Inhalt
1. Einleitung 3
2. Chronik der deutsch-russischen Energiebeziehungen 4
3. Energie in Deutschland (Nachfrageseite) 5
4. Energie in Russland (Angebotsseite) 9
5. Der Kaspische Raum. 10
6. Deutsch-russische Partnerschaft 15
7. Resümee. 18
8. Literaturverzeichnis: 19
2
1. Einleitung
'DV 7KHPD GLHVHU 6HPLQDUDUEHLW ODXWHW Ä(QHUJLHEH]LHKXQJHQ ]ZLVFKHQ 'HXWVFKODQG XQG 5XVVODQG³'LH$UEeit besteht aus mehreren Gliederungspunkten. Am Anfang werden die einzelne Behandlungsbereiche dieser Arbeit in einleitender Form kurz dargestellt.
Der zweite Gliederungspunkt beschreibt die Anfänge der Energiebeziehungen zwischen Russland bzw. der Sowjetunion und Deutschland. Es wird auch auf die Entwicklung dieser Beziehung zwischen den beiden Ländern im Zeitverlauf eingegangen. Der dritte Gliederungspunkt beschäftigt sich mit den wichtigsten Energieträgern für Deutschland. Es sind unter anderen Erdöl, Erdgas und Steinkohle. Da Deutschland ein Großteil von seinen Energierohstoffen aus dem Ausland bezieht, werden die wichtigsten Erdöl-, Erdgas- und Steinkohlelieferanten in tabellarischer Form dargestellt. Die deutsche Energienachfrage aus ausländischen Quellen wird mit europäischer Nachfrage aus ausländischen Quellen verglichen.
Im vierten Gliederungspunkt werden die wichtigsten russischen Rohstoffquellen sowie Rohstoff- und Förderkapazitäten dargestellt.
Der fünfte Gliederungspunkt beschäftigt sich mit den Ländern aus dem Kaspischen Raum. Diese Länder erweisen sich in letzter Zeit als strategisch wichtig wie für Russland so auch für Deutschland. Deswegen ist es sinnvoll die einzeln zu betrachten. Des Weiteren wird auch die mögliche zukünftige Option der engeren Partnerschaft dargestellt. Der sechste Gliederungspunkt beschreibt die deutsch-russische Zusammenarbeit und Partnerschaft. Hier wird versucht anhand der verschiedenen statistischen Daten Vor- und Nachteile solcher Partnerschaft realistisch zu spiegeln. Zum einen wird der deutsch-russische Ostsee-Pipeline-Projekt beschrieben, zum anderen die gegenseitige
Energiehandelsnotwendigkeit dargestellt.
Zum Abschluss werden alle wichtige Teilbereiche dieser Arbeit kurz zusammengefasst und dem Leser dargestellt.
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2. Chronik der deutsch-russischen Energiebeziehungen
Der Anfang der Energiebeziehungen zwischen Russland und Deutschland fand schon vor fünfzig Jahren statt. Im September 19531, stießen sowjetische Geologen im westsibirischen Urengoj bei einer Bohrung in einer Tiefe von über 1300 Meter vor und entdeckten Erdgasvorkommen. Kurz danach begann man Erdgas zu fordern.
Die ersten Erdölexporte aus Sowjetunion nach Deutschland wurden schon Ende der 1950-er Jahren in geringen Mengen aufgenommen.
Die intensiven deutsch-sowjetische Energiebeziehungen begannen durch den ersten Erdgasvertrag von 1. Februar 19702 zwischen einem deutschen Energieunternehmen und Sowjetunion. Das Unternehmen Ruhrgas war die erste deutsche Firma, die zusammen mit dem sowjetischen Energieministerium im Energiebereich Verträge schloss. Die ersten kleinen Mengen des Erdgases flossen 1973 aus Sowjetunion nach Deutschland. Es war am Anfang eine halbe Milliarde Kubikmeter Gas jährlich. Ab 1978 stiegen die Gasexporte auf 3 Milliarden Kubikmeter. Im Gegenzug auf die Gaslieferungen lieferte Mannesmann 1,2 Millionen Tonnen Großröhre an die Sowjetunion, die damit ihre Gaspipelines ausbaute. 'HVZHJHQ LVW GLHVHU 9HUWUDJ DOV HLQ Ä*DV-Röhren-9HUWUDJ³ EHNDQQW 'LHVHP (UGJDVYHUWUDJ vom 1. Februar 1970 folgten bis 1981 noch drei weitere Verträge. Die großen deutschen Banken gaben der Sowjetunion für den Bau von Erdgasleitungen einen Kredit über 1,2 Milliarden DM. Dies geschah gegen heftigen politischen Wiederstand vor allem aus den Vereinigten Staaten. Die Vereinigten Staaten verhängten sogar ein Embargo gegen, die am Geschäft beteiligten deutschen Firmen.
Zu Beginn der 1980-er Jahren wurde 3650 Kilometer lange Pipeline, die vom Fördergebiet bei Urengoj bis zum westukrainischen Uschgorod und weiter über Tschechien nach Deutschland führt, vollendet. Diese Pipeline versorgt auch noch heute die deutschen und die europäischen Gasverbraucher.
Ende der neunziger Jahren war Ruhrgas als einziges westliches Unternehmen bereit in dieser schweren Zeit bei Gazprom gegen Aktien Geld einzuschießen.
1 Quelle: http://de.rian.ru/analysis/20080930/117318849.html
2 4XHOOH3|U]JHQ*Ä*D]SURP³6LP9HUJOHLFKPLWhttp://www.eon-ruhrgas.com/cps/rde/xbcr/SID- 3F57EEF5-1A947775/er-corporate/Ruhrgas_GeBe03_Magazin_de.pdf imVergleich mit ( http://www.eon-ruhrgas.com/cps/rde/xchg/SID-AAF9AB8A-DB3A9B44/er-corporate/hs.xsl/4925.htm )
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3. Energie in Deutschland (Nachfrageseite)
Deutschland ist im Vergleich zu anderen EU-Länder überdurchschnittlich von Energieeinfuhren abhängig. Im Durchschnitt erzeugten die Mitgliedstaaten 2006 rund 46 Prozent3 ihres Energiebedarfs selber, in Deutschland waren es nur knapp 39 Prozent. Diese Daten des EU-Statistikamtes Eurostat berücksichtigen alle Arten von Energien. Auch die Energieanteile von Atomkraftwerken werden dabei berücksichtigt. Im Weiteren, in Bezug auf das Thema des Seminars, ist es sinnvoll sich auf solche Energieträger wie Erdgas, Erdöl und zum Teil auch Steinkohle zu beschränken.
Nur ein Viertel4 der verbrauchten Energien (ohne Atomkraft) in Deutschland sind heimisch. Es sind vor allem Kohle, erneuerbare Energien und Erdgas. Drei Viertel 5kommt aus dem Ausland - Erdgas, Erdöl und Kohle.
Die Erdgas-, Erdöl- und Steinkohlensektoren werden im Weiteren einzeln betrachtet.
Erdgas: Die Förderung des Erdgases läst in Deutschland stark nach. Im Jahre 2007 wurden nur 15 Prozent6 des Verbrauches in Deutschland gefördert, 85 Prozent des Gasbedarfes kam aus dem Ausland.
Wie aus der Tabelle 1 zu entnehmen ist, ist Russland heute Deutschlands größter Erdgaslieferant. Einer Studie nach werden deutsche Erdgasimporte bis 2025 rund um 25 Prozent, auf 1057 Milliarden Kubikmeter ansteigen. Höchstwahrscheinlich werden die Erdgaslieferungen aus Niederlanden, Dänemark und Großbritannien zurückgehen. Die Lieferungen aus Norwegen werden etwa auf gleicher Höhe bleiben. Demzufolge müssen die Importe Deutschlands aus Russland um rund ein Drittel, auf rund 60 Milliarden Kubikmeter zunehmen. Sie werden dann ab 2020 einen Anteil von 55 bis 60 Prozent der gesamten deutschen Erdgasimporte ausmachen.
3 Quelle: Eu-Statistikamt Eurostat.
4 Quelle: Bundeszentrale für politische Bildung (www.bpb.de/themen/PAYLME,0,0Energie_in_Deutschland.http)
5 Quelle: Eigene Berechnung in Anlehnung an Daten der Bundeszentrale für politische Bildung. 6 Quelle: ( http://www.bdew.de/bdew.nsf/id/DE_BDEW )
7 Quelle: Energiewirtschaftliches Institut an der Universität zu Köln (Hrsg.), Energiereport IV. Die Entwicklung der Energiemärkte bis zum Jahr 2030, München 2005, S. 380 ff.; im Vergleich mit (www.ewi.uni- koeln.de/content/e266/e563/e3009/ )EnergiereportIV_Kurzfassung_de_ger.pdf
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Tabelle 1: Deutsche Erdgaseinfuhr 2004 bzw. 2007
Erdöl: 97 Prozent Deutschlands Erdölverbrauchs kommt aus dem Ausland. Wie aus der Tabelle 2 zu entnehmen ist, ist Russland auch in Erdölimporten der wichtigste Lieferant für Deutschland mit rund 32 Prozent, gefolgt von Afrika mit rund 17 Prozent und Norwegen rund 16 Prozent10.
Der europäische Erdölverbrauch wird einer Prognose nach bis 2025 noch um ein Drittel11 zunehmen. Die zusätzlichen Erdölimporte sind vorwiegend aus dem Nahen Osten, aus Afrika und aus dem Kaspischen Raum zu erwarten. In der Zukunft ist eine Abnahme des deutschen Erdölbedarfs zu erwarten. Bei gleichbleibender Liefermenge wird Anteil Russlands an deutschen Erdölimport auf rund 40 Prozent ansteigen12. Der Grund für die gleichbleibende
8 Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, Energiedaten Tab. 13, Rohöleinfuhr nach Herkunftsgebieten, (www.bmwi.de/Navigation/Technologie-und-Energie/ Energiepolitik/energiedaten.html ) 9 Quelle: in Anlehnung an (
www.bdew.de/bdew.nsf/id/DE_Erdgas_in_Deutschland_2007_-
_Erste_Ergebnisse/$file/08%2005%2028%20Erdgas%20in%20Deutschland%202007.pdf ) mit eigener Berechnung
10 Berechnungen für Russland sind in Tabelle 2 angegeben. Da viele ölexportierende Länder aus Afrika auch bei OPEC vertreten sind war es sinnvoll OPEC-Anteil auszurechnen. Anteil an afrikanischen Ländern beträgt 17,289 Prozent. Quelle: In Anlehnung nach Daten vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (http://www.bafa.de/bafa/de/energie/rohoel/energieinfo/2007/dezember.html ) 11 4XHOOH*|W]5Ä5XVVODQGV(UG|OXQGGHU:HOW(UG|OPDUNW³6
12 Quelle: Energiewirtschaftliches Institut an der Universität zu Köln (Hrsg.), Energiereport IV. Die Entwicklung der Energiemärkte bis zum Jahr 2030, München 2005, S. 380 ff.; im Vergleich mit (www.ewi.uni- koeln.de/content/e266/e563/e3009/ )
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Arbeit zitieren:
Roman Schäfer, 2009, Energiebeziehungen zwischen Deutschland und Russland, München, GRIN Verlag GmbH
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