Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 1
2. Zur Person Herbert C. Hoover 1
Die Wirtschaftspolitik unter Herbert C. Hoover von 1929 - 1933
3. 5
3.1 Der Börsencrash 1929 und die Stabilisierungsmaßnahmen 1930 5
3.1.1. Der Börsencrash 1929 6
3.1.2. Die wirtschaftlichen Stabilisierungsmaßnahmen Ende 1929 und im Jahr 1930 8
3.2 Das Scheitern der Stabilisierungsmaßnahmen im Jahr 1931 9
3.3 Die Stabilisierungsmaßnahmen des Finanzsystems durch die
Reconstruction Finance Cooperation Ende 1931 bis März 1933 12
4. Fazit 14
Literatur 16
1. Einleitung
Herbert C. Hoover war der erste amerikanische Präsident, der mit einer globalen Wirtschaftsrezession konfrontiert war. In der Fachwelt war seine Wirtschaftspolitik umstritten. Dabei ist die grundlegende Vorgehensweise, seine politische Strategie, keiner eindeutigen wirtschaftstheoretischen Programmatik zuzuordnen. Diese Hausarbeit soll die Person Hoover vorstellen und die Wirtschaftspolitik während seiner Amtszeit als amerikanischer Präsident kurz darstellen. Die zugrundeliegende Fragestellung analysiert, inwiefern Strukturbrüche zwischen einer liberalen und einer staatlich eingreifenden Wirtschaftspolitik im Zeitraum von 1929 bis 1933 vorhanden sind.
Die vorliegende Arbeit gliedert sich in drei maßgebliche Kapitel. Eingangs wird kurz die Biographie Hoovers und seines Werdegangs bis zur Präsidentschaft dargestellt. Im zweiten Kapitel wird anschließend die wirtschaftspolitische Konzeption Hoovers, die sich aus den erworbenen Lebenserfahrungen gründet, erläutert. Das umfangreiche dritte Kapitel unterteilt sich in drei weitere Teilkapitel. Der thematische Hauptteil befasst sich mit der praktischen Anwendung der wirtschaftspolitischen Implikationen der Hoover Administration von 1929 bis 1933. Das erste Unterkapitel fokussiert hierbei den Börsencrash im Jahr 1929 und die nachfolgenden Stabilisierungsmaßnahmen des Jahres 1930. Das zweite Unterkapitel widmet sich dem Scheitern der
Stabilisierungsmaßnahmen im Jahr 1931 und leitet über zum dritten Unterkapitel. Dieses thematisiert den Strukturbruch in der Wirtschaftspolitik der Hoover Administration Ende 1931 und führt den neuen wirtschaftspolitischen Ansatz bis März 1933 aus.
2. Zur Person Herbert C. Hoover
Geboren am 10. August 1874 in West Branch Iowa war Herbert Clark Hoover der erste amerikanische Präsident, der die neue Managerelite der amerikanischen Wirtschaft verkörperte. Zudem war er der erste Präsident dessen Geburtsort westlich des Mississippi lag. Nachdem er frühzeitig seine Familie verlor, wurde Hoover von Verwandten aufgezogen. An der 1885 gegründeten Stanford-Universität in Kalifornien absolvierte er ein Geologiestudium. Anschließend machte er international Karriere als erfolgreicher Mineningenieur und Geschäftsmann. Der erfahrene Organisator Hoover verdiente ein Millionenvermögen mit seiner weltweit erfolgreich tätigen Firma (Schäfer
1
2005: S. 255). Aufgrund seines geschäftlichen Erfolgs und des Organisationstalent genoss er ein sehr großes Ansehen und war ein pragmatischer Idealist (Barber 1985: S. 5).
Während seines Studium in Stanford lernte er Lou Henry kennten, die er 1899 heiratete. Aus dieser Ehe gingen die beiden Söhne Herbert Clark Hoover jr. und Allan Henry Hoover hervor. Hoovers Ehefrau und spätere First Lady setzte sich insbesondere für die Förderung des Frauensports ein. Sie kann als eine konservative Feministin beschrieben werden (Schäfer 2005: S. 255).
Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges gab Hoover seine Geschäftstätigkeit auf und widmete sich humanitären Aufgaben. Er organisierte das Belgienhilfswerk und wurde nach dem amerikanischen Kriegseintrittes von Präsident Wilson mit dem Management der Food Administration betraut. Nachfolgend managte er die American Relief Administration und die Russalandhilfe (ebd. S. 255-256). Ab 1921 führte ihn sein Bekenntnis zur Republikanischen Partei in das Handelsministerium, dem er als Minister in den Kabinetten Harding und Coolidge vorstand. Als moderater Konservativer befürwortete Hoover den Individualismus und das freie Unternehmertum und positionierte sich gegen bundesstaatliche Eingriffe in die Wirtschaft (ebd.: S. 256). Seine wirtschaftspolitischen Wurzeln fußen in der Annahme, dass menschliche Ungleichheit biologisch gegeben ist und eine Umverteilung des Vermögens durch den Staat diese Ungleichheit nicht aufhebt. Auch das wirtschaftliche System ist auf diesem Ungleichgewicht aufgebaut, denn der Wettbewerb zielt darauf ab, aus den ungleichen Differenzen der Wettbewerber Profite zu erwirtschaften, die sich in ökonomischer Prosperität und gesellschaftlichem Fortschritt manifestieren (Hoover 1989: S. 86f.). Konträr und in einem Konflikt befindlich, stehen sich staatliche Regulation und das Eingreifen in die private Wirtschaft nach Hoovers Anschauung gegenüber. Staatliche Regulation (Eingreifen) verfälscht den Wettbewerb und tritt in Konkurrenz zu privaten Anbietern. Zudem finanzieren sich die staatlichen Eingriffe über Kreditaufnahmen. Diese Kreditaufnahmen führen nicht nur zu einem Haushaltsdefizit, sondern belasten auch weiterhin die Bürger mit hohen Steuern und Zinsen (ebd. S. 155ff.). Insbesondere die Präsidenten Harding und Coolidge propagierten einen minimalen staatlichen Eingriff in die Ökonomie und einen ausgeglichenen Haushalt. Gegensätzlich dieser Doktrin standen die Erfahrungen wirtschaftlicher Steuerung während des Ersten Weltkriegs (Barber 1985: S. 1).
2
Über Hoovers weitreichende Beziehungen unter anderem zum Arbeits-, Innen- und Landwirtschaftsministerium sowie der Federal Trade Commission konnte er weitgehend Einfluss auf die Wirtschaftspolitik nehmen (Schäfer 2005: S. 249). Zeitgenossen bezeichnen ihn spöttisch als Handelsminister und Staatssekretär aller anderen Ministerien (ebd.: S. 256). Eindeutig ist seine Rolle hierbei jedoch nicht. Insbesondere in der Regierung Coolidge setzte Hoover persönliche Akzente in der Wirtschaftspolitik (ebd.) Ziel seiner pragmatischen Bemühungen war eine zunehmende Kooperation von Wirtschaft und Regierung. Dabei spielten nicht nur persönliche Kontakte zwischen Regierung und Wirtschaft eine Rolle, sondern es wurden staatlicherseits Absprachen initiiert, die wirtschaftliche Störfaktoren beseitigen und Effizienzgewinne erbringen sollten. Im Gegensatz zum betont freien und individuellen Unternehmertum wurden die Kontroll- und Verwaltungskompetenzen des Staates vor allem in infrastrukturellen Bereichen der Wirtschaft ausgebaut. Zu nennen sind Regulierungen und Fördermittel in den Bereichen Wohnungsbau, Straßenbau, Luftverkehr, Rundfunkwesen, Binnenschifffahrt und dem Schiffbau (Schäfer 2005: S. 249). Hoover, der dem Handelsministerium vorsitzende Minister, förderte die Entwicklung der Wirtschaftsstatistik. „The duty of the departement was to assure an open door to information for all market participants“ (Barber 1985: S. 12). Diese Informationen dienten der öffentlichen Wirtschaftsanalyse und einem Informationstausch in der Wirtschaft, damit die einzelnen Wirtschaftssubjekte Planungssicherheit für ihre Aktivitäten hatten (Schäfer 2005: S. 249). Das zentrale Archivieren und Auswerten von wirtschaftlichen Indikatoren sparte den Unternehmen erhebliche Kosten und perfektionierte den Markt, da den Wirtschaftsakteuren eine theoretische Informationsgleichheit unterstellt wurde. Durch die monatliche Publikation der Daten konnte eine sich verstetigende makroökonomische Stabilität erwartet werden. Unterauslastungen und Überspekulationen erkannten die Marktteilnehmer schneller und konnten entsprechend effizienter gegensteuern, was zu einer verbesserten Auslastung der Produktionsfaktoren führen sollte. Zudem würden objektive Informationen psychologisch subjektiv getroffenen Entscheidungen in Boom- oder Depressionsphasen vorbeugen. Dem Konsument standen auch mehr Informationen zur Verfügung. Damit würde der Wettbewerb auf freien und gleichen Informationen für alle basieren. Diese Basis sollte für geringere Preise garantieren, weil Produzenten keinen Risikoaufschlag auf ihre Produkte mehr erheben mussten, denn sie hatten nun eine weitsichtigere Planungssicherheit durch billige und öffentlich zugängliche Wirtschaftsinformationen
3
Arbeit zitieren:
Michael Rehberg, 2009, Der Strukturbruch in der amerikanischen Wirtschaftspolitik durch Herbert C. Hoover in seiner Präsidentschaft von 1929 bis 1933, München, GRIN Verlag GmbH
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
Einbetten
DOI
Die Universitätsgründung von Neapel durch Kaiser Friedrich II. von Hoh...
Geschichte Europa - and. Länder - Mittelalter, Frühe Neuzeit
Seminararbeit, 26 Seiten
Ursachen und Verlauf der Weltwirtschaftskrise 1929 bis 1932
Hausarbeit, 20 Seiten
Die Entstehung der Weltwirtschaftskrise von 1929
Wie lässt sich die Entstehung ...
Soziologie - Wirtschaft und Industrie
Bachelorarbeit, 40 Seiten
Das Leistungsbilanzdefizit der USA und der Dollar
VWL - Geldtheorie, Geldpolitik
Seminararbeit, 35 Seiten
Franklin Delano Roosevelt - A President leading a nation through the G...
Hausarbeit (Hauptseminar), 17 Seiten
Die Politik des "New Deal" - ein erfolgreiches Modell?
Referat (Ausarbeitung), 16 Seiten
Die Wirtschaftspolitk der USA und der Weimarer Republik während der We...
Politik - Internationale Politik - Region: USA
Ausarbeitung, 4 Seiten
Anatomie der Weltwirtschaftskrise 1929: Ursachen - Verlauf - Gegenmaßn...
BWL - Wirtschafts- und Sozialgeschichte
Seminararbeit, 41 Seiten
Michael Rehberg's Text Der Strukturbruch in der amerikanischen Wirtschaftspolitik durch Herbert C. Hoover in seiner Präsidentschaft von 1929 bis 1933 ist nun auf dem Buchmarkt erhältlich
Michael Rehberg hat den Text Der Strukturbruch in der amerikanischen Wirtschaftspolitik durch Herbert C. Hoover in seiner Präsidentschaft von 1929 bis 1933 veröffentlicht
Michael Rehberg hat einen neuen Text hochgeladen
Building New Deal Liberalism: The Political Economy of Public Works, 1...
Jason Scott Smith
0 Kommentare