Inhaltsverzeichnis 2
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis......................................................................................................... 2
1 Einleitung. 3
2 Guy de Maupassant 4
2.1 Biographie von Guy de Maupassant 4
2.2 Werke von Guy de Maupassant 5
3 Der Roman Bel-Ami 6
3.1 Zur Entstehungsgeschichte des Romans. 6
3.2 Inhalt des Romans 6
3.3 Reaktion der Presse auf das Erscheinen von Bel-Ami 8
4 Die Stadt Paris in Bel-Ami von Maupassant 10
4.1 Paris - Stadtdarstellung im XIX. Jahrhundert 10
4.2 Paris im Roman Bel-Ami von Guy de Maupassant. 12
4.2.1 Allgemeine Darstellung der Stadt Paris im Roman Bel-Ami. 12
4.2.2 Die Pariser Straßen und Plätze 15
4.2.3 Das Pariser Umland 17
4.2.4 Die Normandie als Heimat 19
4.2.5 Der Protagonist Georges Duroy 23
4.2.6 Darstellung der Pariser Gesellschaft. 27
4.2.7 Paris als Synonym für Krankheit und das Schlechte 28
4.2.8 Die Stadt Paris in scheinbar positivem Kontext. 31
5 Der Eiffelturm und Guy de Maupassant 32
5.1 Entstehung und Bau des Eiffelturms. 32
5.2 Der Eiffelturm als Symbol und Motiv in der Literatur 32
5.3 Widerstand gegen den Bau des Eiffelturms 33
5.3.1 Die Reaktion Maupassants und der Künstler 33
5.3.2 Die Reaktion von Gustave Eiffel auf die Kritik von Maupassant 34
5.4 Kritik nach Fertigstellung des Eiffelturms. 35
6 Zusammenfassung 39
Literaturverzeichnis 41
1 Einleitung 3
1 Einleitung
Die Stadt Paris bezieht in unzähligen literarischen Werken eine besondere Stellung, in der sie sowohl in ihrer Schönheit idealisiert als auch im Hinblick auf Missstände kritisiert wird. Die ausführliche Thematisierung der Stadt in der Literatur nahm seit der Französischen Revolution im XVIII. Jahrhundert zu. Im literarischen Diskurs der Stadt Paris bildete auch der Bau des Eiffelturms einen Schwerpunkt. Sowohl Paris als auch der Eiffelturm gaben Anlass zur Diskussion der Gesellschaft, der Moderne und der aufkommenden Innovationen, die viele Schriftsteller in ihren Werken verarbeiteten. Wie viele Autoren thematisierte auch Guy de Maupassant die Stadt Paris und ihre Entwicklung im XIX. Jahrhundert, wie beispielsweise den Bau des Eiffelturms, in seinen Werken. Neben der französischen Hauptstadt Paris bezog auch der Eiffelturm sowohl in Maupassants Leben, als auch in seinem Schaffen einen hohen Stellenwert. Guy de Maupassant beteiligte sich an dem offenen Protest gegen den neu erbauten Tour Eiffel und bekannte seine Abneigung gegenüber dem Turm, die er in seinem Reisetagebuch La vie errante wiedergab.
Ziel dieser Arbeit ist es, die Bedeutung und damit den Einfluss der Stadt Paris im Roman von Maupassant herauszuarbeiten und die Zusammenhänge anhand geeigneter Textpassagen zu veranschaulichen. Der Roman Bel-Ami bildet den Fokus dieser Arbeit, dessen Handlung vornehmlich in Paris spielt und der somit den „Ort des Geschehens“ darstellt. In diesem Zusammenhang spielt die Stadt Paris eine zentrale Rolle für die Geschichte des jungen Journalisten Georges Duroy, der sich durch Intrigen und Korruption einen Platz in der hohen Pariser Gesellschaft sichert. Die Beziehung zwischen der Stadt Paris, ihrer Gesellschaft und den Konsequenzen, die das Handeln und die Umstände für den Protagonisten Georges Duroy mit sich bringen, werden näher dargestellt und verdeutlicht.
2 Guy de Maupassant 4
2 Guy de Maupassant
2.1 Biographie von Guy de Maupassant
Der französische Schriftsteller und Journalist Henry René Albert Guy de Maupassant wurde am 5. August 1850 auf Schloss Miromesnil in der Normandie geboren. Maupassant besuchte als Schüler das Internat in Yvetot, in dem angehende Priester unterrichtet wurden. Er fühlte sich auf der Schule nicht wohl und schrieb bereits als Schüler erste Texte und Gedichte. Aufgrund eines anzüglichen Gedichtes wurde er mit 17 Jahren von der Schule verwiesen. Er besuchte von dort an das staatliche Gymnasium in Rouen, in dem er von einem Jugendfreund Flauberts, Louis Bouilhet, betreut wurde und auch Flaubert selbst kennen lernte, mit dem er später noch zusammenarbeitete und befreundet war. Nach dem Abitur im Jahre 1869 begann er in Paris Jura zu studieren. Er konnte das Studium nicht zu Ende führen, da er nach Beginn des Französisch-Preußischen Krieges vom Militär bis 1872 eingezogen wurde. Nach seiner Zeit beim Militär führte Maupassant sein Studium nicht zu Ende, sondern nahm seine Arbeit als Angestellter im Ministerium auf. Maupassant empfand nie große Leidenschaft für seine Arbeit und begann, teilweise gemeinsam mit Gustave Flaubert, sich der Produktion literarischer Texte zu widmen. Mit der Novelle Boule de suif gelang Maupassant der Durchbruch als Autor im Jahre 1880. Er verfasste daraufhin unzählige Novellen, einige Romane, Theaterstücke und Tagebücher über seine zahlreichen Reisen. Er galt neben Stendhal, Balzac und Flaubert als einer der bedeutendsten Autoren Frankreichs des XIX. Jahrhunderts.
Maupassant litt bereits in jungem Alter an Sehstörungen, Angstzuständen und Halluzinationen, was ihn aber nicht vom Schreiben abhalten konnte. 1892 wurde er in eine Nervenklinik in der Nähe von Paris eingeliefert. Am 6. Juli 1893 starb Guy de Maupassant im Alter von 43 in Passy bei Paris und wurde auf dem Friedhof Montparnasse beigesetzt.
2 Guy de Maupassant 5
2.2 Werke von Guy de Maupassant
Guy de Maupassant arbeitete sowohl an rein literarischen Produktionen, als auch als Journalist für die Pariser Zeitungen Le Gauloise, Le Gil Blas und Le Figaro. Dadurch, dass er für Berichte die Vorgabe von maximal 200 Zeilen einhalten musste, entstand eine Art von Zwang zum schnellen und gerafften Schreiben, was sich auf die gesamte Struktur der Erzählungen und Romane auswirkte. Allein zwischen 1880 und 1890 entstanden, neben anderen Arbeiten, annähernd 300 Kurzgeschichten und Novellen. 1
1880 betritt Maupassant erstmalig das literarische Terrain mit der Veröffentlichung seiner Erzählung Boule de suif, die von Flaubert „als ein Meisterwerk“ 2 bezeichnet wurde.
Maupassant fasste seine Novellen kurz nach der Veröffentlichung in den Pariser Zeitungen als Erzählbände zusammen. Die erste Novellensammlung erschien im Jahre 1881 unter dem Titel La Maison Tellier. 1883 wurde Maupassants erster Roman Une Vie veröffentlicht; bis 1893 schrieb er sechs weitere Romane und publizierte zudem 3 Reisetagebücher, ein Gedichtband, Theaterstücke, sowie vielerlei feuilletonische Arbeiten und politische Glossen. 3 Zu den bekanntesten Werken zählen die Romane Une Vie, Bel-Ami und Fort comme la mort. Allein der Roman Bel-Ami wurde bis 1887 über fünfzig Mal aufgelegt. 4 Eine Vielzahl der Werke von Guy de Maupassant ist noch heute im XXI. Jahr-hundert aktuell und scheint auch in der heutigen modernen Gesellschaft nichts von ihrer Gültigkeit verloren zu haben.
1 Berthel, Werner (1975: 249)
2 Berthel, Werner (1975: 249)
3 Maupassant, Guy de, Bel-Ami, Übersetzung und Nachwort von Ernst Sander (1972: 407)
4 http://www.bautz.de
3 Der Roman Bel-Ami 6
3 Der Roman Bel-Ami
Im Folgenden wird der Inhalt des Romans Bel-Ami dargestellt. Zudem werden die Umstände der Entstehung des Romans und die mit der Veröffentlichung einhergehende Reaktion der Presse erläutert.
3.1 Zur Entstehungsgeschichte des Romans
Maupassant schrieb seinen 1885 veröffentlichten Roman Bel-Ami, wie auch seine davor erschienenen Novellen und Romane, in einem Zug nieder. Dabei griff er auf viele zuvor verfasste und veröffentlichte Feuilletons, beispielsweise zur politischen Lage Nordafrikas zurück und arbeitete diese in den Roman ein. 5 Bel-Ami kann in vielen Teilen als autobiographisch interpretiert werden. Beispielsweise ist die Normandie sowohl die Heimat des Protagonisten Georges Duroy als auch die des Autors Guy de Maupassant. Sowohl Maupassant als auch die Hauptfigur seines Romans teilen die Abneigung gegen die Stadt Paris und agieren beruflich als Journalisten. Der Roman stellt ebenso eine Kritik der damaligen Pressewelt dar und zeigt die schonungslose Darstellung der korrupten Gesellschaft im Paris des XIX. Jahrhunderts. Ebenso wie seine anderen Werke wurde der Roman Bel-Ami vor seiner Veröffentlichung als gebundenes Buch im Feuilleton der Tageszeitung Le Gil Blas von Anfang April bis Ende Mai 1885 publiziert. 6
3.2 Inhalt des Romans
In Bel-Ami beschreibt Guy de Maupassant mit dem rasanten Aufstieg des ehemaligen Offiziers Georges Duroy zum einflussreichen Journalisten ein kritisches Bild der feinen Pariser Gesellschaft des XIX. Jahrhunderts.
5 Maupassant, Guy de, Bel-Ami, Übersetzung und Nachwort von Ernst Sander (1972: 407f)
6 Maupassant, Guy de, Bel-Ami, Übersetzung und Nachwort von Ernst Sander (1972: 409)
3 Der Roman Bel-Ami 7
Der Protagonist, Georges Duroy, schlendert durch Paris, wo er erst seit kurzem mittellos in einer heruntergekommenen Wohnung haust. Zufällig begegnet er einem ehemaligen Kollegen aus seiner Zeit beim Militär, Charles Forestier, der mittlerweile als angesehener Journalist bei einer renommierten Pariser Tageszeitung arbeitet. Dank der guten Beziehungen zu Charles Forestier und seiner Frau Madeleine findet er eine Anstellung bei der Zeitung und damit Zugang zu der von Intrigen und Korruption geprägten Pressewelt. Er findet schnell heraus, wie er die Gegebenheiten zu seinem Vorteil nutzbar machen kann und sichert sich durch verschiedene Intrigen die Stelle des Ressortleiters bei der Tageszeitung La Vie française.
Clotilde de Marelle, eine Freundin der Familie Forestier, wird zu Duroys heimlicher Geliebten. Seinen Spitznamen Bel-Ami verdankt Duroy Laurine, der Tochter von Clotilde de Marelle; der Name spricht sich bald darauf in der feinen Gesellschaft herum und wird allgemein bekannt und gängiger Rufname. Als sein Kollege Forestier nach schwerer Krankheit verstirbt, heiratet Duroy dessen Witwe Madeleine. Für seinen weiteren gesellschaftlichen Aufstieg nutzt er die guten Beziehungen von Madeleine. Eine Affäre mit Frau Walter befördert ihn bei der Zeitung La Vie française. Kurz darauf deckt er die Affäre seiner Frau Madeleine zum derzeitigen Außenminister Frankreichs auf, welche zu einem Sturz des Kabinetts führt. Duroy lässt sich von Madeleine scheiden und wird damit für die Tochter Suzanne seiner Ex-Geliebten Frau Walter frei. Das Ende des Romans ist der Triumph von Duroy, der alles erreicht zu haben scheint, was er wollte. Er heiratet Suzanne Walter und während das frisch getraute Paar die Kirche bei prächtigem Sonnenschein verlässt, ist er in Gedanken bei seiner Geliebten Clotilde de Marelle und sinnt in neuen Treulosigkeiten, Verrat und Betrug. 7
7 Maupassant, G. (1973): Bel-Ami, Éditions de Jean-Louis Bory
3 Der Roman Bel-Ami 8
3.3 Reaktion der Presse auf das Erscheinen von Bel-Ami
Als Bel-Ami im Jahre 1885 erscheint, verursacht der Roman eine Welle des Entsetzens und der Entrüstung seitens der Kritiker. Der erste Gedanke der Kritiker, insbesondere der der Journalisten war, dass sie glaubten, Maupassant mache sich in Bel-Ami über sie lustig. Ernst Sander schreibt über die Veröffentlichung des Buches:
Der Roman hatte einen sensationellen, wenn nicht gar einen Skandal-Erfolg; den ersteren um seiner selbst willen, den letzteren, weil die Öffentlichkeit hinter nahezu jeder der Gestalten ein lebendes Urbild witterte. 8
Jehan Valter, ein bekannter Journalist der Pariser Zeitung Le Gil Blas, war angesichts der Nähe zum Namen Walter in Maupassants Bel-Ami und in der Rolle des betrogenen Ehemanns entrüstet. Ebenso erging es den beiden Journalisten der Zeitung Le Gauloise, Georges Duprey und Artur Cantel, deren Namen als Vorlage für den späteren Namen des Protagonisten Charles Du Roy Cantel dienten. 9
Als der Roman im Juni 1885 in die Buchläden kommt, befindet sich Maupassant in Rom und verteidigt sich gegen die Anklagen der Kritiker, indem er sich schriftlich in einem sehr ausführlichen, sechsseitigen Brief an sie wendet. Unter anderem schreibt er:
[…] Ich habe lediglich das Leben eines Glücksritters erzählen wollen, der wie alle ist, denen man täglich in Paris begegnet und die man in allen Berufen antrifft, die es gibt. 10
Außer der Tatsache, dass Maupassant die Wahl des Berufs seines Protagonisten vorgeworfen wurde, hielt man ihm auch die Wahl des Namens der fiktiven Zeitung La vie française vor. Dieser Name sei in kritischer Anlehnung an die gesam-
8 Maupassant,Guy de, Bel-Ami, Übersetzung und Nachwort von Ernst Sander (1972: 408)
9 Roch, Herbert (1959: 145f)
10 Maupassant, , Guy de, Bel-Ami, Übersetzung und Nachwort von Ernst Sander (1972: 410)
3 Der Roman Bel-Ami 9
te Pariser Presse entstanden. Auch diesen Vorwurf dementiert Maupassant in seinem langen Brief an die Kritiker seines Romans. 11
Trotz der strengen Kritik einiger Journalisten, die sich in ihrer Ehre gekränkt sahen, wurde der Roman ein großer Erfolg, der sich bis heute auflagenstark verkauft.
11 Roch, Herbert (1959: 146)
Arbeit zitieren:
Meike Hoenemann, 2007, Paris und der Eiffelturm im Werk von Guy de Maupassant, München, GRIN Verlag GmbH
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