II Betrachtung der nationalen FH für angewandtes Management
Sportkletterwettk ämpfe Bachelorarbeit
I Inhaltsverzeichnis
II Abbildungsverzeichnis IV
III Anhangsverzeichnis V
IV Abkürzungsverzeichnis V
1. Das Klettern - eine Einführung 1
1.1 Problemstellung und Methodik der Arbeit 3
1.2 Definitionen und Erläuterungen 4
1.3 Historische Aspekte des Sportkletterns 8
2. Entwicklung der Kletterwettkämpfe 10
2.1 International 10
2.2 National (Deutschland) 11
3. Nationale und internationale Strukturen im Bereich der Kletterwettkämpfe 12
4. Situation der Wettkämpfe in Deutschland 17
4.1 Zahlen und Daten 17
4.2 Ablauf eines Wettkampfes 24
4.3 Organisation 25
4.4 Medienpräsenz 25
4.5 Sponsoring 26
4.6 Interessen der Rollenpartner 27
4.6.1 Umfrageaktion bei der Deutschen Meisterschaft 28
4.6.2 Interessen der Sportler 29
4.6.3 Interessen der Zuschauer 34
4.6.4 Interessen des Veranstalters 37
4.7 Problemstellen 39
4.8 Verbesserungsvorschläge 40
5. Perspektiven/Zukunftsaussichten 41
V Anhang 43
1. Fragebogen DM Heilbronn Zuschauer 43
2. Fragebogen DM Heilbronn Kletterer 44
3. Ergebnisse Zuschauer Umfrage. 45
4. Ergebnisse Kletterer Umfrage Samstag 46
5. Ergebnisse Kletterer Umfrage Sonntag 47
Carla Bräunig, 1041
III Betrachtung der nationalen FH für angewandtes Management
Sportkletterwettk ämpfe Bachelorarbeit
6. Wertetabellen der Ergebnisse 48
7. Interviews Kletterer 51
8. Interviews Veranstalter: Sektion 55
9. Interview Veranstalter: DAV 56
VI Literaturverzeichnis 58
Carla Bräunig, 1041
IV Betrachtung der nationalen FH für angewandtes Management
Sportkletterwettk ämpfe Bachelorarbeit
II Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Klettern in der Natur
Abbildung 2: Toprope-Klettern
Abbildung 3: Klettern im Vorstieg.
Abbildung 4: Bewertungsskalen.
Abbildung 5: Allgemeine Struktur des DAV
Abbildung 6: Struktur der Bundesgeschäftsstelle
Abbildung 7: Struktur der IFSC
Abbildung 8: Kletterer bei einem Lead-Wettkampf
Abbildung 9: Mobile Boulder-Wettkampfwand.
Abbildung 10: Wettkampfboulderer
Abbildung 11: Standardisierte Speedwand
Abbildung 12: Speedkletterin kurz vor dem Anschlagen am Zeitnehmer
Abbildung 13: Bewertungen Kletterer DM
Abbildung 14: Bewertungen Kletterer DJJM
Abbildung 15: Notenverteilung Kletterer DM
Abbildung 16: Notenverteilung Kletterer DJJM.
Abbildung 17: Zuschauereinteilung
Abbildung 18: Bewertungen Zuschauer.
Abbildung 19: Notenverteilung Zuschauer
Abbildungsnachweis :
Abbildungen 1, 5, 6, 9, 13, 14, 15, 16, 17, 18, 19 : Carla Bräunig Abbildungen 2, 3 (Winter,
2001; S.77 und 85) Abbildung 4 (Ruh, Scalamade, 25.10.2008) Abbildung 7:
(http://www.ifsc-climbing.org/?page name home ) Abbildungen 8, 10, 11, 12 (DAV, 2008,
Fotogalerie )
Carla Bräunig,
III Anhangsverzeichnis
1. Fragebogen DM Heilbronn Zuschauer
2. Fragebogen DM Heilbronn Kletterer
3. Ergebnisse Zuschauer Umfrage
4. Ergebnisse Kletterer Umfrage Samstag
5. Ergebnisse Kletterer Umfrage Sonntag
6. Wertetabellen der Ergebnisse
7. Interviews Kletterer
8. Interview Veranstalter: Sektion
9. Interview Veranstalter: DAV
IV Abkürzungsverzeichnis
DAV = Deutscher Alpenverein
JDAV=Jugend des Deutschen Alpenvereins OEAV= Österreichischer Alpenverein
UIAA= Union Internationale des Associations d’Alpinisme (englische Bezeichnung: International Mountaineering and Climbing Federation) ICC= International Council for Competition Climbing IFSC= International Federation of Sport Climbing EYS= European Youth Series (Serie der Jugendwettkämpfe in Europa) ECSC= European Council of Sports Climbing IOC = International Olympic Committee
1. Das Klettern - eine Einführung
„Klettern ist Sport. Gegenüber anderen Sportlern ist es arrogant zu behaupten, es sei mehr. Als Sport beinhaltet das Klettern jedoch die großartige Chance, jenseits der körperlichen Leistung eine phantastische Natur zu erleben, in interessante Länder zu reisen, mit Freunden im Café herumzuhängen und sich nicht von Trainern oder Offiziellen sagen lassen zu müssen, was man zu tun hat. Insofern wird der Sport auch zu einem Lebensstil.“ 1 Diese Aussage von einem der besten Kletterer der Welt Ende der Achtziger Jahre hat den Klettersport grundlegend verändert. Was anfangs als Extremsport galt und nur professionellen Bergsteigern vorbehalten war, gilt heute als beliebter und weitverbreiteter Breitensport. In hochmodernen Kletterhallen und -anlagen findet man von Kindern, die gerade erst laufen gelernt haben, bis zu Senioren jede Alters- und Gesellschaftsgruppe. Klettern beansprucht dabei den kompletten Körper, physisch wie psychisch. Die Sportart Klettern, die sich aus dem Bergsteigen heraus entwickelt hat (siehe Punkt 1.2), gliedert sich heute in viele verschiedene Unterarten, die eigene Regeln und Gesetze haben und unterschiedliche Anforderungen an den Sportler stellen. Als Sportklettern bezeichnet man die Art von Klettern, die die meisten Klettersportler betreiben. In den vielen Kletterhallen, -anlagen und -gärten in der Nähe des Wohnortes kann man sich - wie in anderen Sportarten auch - nach Feierabend austoben und Freunde treffen. Der Sport ist also eine Betätigung für die ganze Familie und nicht nur für bergbegeisterte Extremsportler. Die meisten Neulinge kommen heutzutage über die Kletterhalle zum Sport, denn hier lässt sich die Sportart sicher und einfach ausprobieren. Die meisten von ihnen zieht es aber bald hinaus in die Natur, an die vielen verschiedenen Felswände. Hier lässt sich die ganze Vielfalt des Kletterns mit seinen Anforderungen an Kondition, Technik, Taktik und Mut des Kletterers sowie den Umwelteinflüssen erleben.
Viele Schulen, soziale Einrichtungen, aber auch Unternehmen entdecken außerdem den sozialen und pädagogischen Wert des Kletterns. Sichern und gesichert werden, vertrauen und Vertrauen geben - diese Schlagwörter sind unmittelbar mit dem Sport verbunden. Klettern ist ein Gemeinschaftserlebnis und prägt die Lebenseinstellung und den Lebensstil. Sportklettern macht Spaß und ist sicher. Yvon Chouinard, Gründer der Bergsportfirmen Patagonia und Black Diamond, sagte: „In the past sex was safe and climbing was dangerous, today climbing is safe and sex is dangerous.” 2
1 Wolfgang Güllich (Perwitzschky, 2003, S. 9)
2 Yvon Chouinard (Perwitzschky, 2003, S. 9)
Die moderne Technik und immer wieder neue Sicherungsmethoden sprechen auch dafür, dass sich Klettern in Deutschland, neben der Ausbreitung als Breitensport, immer mehr als Wettkampfsport etabliert.
Klettern ist bei vernünftigem Umgang, einer guten Ausbildung und der richtigen Verwendung der geläufigen Sicherungsmethoden kein gefährlicher Sport. Deshalb gibt es sowohl im Bereich der Spaßwettkämpfe für Breitensportler, als auch im Leistungssportbereich immer mehr Veranstaltungen. Es ist zwar mit gerade einmal 20 Jahren eine recht junge Wettkampfsportart in Deutschland, doch der Trend zeigt nach oben.
Die ersten offiziellen Wettkämpfe gab es nur im Sportkletterbereich, sprich am Seil gesichert in definierten Routen an der Kunstwand. Seit einigen Jahren werden aber auch in den Disziplinen Bouldern und Speed-Klettern, die in Punkt 1.2 noch ausführlich beschrieben werden, Wettkämpfe ausgetragen.
In Deutschland ist das Interesse an den Wettkämpfen im Klettern nur in einer kleinen Fangemeinde vorhanden und somit das Klettern als Wettkampfsport in der Öffentlichkeit auch eher noch unbekannt. Genau zum 20-jährigen Bestehen der Kletterwettkämpfe in Deutschland, ist es meiner Meinung nach an der Zeit, eine Betrachtung dieser Wettkämpfe aufzustellen, um positive wie negative Aspekte herauszuarbeiten und so dem Sport sowie seinen Anhängern zu mehr Transparenz in der Öffentlichkeit zu verhelfen und eine Basis für weitere Entwicklungen in diesem Bereich zu erhalten. Persönliche Motivation
regionalen Breitensportkletterwettkampfes, der Münchner Stadtmeisterschaft. Hier konnte ich erste Erfahrungen in der Organisation und Durchführung von Kletterwettkämpfen sammeln
und mein Wissen erweitern. Die Münchner Stadtmeisterschaft ist ein Kletterwettkampf für Breitensportler im Schwierigkeitsklettern und Bouldern und findet jährlich im Frühsommer in München statt. Seit 2005 bin ich dort regelmäßig als Organisatorin des Kinderprogrammes tätig.
Im Jahr 2008 war ich dann erstmals als Boulderschiedsrichterin auf den nationalen Boulderwettkämpfen in München, Pforzheim und Überlingen mit dabei und konnte hier den aktuellen Stand der Wettkämpfe erleben.
In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Alpenverein, genauer dem Ressort Spitzenbergsport, führte ich außerdem eine Fragebogen-Aktion bei der Deutschen Meisterschaft im November 2008 in Heilbronn durch, auf die ich später noch zurückkommen werde (4.6.1).
Mit dieser Arbeit möchte ich auch den Deutschen Alpenverein in der Weiterentwicklung seiner Wettkämpfe unterstützen, da mir dieser Bereich persönlich sehr wichtig ist.
1.1 Problemstellung und Methodik der Arbeit
Die folgende Arbeit wird nach einer Einführung in die historischen Aspekte des Kletterns und der Kletterwettkämpfe die derzeitige Situation der nationalen Kletterwettkämpfe in Deutschland untersuchen und dabei auf gezielte Unterpunkte eingehen. Die verschiedenen Interessen der Rollenpartner (Sportler, Veranstalter, Zuschauer) spielen dabei neben dem organisatorischen Ablauf, der derzeitigen Medienpräsenz und des Sponsorings eine wichtige Rolle.
Mittels qualitativer Interviews und eines qualitativen Fragebogens gilt es, herauszufinden, ob die einzelnen Interessensgruppen mit der derzeitigen Situation zufrieden sind. Da ich selbst bereits einige Verbesserungsmöglichkeiten beobachtet habe, gehe ich derzeit davon aus, dass auch bei der genaueren Untersuchung der Wettkämpfe und bei den Interviews mit den Rollenpartnern Probleme auftauchen werden. Die weiteren Fragestellungen lauten dabei außerdem, ob der DAV mit seinen nationalen Wettkämpfen eine gute Plattform für hochkarätigen Klettersport in Deutschland bietet, ob die Darstellung des Sportes in der Öffentlichkeit ausrechend vorhanden ist und ob die Grundlagen für eine Weiterentwicklung zur Professionalität gegeben sind. Nach Untersuchung dieser Fragestellungen sollen Verbesserungsvorschläge für die nationalen Wettkämpfe analysiert und auf Zukunftsaussichten und Perspektiven des Wettkampfsportes Klettern in Deutschland eingegangen werden.
1.2 Definitionen und Erläuterungen
Zum Verständnis dieser Arbeit ist es wichtig, die relevanten Begrifflichkeiten aus dem Klettersport eingehender zu erläutern und zu definieren.
Sportklettern: Das auch als „Freiklettern“ oder „Freeclimbing“ bezeichnete Sportklettern ist die meistverbreitete Art des Kletterns. Hierbei kommt es darauf an, eine Route oder Seillänge ohne Unterbrechung und ohne die Verwendung von technischen Hilfsmitteln zu klettern. Die nötigen Ausrüstungsgegenstände wie Seil, Gurt und Karabiner werden nur zur Sicherung, aber nicht zur Fortbewegung verwendet. Sportklettern wird „outdoor“ in Klettergärten am Fels oder „indoor“ in Kletterhallen praktiziert. Die nötigen Sicherungspunkte am Fels oder der Kunstwand (Haken, Karabiner, etc.) sind meistens schon eingerichtet und werden vom Alpenverein oder örtlichen Vereinen betreut.
Begehungsstile: Innerhalb des Sportkletterns gibt es verschiedene Begehungsstile, die auch über den Wert einer gekletterten Route entscheiden.
Wenn der Kletterer eine Tour das erste Mal sturzfrei im Vorstieg ohne Pause klettert und vorher auch keinem anderen Kletterer dabei zugesehen hat, dann nennt man dies eine „onsight“-Begehung.
Falls er die Tour das erste Mal klettert, aber vorher einem anderen Kletterer dabei zugesehen hat (live oder auf Video), sprich man von einer „flash“-Begehung. Schafft es ein Kletterer, eine Route erst beim zweiten oder einem späteren Versuch sturzfrei zu klettern, so nennt man das „rotpunkt“-Begehung (siehe Punkt 1.3). Free Solo: Nicht zu verwechseln ist das Sportklettern mit dem Begriff „Free Solo“. Dieser bezeichnet das Klettern ohne Seilsicherung, was wegen der hohen Gefahr nur absoluten Spitzenkletterern vorbehalten ist, die ihr Können zu 100% einschätzen können.
Alpinklettern: Das Alpinklettern stellt die ursprüngliche Form des Kletterns dar und ist sehr viel enger mit dem traditionellen Bergsport verbunden. Beim Alpinklettern kommt es darauf an, in einer Seilschaft mit meist zwei, manchmal auch drei Personen eine Route mit mehreren Seillängen durchzusteigen und so den Gipfel eines Berges zu erreichen. In seiner ursprünglichen Form muss man beim Alpinklettern seine Sicherungspunkte mittels fixer (Haken) oder mobiler (Klemmkeile, -geräte) Sicherungsmittel selbst anbringen. Heutzutage sind viele Routen schon mit Bohrhaken eingerichtet. Durch die Entstehung des Sportkletterns ist der Übergang zwischen sehr gut abgesicherten, leichten Mehrseillängentouren und extrem langen und schwierigen Touren im alpinen Bereich heute fließend.
Route: Eine Route ist eine bestimmte Klettertour an einem hohen Berg, einem Kletterfelsen oder in der Kletterhalle. Dabei bestimmt am Fels der Erstbegeher dieser Route den genauen Weg, in der Halle ist dieser durch den Routenbauer (auch Routenschrauber) vorgegeben. In der Halle haben zur besseren Markierung meist alle Griffe einer Route die gleiche Farbe. Bouldern: Im Bereich des Sportkletterns gibt es eine weitere Spielform, die im Rahmen meiner Abhandlung relevant ist. „Boulder“ stammt aus dem Englischen und heißt wörtlich übersetzt „Felsbrock“, „Bouldern“ heißt somit wörtlich „felsbrockeln“. Die Bezeichnung kommt daher, dass hauptsächlich an freistehenden, kleinen Felsbrocken gebouldert wird, die verstreut in der Landschaft stehen. Bouldern bezeichnet somit das Klettern in Absprunghöhe ohne Seilsicherung. Beim Bouldern können höchste Schwierigkeiten geklettert werden, da die psychische Komponente, die beim Klettern mit Seil oft eine leistungslimitierende Rolle spielt, wegfällt. Zum Bouldern wird neben Kletterschuhen und Magnesiapulver (gegen feuchte Hände) nur eine dicke Matte (Crashpad) benötigt, die vor Verletzungen schützt. Bei einem Boulderwettkampf übernehmen großflächige Weichbodenmatten diese Aufgabe. Boulder: Boulder wird eine kurze Abfolge von Griffen am Kunstfels genannt (man spricht auch von „Problem“) oder es bezeichnet eine kurze Kletterlinie am Naturfels (oder eben einen kleinen Felsblock), die es gilt von Anfang bis Ende ohne Pause und Absetzen durchzuklettern.
Wettkampfmodi: Relevant ist auch eine kurze Einführung in die verschiedenen Wettkampfmodi, eine genauere Erläuterung folgt in Punkt 3. Wettkämpfe finden in diesem Zusammenhang nur (noch) an der künstlichen Kletterwand statt. Lead: Unter der englischen Bezeichnung „Lead“ versteht man das Schwierigkeitsklettern. Dabei gewinnt derjenige Kletterer, der in einer Route am weitesten nach oben kommt. Je höher die Ebene ist (regional, national, international) und je weiter fortgeschritten der Wettkampf (Qualifikation, Halbfinale, Finale), desto schwieriger werden die Routen.
Speed: Speedklettern bedeutet, dass derjenige Kletterer gewonnen hat, der in mehreren
Durchgängen (tlw. auch K.O.-Modus) am schnellsten eine bestimmte Strecke geklettert ist. Bouldern: Beim Bouldern gewinnt derjenige Kletterer, der die meisten Boulder in den
wenigsten Versuchen geschafft hat.
Schwierigkeitsskalen: Im Laufe der Entwicklung haben sich verschiedene Schwierigkeitsskalen zur Bewertung von Kletterrouten entwickelt. Die gebräuchlichsten drei sind die UIAA Skala, die französische Skala und die amerikanische Skala. Boulder werden nur mit der Fontainebleau-Skala (Fb. bloc und Fb. trav) bewertet. Hier eine Übersicht über alle Skalen.
Abbildung 4: Bewertungsskalen
Sicherung und Sicherheit:
Die Sicherung beim Sportklettern ist eine wichtige Komponente. Ohne den Sicherungspartner kann das Sportklettern nicht praktiziert werden. Dabei muss man sich zu 100 Prozent auf seinen Partner verlassen können. Dazu sollte jeder Kletterer einen Kurs beim Alpenverein oder einer anderen Alpinschule machen, um die notwendigen Techniken im Umgang mit Seil, Gurt, Karabinern und Sicherungsgeräten zu erlernen. In Kletterhallen sind die Touren alle sehr gut abgesichert, so dass es hier nur bei menschlichem Versagen zu Unfällen kommen kann. Im Gebirge sind hier noch die umweltbedingten Gefahren wie Steinschlag, Wetterwechsel und Orientierung zu beachten. Bei einer guten Ausbildung, regelmäßiger Weiterbildung und verantwortungsbewusstem Umgang mit dem Klettern, ist das Sportklettern ein sehr sicherer Sport.
1.3 Historische Aspekte des Sportkletterns
Die heutige Form des Sportkletterns hat eine fast 150-jährige Geschichte. Nachdem sich das Bergsteigen mit dem reinen Zweck des Vergnügens seit dem Jahr 1336 auf der ganzen Welt verbreitet, liegt die Geburtsstunde des reinen Sportkletterns (sprich ohne das Erreichen eines Gipfels) im Jahr 1874. In diesem Jahr gelang es zwei Kletterern erstmals den Mönchstein im Elbsandsteingebirge 3 ohne die Zuhilfenahme von Leitern oder Baumstämmen zu erreichen.
Otto Ewald Ufer und sein Begleiter H. Frick gehörten damit zu den Initiatoren des Freikletterns. Die Philosophie verbreitete sich schnell im gesamten Elbsandsteingebiet. „Schon im Jahr 1893 stellte der Markneukirchener Oscar Schuster eine Schwierigkeitsskala auf, die es möglich machen sollte, die unterschiedlichen Besteigungen zu bewerten.“ 4 Zusammen mit dieser dreistufigen Skala trug vor allem der erste Kletterführer (erschienen 1908) des Rechtsanwalts Dr. Rudolf Fehrmann über das Elbsandsteingebirge zur weiteren Entwicklung bei. In der zweiten Auflage 1913 wurden die geltenden Kletterregeln nochmal niedergeschrieben, so dass das Sportklettern seinen Siegeszug antreten konnte. Schon bald drangen die neuen Wertevorstellungen in andere Klettergebiete, v.a. in die Alpen vor. Auch dort wurden die ersten Routen ohne Hilfsmittel begangen. Die Diskussion über den Sport stand aber auch immer noch auf der Tagesordnung. Schließlich gab es immer noch viele Kletterer, die die Felswände mit allerhand technischem Aufwand bezwangen, gerade in den Alpen wurden große Berge (z.B. die Eiger Nordwand) mit Leitern und Haken bestiegen.
3 Das Elbsandsteingebirge befindet sich im Bundesland Sachsen in Deutschland.
4 (Mountains2b, 22.10. 2008, S. 1)
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Dipl.-Betriebswirtin Carla Bräunig, 2009, Betrachtung der nationalen Sportkletterwettkämpfe (GER), München, GRIN Verlag GmbH
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