Inhaltsverzeichnis
1) Demokratiemessung - Eine Einführung 3
2) Vanhanens Grundlage zur Berechnung des Index of Democratization 4
3) Berechnung des Indexes 5
3.1) Dimensionen der Demokratie und ihre Messung 5
3.2) Berechnung des Index of Democratization 6
3.3.) Grenzwerte 7
3.4) Beispielhafte Messergebnisse 8
4) Stärken und Schwächen der Messung 8
5) Zusammenfassung und Fazit 11
6) Literaturverzeichnis 12
2
1) Demokratiemessung - Eine Einführung
Die Demokratiemessung ist eine relativ neue Methode in der Politikwissenschaft (vgl. Lauth 2004: 237), die etwa seit den 50er Jahren betrieben wurde. Vorreiter waren hierbei Lipset (1959) und vor allem Robert Dahl, der 1971 mit seinem Buch „Polyarchy“ einen „bahnbrechend[en]“ (ebd.) Grundstein gelegt hat, auf denen viele Forscher aufbauen.
Es entwickelten sich verschiedene Forschungsmethoden, sowohl qualitativer als auch quantitativer Art, von denen die meisten in den 80er und 90er Jahren entstanden (ebd.).
Wichtige Demokratiemessungen betrieben neben Dahl vor allem auch Jaggers und Gurr mit den Polity-Messungen oder auch Freedom House (v.a. Gastil), die politische und bürgerliche Freiheiten - und somit indirekt die Demokratie (vgl. Vanhanen 2000: 252) - messen. Diese beiden Messungen stützen sich auf qualitative Daten und unterliegen somit auch der Kritik der Subjektivität.
Es gibt aber, wie schon erwähnt, auch quantitative Messreihen, von denen eine der wichtigsten in dieser Arbeit vorgestellt wird. Dabei wird sowohl auf die Messgrundlage eingegangen als auch auf das Messverfahren. Zum Schluss sollen noch die Stärken und Schwächen dieser Demokratiemessung bestimmt werden.
3
2) Vanhanens Grundlage zur Berechnung des Index of Democratization Einer dieser quantitativen Messungen ist die Bestimmung des Index of Democratization, der vom finnischen Demokratieforscher Tatu Vanhanen entwickelt wurde. Dieser misst den Demokratisierungsgrad von 187 Staaten von 1810 bzw. dem Jahr der Unabhängigkeit bis 1998 (vgl. Vanhanen 2000: 251). Die Datensätze werden immer weiter geführt, wobei alle Staaten ab 50.000 Einwohner (ebd.: 256) bewertet werden. Der aktuelle Datensatz reicht mittlerweile bis ins Jahr 2006 (vgl. Datensatz Index of Democratization 1978-2006).
Von 1968 bis in die siebziger Jahre richtete Vanhanen sein Augenmerk noch auf die Machtverteilung (distribution of power resources) (vgl. Vanhanen 200: 252f), wobei er auch hier einen Index (Index of Power Resources und später Index of Power Resources and Structural Imbalance) erstellte, der „die Verteilung der politischen und wirtschaftlichen Macht auf verschiedene Gruppen der Gesellschaft“ (Merkel et al. 2006: 333) gemessen hat. Je breiter die Macht verteilt ist, desto höher ist der Grad der Demokratisierung (ebd.). Berechnet wurde dieser Index mit Hilfe von mehreren Indikatoren, beispielsweise dem Anteil der Studierenden, der lese- und schreibfähigen Bevölkerung oder dem Anteil von im Familienbesitz stehenden Landwirtschaftsbetrieben (vgl. Schmidt 2008: 415f).
Ab 1984 änderte sich Vanhanen Fokus, der nun in größerem Maße auf der Demokratisierung und nicht mehr der Machtverteilung lag. Hierbei greift er auf zwei Schlüsseldimensionen von Dahls Polyarchykonzept (vgl. Dahl 2000: 85) zurück und zwar auf die Partizipation (participation) und den Wettbewerb (competition), anhand derer er den Index of Democratization berechnet (vgl. Vanhanen 2000: 253). Durch diesen soll es möglich sein, zwischen demokratischen und autokratischen Systemen unterscheiden zu können. Der Index ist allerdings nicht dafür geeignet, wie Vanhanen selbst herausstellt, nochmals innerhalb demokratischer oder autokratischer Staaten zu differenzieren (ebd.: 258).
Das Messen der Demokratie setzt natürlich auch voraus, dass der Forscher sich auf eine bestimmte Demokratie-Definition festlegt, auf deren Grundlage seine Messüberlegungen aufbauen. Nach Vanhanen ist eine Demokratie „ a political system in which ideologically and socially different groups are legally entitled to compete for political power, and in which institutional power-holders are elected by the people and are responsible to the people“ (ebd.: 252).
In seiner Definition finden sich die zwei gemessenen Dimensionen Partizipation („power-holders are elected“) und Wettbewerb („different groups […] compete for political power“) wieder, die im Folgenden näher betrachtet werden.
4
Arbeit zitieren:
Ulrike Döbel, 2009, Tatu Vanhanens 'Index of Democratization' als Beispiel einer Demokratiemessung, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Die Bundesrepublik als Polyarchie im Sinne Robert A. Dahls
Politik - Politische Systeme - Politisches System Deutschlands
Studienarbeit, 15 Seiten
Inwieweit sind Verfahren der D...
Politik - Internationale Politik - Region: Russland, Länder der ehemal. Sowjetunion
Seminararbeit, 18 Seiten
Demokratiemessung und Demokratie
Leistungen und Schwächen von D...
Politik - Politische Systeme - Allgemeines und Vergleiche
Seminararbeit, 18 Seiten
U. Döbel's Text Tatu Vanhanens 'Index of Democratization' als Beispiel einer Demokratiemessung ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
U. Döbel hat den Text Tatu Vanhanens 'Index of Democratization' als Beispiel einer Demokratiemessung veröffentlicht
U. Döbel hat einen neuen Text hochgeladen
Aktuelle Methoden der Vergleichenden Politikwissenschaft
Einführung in konfigurationell...
Dirk Berg-Schlosser, Lasse Cronqvist
Vergleichende Politikwissenschaft
Ein einführendes Studienhandbu...
Dirk Berg-Schlosser, Ferdinand Müller-Rommel
Methoden der vergleichenden Politikwissenschaft
Eine Einführung
Hans-Joachim Lauth, Gert Pickel, Susanne Pickel
Herausforderung Migration Perspektiven der vergleichenden Politikwis...
Festschrift für Dietrich Thrän...
Sigrid Baringhorst, James F. Hollifield, Uwe Hunger
0 Kommentare