Inhaltsverzeichnis
I. Vorbemerkung 3
II. Der Redekontext. 4
III. Der Redner 5
III.1 Richard von Weizsäcker. 5
III.2 V. Weizsäcker als Redner 5
III.3 Das Amt des Bundespräsidenten. 6
IV. Die Rede zum Staatsakt in Berlin 7
IV.1 Zur Makrostruktur. 7
IV.2 Zur Mikrostruktur. 8
V. Schluss 15
V.l Schlussüberlegungen und Zusammenfassung 15
V.II Weiterführende Forschungsfragen 16
VI. Literaturverzeichnis 17
2
I. Vorbemerkung
Im Rahmen des Proseminars "Die Bundesrepublik und ihre Präsidenten; Politische Red? der Nachkriegszeit" soll diese Arbeit anhand der ausgewählten Ansprache des Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker vom 3.Oktober 1990 in erster Linie der Frage nach der inhaltlichen und sprachlichen Ausgestaltung dieser politischen Nachkriegsrede nachkommen.
Wie nutzt der sechste Präsident, der von dem Autor und Rhetoriktrainer Klaus Jentzsch als "einer der wohl brillantesten Redner auf der politischen Bühne in Deutschland" 1) bezeichnet wird, die historische "Gunst der Stunde", und welche Mittel verwendet er hierzu?
Entlang der Rede, also chronologisch, sollen inhaltliche wie auch sprachliche Aspekte beleuchtet, rhetorische Figuren und argumentative Strukturen benannt und bestimmt werden.
3
II. Der Redekontext
Der Anlass zu dieser Rede ist ohne Übertreibung als der bisherige politische Höhepunkt im Sinne des bedeutsamsten und weitreichendsten Ereignisses für die Bundesrepublik seit ihrem Bestehen zu bezeichnen. Gleichzeitig ist damit das Grundgesetz bzw. dessen Präambel sozusagen in Erfüllung gegangen. Diese historische Begebenheit, die Schaffung der Deutschen Einheit ging unmittelbar einher mit dem Wegfall des Ost/West-Gegensatzes und gravierenden Umbrüchen in der ehemaligen Sowjetunion und deren Satellitenstaaten. Für Deutschland ist der Tag der Deutschen Einigung, an dem diese Rede gehalten wurde, der offizielle Höhepunkt nach den Monaten beindruckender Ereignisse, der friedlichen Revolution im eigenen Land Für den Redner v Weizsäcker, den nicht nur Jugenderinnerungen und die Zeit als Regierender Bürgermeister., sondern auch die ihm vier Monate zuvor verliehene Ehrenbürgerwürde mit Berlin verbinden, bedeutete diese Rede schon aufgrund der persönlichen Betroffenheit weit mehr als die anderen ca. 50 offiziellen Reden, die er 1990 hielt (2) oder irgendeine andere Rede seiner Amtszeit. Die Verbundenheit mit Berlin verdeutlicht auch folgende Meldung: Das Statistische Bundesamt notierte im Dezember 1989 den 100. Berlinbesuch v. Weizsäckers als Bundespräsident! (3) Gleichzeitig ist der Ort der Rede sowohl die alte als auch die, vom Bundespräsidenten wie von vielen anderen favorisierte, neue Hauptstadt der Bundesrepublik.
Der würdevolle Rahmen des Staatsaktes in der Berliner Philharmonie, die bundesweite Direktübertragung der Veranstaltung und ein Saalpublikum von Rang und Namen, zusammen mit den bereits genannten historischen Dimensionen des Redeanlasses verschaffen der Rede eine wahrhaft einzigartige rhetorische Situation.
4
III. Der Redner
III.1 Richard von Weizsäcker
Richard von Weizsäcker wurde am 15. April 1920 in Stuttgart geboren. Seine Mutter, Marianne (geb. von Graevenitz) v. Weizsäcker, scheint großen Anteil an dem weltoffenen Geist gehabt zu haben, der in der großbürgerlichen Familie geherrscht haben muss. Sein Vater, Ernst von Weizsäcker (1882 - 1951), war im Ersten Weltkrieg Korvettenkapitän (Korvette: kleines Kriegsschiff; frz.: Korb), danach Marine-Attaché in Den Haag und, zu Richards Lebzeiten, Gesandter im auswärtigen Dienst, Staatssekretär des Auswärtigen Amtes und Botschafter beim Vatikan. Auch die Tätigkeiten seines Vaters führten bei dem Diplomatensohn schon früh zu Toleranz und Offenheit gegenüber anderen Sprachen, Menschen und Mentalitäten, denen insbesondere der junge v. Weizsäcker in häufigem Wechsel ausgesetzt war. 1948/49 verteidigte Richard von Weizsäcker seinen Vater als junger Mann vor dem Nürnberger Kriegsgericht. Er selbst nahm als Leutnant, später Oberleutnant, dann Hauptmann, sowohl am Polenfeldzug teil, wo er seinen Bruder Heinrich verlor und an dessen Grab Totenwache hielt, wie auch am Russlandfeldzug. Bis nach Ostpreußen zurückgedrängt, kam er verwundet nach Lindau. Hier überlebte er das Kriegsende. Von Weizsäcker studierte Rechtswissenschaften und Geschichte in Oxford, Grenoble und Göttingen und promovierte dort zum Dr. jur. 1954 trat er in die CDU ein, deren Bundesvorstand er angehörte bis er 1984 zum Bundespräsidenten gewählt wurde. Am 1.Juli 1989 trat er seine zweite Amtsperiode an. Von 1964 - 1970 war v. Weizsäcker Präsident des Deutschen Evangelischen Kirchentages, von 1979 - 1981 Vizepräsident des Deutschen Bundestages und von 1981 bis 1984 Regierender Bürgermeister von Berlin. (4)
III.2 V. Weizsäcker als Redner
Die Biographie Richard von Weizsäckers macht deutlich, dass seine rednerische Begabung schon früh und häufig gefordert war. Die Macht des gesprochenen Wortes ist ihm spätestens bei dem Kriegsverbrecherprozess gegen seinen Vater wirklich bewusst geworden.
Es ist bekannt, dass von Weizsäcker sich beim Verfassen wichtiger Reden, im Stadium der inventio, also der Gedankenfindung, nicht nur auf sich selbst verlässt,
5
Arbeit zitieren:
MA Sebastian Hoos, 1993, Eine rhetorische Analyse der Ansprache des Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker bei dem Staatsakt zur Deutschen Einheit in der Philharmonie zu Berlin am 3.Oktober 1990, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Soziologie - Politische Soziologie, Majoritäten, Minoritäten
Hausarbeit, 22 Seiten
Der Aus- und Abbau der Sozialversicherungen in der Weimarer Republik
BWL - Wirtschafts- und Sozialgeschichte
Seminararbeit, 14 Seiten
Entstehung und Entwicklung der Politik sozialer Sicherung im Deutsche...
BWL - Wirtschafts- und Sozialgeschichte
Hausarbeit (Hauptseminar), 20 Seiten
Der Stabilitätspakt und die Fiskalpolitik in der Europäischen Währungs...
Betrachtung des Stabilitätspak...
VWL - Geldtheorie, Geldpolitik
Seminararbeit, 25 Seiten
Finanzpolitik in einer Währungsunion: Der Stabilitätspakt
Wirtschaftspolitik, insbesonde...
Seminararbeit, 18 Seiten
Geschichte der staatlichen deutschen Sozialpolitik
Politik - Politische Systeme - Historisches
Referat (Ausarbeitung), 24 Seiten
Politische Rhetorik in Deutschland - Die Paradigmen der antiken Rhetor...
Hausarbeit (Hauptseminar), 23 Seiten
Historische Entwicklung des Aufsatzunterrichts und das kreative Schrei...
Deutsch - Pädagogik, Didaktik, Sprachwissenschaft
Seminararbeit, 8 Seiten
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Referat (Ausarbeitung), 4 Seiten
Die Tradition des Hässlichen im Expressionismus
Am Beispiel von Gottfried Benn...
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Zwischenprüfungsarbeit, 33 Seiten
Selbstbild und Feindbild im "Rolandslied" des Pfaffen Konrad
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Hausarbeit, 21 Seiten
Demokratie, Politik, Recht und Religion - Wie aufgeklärt ist der Isla...
Politik - Politische Theorie und Ideengeschichte
Hausarbeit, 33 Seiten
Die Darstellung von Heiden und Christen im Rolandslied
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Hausarbeit (Hauptseminar), 18 Seiten
Der Totentanz im Mittelalter - eine monumentale Bußpredigt
Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik
Seminararbeit, 19 Seiten
Der Ständekonflikt in Emilia Galotti
Germanistik - Neuere Deutsche Literatur
Hausarbeit (Hauptseminar), 25 Seiten
Sebastian Hoos's Text Eine rhetorische Analyse der Ansprache des Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker bei dem Staatsakt zur Deutschen Einheit in der Philharmonie zu Berlin am 3.Oktober 1990 ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Sebastian Hoos hat den Text Eine rhetorische Analyse der Ansprache des Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker bei dem Staatsakt zur Deutschen Einheit in der Philharmonie zu Berlin am 3.Oktober 1990 veröffentlicht
Sebastian Hoos hat einen neuen Text hochgeladen
Die private Geschichte der deu...
Jürgen Haase, János Can Togay, Angelika Henkel
Irrtümer und Umwege
Jürgen Engert, Lothar de Maizière, Richard Schröder, Bernd Kauffmann
0 Kommentare