Gliederung
1 Einleitung 4
2 Das Atlasgebirge 5
2.1 Lage 5
2.2 Entstehung 6
3 Gliederung 8
3.1 Rif-Atlas 9
3.2 Mittlerer Atlas 10
3.3 Hoher Atlas 11
3.3.1 Westlicher Hoher Atlas 12
3.3.2 „Massif Ancien“ 13
3.3.3 Zentraler Hoher Atlas 13
3.3.4 Östlicher Hoher Atlas 13
3.4 Tell-Atlas 13
3.5 Sahara-Atlas 14
4 Geologischer Bau 14
4.1 Bau des Hohen Atlas 15
4.2 Bau des Mittleren Atlas 17
5 Schluss 18
Abbildungsverzeichnis / Bildverzeichnis 3
Literaturverzeichnis 19
aus einer Riftstruktur S. 16
Abbildung 6: Vereinfachte geologische Karte Mittelmarokkos mit der Verbreitung des marinen Maastrichts - Mitteleozän S. 18
Bilderverzeichnis
Bild 1: Blick auf das Atlasgebirge S. 6 Bild 2: Blick von den Bergpisten auf das Rif-Gebirge S. 10 Bild 3: Jbel Bou Iblane S. 11 Bild 4: Blick auf den Jbel Toubkal S. 12 Bild 5: Sahara-Atlas S. 14
1 Einleitung
Erinnert man sich an die Antike zurück, so ist es der Titan Atlas, der das Himmelsgewölbe auf seinen Schultern trägt. Die „alte Welt“ grenzte im fernsten Westen an ein unendliches Meer, das schliesslich nach dem Titanen benannt wurde: der Atlantische Ozean (STETS 1981, S. 804).
„Afrika gehört zwei großen tektonischen Erdregionen an. Das Atlasgebirge ist ein Glied des Gürtels der in der Tertiärzeit 1 gefalteten Hochgebirge, die Südeuropa und Asien durchziehen. Das übrige Afrika, das wir als die afrikanische Platte 2 bezeichnen können, bildet zusammen mit dem außerandinen Südamerika, Arabien, Vorderindien und Australien ein einst zusammenhängendes Gebiet gleichartigen Baus, das keine jüngere Faltung mehr erlitten hat, und von E. Suess als Gondwanaland bezeichnet worden ist“ (JAEGER 1954, S. 53).
Das vorangehende Zitat von Fritz Jaeger zeigt, dass Afrika, im Gegensatz zu Gegenden wie Südamerika oder Europa, ein Kontinent ist, der nicht mit verschiedenen Hochgebirgen glänzen kann, deren Höhen sich im Bereich der Superlative bewegen. Gebirge finden sich auf diesem Kontinent nur als vereinzelte Akzente in der Eintönigkeit der Flächen und treten nicht als konstituierende Elemente des Großreliefs auf, wie in Südamerika oder Eurasien (WIESE 1997, S. 28). Nachdem in Afrika vorwiegend flaches Relief die Landschaft prägt und einstige Gebirge durch Verwitterung und Abtragung eingeebnet worden sind, möchte ich mich im Zuge dieser Arbeit mit dem somit aus der Landschaft herausragenden Atlasgebirge beschäftigen (JAEGER 1954, S. 53).
Neben einer allgemeinen Lagebeschreibung des Gebirges geht die Arbeit genauer auf die Entstehung ein. Nach eingehender Betrachtung der Gliederung des Gebirgssystems, soll der geologische Bau des Atlasgebirges beleuchtet werden. Um den Rahmen der Arbeit nicht zu sprengen und zusammenfassender vorzugehen, beschäftige ich mich an diesem Punkt speziell mit zwei Beispielregionen.
1 Zeichnet sich tektonisch durch weltumspannende Gebirgsbildungen aus (LESER 2005, S. 948)
2 Erdkrustenstück von subkontinentaler bis kontinentaler Größe und bedeutender Mächtigkeit (LESER 2005, S. 684).
4
2 Das Atlasgebirge
Die Atlasketten gelten als Gebiete außerordentlicher Individualität. Dies kommt zum einen durch das Relief zustande, welches sich durch einen schnellen Wechsel von Ketten 3 , Becken 4 , Durchbruchstälern 5 und Hochschollen auszeichnet. Zum anderen gehört das Atlasgebirge zu den subtropischen Winterregengebieten (WIESE 1997, S. 33). Es erhebt sich als ausgedehntes gebirgiges Hochland zu Meereshöhen von 1000 bis 2000m, im Hohen Atlas sogar bis über 4000m. Das Atlassystem setzt sich aber nicht nur aus Gebirgsketten zusammen. Ebenso sind flache Hochländer und am Rande Tiefländer zwischengeschaltet (STAUB 1947, S.4).
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2.1 Lage
Der Atlas wird als Hochgebirge bezeichnet und befindet sich im Nordwesten von Afrika. Dort erstreckt er sich ca. 2300 km lang über die Staaten Marokko, Algerien und Tunesien. Die größten Teile des Atlasgebirges befinden sich in Marokko, wobei sich die Gebirgsketten dort von der Küste am Norden bis in den Süden des Landes erstrecken. Das Gebirge findet seine Fortsetzung im Norden Algeriens und erstreckt sich bis in den Nordwesten von Tunesien. Dort finden sich allerdings nur Ausläufer der algerischen Gebirgsketten, die im Vergleich zu den zentralen Erhebungen relativ geringe Höhen aufweisen (http://www.lexolino.de/c, geographie_gebirge _afrika, atlas-gebirge). Das Atlasgebirgssystem begrenzt den afrikanischen Kontinent im Norden. Es steht über die Straße von Gibraltar und über Sizilien in Verbindung mit den verschlungenen
3 Z.T. synonym für Faltengebirge verwandt; Gebirge, deren Vollformen sich im Streichen ihres Gesamtfaltenbaus anordnen, die aber auch durch Abtragung bereits stark zerstörte Falten aufweisen (LESER 2005, S. 424).
4 Große Hohlform im Georelief, die gegenüber der Umgebung mehr oder weniger abgeschlossen ist und rundliche oder längliche Grundrisse aufweist (LESER 2005, S. 80).
5 Quer zum Streichen der Gesteine bzw. von Vollformen verlaufendes Tal (LESER 2005, S. 169).
5
Gebirgsketten des Mittelmeeres. Im Westen Afrikas grenzt das Gebirge an den Atlantischen Ozean (STETS 1981, S. 803f.).
Die im Tertiär aufgefalteten Atlasketten bestimmen das Landschaftsbild Nordwestafrikas. Sie treten als markante Reliefgrenze zur Sahara auf und bedingen naturgeographische Faktoren, 6 die auch die Kulturlandschaft beeinflussen (HASLER 1980, S. 20).
2.2 Entstehung
Der Atlas entstand ähnlich wie die Alpen durch die Kollision zwischen Afrika und Europa und ist somit Teil des alpidischen 7 Orogengürtels 8 . Vor der Gebirgsbildung 9 entstand hier am südlichen Rand des Urmittelmeeres Thetys durch die Öffnung des Atlantik ein von Gräben, Horsten und pull-apart Becken geprägtes Grabensystem. Es wurden z.T. Basalte gefördert und mächtige marine Sedimente in den tiefer gelegenen Bereichen abgelagert. Im Zuge der Gebirgsbildung wurden diese Gesteine gehoben und teilweise wieder abgetragen. Hierbei gaben die älteren Verwerfungen die Struktur des entstehenden Gebirges vor. Die Atlasketten sind somit kein Deckengebirge wie die Alpen oder das Rif, bei denen Gesteinsdecken entlang flach liegender Überschiebungen über große Strecken verschoben wurden. Vielmehr handelt es sich bei diesem Gebirge
6 Klima, Vegetation, Böden
7 Bezeichnet die Faltungsära, die gegen Ende der Kreide begann, die sich aber hauptsächlich im Tertiär abspielte, wobei es zur alpidischen Gebirgsbildung mit dem alpidischen Faltengürtel kam (LESER 2005, S. 32).
8 Faltengebirge, die durch Gebirgsbildung in den orogenen Bereichen geschaffen wurden und einen charakteristischen Aufbau zeigen (LESER 2005, S. 642).
9 während des Mesozoikums
6
Arbeit zitieren:
Elisabeth Junge, 2010, Das Atlasgebirge, München, GRIN Verlag GmbH
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