Seite III
Die Auseinandersetzung der SPD mit dem Nationalsozialismus
- INHALTSVERZEICHNIS -
A. EINLEITUNG 1
B. DIE SPD IN DER WEIMARER REPUBLIK 1
I. Struktur und Wesen der Weimarer SPD 2
II. Probleme der Weimarer SPD 3
C. DIE SPD UND IHRE BEURTEILUNG DES NATIONALSOZIALISMUS 4
I. Wesen und Funktion des Nationalsozialismus 5
II. Der Nationalsozialismus und die Machteroberung 6
D. DIE POLITISCHE AUSEINANDERSETZUNG MIT DER NSDAP 7
I. Bekämpfung der NSDAP in den Parlamenten 8
II. Bekämpfung durch den staatlichen Machtapparat 10
III. Bekämpfung durch Agitation 11
E. RESÜMEE 12
F. LITERATURVERZEICHNIS 15
Monika Goerke SS 2000
SiG „Die Endphase der Weimarer Republik“
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Die Auseinandersetzung der SPD mit dem Nationalsozialismus
A. Einleitung
Das Scheitern der Weimarer Republik und die „Machtübernahme“ durch die Nationalsozialisten werfen die Frage nach der politischen Hauptschuld für das Versagen der noch jungen deutschen Demokratie auf. Dabei ist es von Bedeutung, sich damit zu beschäftigen, wie die NSDAP von einer kleinen „Splitterorganisation“ zur stärksten Partei der ersten deutschen Republik avancieren konnte. In diesem Zusammenhang steht die Untersuchung, inwieweit und wodurch die übrigen Parteien der Weimarer Republik im Vorfeld hierzu beigetragen haben. Es bleibt zu fragen, in welcher Weise die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus überhaupt stattgefunden hat und ob die NSDAP von den politischen Kräften unterschätzt wurde. Die nachfolgende Ausarbeitung beschäftigt sich mit der Wahrnehmung der NSDAP durch die traditionsreichste deutsche Partei auf der politischen Linken, der SPD. In vier Kapiteln wird analysiert, ob und wie sich die SPD mit der NSDAP beschäftigt hat und wie ihr politisches Handeln gegenüber dem Nationalsozialismus ausgesehen hat. In Kapitel B wird die SPD als Partei einleitend vorgestellt. Nachfolgend wird ein Überblick über das Selbstverständnis und die Programmatik dieser Partei in der Weimarer Republik gegeben. Kapitel C befasst sich dann mit der sozialdemokratischen Analyse des Nationalsozialismus/Faschismus. Dabei werden zum einen die grundlegenden Aussagen und Meinungen der SPD über die NSDAP aufgezeigt. Zum anderen wird der Leser über die Chancen auf die Übernahme der Staatsführung, die die Sozialdemokraten der NS-Bewegung im Grundsatz eingeräumt hatten, informiert. In Kapitel D werden die politischen Handlungsalternativen, mit denen die SPD versuchte, den Nationalsozialismus aktiv zu bekämpfen, dargelegt. In Kapitel E werden schließlich die Ergebnisse dieser Seminararbeit kurz zusammengefasst.
B. Die SPD in der Weimarer Republik
Die SPD ist eine der ältesten Parteien Deutschlands. Ihre Vorläuferorganisationen, der Allgemeine Deutsche Arbeiterverein (ADAV) und die Sozialdemokratische Arbeiterpartei, gründeten sich bereits 1863 respektive 1869. 1875 erfolgte die Vereinigung zur Sozialistischen Arbeiterpartei. Während der Jahre 1878 bis 1890 kämpfte die Sozialdemokratie gegen ihre politische Unterdrückung durch das „Sozialistengesetz“. Nach dessen Aufhebung erfolgte noch im gleichen Jahr die Neugründung als Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) auf der Basis des marxistischen Erfurter Parteiprogramms. Monika Goerke SS 2000
SiG „Die Endphase der Weimarer Republik“
Seite 2
Die Auseinandersetzung der SPD mit dem Nationalsozialismus
Die Sozialdemokratie beheimatete unterschiedliche sozialistische Strömungen, von den gemäßigten Gewerkschaftern (Revisionisten) bis hin zu den revolutionär eingestellten Marxisten. Diese Flügel brachen mit Beginn des 1. Weltkriegs und der Annahme der Kriegskredite im Reichstag auf. Im April 1917 spaltete sich die Unabhängige Sozialdemokratische Partei (USPD) ab. In den Revolutionswirren gründete sich Neujahr 1918/19 die KPD als Zusammenschluß der extremen, revolutionären Linken. Die politische Anerkennung erhielt die SPD erst mit dem für das Deutsche Reich zunehmend aussichtsloser werdenden Kriegsverlauf. Mit Friedrich Ebert stellte die SPD den letzten Reichskanzler des Kaiserreichs. Dieser nahm im Rat der Volksbeauftragten während und nach der Revolution von 1918/19 darüber hinaus die entscheidenden Weichenstellungen für die Weimarer Republik vor. Die SPD kann somit als Gründungspartei der ersten demokratischen Staatsordnung in Deutschland bezeichnet werden.
I. Struktur und Wesen der Weimarer SPD
Die SPD war die erste Massenpartei im Weber’schen Sinn: Sie verfügte bereits seit dem Kaiserreich über einen straffen und gut gegliederten Funktionärsapparat, der das Parteileben auch zwischen den Wahlperioden organisierte 1 . Die Fluktuation der Mitglieder war gering. Im Durchschnitt waren etwa 50 % der Sozialdemokraten länger als fünf Jahre in der Partei 2 .
Durch die Übernahme der Verantwortung für den Staat nach dem 1. Weltkrieg wurde die SPD zur Verfassungspartei und zunächst auch zur Regierungspartei (Beteiligung an den Koalitionen im Reich und in den Ländern) 3 . Sie handelte verantwortlich für den Staat ein und setzte auf innen- wie außenpolitische Reformen, die die Lage des deutschen Volkes nach dem verlorenen 1. Weltkrieg verbessern sollten 4 . Seit 1930 war sie dann zunehmend die einzige Partei, die vorbehaltlos für die Weimarer Republik und deren demokratische Werte eintrat 5 .
Innerhalb der Partei bildeten die gewerkschaftsnahen Kräfte eine starke und oftmals ausschlaggebende Lobby bei politischen Entscheidungen 6 .
1 Neumann, Sigmund (Parteien der Weimarer Republik, Stuttgart et al. 2 1970), S. 34
2 Neumann (Parteien, 1970), S. 35
3 Grebing, Helga (Die deutsche Arbeiterbewegung, Mannheim 1993), S. 39
4 Neumann (Parteien, 1970), S. 30
5 Grebing (Arbeiterbewegung, 1993), S. 47
6 Neumann (Parteien, 1970), S. 36 Monika Goerke SS 2000
SiG „Die Endphase der Weimarer Republik“
Arbeit zitieren:
Monika Goerke, 2000, Die Auseinandersetzung der SPD mit dem Nationalsozialismus, München, GRIN Verlag GmbH
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