Warum beschäftigen wir uns mit Mobbing? Diese Frage ist relativ einfach
zu beantworten.
- Es kann jeder Opfer von Mobbing werden !
Wir sind im Praktikum oder in der Ausbildung mit Situationen konfrontiert
gewesen, in denen wir uns nicht sicher waren, ob es sich nun um eine
Mobbingsituation oder um einen „normalen" Konflikt handelte.
Aufgrund dieser Unsicherheit weiß man nicht, welche Mittel man
anwenden soll, um die Situation zu klären, und ob diese überhaupt
gerechtfertigt sind.
Unser Ziel ist, aufzuzeigen:
- Wie man Mobbing erkennt
- Wie man aktiv gegen Mobbing vorgeht
- Wer helfen kann
- Welchen Schaden Mobbing anrichtet
Wir hoffen mit unserer Arbeit nicht nur uns selbst auf solche
Krisensituationen vorzubereiten, sondern auch unseren Kommilitonen die
Möglichkeit zu geben sich mit diesem wichtigen Thema auseinanderzusetzen.
Inhaltsverzeichnis
1 Motivation für das Thema Mobbing
2 Mobbing
2.1 Definition des Begriffes
2.1.1 Was ist Mobbing?
2.1.2 Mobbing als ernstes Problem
2.1.3 Bossing
2.2 Phasenmodell nach Leymann
2.2.1 Der Konflikt
2.2.2 Übergang zu Mobbing und Psychoterror
2.2.3 Rechts- und Machtübergriffe
2.2.4 Phase der ärztlichen und psychologischen Fehldiagnosen
2.2.5 Ausschluss aus der Arbeitswelt
2.3 Mobbing – der etwas andere Konflikt
2.3.1 Angriffe auf die Möglichkeit, sich mitzuteilen
2.3.2 Angriffe auf die sozialen Beziehungen
2.3.3 Angriffe auf das soziale Ansehen
2.3.4 Angriffe auf die Qualität der Arbeit
2.3.5 Angriffe auf die Gesundheit
2.4 Entstehung von Mobbing
2.4.1 Fehler in der Ablauforganisation
2.4.2 Das Verhalten der Vorgesetzten
2.4.3 Die Person selbst
2.4.4 Arbeitsethik
3 Folgen
3.1 Folgen für die Opfer
3.2 Folgen für die Arbeitsgruppe
3.3 Folgen für das Unternehmen
4 Prävention
4.1 Präventive Strategien
4.2 Konfliktbewältigungsstrategien zur Vorbeugung von Mobbing
5 Intervention
5.1 Möglichkeiten von Betriebsräten
5.2 Bewältigungsstrategien für Betroffene
5.3 Möglichkeiten von Kollegen
6 Rechtslage in Deutschland
6.1 Betriebsverfassungsgesetz
6.2 Arbeitsschutzgesetz
6.3 Beschäftigungsschutzgesetz
6.4 Betriebsvereinbarungen
7 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit verfolgt das Ziel, das Phänomen Mobbing am Arbeitsplatz zu analysieren, seine Ursachen und Verläufe aufzuzeigen sowie Handlungsoptionen zur Prävention und Intervention für Betroffene, Kollegen und Betriebsräte zu definieren.
- Strukturelle Analyse des Mobbing-Phänomens nach dem Phasenmodell von Leymann
- Ursachenforschung in den Bereichen Ablauforganisation, Führungsverhalten und Arbeitsethik
- Detaillierte Darstellung der Auswirkungen für Opfer, Teams und Unternehmen
- Präventionsstrategien und rechtliche Rahmenbedingungen in Deutschland
Auszug aus dem Buch
2.1.3 Bossing
Drangsalieren Chefs oder Vorgesetzte ihre Mitarbeiter, sprechen die Forscher von "Bossing" - eine sehr deutsche Mobbing-Variante, Folge der strengen Hierarchien in den Unternehmen.
Die Veranlassung ist, dass Vorgesetzte oft Persönlichkeitsprobleme haben. Nach einer Studie sollen 70 Prozent der deutschen Führungskräfte neurotisch gestört sein. "Sie schikanieren ihre Untergebenen aus Mangel an Selbstbewusstsein. Sie fühlen sich von starken Mitarbeitern bedroht." Bossing-Opfer sind in der Regel keine Drückeberger oder Faulpelze, sie sind fleißig und kreativ. Führungskräfte und Kollegen fühlen sich dadurch bedroht. Auch Umstrukturierungen und ein mangelhaftes Betriebsklima führen zum Bossing, die Opfer sind quasi die ausgesuchten Sündenböcke und Zielscheiben für den Frust von Chefs und Kollegen. Nachfragen zu Arbeitsabläufen können ebenfalls zum Bossing führen.
Leider ist es auch der öffentliche Dienst mit seiner hierarchischen Struktur, der es den Tätern immer wieder leicht macht, neue Opfer zu terrorisieren, da dort die Beschaffung von Gründen aus Sicht der Dienststellenleitung rechtlich abgesichert scheint.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Motivation für das Thema Mobbing: Die Einführung erläutert die Relevanz des Themas und die Notwendigkeit, Krisensituationen im Arbeitsumfeld frühzeitig zu erkennen.
2 Mobbing: Dieses Kapitel definiert den Begriff, erläutert die wissenschaftlichen Phasenmodelle, die verschiedenen Formen von Mobbingattacken sowie deren organisatorische und menschliche Ursachen.
3 Folgen: Hier werden die gravierenden Konsequenzen von Mobbing für die betroffenen Personen, die soziale Dynamik in Arbeitsgruppen und die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit von Unternehmen dargelegt.
4 Prävention: Das Kapitel widmet sich der Identifikation mobbingfördernder Strukturen und stellt Strategien zur frühzeitigen Konfliktbewältigung vor.
5 Intervention: Es werden konkrete Handlungsmöglichkeiten für Betriebsräte, Betroffene und Kollegen aufgezeigt, um in eskalierenden Situationen angemessen zu reagieren.
6 Rechtslage in Deutschland: Eine Übersicht der rechtlichen Absicherung durch Gesetze wie das Betriebsverfassungsgesetz und das Arbeitsschutzgesetz sowie die Rolle von Betriebsvereinbarungen.
7 Fazit: Die abschließende Betrachtung unterstreicht die anhaltende Aktualität des Themas und appelliert an die Sensibilität und Zivilcourage der Einzelnen.
Schlüsselwörter
Mobbing, Bossing, Arbeitsplatz, Konfliktmanagement, Leymann, Prävention, Intervention, Betriebsrat, Betriebsklima, Psychoterror, Gesundheitsschutz, Arbeitsrecht, Fehlzeiten, Zivilcourage, Führungskultur.
Häufig gestellte Fragen
Was ist das Hauptanliegen dieser Arbeit?
Die Arbeit soll für das Thema Mobbing sensibilisieren, aufzeigen wie man es erkennt, welche Folgen es hat und wie man aktiv dagegen vorgehen kann.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zu den Kernbereichen gehören die Definition von Mobbing, Phasenverläufe, Entstehungsursachen, Folgen sowie rechtliche und praktische Interventionsmöglichkeiten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Lesern eine Orientierungshilfe zu bieten, um Arbeitsplatzkonflikte besser einzuschätzen und Werkzeuge für eine konstruktive Bewältigung an die Hand zu geben.
Welche wissenschaftliche Methode liegt zugrunde?
Die Arbeit basiert primär auf einer Literaturanalyse, insbesondere unter Heranziehung des etablierten Phasenmodells von Heinz Leymann sowie aktuellen arbeitspsychologischen Berichten und Gesetzesvorgaben.
Was wird im Hauptteil der Arbeit erläutert?
Der Hauptteil analysiert die Entstehung von Mobbing, die psychologische Dynamik zwischen Tätern und Opfern sowie die verschiedenen rechtlichen Schutzmechanismen in Deutschland.
Welche Schlagworte charakterisieren diese Publikation?
Zentrale Begriffe sind Mobbing, Bossing, Prävention, Intervention, Arbeitsklima und Zivilcourage.
Was unterscheidet "Bossing" von herkömmlichem Mobbing?
Bossing beschreibt spezifisch die Mobbing-Variante, bei der Vorgesetzte ihre Untergebenen drangsalieren, was häufig auf den strengen Hierarchien und den Persönlichkeitsproblemen der Führungskräfte basiert.
Welche Rolle spielen Betriebsvereinbarungen bei der Konfliktlösung?
Betriebsvereinbarungen können als präventives Instrument dienen, um partnerschaftliches Verhalten zu definieren und klare Beschwerdewege zu etablieren, wodurch die Unternehmenskultur nachhaltig gestärkt wird.
- Citar trabajo
- Thorsten Rechthaler (Autor), 2003, Der etwas andere Konflikt. Ursachen, Folgen und Prävention von Mobbing, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/14377