Inhalt
1. Textbegegnung 3
1.1 Ersteindruck. 3
2 Textanalyse. 5
2.1 Textkritik. 5
2.1.1 Ein inhaltlicher Überblick des Textes: 5
2.1.2 Auswertung wichtiger Varianten unter sprachlichen und inhaltlichen Gesichtspunkten 5
2.2 Überlieferungsgeschichte. 9
2.2.1 Literarkritische Betrachtung. 9
2.2.2 Entstehungsgeschichte. 10
2.3 Redaktionsgeschichte. 13
2.3.1 Näherer Kontext 13
2.3.2 Weiterer Kontext. 14
2.4 Formgeschichte 16
2.5 Begriffe und Motive. 18
2.5 Einzelexegese 20
3. Textaneignung 30
3.1 Wirkungsgeschichte 30
3.2 Erfahrungsbezug. 31
3.2 Botschaft des Textes. 31
4. Anhang. 33
4.1 Übersetzungsvergleich 33
4.2 Quellenverzeichnis 37
4.2 37
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1. Textbegegnung
1.1 Ersteindruck
Abraham soll Isaak opfern.
Seit Gen 12 wird Gottes Geschichte mit Abraham, vorher Abram, beschrieben. Dabei ist sehr viel passiert. Abram ist auf Gottes Ruf hörend aus seiner Heimat gezogen um in ein Land zu ziehen, das Gott ihm zeigen wollte. Er hat viel mit Gott durchgestanden, wobei er auch viele Versprechen von Gott bekommen hat. Das wohl bedeutendste Versprechen ist, dass er viele Nachkommen bekommen soll(Gen 17, 1‐8). So viele, dass sie keiner zählen kann. Nach viele Jahren bekam er dann auch von seiner Frau Sarah, früher Sarai, einen Sohn(Gen 21, 1‐7). Er ist von einem Großen Volk noch weit entfernt und hat bisher erst einen Sohn bekommen. Sowohl er, als auch seine Frau sind schon sehr alt.
Doch an dieser Stelle in der Geschichte der Erzväter wird Abraham von Gott nochmals geprüft(Gen 22, 1). Gott sprach zu Abraham er solle seinen eigenen Sohn opfern. Abraham hatte nur einen Erben von seiner Frau bekommen und diesen einen forderte Gott jetzt für ein Brandopfer? Es schien nicht viel Sinn zu machen und alles andere als nach Gottes Verheißung zu klingen, aber Abraham widersetze sich der Stimme nicht und zog mit seinem Sohn und ein paar Knechten los(Gen 22, 3). Sie brauchten drei Tage für die Reise bis Gott Abraham den Ort zeigte, an dem er das Opfer darbringen sollte. Beide Knechte sollten auf Abraham und seinen Sohn warten, denn die beiden gingen allein den Berg hinauf. Alles war dabei nur das Opfertier fehlte noch. Auch Isaak merkte das(Gen 22, 7). Es wird nicht weiter beschrieben, was Isaak nach Abrahams Antwort(Gen 22, 8) wohl gedacht hatte, aber sicherlich hatte er ein etwas unwohles Gefühl. Fraglich ist ob Abraham mit dieser Antwort ein Gebet an Gott gewandt hat oder nur seinen Sohn beruhigen wollte. Als beide oben angekommen waren band Abraham seinen Sohn Isaak auf den errichteten Altar. Isaak hatte das Seil mit dem er festgebunden wurde selber getragen. Kurz bevor Abraham seinen Sohn getötet hat hielt Gott auf. Abraham und sein Sohn fanden daraufhin einen Widder im Gebüsch und opferten ihn. Abraham nannte diesen Berg „Gott ersieht“(Gen 22, 14). Gott verheißt Abraham erneut, dass ein großes Volk aus ihm hervorgehen wird(gen 22, 17‐18). Von dort aus gingen Abraham und Isaak zusammen mit den beiden Knechten nach Beerscheba, wo sie sich niederließen.
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Mir stellt sich die Frage ob Abraham Gott vertraut hat oder ob er sich schon etwas erahnt hat, dass Gott es sich noch anders überlegt und er seinen Sohn Isaak verschont. Wenn Abraham solche Gedanken nicht hatte, dann frage ich mich woher er die Kraft nimmt Gott seinen Sohn zu Opfern, denn er war auf dem Altar schon fast soweit ihn zu töten. Gott hat ihm versprochen ein großes Volk aus ihm zu machen und schenkte ihm bis dato nur einen einzigen Sohn und gerade diesen soll er nun opfern. Ob Abraham Gottes Plan nicht in Frage gestellt hat? Er fragte bei Gott nicht einmal groß noch, sondern machte sich direkt auf den Weg. Er ging drei Tage ohne auch nur zu wissen, wo er hingehen soll. Das hatte er schon getan, als er nach Kanaan gezogen ist, aber dort hat Gott ihm nur Gutes prophezeit und nicht den Tod seines eigenen Sohnes. Interessant ist auch, dass der Engel des Herrn erst ein zweites Mal zu Abraham spricht nachdem er dem Ort einen Namen gegeben hat und sein Opfer dargebracht hat, nicht nachdem er die Prüfung bestanden hat. Auch Isaak erstaunt mich sehr. Er hat seinem Vater bedingungslos vertraut. Er ist ihm gefolgt, obwohl sein Vater ihm nicht sagen konnte, wo sie hingehen. Er hat auch nichts weiter gesagt, als sein Vater ihm nicht sagen konnte, wo er das Opfertier hat. Und im Text steht auch nicht, dass er sich gewehrt hat, als er geopfert werden sollte. Aber was mich weit mehr verwundert ist, dass er nach dem Tieropfer einfach mit seinem Vater mitgegangen ist. Der Vater, der ihn gerade opfern wollte mit diesem geht er nun wieder fort, als wäre nichts gewesen. Dies zeugt von einer tiefen Verbundenheit und Loyalität zu seinem Vater und dessen Gott. Für mich wirkt es, als ob Gott nicht nur Abraham prüfen will, sondern auch Isaak. Er möchte nicht der Gott Abrahams sein, sondern sich Isaak zeigen und auch sein Gott werden. Gott schafft auf diesem Berg die erste generationsübergreifende Gotteserfahrung für sein gesegnetes Volk. Für das Volk, das jetzt langsam entsteht.
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2 Textanalyse
2.1 Textkritik
Ich verwende für diese Exegese drei verschiedene Übersetzungen: revidierte Elberfelder Bibel, revidierte Lutherbibel und Gute Nachricht. Ich verwende dabei einen Vergleich, der dem einer Synopse ähnelt. Der direkte Übersetzungsvergleich wird im Anhang folgen(Seite 28).
2.1.1 Ein inhaltlicher Überblick des Textes:
Elberfelder Luther Gute Nachricht Gottes Opferforderung an Abraham: Vers 1‐2 Vers 1‐2 Vers 1‐2 Der Weg zur Opferstätte: Vers 3‐4 Vers 3‐4 Vers 3‐4 Der Aufstieg: Vers 5‐8 Vers 5‐8 Vers 5‐8 Vorbereitung und Opfer Isaaks: Vers 9‐10 Vers 9‐10 Vers 9‐10 Gott greift ein: Vers 11‐14 Vers 11‐14 Vers 11‐14 Gottes Verheißung und Segen für Abraham: Vers 15‐18 Vers 15‐18 Vers 15‐18 Rückreise nach Beerscheba: Vers 19 Vers 19 Vers 19
Anhand dieser Gliederung ist gut zu erkennen, dass sich die drei Übersetzungen nur in der Formulierung und Grammatik, aber nicht im Inhalt unterscheiden. Dies ist wahrscheinlich darauf zurückzuführen, dass sich alle am Urtext orientiert haben und keine Übertragungen sind.
2.1.2 Auswertung wichtiger Varianten unter sprachlichen und inhaltlichen Gesichtspunkten Vers 1: Gleich zu Beginn des Verses wird erwähnt, dass Gott Abraham prüfen will. Es
Alle drei Übersetzungen beginnen aber zunächst mit ihrer eigenen
Vers 2‐3: Das Gespräch zwischen Gott und Abraham hat in allen Übersetzungen
Er […] machte sich auf und ging an den Ort, den Gott ihm genannt
1 Claus Westermann, Biblischer Kommentar Altes Testament, Band 1/2 - 2.Teilband(Genesis 12‐36), S. 435; Neukirchner Verlag d. Erziehungsvereins GmbH, Neukirchen‐Vluyn, 1981; S.430‐447(Gen 22, 1‐19)
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Vers 4: Daher kommt mir Vers 4 auch fast wie ein Nachtrag vor, da hier nochmals
Vers 6: In Vers 6 weicht die Gute Nachricht geringfügig von Luther und Elberfelder ab.
Vers 7‐8: Das Gespräch zwischen Vater und Sohn erinnert stark an das Gespräch
Vers 11‐12: Hier spricht nicht Gott persönlich, sondern ein Engel des Herrn.
Vers 14: Beim Namen des Berges sind die ersten wesentlichen Unterschiede bei den
Es besteht hierbei nicht nur ein sprachlicher, sondern auch ein semantischer
Vers 15‐18: Der Engel des Herrn spricht ein zweites Mal zu Abraham und diesmal achtet
Vers 19: Das interessanteste an Vers 19 ist die Ortsangabe. Obwohl Abraham dort schon mit
Arbeit zitieren:
Benjamin Buchholz, 2009, Textexegese zu Gen. 22, 1-19, München, GRIN Verlag GmbH
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Bibelwissenschaftliche Exegese der Texteinheit Gen 22,1-19
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