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Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung Seite 2
2. Mobilmachung zum Boykott Seite 5
3. Schritte zur Ausgrenzung Seite 10
4. „Jüdische Kriminalität“ Seite 15
5. Die Nürnberger Gesetze Seite 18
6. Fazit Seite 21
7. Literaturverzeichnis Seite 22
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1. Einleitung
Der deutschen Zeitungspresse muss als ein entscheidende Massenkommunikationsmittel ein bedeutender Beitrag zugerechnet werden, wenn es um die Beeinflussung der Leser im Sinne des nationalsozialistischen Regimes geht. Um den Propagandawert der Zeitungen zu erhöhen, wurden zahlreiche Maßnahmen getroffen, die eine optimale Presselenkung gewährleisten sollten. Sie erfolgte auf drei Ebenen: der institutionellen, der ökonomischen und der inhaltlichen Ebene 1 .
Unter der Fragestellung, wie der zur Staatsräson gewordenen Antisemitismus, der sich in den Zeitungen darstellen, in seiner alltäglichen Wirkungsweise von der Bevölkerung, speziell den Betroffenen, in der Anfangszeit der Diktatur wahrgenommen wurde, und welcher „Erfolg“ den Zeitungen zuzusprechen ist, müssen die erstgenannten Ebenen in dieser Arbeit zurückstehen. Die strikte Trennung der Ebenen, wie sie durch das vorgeschlagene Schema suggeriert wird, ist so natürlich nicht vorhanden. Wenn beispielsweise die NS-Presseanweisungen herangezogen werden, so findet sich hier neben der inhaltlichen natürlich auch die institutionelle Ebene wieder. Der Schwerpunkt liegt aber dennoch auf der inhaltlichen Ebene der Presselenkung, denn diese nahmen die Leser war und über sie präsentierte sich ihnen die Zeitungsrealität. Die Zeitung, die für die Untersuchung Verwendung findet, sind die „Dresdner Nachrichten“, ein bereits vor der Machtergreifung konservatives und nationales Blatt, das ohne personelle Veränderungen weiter erschien 2 . Victor Klemperer bezog die Dresdner Nachrichten im Laufe des Jahres 1935, zur Zeit der Nürnberger
1 Toepser-Ziegert, Gabriele, Die Presselenkung im Nationalsozialismus, in: Bohrmann, Hans [Hrsg.], NS-Presseanweisungen der Vorkriegszeit. Edition und Dokumentation. Bd. 1: 1933, München, New York, London, Paris 1984, S.21.
2 Fiedler, Helmut, Geschichte der Dresdner Nachrichten (Diss.), Olbernhau i. Sa. 1939, S.270.
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Rassegesetze, da er „glaubte, man müsste wieder einen Versuch des Zeitungslesen machen“. Doch das Experiment scheiterte: „es ging nicht, mir wird körperlich übel“ 3 .
Dieser „Chronist der NS-Zeit“ - Victor Klemperer - stellt mit seinen Tagebüchern für die Jahre 1933-1935 die nächste wichtige Grundlage für diese Arbeit, denn er bleibt in seinen Aufzeichnungen nicht auf sein Leben beschränkt, sondern erfasst den Schrecken um ihn herum. Wenn er am 15. Mai 1933, kurz nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten notiert: „Von den Schand- und Wahnsinnstaten der Nationalsozialisten notiere ich bloß, was mich irgendwie persönlich tangiert. Alles andere ist ja in den Zeitungen nachzulesen. Die Stimmung dieser Zeit, die Gehemmtheit in Telefonieren und Korrespondieren, das zwischen den Zeilen der unterdrückten Zeitungen lesen - alles das wäre einmal in Memoiren festzuhalten“ 4 , so geschieht dies unter der Hoffnung eines baldigen Wechsel der Machtverhältnisse. Bereits eine Woche später hat er aber „alle Hoffnung verloren, das Ende dieses Zustandes zu erleben“ 5 . Und so notiert er seine Beobachtungen, erzählt nach, was ihm erzählt wurde und hält Stimmungen fest - beispielsweise der zur Flucht getriebenen Freunde. Mit Hilfe seiner Tagebücher kann die Wirkung der antisemitischen Propaganda nachgezeichnet werden. Um auch die übrige Bevölkerung nicht aus den Augen zu verlieren, sollen die Deutschland-Berichte der Sopade über deren Verhalten unter Einfluss der Propaganda geben. Wohlwissend, dass zahlreiche Deutsche dem Antisemitismus nicht ablehnend gegenüber standen oder sich schnell beeinflussen ließen, soll dennoch vor allem von
3 Klemperer, Victor, Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten. Tagebücher 1935- 1 1936, Bd. II, Berlin 1999, S. 16.
4 Klemperer, Victor, Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten. Tagebücher 1935- 1 1936, Bd. II, Berlin 1999,., Bd. I, S.28.
5 Klemperer, Victor, Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten. Tagebücher 1935- 1 1936, Bd. II, Berlin 1999,, S. 29.
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solchen berichtet werden, deren „aktive Resistenz“ 6 auch Victor Klemperer festhielt.
6 Klemperer, Victor, Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten. Tagebücher 1935- 1 1999,S.18. 1936, Bd. IIi, Berlin
Arbeit zitieren:
Reto Stein, 2002, Antisemitismus in der deutschen Presse von 1933-35 und dessen Wahrnehmung in der Bevölkerung., München, GRIN Verlag GmbH
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DOI
Fluchtziel Shanghai - Juden im Exil 1937-1945
Geschichte Europa - Deutschland - Nationalsozialismus, II. Weltkrieg
Seminararbeit, 18 Seiten
Andres Veiels und Gesine Schmidts Theaterstück 'Der Kick' und ...
Magisterarbeit, 104 Seiten
Reto Stein hat den Text Antisemitismus in der deutschen Presse von 1933-35 und dessen Wahrnehmung in der Bevölkerung. veröffentlicht
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