Inhaltsverzeichnis
Tabellenverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Uran 1
Entdeckung und Geschichte von Uran 1
2.1
Uranvorkommen und Abbau 2
2.2
Eigenschaften von Uran 3
2.3
Industrielle Nutzung 4
2.4
3. Abgereichertes Uran 4
Eigenschaften von „depleted uranium“ 4
3.1
Wirkung 5
3.2
Einsatz in Kriegsgebieten Tests in Deutschland 6
3.3
4. Gesundheitliche Folgen 8
Chemisch -toxische radio-toxische Wirkung 8
4.1
Externe Strahlenbelastung 8
4.1.1
Interne Strahlenbelastung 8
4.1.2
5. Erkrankungen 10
6. UNEP Bodenuntersuchung 12
7. Fazit 14
8. Literatur- und Internetverzeichnis 15
II
Tabellenverzeichnis
Tab. 1: Isotopenkonfiguration von Natururan und abgereichertem Uran…..18 Tab. 2: DU-Munitionsmenge und Waffensysteme im Golfkrieg…................18
III
1. Einleitung
Die Nutzung von abgereichertem Uran als panzerbrechender Munition hat insbesondere seit dem Golfkrieg 1991 für einiges an Aufmerksamkeit gesorgt. Seit bekannt werden der militärischen Nutzung von Uran, rückte das Thema durch zahlreiche Publikationen in Medien ins Bewusstsein der Öffentlichkeit. Streitpunkt der Forschung ist nunmehr seit über 20 Jahren, inwiefern Uran den menschlichen Organismus schädigt und in welchem Ausmaß die Umwelt durch Uranmunition in Kriegsgebieten kontaminiert wird. Hierzu werden im Verlauf dieser Hausarbeit die chemisch-toxischen und radio-toxischen Wirkungen von Uran und die daraus resultierenden möglichen Erkrankungen für den Menschen untersucht. Abschließend wird eine von den Vereinten Nationen in Auftrag gegebene
Umweltverträglichkeitsstudie zur Analyse von möglich kontaminierten Standorten im Kosovo in Betracht gezogen. Zuvor wird allerdings erläutert, warum das Uran für das Militär so interessant ist und welche militärischen Vorteile sich aus der Nutzung von Uranmunition ergeben. Als Einführung in die Thematik werden relevante Informationen bezüglich des Natururans und des industriell angereicherten Urans behandelt.
2. Uran
2.1 Entdeckung und Geschichte von Uran
Uran wurde 1798 von dem deutschen Chemiker Martin Heinrich Klaproth (1743-1817) entdeckt. Klaproth isolierte aus dem Mineral Uraninit die Verbindung Urandioxid, welches er fälschlicherweise zunächst als das neue Element selbst hielt. Die Gewinnung von elementarem Uran gelang erstmals 1856 dem Franzosen Eugéne-Melchior Péligot (1811-1890) durch Reduktion von Uran(IV)-chlorid. Im 19. Jahrhundert bis in die dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts wurde Uran als Farbstoff in Glas sowie in Keramik-Glasuren für Geschirr und Kacheln eingesetzt. Im Jahre 1896 entdeckte der französische Physiker Henri Becquerel (1852-1908) die radioaktive Strahlung des
1
Elements. Die erste Atomspaltung gelang den beiden deutschen Chemikern Otto Hahn (1879-1968) und Fritz Straßmann (1902-1980) durch den Neutronenbeschuss von Uran im Jahr 1938. Ausgehend von der Entdeckung der Kernspaltung wurden die Forschungen bezüglich dessen intensiviert und der erste Kernreaktor konnte in Betrieb genommen werden. Enrico Fermi (1901-1954) baute 1942 in einer Turnhalle der Universität Chicago diesbezüglich den ersten betriebsbereiten Reaktor. Mit dem Manhattan-Projekt begann die USA während des 2. Weltkriegs unter der Leitung von Julius R. Oppenheimer (1904-1967) die Entwicklung und den späteren Bau der ersten Atombombe. 1
2.2 Uranvorkommen und Abbau
In der Natur liegt Uran nicht als reines, gediegenes Metall vor, sondern als Verbindung mit anderen Elementen (Sauerstoff, Silizium) in Mineralien. Neben dem Uraninit sind 200 weitere Uranmineralien bekannt. Die wichtigsten Uranverbindungen sind das Urandioxid (UO 2 ), das Urantrioxid (UO 3 ), das Triuranoctoxid (U 3 O 8 ) und das im Anreicherungsverfahren der Atomindustrie benutzte Uranhexafluorid (UF 6 ). 2 Der durchschnittliche Urangehalt der Erdkruste liegt bei circa 3 ppm (3 mg/kg) und in den Ozeanen bei ungefähr 3 µg/l. In Spuren lässt sich Uran auch in Luft, Trinkwasser, Pflanzen und vielen Lebensmitteln nachweisen. Die tägliche Aufnahme durch Nahrung liegt bei schätzungsweise 1-2 µg und durch Wasser bei 1,5 µg. Durch die tägliche Aufnahme sind im menschlichen Körper (überwiegend in Knochen, Gewebe, Fett, Blut, Lunge, Leber und Niere) im Durchschnitt 56 µg Uran enthalten. Das Uran wird insbesondere mit der Nahrung durch Gemüse, Getreide und Kochsalz aufgenommen. 3 Zu den größten Uran-Produzenten gehören Kanada, Kasachstan und Australien mit jeweils knapp 9.000 t pro Jahr. Im Jahr 2008 wurden circa 44.000 t Uran gefördert. Aus Gründen der Energiegewinnung mit der Tendenz in Zukunft ansteigend. 4 Derzeit findet in Deutschland kein
1 vgl. Seilnacht, T. (o. J.): Uran.
2 vgl. Weiß, D. (2004): Uraninit. LAPIS 5: 8-9.
3 vgl. Bleise, A./Danesi, P. R. & W. Burkart (2003): Properties, use and health effects of depleted
uranium. In: Journal of Environmental Radioactivity 64 (2): 94.
4 vgl. World Nuclear Association (2009): World uranium mining.
2
Uranabbau statt. Die Minen im Schwarzwald und in Sachsen und Thüringen wurden ab 1990 allesamt aus Gründen der Unwirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit geschlossen. 5
2.3 Eigenschaften von Uran
Elementares Uran ist ein silberweiß glänzendes, relativ weiches und radioaktives Schwermetall, welches nur geringfügig weicher als Stahl ist. In der Natur ist es das Schwerste vorkommende chemische Element. 6 Uran hat die Ordnungszahl 92 und wird der Gruppe der Actinoiden im Periodensystem zugeordnet. Die relative Atommasse beträgt 238,029 g/mol und besitzt eine für Uran typisch hohe Dichte von 19,16 g/cm 3 . Der Schmelzpunkt liegt bei circa 1130 °C und der Siedepunkt wird bei ungefähr 3930 °C erreicht. 7 Das in der Natur vorkommende Uran ist ein Gemisch aus drei verschiedenen Uran-Isotopen. Die chemischen Eigenschaften der Isotope sind gleich, doch unterscheiden sich diese in ihrer radioaktiven Wirkung, da die Radioaktivität von der Halbwertszeit abhängig ist. Natürliches Uran besteht zu 99,27 % aus Uran-238 mit einer Halbwertszeit von 4,47 Mrd. Jahren. Der Anteil des Uran-235 liegt bei 0,72 % mit einer Halbwertszeit von 704 Mio. Jahren. Uran-234, ein Zwischenprodukt in der Zerfallsreihe von U-238, kommt zu 0,006 % mit einer Halbwertszeit von 246.000 Jahre vor. Demzufolge hat das U-238 die längste Halbwertszeit, allerdings auch die geringste Radioaktivität. 8 Die Isotope von Uran sind allesamt in ihrem Ursprung Alpha-Strahler und erst für den menschlichen Organismus gefährlich, wenn große Mengen von Uranteilchen durch Nahrung aufgenommen oder mit der Luft inhaliert werden. 9
5 vgl. Lübbert, D./Lange F. (2006): Uran als Kernbrennstoff - Vorräte und Reichweite. Deutscher
Bundestag: 5-6.
6 vgl. Bleise, A./Danesi, P. R. & W. Burkart (2003): 94.
7 vgl. Universität Oldenburg (2009)
8 vgl. Bleise, A./Danesi, P. R. & W. Burkart (2003): 94-95.
9 vgl. Domingo, J. L. (2001): Reproduction and developmental toxicity of natural and depleted uranium:
a review. In: Reproductive Toxicity 15 (6): 603-604.
3
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Benedikt Breitenbach, 2009, Uranbelastung von Kriegsgebieten - Einsatz von DU-Munition, München, GRIN Verlag GmbH
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