Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 4
2. Formanalyse. 5
2.1. Übersetzung des Gedichts 5
2.2. Reimschema, Strophengliederung und Versart. 5
2.3. Analyse weiterer sprachlicher Stilfiguren 7
3. Inhaltsanalyse 8
3.1. Wiedergabe des Inhalts 8
3.2. Thematik. 8
4. Literaturgeschichtliche Zuordnung. 9
5. Schlussbetrachtung 10
6. Literaturverzeichnis. 12
3
1. Einleitung
Michail Lermontov zählt zu den größten russischen Poeten, geboren am 15. Oktober 1814 in Moskau, ist er am 27. Juli im Duell in Pjatigorsk gefallen.
An seine Mutter konnte er sich nicht erinnern: sie ist gestorben als er zwei Jahre alt war. Der verwitwete Vater lebte allein in seinem kleinen Anwesen in der Nähe von Tula. So ist Lermontov bei seiner Großmutter - einer wohlhabenden Frau adliger Herkunft - auf einem Gut in Tarchany nahe Penza aufgewachsen (Viskovatov 1987: 31).
Die Zeit, in der der Dichter lebte und wirkte, war von vielen politischen Ereignissen geprägt, welche die Geschichte Russlands entscheidend beeinflussten.
Der Aufstand von Dekabristen im Jahre 1825 hinterließ einen bleibenden Eindruck im Leben des jungen Poeten (Andronikov 1967: 548). Seine frühe Lyrik spiegelt dieses Thema häufig wider: vor allem die Zwiespalt, in der sich Lermontow befindet, durchdringt die ersten Gedichte - auf der einen Seite die große Liebe zu seiner Heimat und auf der anderen Seite die bittere Erkenntnis, dass dieses Land „kraj, gde stonet čеlovek ot rabstva i cepej“ ist (Andronikov 1967: 549). Er bewundert die Dekabristen, die den Mut aufbrachten, für ihre Ideale und Freiheit zu kämpfen, verehrt die Helden der damaligen Epoche und macht sich zur Aufgabe, die Gesellschaft wach zu rütteln und zum Handeln zu motivieren - aktiv kämpfen statt passiv dulden (Andronikov 1967: 565).
Lermontov verabscheute die Passivität und meinte, seine Plicht als Autor bestehe darin, die Gewissensstimme der Menschen zu werden, die kompromisslose Wahrheit zu sagen und somit „bolezn‘ togdašnego občšestva“ - „primirenie s dejstvitel’nost‘ju“ zu heilen (Andronikov 1967: 569).
Diese Hausarbeit befasst sich mit dem Gedicht „I skučno i grustno“ - „the one of Lermontov’s finest achievements“ (Vickery 2001: 191), das Michail Lermontov ein Jahr vor seinem Tod verfasste und in dem Band „Стихотворения“ veröffentlichte 1 . Abbruch seines Philologiestudiums an der Universität Moskau, Übersiedlung nach St. Petersburg, militärische Karriere bei der Kavallerie, Strafversetzungen in den Kaukasus, unglückliche Lieben - all das führte zu menschlichen Enttäuschungen und bestimmte die zentralen Themen seiner reifen Lyrik, die im hier behandelnden Gedicht besonders stark zum Ausdruck kommen. Das Dilemma eines Menschen, der sich einerseits aus der Gesellschaft ausgrenzt und andererseits auf sie angewiesen ist: „Nenužnyj člen v piru ljudskom“ (Viskovatov 1987: 85) - die daraus resultierende Einsamkeit, die Leere, die Gleichgültigkeit, die Unfähigkeit zur Liebe und die Hoffnung stehen dabei im Vordergrund (Opitz 1989: 1).
1 Die erste Publikation erfolgte in Литературная газета, 1840, No. 6 (20. Januar), 133.
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Arbeit zitieren:
Julia Bogdanova, 2008, Michail Lermontov „I SKUČNO I GRUSTNO“ – eine Interpretation, München, GRIN Verlag GmbH
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