Erfolg eines Unternehmens sind einerseits die Qualität der zur Verfügung stehenden Informationen, aufgrund derer Entscheidungen getroffen werden. Andererseits ist eine sinnvolle Wahl zwischen verschiedenen Optionen nur möglich, wenn die Ziele der Unternehmung klar definiert sind. Das erfolgreiche Auftreten am Markt ist der zwar ein grundsätzliches Ziel, das die Mehrheit der Unternehmungen verfolgen dürfte. Doch schon die Definition von Zielgrößen, die den Erfolg eines Unternehmens messen, ist problematisch: „Zum einen existiert eine Vielzahl von Auffassungen darüber, was den tatsächlichen „Erfolg“ der unternehmerischen Tätigkeit ausmacht. Zum anderen impliziert ein Erfolgsmaßstab immer auch einen Grad an Quantifizierbarkeit, damit er für die operative Steuerung nutzbar gemacht werden kann.“ 1 So haben sich aus Sicht der Finanzwirtschaft unterschiedlichste Kennzahlen herausgebildet, die man in klassische (z.B. Gewinn, Rentabilität) und moderne (z.B. Shareholder Value) unterteilen kann. Ziel dieser Arbeit ist es, diese Ziele miteinander zu vergleichen und ihre Vor- und Nachteile darzulegen.
1.1. Finanzwirtschaftliche Interessen und Ziele
Die Politik eines Unternehmens, also „die Summe derjenigen Entscheidungen der obersten Führungsebene und der von ihr entwickelten Grundsätze, [...] welche die Unternehmensprozesse in ihrer Gesamtheit unter Berücksichtigung der Unternehmensziele langfristig ordnen, beeinflussen oder unmittelbar festlegen und
1 Pfingsten (1998), 12
4
auf diese Weise das Verhalten der Unternehmung in ihrer grundsätzlichen Ausrichtung für einen längeren Zeitraum bestimmen“ 2 , wird durch die Ziele und Interessen der verschiedenen Gruppen, die mit einem Unternehmen auf unterschiedliche Weise in Verbindung stehen, beeinflusst. Die Kapitalgeber, die das Kapital für Investitionen zur Leistungserstellung und Leistungsverwertung bereit stellen, sind auf Verzinsung, Rückzahlung und Wertsteigerung bedacht und möchten auf die Unternehmensentscheidungen Einfluss nehmen. Die Arbeitnehmer hingegen sind in erster Linie an sicher Arbeitsplätzen, an Löhnen und Gehälter sowie guten Arbeitsbedingungen interessiert. Schließlich gibt es die Kunden, die auf Preis und Qualität der Waren achten, und die allgemeine Öffentlichkeit, die auf das Unternehmen in erster Linie als Steuerquelle angewiesen ist.
Ein Unternehmen muss die Zielkonflikte, die sich aus den unterschiedlichen Anforderungen der Gruppen ergeben, lösen. „Die Existenz und der Fortbestand eines Unternehmens hängen davon ab, dass es gelingt, den Interessen aller Gruppen so weit entgegenzukommen, dass sie zu der erforderlichen Kooperation bereit sind. In diesem Sinne kann das Unternehmen als Koalitition verstanden werden, deren Funktionieren auf einem Kompromiss zwischen teilweise divergierenden Interessen beruht.“ 3 Die Möglichkeiten der Einflussnahme der verschiedenen Gruppen wird dabei in weiten Teilen gesetzlich und vertraglich geregelt. Die Entscheidungen über die Politik des Unternehmens sind natürlich von zentraler Bedeutung. Sie obliegen bei kapitalgeleiteten, marktwirtschaftlich orientierten Unternehmen den Kapitalgebern, Anteilseignern und Eigentümern oder der von ihnen eingesetzten Geschäftsführung. Ihr Interesse richtet sich in erster Linie auf Verzinsung des eingesetzten Kapitals und dem Wertzuwachs der Anteile. Somit stehen die finanzwirtschaftlichen Ziele dieser Gruppe im Mittelpunkt der Unternehmensentscheidungen. Sie dürfen dabei jedoch die Interessen der anderen Gruppen nicht außer Acht lassen, da sie auf deren Kooperation angewiesen sind. 4
2 Eilenberger (1989), 38
3 Franke/Hax (1990), 2
4 Franke/Hax (1990), 2
5
1.2. Finanzwirtschaftliche Grundbegriffe
1.2.1. Vermögen
Das Vermögen eines Betriebs umfasst die „Gesamtheit aller materiellen und immateriellen Güter, die in Übereinstimmung mit den Zielsetzungen der Unternehmung eine positive Funktion erfüllen“. 5 Eine weiter gefasste Auslegung bezieht alle Güter, über die der Produktionshaushalt verfügt, mit ein, unterscheidet aber zwischen betriebsnotwendigem und neutralem Vermögen, das nicht direkt für die Ziele des Unternehmens eingesetzt wird. Neben diesen betriebswirtschaftlichen gibt es auch noch bilanzielle Vermögensbegriffe:
- Anlagevermögen (Gesamtheit des dem Geschäftsbetrieb dienenden Vermögens)
- Strukturvermögen (längerfristig vorhandene Vermögensgüter),
- Umlaufvermögen (Gegenstände, die nicht dauernd dem Geschäftsbetrieb dienen wie Vorräte, Forderungen oder Zahlungsmittel),
- Umschlagvermögen (die Teile des Umlaufvermögens, die innerhalb des Produktionszyklus umgesetzt werden). 6
1.2.2. Kapital
In der Volkswirtschaft stellt das Kapital neben Arbeit und Boden den dritten klassischen Produktionsfaktor dar, der in Realkapital (Anlagen, Maschinen, Gebäude) und Nominalkapital (Bargeld, Buchgeld, Geldsurrogate) zerfällt. In der Betriebswirtschaft kennt man einerseits den bilanzorientierten Kapitalbegriff, bei dem Kapital „die abstrakte Wertsumme des Vermögens oder auch die Quelle des Vermögens (Mittelherkunft)“ 7 darstellt. Der finanzwirtschaftliche Kapitalbegriff andererseits sieht Kapital als Mittel zur Finanzierung von Investitionen, der keine Berührungspunkte zum Liquiditätsbereich aufweist. 8
5 Perridon/Steiner (2003), 3
6 Perridon/Steiner (2003), 3f
7 Busse (1993), 19
8 Busse (1993), 19
6
1.2.3. Finanzierung im Unternehmen
Unterer Finanzierung versteht man alle finanziellen Vorgänge innerhalb eines Unternehmens. Im engeren Sinne fällt darunter die Beschaffung und Bereitstellung von Kapital für betriebliche Zwecke, die zur Leistungserstellung und Leistungsverwertung eingesetzt werden. Im weiteren Sinne bedeutet Finanzierung auch die kurzfristige Disposition von Finanzmitteln, etwa die kurzfristige Anlage von Überschussliquidität, um zusätzliche Rendite zu erwirtschaften. 9
1.2.4. Finanzmanagement
Das Finanzmanagement ist für die Konkretisierung und Umsetzung der finanzwirtschaftlichen Zielsetzung eines Unternehmens auf Grundlage der allgemeinen Unternehmenspolitik zuständig. Dabei füllt das Finanzmanagement „eher die globalen Vorgaben aus, die Entscheidungen zur Steuerung der betrieblichen Finanzwirtschaft betreffen, in dem sie in konkretere
Handlungsanweisungen für die nachgeordneten Instanzen (einschließlich Führungsinstanzen) umgesetzt werden“. 10
1.2.5. Cash Flow
In den letzten Jahren haben das Cash Management für die Steuerung der Unternehmensliquidität stark an Bedeutung gewonnen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass gerade die Finanzabteilungen internationaler Konzerne zunehmend zu Profit Centern entwickeln, die zum Erfolg des Unternehmens beitragen sollen und somit ihre passive, lediglich auf Sicherung der Zahlungsfähigkeit ausgerichtete Rolle verlieren. Ein weiterer Grund liegt im Generationswechsel in den Finanzabteilungen der Unternehmen, der zu einem verstärkten Einsatz neuer Finanzinstrumente der Geld- und Kapitalmärkte geführt hat und schließlich die technische Entwicklung, die durch die zentralisierte Informationsverarbeitung auch
9 Hormuth (1998), 27
10 Eilenberger (1989), 38
7
dem Finanzmanagement neue Möglichkeiten erschließt. 11 Das Cash Management ist eng verknüpft mit dem Cash Flow, dem „Reingewinn einer Periode
1. zuzüglich aller Aufwendungen, die keine Ausgaben sind,
2. zuzüglich aller Geldeingänge, die keine Erträge sind,
3. abzüglich aller Ausgaben, die keine Aufwendungen sind,
4. abzüglich aller Erträge, die keine Bar-Einnahmen sind.“ 12
Man versucht hiermit, dem dynamischen Charakter der Kapitalströme besser Rechnung zu tragen als durch die herkömmliche, zeitpunktbezogene Liquidität. Es handelt sich hierbei um eine Größe mit Bezug zu den betrieblichen Einnahmen und Ausgaben. Der Cash Flow hat sich zu einer wichtigen finanzwirtschaftlichen Erfolgsgröße entwickelt. Er wird nicht durch bilanzpolitische Maßnahmen wie Abschreibungen und Rückstellunsdotierungen beeinflusst. Allerdings stellt er keinen Maßstab zur Gewinnermittlung dar, „da er auch Positionen umfasst, die eindeutig Aufwand darstellen.“ 13 Daher muss man den Cash Flow immer in Zusammenhang mit anderen Größen betrachten.
Im Shareholder Value-Konzept stellt der freie Cash Flow eine zentrale Größe dar. Er umfasst „diejenigen Zahlungsüberschüsse, die nicht wieder für Investitionen in das Anlage- oder Netto-Umlaufvermögen verwendet werden.“ 14
2. Klassische Unternehmensziele
Rechtliche Regelungen und unternehmerische Erfordernisse haben zu verschiedensten Formen der Kompetenzverteilung in Unternehmen geführt. Das unternehmerische Risiko und die Anwartschaft auf Residualzahlungen liegt fast immer bei den Kapitalgebern. Lediglich in Kommanditgesellschaften und bei Inhabern stimmrechtsloser Vorzugsaktien sind diese von den Entscheidungen ausgeschlossen. Es finden sich auch zunehmend Unternehmen, die vertraglich nicht nur fixe Zahlungen regeln, sondern z.B. ihren Mitarbeitern Gewinnbeteiligungen zusichern. Vor allem bei Großunternehmen findet man Abweichungen vom rein
11 Eistert (1994), 1
12 Hohenstein (1990), 32
13 Gieske (1988), 742
14 Hemetsberger (2001), 133
Arbeit zitieren:
Mark Berger, 2009, Traditionelle und moderne finanzwirtschaftliche Ziele: Gewinn, Rentabilität, ... vs. Shareholder Value, München, GRIN Verlag GmbH
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