INHALTSVERZEICHNIS
1. EINLEITUNG 1
2. EINORDNUNG UND DEFINITION VON INDUSTRIE,
DEFINITION WIRTSCHAFTSGEOGRAPHIE 2
2.1 Der Begriff „Industrie“ 2
2.2 Definition Wirtschaftsgeographie nach L. SCHÄTZL 2
3. STANDORTTHEORIEN 3
3.1 Die klassischen Standorttheorien von WEBER und LÖSCH 3
3.1.1 Die Industriestandorttheorie nach A. WEBER (1909) 3
3.1.2 Theorie der Marktnetze nach LÖSCH (1944) 5
3.2 Wirtschaftsstufentheorie nach ROSTOW (1960) 6
3.3 Zyklisch-dynamische Erklärungsansätze 7
3.3.1 KONDRATIEFF S Theorie der Langen Wellen (1926) 7
3.3.2 Produktlebenszyklustheorie 9
3.4 Aus den dynamisch-evolutionären Konzepten:
Konzept der regionalen Kompetenzzentre9 10
4. HARTE UND WEICHE STANDORTFAKTOREN 11
5. INDUSTRIESTRUKTUR UND RAUMWIRKSAMKEIT 13
5.1 Einbetriebsunternehmen 14
5.2 Zulieferbeziehungen 14
5.3 Mehrbetriebsunternehmen 15
5.4 Multinationale Konzerne 16
6. INDUSTRIELLE STANDORTENTWICKLUNG
IN INDUSTRIENATIONEN UND ENTWICKLUNGSLÄNDERN UND
SOZIALR ÄUMLICHE AUSWIRKUNGEN 17
6.1 Monozentrische Verdichtungsräume 17
6.2 Polyzentrische Verdichtungsräume 18
6.3 Industrie im peripheren Raum 18
6.4 Industrie in Entwicklungsländern 19 6.5 Nutzungskonflikte und Umweltschutzauflagen 20
7. WIRTSCHAFTSPOLITIK UND RAUMPLANUNG: EINFLUSSFAKTOREN AUF DIE INDUSTRIELLE STANDORTWAHL UND STANDORTSTRUKTUR 20 7.1 Wirtschaftspolitik und Raumplanung auf nationaler Ebene 20 7.2 Wirtschaftspolitische Instrumente auf kontinentaler Ebene (Supranationale Zusammenschlüsse) 22 7.3 Wirtschaftspolitische Instrumente auf internationaler Ebene 22
8. GLOBALISIERUNG VON WIRTSCHAFTSSYSTEMEN 23 8.1 Der Übergang vom Fordismus zum Postfordismus 23 8.2 Globalisierung von Produktionsnetzen und Standortsystemen 24 8.3 Fallbeispiel Siemens AG 25
9 . F A Z I T 2 6
1 0 . L I T E R A T U R 2 8
11. ABBILDUNGSVERZEICHNIS 29
1. EINLEITUNG
Wirtschaftsgeographische Fragestellungen beschäftigen sich mit der
Beschreibung, Erklärung und abschließenden Bewertung des Wirtschaftsraumes und seiner Akteure, der räumlichen Ordnung sowie der Organisation von Wirtschaftsunternehmen.
Abb. 1: Der Wirtschaftsraum und seine Funktionen (GÖTZ 2009)
Der Wirtschaftsraum wird als Wirkungsfeld ökonomisch, sozial oder psychologisch motivierter Akteure des Wirtschaftslebens gesehen. Spezifische naturräumliche Bedingungen und genetisch entwickelte Nutzungen kennzeichnen den Wirtschaftsraum als individuellen Strukturraum. Seine funktionalen Verflechtungen werden durch restriktive Modelle auf Regelhaftigkeiten untersucht; Standortstrukturen und Entwicklungstheorien sind hierbei wichtige
Erklärungsansätze (vgl. WAGNER 1981: 15ff).
Die Industriegeographie als Teilbereich der Wirtschaftsgeographie analysiert und bewertet spezifische Standortstrukturen und Standortprozesse, Verflechtungen, Entscheidungsfaktoren sowie Einflussfaktoren und deren Raumwirksamkeit (MAIER/BECK 2000: 9ff).
Die für den Erfolg eines Unternehmens entscheidenden Standortfaktoren und ihre Raumwirksamkeit im Zeitalter des Postfordismus werden im Rahmen dieser Arbeit vorgestellt, analysiert und bewertet.
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2. EINORDNUNG UND DEFINITION VON INDUSTRIE,
DEFINITION WIRTSCHAFTSGEOGRAPHIE
Seit CLARK (1940) wird die Gesamtwirtschaft in drei Sektoren gegliedert, die Industrie mit ihren Branchen wird dem sekundären Sektor zugeordnet: 1) Primärer Sektor:
Beispielsweise Landwirtschaft, Waldwirtschaft, Fischerei oder Bergbau. 2) Sekundärer Sektor:
Industrielle Bearbeitung und Verarbeitung von Rohstoffen, Energiewirtschaft, Bauwesen, Handwerk. 3) Tertiärer Sektor:
Immaterielle Dienstleistungen - beispielsweise Banken, Versicherungen, Medien, Gesundheitswesen, kulturelle Einrichtungen.
2.1 Der Begriff „Industrie“
Die Industrie (lat. industria: Unternehmungslust, Fleiß) als Teilbereich der Wirtschaft, ist gekennzeichnet durch die Produktion oder/und Weiterverarbeitung von materiellen Gütern vor allem in Fabriken. Dies ist verbunden mit einem hohen Grad an technischer Ausrüstung zur Automatisierung des Produktionsprozesses. Industrielle Produktionsformen kamen erstmalig zu Beginn des 19. Jh. in England auf, seither wird von der Industrialisierung oder, im geschichtlichen Kontext, von der Industriellen Revolution, gesprochen. Nach WESTERMANNS LEXIKON DER GEOGRAPHIE (1968: 527) versteht man unter dem Begriff Industrie die „Stoffliche Umformung, Bearbeitung und Verarbeitung von Roh- und Hilfsstoffen zur Erzeugung von Halb- und Fertigfabrikaten. Im Gegensatz zum Handwerk vollzieht sich industrielle Tätigkeit in der Regel unter relativ hohem Kapitaleinsatz (Automatisierung) und bei weitgehender Arbeitsteilung mit dem Ziel, große Serien zu erzeugen (Massenfertigung). Auf Grund dieser Merkmale sind zur industriellen Produktion meist mehr oder weniger große Betriebseinheiten notwendig.“
2.2 Definition Wirtschaftsgeographie nach L. SCHÄTZL
3. STANDORTTHEORIEN
Aus der Vielzahl der theoretischen Ansätze werden die klassischen Theorien von WEBER und LÖSCH, das Wirtschaftsstufenmodell von ROSTOW, dynamischzyklische Erklärungsmodelle und ein dynamisch-evolutionäres Konzept vorgestellt.
3.1 Die klassischen Standorttheorien von WEBER und LÖSCH
Ausgangspunkt beider Theorien sind Unternehmen in einer Wirtschaftsordnung mit Privateigentum an Produktionsmitteln, die nur durch Materialverflechtungen mit anderen Standorten verbunden sind. Der optimale Produktionsstandort der Unternehmen soll erfasst werden (MAIER/BECK 2000: 84).
3.1.1 Die Industriestandorttheorie nach A. WEBER (1909)
WEBER (1909) ging in seiner Theorie von folgenden fiktiven Voraussetzungen aus:
N Die Standorte der Rohmaterialien sind bekannt und gegeben. N Die räumliche Verteilung des Konsums ist bekannt und gegeben. N Es existiert ein einheitliches Transportkostensystem, Transportkosten werden als Funktion von Gewicht zu Entfernung betrachtet. N Die Arbeitskräfteverteilung im Raum ist bekannt u. gegeben; immobile Arbeitskräfte, räumlich differenzierte Lohnhöhe, bei gegebener Lohnhöhe sind Arbeitskräfte unbegrenzt verfügbar.
N Unterstellt wird zudem eine wirtschaftliche, politische und kulturelle Homogenität des Systems.
Kostenvorteile für die Industrie ergeben sich insbesondere durch drei Standortfaktoren: Transportkosten, Arbeitskosten und Agglomerationswirkungen.
3
Die Transportkosten sind umso geringer je idealer der so genannte „tonnenkilometrische Minimalpunkt“ gewählt wird, da dieser dem idealen Produktionsstandort entspricht.
Die Standortbestimmung ist abhängig von der Art und Form der eingesetzten Materialien. Unterschieden wird in „ubiquitäre Materialien“, welche an jedem Standort gewonnen werden können und in „lokalisierte Materialien“, die sich einteilen lassen in Reingewichtsmaterialien wie etwa Mineralwasser und Gewichtsverlustmaterialien wie Kohle, Öl oder Erz. Je nach Höhe des errechneten Materialindexes (Materialindex = Gewicht lokalisierter Materialien zu Gewicht der Fertigerzeugnisse) ergeben sich drei Produktionsstandorte:
a) Am Fundort der Rohmaterialien M (Materialindex > 1)
b) Am Konsumort K (Materialindex < 1)
c) Ort zwischen M und K (Materialindex = 1)
Eine Standortverlagerung weg vom tonnenkilometrischen Minimalpunkt P ist durch niedrigere Arbeitskosten und weitere Agglomerationsvorteile möglich. Die Transportkosten werden durch Kreise, die jeweils eine Kosteneinheit repräsentieren, um die Materialfundorte M 1, 2 und den Konsumort K dargestellt. Die Arbeitskosten seien an den Standorten L1 und L2 geringer. Diese Standorte kommen dann in Frage, wenn der Transportkostenmehraufwand durch niedrigere Arbeitskosten kompensiert wird bzw. sogar Kostenvorteile generiert. Dies ist am Standort L1 möglich, L2 erfüllt die Bedingungen im Beispiel nicht mehr, kommt also als Standort nicht in Frage (vgl. SCHÄTZL 2000: 44).
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Kritik am Modell von Weber:
N Vorgegebene menschliche rationale Verhaltensnormen (homo oeconomicus) ohne historischen Bezug und ohne Bezug zu den tatsächlich eingetretenen Entwicklungen.
N In der Theorie werden ausschließlich Transport- und Arbeitskosten sowie Agglomerationsvorteile berücksichtigt. Aspekte wie Monopolisierungs- grad, Kapitalkonzentration, Organisationsform des Betriebes, Arbeitskosten in Niedriglohnländern oder Verhaltenseigenschaften der Unternehmer, die zu ökonomisch wie ökologisch begründeten Standortentscheidungen führen können, werden ausgeklammert (vgl. MAIER/BECK 2000: 84ff).
3.1.2 Theorie der Marktnetze nach LÖSCH (1944)
LÖSCH (1944) versuchte mit seinem Modell die räumliche Verteilung von Produktionsstandorten und Produktspezialisierung zu erklären. Es zeigen sich im Ansatz gewisse Parallelen zu CHRISTALLERS Theorie der zentralen Orte (1933). Bestimmendes Merkmal der Standortstruktur ist die ökonomische Rationalität: N Produktions- und Nachfragefunktionen sind für alle Punkte in der Fläche gleich. N Produktionsfaktoren (z. B. Rohstoffe, Arbeitnehmer) und Bevölkerung sind gleichmäßig verteilt. Es besteht kein Kaufkraftunterschied, es existieren keine Kundenpräferenzen.
N Jeder Anbieter produziert nur ein Gut, die Transportbedingungen sind überall gleich.
Das System befindet sich unter folgenden Voraussetzungen in räumlichem Gleichgewicht:
N Standortwahl der Anbieter und Nachfrager erfolgt nach dem Prinzip der Gewinn- bzw. Nutzenmaximierung. Die Gesamtfläche ist mit Gütern zu versorgen.
N Extra-Gewinne sind zu vermeiden, die Preise der Güter sollen den Kosten gleich sein, es herrsche vollkommene Konkurrenz. Die Größe der Wirtschaftsgebiete ist zu minimieren. N Jeder Konsument kauft am nächstgelegenen Angebotsort.
Die Bewohner der homogenen Fläche produzieren über den Eigenbedarf hinaus Güter unterschiedlicher Reichweite. Die Marktgebiete (aneinander liegende
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Arbeit zitieren:
Diplom-Geographin Dagmar Götz, 2004, Industrielle Standortfaktoren in der Industriegeographie, München, GRIN Verlag GmbH
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