Inhaltsverzeichnis
Einleitung 3
1. Entstehung des Konfliktes und der Narrative
1.1 RQIOLNW 4
1.2 1DUUDWLYH 4
2. Friedensprozess zwischen Israel und Ägypten
2.1 Die Lage in Israel und Ägypten nach dem Jom-.LSSX.UULHJ 5
2.2 Sadat besucht JerXVDOHP 9
2.3 Friedensgipfel in CDPS'DYLG 10
3. Änderung der Narrative
3.1 Ägyptische NarUDWLYH 11
3.2 Israelische NarrativH 1
Aktuelle Lage 13
2
Einleitung
Im Jahre 1979, ein paar Tage nach der Unterzeichnung des Friedensvertrages zwischen Ägypten und Israel, flog der israelische Journalist Amos Elon nach Ägypten und schrieb seine Erfahrungen die er hier gemacht hatte nieder. Er schrieb unter anderem darüber, wie er sich zu Beginn seines Besuchs mit einem Kollegen aus dem Hotel in dem sie sich befanden entfernte, was schon aus Sicherheitsgründen nicht erlaubt war, um in die Innenstadt von Kairo zu gelangen. Im Bus Richtung Zentrum geschah dann etwas Unerwartetes: Sie wurden als ,VUDHOLVLGHQWLIL]LHUWXQGDOVVROFKHKHU]OLFKEHJUW(VILHOHQ6lW]HZLHÄ:LOONRPPHQ,VUDHO VHKU JXW bJ\SWHQ VHKU JXW )ULHGHQ VHKU JXW³ 1 Einige Tage zuvor hätte man an so einen Dialog zwischen einem Israeli und einem Ägypter in einem Bus in Kairo nicht denken können. Zu festgesetzt war das Bild des Feindes. Ein Feind mit dem man Jahrzehnte keinen Kontakt und keine richtige Kommunikation aufbauen konnte. So kam es dazu, dass man den Ä)HLQG³QXUDXV GHQ(U]lKOXQJHQNDQnte, die in eigenen Kreisen entstanden. Doch mit dem Friedensvertrag von Camp David 1979 hatte sich in beiden Ländern etwas verändert, die Narrative schienen sich von einem Tag auf den anderen zu etwas Neuen zu morphieren. Hier stellt sich die Frage, was sich hier in diesem Prozess genau verändert hat. Um auf ein Ergebnis zu kommen, wäre es sinnvoll die vorliegende Arbeit chronologisch aufzubauen. Ich werde etwas zurückblicken um die Entstehung des Konfliktes und die Narrativen, welche sich zwischen diesen beiden Ländern entwickelt haben, darstellen zu können. Danach mache ich einen Sprung auf die Haupteinflussquelle der Narrativänderungen: Dem Friedensprozess zwischen Ägypten und Israel, welches mit dem Vertrag von Camp David endet. Nun kann ich zu meiner wie bereits oben schon angegebener Fragestellung gelangen und die Veränderungen der gegenseitigen Wahrnehmung des nun Äalten³ Feindes in beiden Ländern erörtern und vergleichen. Für diesen HWZDVÄYHUVFKZRPPHQHQ³ Untersuchungsgegenstand ist es, im Gegensatz zu historischen Fakten, recht schwierig geeignete Literatur zu finden. 'HQQRFK P|FKWH LFK GDV :HUN Ä5LJKWHRXV 9LFWLPV Ä YRQ %HQQ\ 0RUULV sowie Angelika Timms Ä,VUDHO *HVFKLFKWH GHV 6WDDWHV VHLW VHLQHU *UQGXQJ³ DQ GLHVHU Stelle hervorheben, besonders im historischen Kontext waren beide Bücher sehr hilfreich und ausgesprochen übersichtlich.
1 Amos Elon, S. 72
3
1. Entstehung der Narrative und des Konfliktes
1.1. Konflikt
Den Begriff Konflikt kann man in drei Bereiche unterteilen, welche sich aus sozialpsychologischen, semantischen und soziologischen Aspekten bilden. Ersteres entsteht durch die Außenablenkung innerer Spannungen, während bei den semantischen ein Konflikt durch ein Missverständnis in der Kommunikation entsteht . 2 Diese Arbeit würde die Definition des soziologischen Konfliktes aufnehmen, da es, wie wir es bald herausfinden werden, zwischen Ägypten und Israel um ein Konflikt aus Unvereinbarkeit von Zielen, Zwecken oder Werten handelt. Es ist schwierig einen genauen Zeitpunkt für die Entstehung des Konfliktes dieser beiden Länder zu setzten. Obwohl schon vor dem zweiten Weltkrieg Konfliktpotenzial durch den steigenden Nationalismus auf beiden Seiten bestand 3 , entscheide ich mich für den Eingriff Ägyptens im ersten arabischen Krieg nach der Unabhängigkeitserklärung Israels für den eigentlichen Konfliktstart zwischen Israel und Ägypten. Im jahrzehntelangen Kampf zwischen Israel und Ägypten ging es hauptsächlich um territoriale Ansprüche. Während es für die Ägypter im ersten arabischen Krieg um die Befreiung Palästinas von der israelischer Hand ging, waren die nächsten Kriege auch durch eigene territoriale Ansprüche motiviert (siehe Sinai-Halbinsel).
1.2 Narrative
Jedes Volk, jede Kultur hat seine eigene Geschichte die sie erzählt. In diesen Erzählungen (Narrative) geht es größtenteils um vergangene Geschehnisse, entstehen also aus einem historischen Kontext. So haben auch die Ägypter, Israelis, Palästinenser und alle anderen Völker Ihre eigenen narrativen Sammlungen, mit denen Sie ihre Vergangenheit in Erinnerung behalten 4 . Diese Erzählungen müssen nicht identisch sein und in vielen Fällen sind sie es auch nicht. Wie beispielsweise die Narrative der Palästinenser und der Israeliten. Am einfachsten
2 Florian Pfeil http://www.politik.uni-trier.de/mitarbeiter/pfeil/ss05/pro_11.pdf S.1
3 Gudrun Krämer S. 147 ff.
4 Yoav Gelber S. 45
4
wäre der Unterschied zwischen beiden Narrativen erklärt, wenn man die Bezeichnung für das Kriegsende von 1948 nimmt, bei dem es um einen unabhängigen Staat Israel ging. Während dieser Tag bei den Israelis als Unabhängigkeitstag gefeiert wird, bezeichnen die Araber diesen 7DJDOV Ä1DTED³ 5 , die Katastrophe. Nach einer kontroversen Arbeit des Studenten Theodor Katz, in dem er behauptete, dass Zeugenaussagen ein Massaker bewiesen, das am 22./23. Mai 1948 von Israelis in Tantura an 200 unbewaffneten Einwohnern durchgeführt wurde, spalteten sich die israelischen Historiker in zwei Reihen. Trotz einer Widerlegung der aufgestellten Beschuldigungen von Katz, sahen einige Historiker eine neue Quelle der Geschichtsschreibung: Die Erzählung. Sie wollten nicht mehr nur niedergeschriebenes bearbeiten, sondern auch die Narrativen beider Völker vergleichen und übereinstimmende Fakten herausfiltern 6 . Deshalb sind die Narrativen für den Historiker wichtig. In dieser Arbeit geht es jedoch nicht um Übereinstimmungen der Narrative, ganz im Gegenteil, es geht um die verschiedenen Blickweisen zwischen Ägypten und Israel auf Ihren Ä)HLQG³:LHschon in der Einleitung erwähnt werde ich versuchen, die Unterschiede in den Narrativen vor und nach dem Friedensvertrag zwischen diesen beiden Ländern herausfinden. Man kann sagen, dass mit dem Konflikt auch die Narrativen begannen.
2. Der Friedensprozess zwischen Israel und Ägypten
2.1 Die Lage in Israel und Ägypten nach dem Jom Kippur Krieg
Das Ende des Yom-Kippur-Krieges 1973 begann mit einer Einsicht. Sowohl der israelischen, als auch der arabische Seite wurde klar, dass der Nahostkonflikt durch Krieg und Gewalt nicht zu einem Ende kommen konnte und deswegen ein anderer Weg eingeschlagen werden musste
7
. Unter dem Strich gewann Israel zwar diesen Krieg, doch die Öffentlichkeit erkannte, dass man die israelische Armee schwächen konnte, somit verschwand das Unbesiegbarkeitsmythos der Israelischen Armee. Dieser kleine Erfolg der ägyptischen Armee reichte aus, um das arabische Ehrgefühl wieder herzustellen, welches nach dem Sechs-Tage-
5 MargretJohannsen S. 22-24
6 Yoav Gelber S. 43-45
7 Stefan Laube S. 49
5
Arbeit zitieren:
cagdas cicek, 2009, Der Israelisch-Ägyptische Frieden und dessen Einfluss auf die Narrative beider Länder, München, GRIN Verlag GmbH
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