Europ äischer Stromhandel - Marktstrukturen und Marktmechanismen
Abbildungsverzeichnis
ABB. 1: ANTEIL DES STROMS AM ENDENERGIEVERBRAUCH.
ABB. 2: ANTEIL DER ENERGIETRÄGER AN DER BRUTTOSTROMERZEUGUNG
ABB. 3: BILDLICHE DARSTELLUNG DES STROMNETZES.
ABB. 4: LIBERALISIERUNGSGRADE DER EUROPÄISCHEN STROMMÄRKTE 2000/2003.
ABB. 5: MITGLIEDER IM ETSO VERBUND.
Wirtschaftswissenschaftliches Seminar II Helmut Schönherr
Europäischer Stromhandel - Marktstrukturen und Marktmechanismen
1. Einleitung
Durch die Binnenmarktrichtlinie für Strom hat die Europäische Union die Voraussetzungen für die Liberalisierung der europäischen Elektrizitätsmärkte geschaffen. Doch seit dem Inkrafttreten dieser Richtlinie befindet sich die Stromwirtschaft in einer Wandlungsphase. Diese ist mit erheblichen Veränderungen verbunden, welche hauptsächlich die Marktstrukturen, die Marktteilnehmer, die Strompreise und die angebotenen Produkte betreffen.
Der Wettbewerb auf dem Elektrizitätsmarkt soll dazu beitragen, die Effizienz der Stromversorgung zu verbessern und den Strompreis unter Marktbedingungen zu regulieren. Außerdem eröffnen sich für alle Beteiligten ganz neue Handlungsfelder in der Stromwirtschaft. Auf der einen Seite steht für die Energieversorger die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und des Profits im Vordergrund. Auf der anderen Seite, ergeben sich aber auch neue Möglichkeiten für die Kunden durch die freie Wahl des Stromversorgers. Darüber hinaus ist der Staat trotz der Liberalisierung gefordert, da die Stromversorgung im Interesse der Allgemeinheit liegt. Er muss die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen, damit die Märkte eine sichere Versorgung garantieren können und einen fairen Preis innerhalb des Wettbewerbs anbieten.
In der momentanen Übergangsphase vom monopolistischen Markt zum voll ausgebildeten Wettbewerb sind einerseits viele Veränderungen sichtbar geworden, andererseits besteht noch in vielen Bereichen eine Unsicherheit, wie sich die Zukunft entwickeln wird. Deshalb ist es für alle Beteiligten wichtig, die sich bereits abzeichnenden Entwicklungen so früh wie möglich zu
erkennen, um sich rechtzeitig auf diese einstellen zu können. 1
1.1 Definition „Elektrischer Strom“
Unter einem elektrischen Strom versteht man eine gerichtete Bewegung von Ladungen. Diese Ladungen können entweder Elektronen sein, dann spricht man von einem Elektronenstrom oder Ionen, dann wäre das ein Ionenstrom. Bei einem Elektronenstrom bewegen sich freie Elektronen z.B. in einem elektrisch leitenden Metall, welche keine Materie transportieren, wohingegen ein Ionenstrom immer mit Materiefluss verbunden ist und beispielsweise bei galvanotechnischen
Prozessen 2 vorkommt. Ein Stromfluss ist nur möglich, wenn der Stromkreis geschlossen und eine Spannung vorhanden ist. In Europa beispielsweise wird ein Haushaltsstrom mit einer Nennspannung von 230 Volt verwendet. Die Stärke dieses Stromflusses wird in Ampere gemessen und wird Stromstärke genannt. Sie gibt die Anzahl der fließenden Ladungen in einer bestimmten Zeit an. In der Technik unterscheidet man zwischen den Stromarten Gleichstrom und
1 http://www.itas.fzk.de/tatup/031/fowe03a.htm, 11.04.06
2 galvanisieren: das Beschichten von Werkstoffen mit metallischer Materie durch die Verwendung von Strom
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Europäischer Stromhandel - Marktstrukturen und Marktmechanismen Wechselstrom. Gleichstrom ist ein zeitlich konstanter Strom, wobei Wechselstrom seine Stromrichtung zweimal pro Periode ändert, sich in der Summe aber wieder ausgleicht. Die Energie, welche durch den elektrischen Strom transportiert wird, kann sich auf verschiede Weise auswirken und genutzt werden. Dazu zählt beispielsweise die Wärmewirkung in Heizöfen oder die Lichtwirkung in Glühlampen. Daneben gibt es noch die magnetische Wirkung in Motoren und die chemische Wirkung in der Galvanotechnik. Doch um die Energie aus dem elektrischen Strom auf diese Weise nutzen zu können, muss man sie erst in Stromkraftwerken erzeugen und
über das Stromnetz an die Verbraucher verteilen. 3
1.2 Problemstellung und Vorgehensweise
Das Thema „Europäischer Stromhandel - Marktstrukturen und Marktmechanismen“ ist ein sehr komplexes und aktuelles Thema. Überall, ob in der Presse oder in den Medien wird über die anstehende europaweite Liberalisierung des Strommarktes diskutiert. Teilweise sind es positive Nachrichten wie z.B. die Durchsetzung der Elektrizitätsbinnenmarktrichtlinie im Jahre 1996. Oft aber werden zu diesem Thema auch negative Nachrichten veröffentlicht. Daher entsteht im Rahmen dieser Arbeit die Aufgabe, die Marktstrukturen und Marktmechanismen im europäischen Stromhandel darzulegen. Das Ziel ist dabei aufzuzeigen, wie der Stromhandel in Europa momentan funktioniert und von welchen Akteuren er geleitet wird.
Dazu ist es jedoch notwendig, zunächst auf einige Grundlagen in der Stromerzeugung einzugehen. Zu diesem Zweck werden in Kapitel zwei die wichtigsten Primärenergieträger und die Funktionsweise des Stromversorgungsnetzes erläutert. Im Anschluss daran wird in Kapitel drei die Entwicklung des europäischen Elektrizitätsmarktes beschrieben, daneben die Verbundnetze und die Marktstrukturen einiger Länder zur Verdeutlichung der aktuellen Situation vorgestellt. Das vierte Kapitel veranschaulicht die Mechanismen im Stromhandel. Dazu wird die Wettbewerbsstrategie eines führenden Energieunternehmens präsentiert und es wird auf die Handelsmärkte einer liberalisierten Stromwirtschaft eingegangen. Zu guter Letzt wird im fünften Kapitel eine Prognose für die Zukunft des europäischen Strommarktes aufgestellt und ein abschließendes Fazit gezogen.
2. Grundlagen des Stromhandels
Der Anteil des Stroms am Endenergieverbrauch ist in Deutschland in den letzten Jahrzehnten deutlich gestiegen. Wie in Abbildung 1 dargestellt ist, wird dieser Anteil in den nächsten Jahren voraussichtlich auch noch weiter steigen.
3 http://de.wikipedia.org/wiki/Elektrischer_Strom, 30.03.06
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Europäischer Stromhandel - Marktstrukturen und Marktmechanismen
Dies kommt daher, da immer mehr Anwendungen in der Industrie, im Gewerbe und in den Haushalten auf Strom als universeller Energie basieren. Elektrischer Strom, welcher als Endenergie gilt, kann aus verschiedenen Energieträgern erzeugt werden. Diese Energieträger, aus denen man Strom erzeugen kann, nennt man Primärenergieträger. Im folgenden Kapitel werden die wichtigsten Primärenergieträger vorgestellt.
2.1 Die Primärenergieträger
Unter Primärenergie versteht man die Energie in ursprünglicher Form, welche noch nicht technisch aufbereitet ist. Man unterscheidet dabei zwischen erschöpflichen und regenerativen Energieträgern. Erstere sind die fossilen und nuklearen Energieträger, wie Kohle, Erdöl, Erdgas und Uran. Zu den regenerativen Primärenergieträgern dagegen zählen beispielsweise Wind- und Wasserkraft, sowie die Sonne. In der folgenden Abbildung sind die Anteile der Primärenergieträger an der Bruttostromerzeugung in Deutschland im Jahre 1999 dargestellt. Diese Energieträger werden in den folgenden Abschnitten näher erläutert.
Abb. 2: Anteil der Energieträger an der Bruttostromerzeugung
Quelle: http://www.hellfirez.de/web/referate/inhalte/Physik_Energie.htm, 04.04.06
2.1.1 Kohle
Kohle ist die zusammenfassende Bezeichnung für alle kohlenstoffreichen festen Brennstoffe, die durch Zersetzung organischer Stoffe wie Holz entstehen. Man unterscheidet dabei zwischen Braunkohle und Steinkohle. Diese brennbaren Überreste von Pflanzen und anderen organischen Substanzen, entwickeln sich in einigen Jahrmillionen über das Stadium des Torfs, durch die
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Arbeit zitieren:
Dipl.Ing Helmut Schönherr, 2007, Europäischer Stromhandel, München, GRIN Verlag GmbH
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