Inhaltsverzeichnis
1. (LQOHLWXQJ 6
2. Allgemeines
2.1 Politische Situation um 1520 X HQSROLWLVFKHU6FKZHUSXQNW 6
2.2 Kurze Darstellung Karls V 6
2.3 Kurze Darstellung Martin Luthers 6
3. Der Wormser Reichstag 1521 in Bezug auf die Luthersache
3.1 Ziele Karls V 6
3.2 Erwartungen an Karl V 6
3.3 Rolle der Kurie 6
3.4 9RUYHUKDQGOXQJHQEH JOLFK/XWKHUVDFKH 6
3.5 9HUODXIGHV5HLFKVWDJV 6
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6. LEOLRJUDSKLH 6
7. Eidesstattliche (UNOlUXQJ 6
1. Einleitung
Das Thema meiner Arbeit ist Karl V. und die Reformation. Ich möchte der Frage nachgehen inwieweit Karl V. den weiteren Verlauf der Reformation auf dem Reichstag zu Worms 1521 geprägt hat und welche Rolle die außenpolitischen Geschehnisse und Beziehungen gespielt haben. Insbesondere das Auftreten Luthers möchte ich genau untersuchen hinsichtlich Karls Verhalten und dem kurialen Einfluss.
Ich habe den Wormser Reichstag für diese Fragestellung aus verschiedenen Gründen ausgewählt. Der Wormser Reichstag 1521 signalisiert eine Zeitwende in der Geschichte. Die Widerrufsverweigerung Martin Luthers vor Kaiser und Ständen ist ein ganz wichtiger Punkt in der Reformationsgeschichte. Außerdem standen wichtige Fragen der Reichs- und Kirchenpolitik an. Hinzu kommt noch, dass es der erste Reichstag des neuen Kaisers war. Dies sind nur einige der Gründe, warum dieser Reichstag auch noch heute relevant ist. Schon in der damaligen Zeit stand er in einem großen nationalen und internationalen Fokus. Vertreter aus allen großen europäischen Ländern waren zugegen. Dies sorgt für eine sehr gute Quellenlage. Es sind heute noch zahlreiche Korrespondenzen erhalten. Aber auch Reichstagsakten sind in großer Zahl vorhanden. Sowohl Korrespondenzen, wie auch Reichstagsakten wurde viel Ende des 19. Jahrhunderts und nochmal zum 450 jährigen Jubiläum (1971) bearbeitet. Für die jüngste Zeit ist noch Alfred Kohler zu nennen, der die Geschichte Karl V. mit heutigen Fragestellungen analysiert.
Meine Arbeit ist folgendermaßen gegliedert: Zunächst lege ich den politisch relevanten Hintergrund mit außenpolitischen Schwerpunkt dar. Dies ist für das Verständnis der konkreten Zusammenhänge zwischen Reichstagsbeschlüssen und außenpolitischen Geschehnissen wichtig. Danach stelle ich kurz die beiden wohl wichtigsten Personen in diesem Zusammenhang vor, Karl V. und Martin Luther.
Der Hauptteil behandelt die Luthersache auf dem Reichstag. Karls Ziele und die in ihn gesetzten Erwartungen behandel ich, wie auch die Rolle der Kurie, die Luthersache im Verlauf des Reichstags und das Wormser Edikt. Auf letzteres gehe ich genauer ein und zeige auf, was für eine Wirkung dieses Edikt überhaupt nach sich zieht und wie es umgesetzt wurde. Am Ende steht das Fazit dieser Arbeit.
2. Allgemeines
2.1 Politische Situationen um 1520 (Außenpolitischer Schwerpunkt)
Europa war in den 1520er Jahren vom Hegemoniekampf zwischen Frankreich und dem Heiligen Römischen Reich, vertretend durch Habsburg geprägt. 1516 gab es nach dem Vertrag von Noyon Hoffnung auf Frieden. Der Krieg in Italien zwischen Frankreich und Habsburg wurde beendet, Neapel ging an Habsburg, Mailand an Frankreich. Aber diese Hoffnung wurde schon bald enttäuscht. 1517 ergaben sich zwei Kandidaten für die Nachfolge Maximilian I.: Karl von Spanien und Franz I., französischer König. Beide strebten nach der Herrschaft über Deutschland und Italien 1 . Karl erhielt die Unterstützung Maximilians, da er mit antifranzösischen Parolen Wahlwerbung machte. Maximilian selbst war ebenfalls antifranzösisch geprägt. Zudem warb Karl mit antirömischen Parolen, welche, wie auch die antifranzösischen, besonders beim reichsständischen Bürgertum ankamen 2 . Papst Leo X. hingegen unterstützte Franz I., da er eine habsburgische Umklammerung fürchtete. Karl von Burgund war nämlich Herrscher über das niederländisch-burgundische Herzogtum, Spanien, Neapel, Sizilien, Sardinien, den Azoren und den neuentdeckten Gebieten in Mittel- und Südamerika. Diese Länder würden bei Karls Wahl ebenfalls zum Heiligen Römischen Reich gehören. Bis zum Tod Maximilians im Januar 1519 konnten die Kurfürsten sich auf keinen Nachfolger einigen. Aber am 28.6.1519 wurde Karl einstimmig gewählt. Dies löste eine deutschpatriotische und prohabsburgische Stimmung im Reich aus. Karl wurde als der Kaiser, der gegen Frankreich und den Papst gesiegt hat gefeiert. Zudem hofften die Deutschen, dass Karl Frankreich zurückdrängt und verlorene Gebiete wiedergewinnt (Proverence, Arelat, Mailand, Genua). Dies war verbunden mit der Auffassung, der Kaiser ist unabhängig vom Papst und ihm stehe die Herrschaft über Rom zu 3 .
Für Karl ergab sich eine Vielzahl an Problemen. Während er, durch die Wahl verpflichtet, ins Reich kommen musste, um sich krönen zu lassen und einen Reichstag abzuhalten, verschärften sich die politisch-sozialen Unruhen in Spanien 4 . Der traditionelle erste Reichstag
1 Lutz, Heinrich: Das Ringen um deutsche Einheit und kirchliche Erneuerung. Von Maximilian I. bis zum westfälischen Frieden 1490 bis 1648. Berlin 1983 (= Propyläen Geschichte Deutschlands 4), S. 201 f. Kurz: Lutz: Das Ringen.
2 Lutz, Heinrich: Kaiser Karl V., Frankreich und das Reich. In: Lutz, Heinrich/ Schubert, Friedrich Hermann/ Weber, Hermann (Hrsg.): Frankreich und das Reich im 16. und 17. Jahrhundert. Göttingen 1968, S. 14. Kurz: Lutz: Kaiser Karl V.
3 Lutz: Das Ringen, S. 205 f.
4 Ebd. S. 208.
des neuen Kaisers in Nürnberg musste auf Grund von Infektionskrankheiten verlegt werden. Er begann im Januar 1521 in Worms 5 .
Im Mai 1521 schließt Karl V. mit Leo X. ein Bündnis gegen Frankreich. Zudem ein geheimes Angriffsbündnis mit König Heinrich VIII. von England. Ihr Angriff im Frühjahr 1521 wird aber in Navarra und an der Maas abgewiesen. Aber im November wird Mailand zurückerobert.
Während Europa mitten im Hegemoniekampf steckt, erobern die Osmanen 1521 Belgrad und 1522 Rhodos. Auch die Apelle Leo X. und ab 1522 dessen Nachfolger Hadrian VI. Frieden zu schließen und einen Türkenkreuzzug zu starten helfen nicht 6 .
2.2 Karl V.
Karl wurde am 24.11.1500 in Gent geboren. Er wuchs mit seinen fünf Geschwistern bei seiner Tante Magarethe, Herzogin von Savoyen, in den Niederlanden auf. Sein Vater, Philipp von Habsburg, Herrscher über das niederländisch-burgundische Herzogtum und Sohn Kaiser Maximilian I. starb 1506. Seine Mutter, die spanische Prinzessin Johanna, litt an einer geistigen Krankheit 7 .
Die Hofsprache war französisch und die Volkssprache flämisch. Generell war Karl durch die Erziehung und seine Umgebung französisch geprägt 8 . Eine weitere bedeutende Prägung erhielt er durch en Hofmeister Giullane de Croy. Er lehrte ihn die ritterliche Lebensweise nach den Lebensregeln des Ordens vom Goldenen Vlies 9 .
Am 15.1.1515 erklärte Karls Tante ihn für mündig. Daraufhin trat er die Herrschaft über das Herzogtum Burgund an, welches er von seinem Vater geerbt hatte. Nach dem Tod von Karls Großvater, Ferdinand von Aragon, vergrößerte sich sein Herrschaftsgebiet immens. Er wurde König von Spanien und damit auch Herrscher über Neapel, Sizilien, Sardiniern, den Azoren und den neuentdeckten Gebieten in Mittel- und Südamerika 10 .
5 Wohlfeil, Rainer: Der Wormser Reichstag von 1521. In: Reuter, Fritz (Hrsg.): Der Reichstag zu Worms 1521. Reichspolitik und Luthersache. Worms 1971, S. 67 f. Kurz: Wohlfeil: Wormser Reichstag.
6 Reinhard, Wolfgang: Probleme deutscher Geschichte 1495.1806. Reichsreform und Reformation 1495-1555.
10. Aufl., Stuttgart 2001 (=Handbuch der deutschen Geschichte 9), S. 272-277. Kurz: Gebhardt.
7 Seibt, Ferdinand: Art. Karl V. In: DBE 5. München 2001, S. 439. Kurz: Seibt: DBE 5.
8 Kalkoff, Paul: Briefe, Depeschen und Berichte über Luther vom Wormser Reichstag 1521. Halle 1898 (= Schriften des Vereins für Reformationsgeschichte 59), S. 2. Kurz: Kalkoff: Briefe.
9 Deren Ziele waren die Erhaltung des katholischen Glaubens, der Schutz der Kirche und die Wahrung der Ritterehre. Seibt: DBE 5, S. 439.
10 Lutz: Das Ringen, S. 198.
Nach dem Tod Maximilian I. wurde Karl am 28.6.1520 zum König der Römer gewählt und am 23.10. in Aachen gekrönt. Er nannte sich nach wenigen Tagen mit Genehmigung des Papstes erwählter römischer Kaiser 11 .
Im Frühjahr 1522 kehrte Karl V. nach Spanien zurück, wo er am 11. März 1526 Isabella, Schwester von Johann III. von Portugal, heiratete. Erst 1529 kehrte er ins Reich zurück. Seine Politik war geprägt vom Kampf gegen Frankreich und dem Luthertum 12 . 1555 wollte er den Augsburger Religionsfrieden und verzichtete 1556 auf seine Kaiserwürde zu Gunsten seines Bruder Ferdinand I., sowie auf den spanischen Thron zu Gunsten seines Sohnes Philipp II. Am 21. September 1558 starb er in San Geronimo 13 .
2.3 Martin Luther
Martin Luther wurde am 10.11.1483 in Eisleben geboren. Er stammte aus einer Ä$XIVWHLJHUIDPLOLH³ 14 mit bäuerlichem Ursprung. Sein Vater wünschte sich immer ein Rechtsstudium für seinen Sohn, welches Luther auch 1505 begann. Dieses brach er aber nach einem Monat wieder ab und trat den Augustinereremiten bei. In den folgenden Jahren arbeitete er sich schnell hoch und wurde 1515 Distriktsvikar 15 . In den folgenden zwei Jahren setzte ein mehrstufiger zeitlich nicht fixierbarer Erkenntnisprozess ein, in welchem er erkannte, dass die scholastische Theologie sich vom Evangelium entfernt hatte 16 . Daraufhin stellte er 95 Thesen auf, die den Ablasshandel, die Lehre vom Gnadentum und den Papst kritisierten 17 . Ob er diese Thesen wirklich an die Wittenberger Schlosskirche nagelte ist historisch sehr fragwürdig. Definitiv hat Luther sie an Albrecht, Erzbischof von Magdeburg und Mainz mit der Bitte um Abstellung der Missstände geschickt 18 . Zudem trat er publizistisch an die Öffentlichkeit. Es folgten zahlreiche Schriften von ihm in rascher Folge, die sich in ganz Deutschland verbreiteten. Bis 1519 waren schätzungsweise 250.000 Exemplare seiner Werke auf dem Markt 19 .
11 Ebd. S. 205-210.
12 Weiterführende Literatur: Gebhardt, S. 439 f.; Seibt, Ferdinand: Karl V. Der Kaiser und die Reformation. Berlin 1990, S. 135-179.
13 Gebhardt S. 440.
14 Lutz: Das Ringen, S. 174.
15 Ebd. S. 174.
16 0RHOOHU%HUQG$UWÄ/XWKHU³,Q'%(0QFKHQ6.XU]0RHOOHU'%(
17 Bäumer, Remigius: Martin Luther und der Papst. 2. Aufl., Münster 1970 (= Vereinsschrift der Gesellschaft zur Herausgabe des Corpus Catholicorum 30), S. 16 ff. Kurz: Bäumer: Martin Luther.
18 Lutz: Das Ringen, S. 174
19 Moeller: DBE 6, S. 536 f.
Arbeit zitieren:
Christoph Stexkes, 2008, Karl V. , München, GRIN Verlag GmbH
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